Mittwoch, Mai 22, 2013

So macht es Gefühl.

Mehr wollte ich nicht.
 
Und das war irgendwie verkehrt.
 
Ich hab's nicht gesehen.
 
Da waren Falten und Hohlräume im Innern, deren Existenz mir schwante.
 
Aber ich sah sie nicht nur nicht, ich wollte sie auch nicht sehen.
 
Ich guckte nur auf den Umriss.
 
Vielleicht war das notwendig.
 
Ich weiß es nicht genau.
 
Das ist ja auch gut: Nicht wissen.
 
Weil: Nicht alles geht mit dem Kopf.
 
Runterfallen in den eigenen Bauch
 
und dann nicht mehr denken.
 
Damit sich die Knoten
 
endlich lösen
 
können.

Mittwoch, Mai 15, 2013

Gestern...

...flog es flüchtig aus dem Radio an meinem Ohr vorbei und ich war überzeugt, mich verhört zu haben. Heute aber wurde es Gewissheit und es tut mir leid, ich dachte bis zuletzt an einen sehr üblen Scherz.

Angelina Jolie hat sich das Drüsengewebe aus den Brüsten entfernen lassen, um ihr Brustkrebsrisiko zu minimieren - welches genetisch bedingt bei ihr sehr, sehr hoch sein soll.

Die Medien titeln natürlich reißerisch mit "Brustamputation".

Nun ja. Gewebe wird amputiert, das lässt sich nicht abstreiten.

Meine Oma ist an Brustkrebs gestorben. Meine Mutter hatte auch schon eine Strahlenbehandlung.

Ja. Ich könnte Angst haben. Habe ich nicht. Meine Entscheidung, klar.

Trotzdem finde ich das grauenhaft. Und die Selbstverständlichkeit im Umgang mit der Information, dass gesundes Gewebe weg gemacht wird, weil es sehr wahrscheinlich erkrankt, die will mir einfach nicht ins Hirn!! Aber um's Verrecken nicht.

Donnerstag, Mai 09, 2013

Erschütternd einfach...

...lässt sich eigentlich diese Frage beantworten, die Suchende, Gefunden-Habende, Gottvolle, Gottlose, Atheisten und Frömmler so gerne stellen.

Diese Frage, die mich immer so geärgert hat, weil ich das Gefühl hatte, sie sei ganz leicht zu beantworten, ohne, dass ich wirklich draufkam, wie.

"Wenn es einen Gott gibt, wie kann er all' dieses Leid zulassen?"

Ganz anders nämlich, als schlicht zu sagen: "Na, weil dieses ganze Leid geschieht, ist doch klar, dass es ihn nicht geben kann, diesen Gott!"

Viel einfacher:

Wir haben einen freien Willen, sind keine Marionetten (was ja wohl auch grässlich wäre!).

Und deshalb haben wir sie - die volle Verantwortung.

Ohne aber die volle Macht über die Folgen unseres Handelns zu haben.

DAS ist der wahre Knackpunkt.

Mittwoch, April 17, 2013

"Öööhmm...."

"Das kann doch überhaupt gar nicht sein!" denke ich völlig perplex, als der Streifenwagen, der mich gerade sehr gemütlich überholt hat, vor mir die Schrift "BITTE FOLGEN!" aufleuchten lässt.

Meine Fassungslosigkeit ist um so größer, als ich doch noch bei der Abfahrt dachte: "Meine Güte, lässte die Papiere mal EINMAL zu Hause, wirst schon nicht kontrolliert werden!" Sonst bin ich nie, nicht auf kürzester Distanz, ohne Führerschein und Fahrzeugschein unterwegs, Ehrenwort! Und kontrolliert werde ich vielleicht in 10 Jahren einmal.

Ja. Denkste!

Vor wenigen Minuten hatte die Streife mir an der Ampel gegenüber gestanden. Dass sie mir in die Abzweigung folgte, hatte ich gar nicht bemerkt.

Und jetzt steh' ich da, meine Knie werden weich. Albern eigentlich, ist aber so.

"Was habe ich getan?" frage ich beim Aussteigen.

"Sie haben telefoniert, vorhin an der Ampel!"

Mir bleibt wortwörtlich die Spucke weg: ich bin unschuldig!

"Zeigen Sie doch mal Ihr Handy!" Vor Schreck weiß ich erst gar nicht, wo das ist.

"Sie haben ja sogar zwei!" staunt der Polizist.

Naja, das zweite ist für den Discounter-Tarif, da kann ich für unter fünf Euro im Monat in völlig beliebigem Umfang mit den Kindern in Verbindung bleiben. Aber dass ich beide Geräte "zugebe", bringt mir, so scheint es, schon mal Pluspunkte bei den beiden Beamten.

Übrigens nicht unattraktiv, die Herren.

Thank heavens! Beide Telefoninos beweisen mit Gesprächs- und Sendeprotokollen, dass ich wirklich nichts Böses getan habe. Die Polizisten erklären mir nochmal eindringlich, wie gefährlich... ja, geschenkt!
 
"Da haben wir uns wohl verguckt!" Jou! Mir fällt auch ein, warum: Ich habe da so einen ganz fiesen Pickel unter dem linken Ohrläppchen. Den habe ich wohl ganz in Gedanken sehr hingebungsvoll befummelt dieweil ich an der Ampel stand. Auf die Entfernung mag das irreführend ausgesehen haben.
 
"Trotzdem noch einen schönen Abend!" wünschen die Beamten, als sie  wieder in ihren Streifenwagen einsteigen. "Ja, danke gleichfalls!" antworte ich und setze ebenfalls meine Fahrt fort.
 
