Samstag, Juni 10, 2017

Achtung! Klischee!

Ich wohn' zwar am linken Niederrhein und explizit nicht im Pott sondern eher an dessen Rand - aber in einer Zechensiedlung.

Als solche gestaltet zu Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Modern nach damaligen Gesichtspunkten, ich finde sogar, experimentell.

Die "Bude" aber, auch bekannt als "Trinkhalle", die ist unumstößlich dabei. (Nichts ist mir in diesem Zusammenhang fremder als das Wort "Kiosk"!)

Diese ist direkt vor meiner Haustür. Die beiden Pächter sind verpartnert.

Und dies ist der zweite Sommer hintereinander, in welchem zwei Stockerpel die Wiese bei der Bude zu ihrem täglichen Daseinsplatz bestimmt haben.

Aus dem fünften Stock geknipst, ist das Gegriesel dem Zoom geschuldet ...

Mittwoch, Mai 10, 2017

Da wächst ...

... eine Pflanze auf meiner Erde, die ich nicht verstehe. Ich habe sie mir jetzt von allen Seiten angesehen und mit verschiedenen Mitteln versucht, ihr beizukommen. Inzwischen sehe ich ein, dass ich graben muss, um zu begreifen.

Ich nestele an ihrer tiefsten Stelle herum, ganz beim Boden. Zuerst mal muss ich das Gras und Kraut daran entflechten, um sie fassen zu können, Erde freilegen rundum. Ich fühle, wie sich der Spalt zwischen meinen Fingern und den Nägeln, so winzig er ist, mit feuchtem Boden füllt, ich rieche den guten, erdigen Geruch, es klebt ein wenig, es ist sehr nah, es ist richtig so.

Der Grund ist fein, aber nicht sandig sondern dunkel und fest. Er gibt in Brocken nach, aber nicht wie Lehm. Eine rare Beschaffenheit. Unten im Boden sind die Teile der Pflanze schneeweiß, feucht, mehrere faserige Stränge, Wie Fäden, die mit ihrer Feuchte meine Nägel von Erde befreien. Ich grabe einen Trichter.

Die Pflanze reicht tief, sie abzureißen wird mich nicht weiter bringen.

Dienstag, Juli 05, 2016

Projekt "Wasserschale" ...

... endgültig gescheitert.

Ich habe zwei Katzen. Obwohl meine Wohnung Freigang nicht ermöglicht und ich nach wie vor eine Gegnerin reiner Wohnungshaltung für Vertreter der Gattung "Felidae", namentlich EKH, umgangssprachlich auch "Feld-, Wald- und Wiesenkatze" genannt, bin.

Es ging nicht anders, es hat Nachteile für die beteiligten Zwei- und Vierbeiner, die therapeutische Notwendigkeit verbietet zur Zeit jeden Widerspruch.

Wanda, schwarz mit weißem Brustfleck, ganz ältere Dame, klein. Cleo, Jungspund, Grautiger, groß, Clownin durch und durch.

Letztere eben planscht, wo Wasser ist. Schleppt Näpfe durch die Gegend. Wie, das ist ein Rätsel. Selbst den Trinkbrunnen, von mir zusätzlich beschwert, positioniert sie meterweit um. Ein normaler Napf steht längst nicht mehr zur Debatte.

Hoffentlich begreift die kleine Schlaumeierin niemals, wie ein Wasserhahn funktioniert.


Samstag, Mai 28, 2016

Ich nenne es ...

... mein "Morgentief" und das hier ist der Versuch, dagegen anzuschreiben. Wenn ich aufwache, möchte ich oft sofort wieder einschlafen, weil alles so schrecklich ist. Auch, wenn ich unweigerlich wach werde, tue ich mich schwer, das Bett zu verlassen. Die Grundstellung ist in etwa: Alles wird on einer Katastrophe enden, schlimmstmöglich, und ich habe keine Lust und ich will nicht. Habe ich mich erst mal in Gang gesetzt, kommt vieles von selbst und lässt sich rational bewältigen. Die Schwarzseherei dagegen und die Katastrophisierung  (Albert Ellis lässt grüßen), die gehn' echt schwer ab. Manchmal hilft der Gedanke, dass es jetzt aber echt reicht mit der Miesepeterei ...

Eins noch: Irgendwas  macht die Nacht, der Schlaf, machen die Träume mit mir, wenn das Unterbewusstsein am Ruder war, dann habe ich oft das Gefühl, da werde ich zurück geworfen in das schwarze Loch, aus dem ich mich dann am Morgen mühsam heraus wurschteln muss.

Donnerstag, Mai 26, 2016

F (r)eier Tag ...

... in bed with: Kaffee und Wasser. Zu Vogelgezwitscher in linder Morgenluft die Flüssigkeitsstände im Körper wieder auffüllen. Frühstück: Noch nicht. Die Katze an meiner Seite versuche ich, mich meiner Träume zu erinnern. Diese Nacht brachte einen Gast, der nicht gewünscht war. Als seine Mutter habe ich ihm dennoch was zu Essen gemacht und ihm einen Platz zum Schlafen gewährt. Aber wenn er nicht ins Tun kommt - ich werde es ihm nicht abnehmen.

Freitag, Mai 20, 2016

Durchfluss

Es ist gerade alles "ein bisschen viel" und ich übe mich in der Kunst, mein Wohlbefinden unabhängig zu machen von allen äußeren Bedingungen.

Das Bewusstsein,  dort zweifelsfrei hin zu gelangen, entspannt mich langsam.

Konkret: Schmerztabletten, warmes Körnerkissen auf dem Bauch, Blues in die Ohren, Frühstück im Bett.

Und ganz allmählich wird der Tag doch mein Freund.