Nach meinen Papieren haben sie gar nicht gefragt.
 
 

Mittwoch, April 10, 2013

In einem Traum - Notizen

Mit den Kindern an dem Meer, das mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Den Weg finde ich im Schlaf. Mir macht er keine Mühe mehr, dass aber der Besucher ihn auf sich genommen hat, freut mich unbändig.

Ein verfallener Keller, ein Feuer darin. Warum versuche ich, meine Handtasche zu verbrennen und hole sie dann doch wieder heraus? Sorge um mein Navigationsgerät darin streift mich, die Tasche hat nicht viel abbekommen.

Ich pinkle absichtlich auf einen Schoß, auf den ich sehr bewusst zurück gekehrt bin. Trotz!!?

Der Besucher bei mir am Meer. Der Mann, den ich seit 1986 kenne. Ich umarme ihn glücklich, sage "Danke!", kann noch nicht mehr als das, spüre aber im selben Moment, dass ihm das nicht reicht. Das gibt mir Gewissheit, kommt mir wie eine Antwort vor. Wunschdenken?

Ein langer, sehnsuchtsvoller Weg zu seinem Hotelzimmer. Quietschgrün voller orangefarbener und grüner glänzender Teller in verschiedenen Größen, wird abgelöst von hellblau, darauf nicht weniger Teller - diese aber weiß mit hellblau und dunkelbraun, alle auch verschieden groß. Dazwischen sandige Spuren von Füßen, die ja nicht auf die Teller treten wollten.

Dieser Mann hat viel Gepäck und viele nützliche Beziehungen. Zwei oder drei umständliche Begegnungen auf dem engen Weg. Der Weg passiert eine Ausstellung weiterer Teller. Ein unbekannter Mann betrachtet diese. Ich äußere Begeisterung über die Farben der siebziger Jahre. Der Fremde teilt sie mild.

Fast ist die Tür erreicht. Ich will nicht aufwachen - kann das aber nicht mehr verhindern.

Samstag, März 23, 2013

Gestern Abend...

...beim Heimkehren.

Aus dem Auto aussteigend, trete ich auf etwas Weiches; mein Halstuch, das ich nachlässig in die Jackentasche gesteckt hatte, ist auf den Boden gefallen.

Ich hebe es auf und lege es auf meine rechte Halsbeuge.

Mit einigen Taschen hantierend, Türen öffnend und schließend, registriere ich bei dem Tuch auf  meiner Haut das leichte Pieken nur am Rand meines Bewusstseins.

Im Flur, ankommen, Taschen beiseite, Schlüssel auf den Tisch.

Aus dem Gewirr von Haaren und Halstuch fällt:

Eine große Hauswinkelspinne.

Dienstag, März 05, 2013

Fakten

Ich hab' noch etwa 25 Jahre "Lebensarbeitszeit" vor mir, ehe ich ins gesetzliche Rentenalter komme.

Es könnte sich also lohnen, nochmal was Neues anzufangen.

Einerseits.

Ich habe ein Verlangen nach eigenem Einkommen und muss ich erst umlernen, ist es damit zu Anfang wohl nicht weit her.

Andererseits.

Die Agentur für Arbeit tät' mich in eine siebenmonatige Qualifizierungsmaßnahme stecken - Aufpolierung und Erweiterung - für die sie etwa viereinhalbtausend Euro bezahlen müsste. Ich kann erkennen, dass ich mich in diesen sieben Monaten garantiert vier Monate lang ziemlich langweilen täte von den Lerninhalten her - weil ich das schon längst kann, was da vermittelt wird. Für die Agentur wär' ich damit erst mal aus den Zahlen raus.

Die örtliche IHK bietet einen tollen mehrWÖCHIGEN Kurs an, der 800 Euro kostet. Mit der IHK macht die Agentur für Arbeit keine gemeinsame Sache - erst recht nicht, da es sich um Weiterbildung handelt. Trotz Zertifizierung zahlt die Agentur also nicht für IHK-Maßnahmen, Hochwertigkeit hin oder her.

Die IHK täte mir einen Bildungsgutschein ausstellen, der zumindest die Hälfte dieser Lehrgangskosten abdeckt - wenn ich nicht dummerweise letztes Jahr fünf Monate lang in einer Halbtagsstelle gearbeitet hätte. Damit erfülle ich nämlich die Voraussetzung, eine Berufsrückkehrerin zu sein, nicht mehr.

Und dann müsste ich mir ja auch noch klar werden, was ich eigentlich will.

Wahrscheinlich das eigentlich dickste Hemmnis.

Denn der IHK-Kurs gäbe mir auch "nur" Auffrischung und Erweiterung meiner Befähigungen in meinem zuletzt ausgeübten Beruf - aber will ich das wirklich?

Die örtliche "Fachstelle Frau und Beruf" wollte in diesem Frühjahr einen Workshop durchführen, eine Woche lang sollte es darum gehen, herauszufinden, was die Teilnehmenden wollen und wofür sie sich wirklich eignen. Also eine Art Zusammenführung von Vorstellungen und Machbarkeiten. Wunsch trifft Realität.

Leider wurden zu viele Teilnehmende krank und der Workshop wurde abgeblasen. Ich hatte gehofft, mir dort endlich mal auf die Schliche zu kommen. Der nächste Workshop ist erst im November.

Wer weiß, wo ich bis dahin stehe.

Also im Lexikon müsste unter "Unschlüssigkeit" eigentlich ein Bild von mir zu finden sein...