Samstag, Oktober 28, 2006

Bilder

Tja, das mit den Bildern muss noch ein bisschen warten, mein Rechner und meine Kamera verstehn' sich zur Zeit gar nicht. DER Rechner - DIE Kamera; ein Zeichen? DER Mann und DIE Frau verstehn' sich nämlich im Augenblick auch GARNICHT. Und dieses Pink hier hatte ich eigentlich auch GARNICHT geplant. Dachte mehr an dunkelrot. Na ja, das findet sich, werd' sicher noch öfter umbauen, man hat ja so eine Vorstellung davon, wie man sich präsentieren will; oder kann sich hier jemand davon freisprechen?

Selbstdarstellung, das ist auch so ein Ding bei mir. Jahrelang hab' ich angezogen, was zweckmäßig war, gekauft, was keine Arbeit macht. Und nun habe ich immer öfter mehr als zwei, drei Teile zum Bügeln in der Wäsche. Bügel' aber nur, wenn ich wirklich Lust dazu habe! Lasse mich nicht stressen. Jedenfalls dachte ich beim letzten Plätten: "Sieh' mal einer an, früher hättste dir so ein Teil nicht gekauft!". Und es macht mir Spaß, mich allmählich zu verwandeln.

Meine Tochter, grade fünf, hat bei mir sehr viel bewegt in Richtung Weiblichkeit. Ich meine, innen und außen weiblicher zu werden, nicht mehr so burschikos zu sein. Auch meine Freundin, die Beziehung zu ihr ist ca. so alt wie meine Tochter, bezeichnend, oder? (da ich vorher eigentlich gar keine Freundin hatte, "Weiber!!!" dachte ich) hat mich sehr stark beeinflusst.

Weil ich immer dachte, weiblich sein heißt so sein wie meine Mutter und das wollte ich ja niiiee! Und dann kam diese Frau daher, die Fußkettchen trägt, sich die Zehennägel lackiert und Handtaschen benutzt und auch sonst eine Prinzessin ist. Da ist bei mir ein Knoten geplatzt.

Denn das war vorher keine Freiheit - sein zu können wie ich wollte, aber immer nur danach zu entscheiden, ob ich es auch ja anders mache als meine Mutter. Das reichte bei mir bis in die Kindererziehung hinein und war schon ein ziemlicher Krampf.

In den letzten Jahren hat sich alles nach und nach entspannt bei mir. Und das macht sich auch an meinem Körper bemerkbar. Ich hab' es noch nicht ganz 'raus, aber alles ist lockerer geworden, Kopfschmerzen habe ich praktisch gar nicht mehr, nächtliches Zähneknirschen gehört der Vergangenheit an.

Ich denke auch, dass Geistes- und Körperhaltung eine Menge miteinander zu tun haben. Wenn's mir schlecht geht, lass' ich wirklich die Schultern hängen, richte ich mich aber bewusst auf, straffe meinen Körper, wird's auch im Gemüt ein bisschen heller. Also, das jetzt mal als ganz simples Beispiel.

Den dicken Bauch habe ich, so glaube ich, davon, dass ich alles 'runterschlucke - und damit meine ich keine Kalorien. Aber manchmal beiße ich mir eher die Zunge ab, als mir Luft zu machen. Neulich hatte ich mal wieder die Nase voll - sprich, einen Schnupfen im Anzug - und habe mir die Holunderin ins Bett geholt. In meinem Garten steht eine, die ist schon recht alt, und der Saft ihrer Beeren hilft mir immer gut durch die dunkle Zeit.

Komisch, am andern Tag fühlte ich mich unbesiegbar. Oder gerade nicht komisch. Holunder kann gar nicht männlich sein, das ist unmöglich. Leider ist mein Mann immer grade gar nicht da, wenn mir die besten Argumente einfallen. Wenn ich grade am klarsten sehe. Zum verrückt werden.

Die Frage ist doch gar nicht, ob ich ihn liebe oder nicht. Denn es ist ja längst nicht alles in Ordnung, nur weil man sich liebt. Ich liebe ihn nämlich wirklich sehr. Und ich will ihn. In jeder Hinsicht.

Das heißt aber auch, dass ich mich nicht nur mit ihm, sondern auch mit mir selbst auseinandersetzen muß. Was will ich und wie weit bin ich bereit, dafür zu gehen? Ertrage ich ihn, erträgt er mich? Denn den man liebt, kann man nicht auf einen Sockel stellen, das geht schief. Man muss ihn auf den Boden der Tatsachen holen und realistisch betrachten. Und was bleibt, wenn man die ganzen Projektionen beiseite schiebt?

Kommentare:

der Gauzibauz hat gesagt…

Hallo Kvinna,
leg dir einen Smaragd unters Kopfkissen,
dann wird die Nase in Kurzer Zeit wieder Frei.
Was du meinst bei deiner Katze, dass sie gurrt wie eine Taube,das ist
KatzenLAUTsprache.
Grüsse

Anonym hat gesagt…

"Leider ist mein Mann immer grade gar nicht da, wenn mir die besten Argumente einfallen. Wenn ich grade am klarsten sehe. Zum verrückt werden."

Eigentlich ganz logisch!Und verrückt ist nicht das schlechteste!

kvinna hat gesagt…

Verrückt macht mich aber, dass es nicht 'rauskommt aus mir, wenn ich es ihm eigentlich an den Kopf werfen müsste.

Das ist nicht nur mangelnde Schlagfertigkeit, das ist auch argumentative Hilflosigkeit!

Meine Meinung sagen, sie laut sagen, das klappt nicht.

Das schmerzt.

Stephanie hat gesagt…

Aber frau kann es lernen. Auch wenn es sich merkwürdig anfühlt, üb es allein und lege dir Argumente zurecht.
Und rechte nicht immer so schroff mit dir, wie wäre es mit eigener liebevoller Annahme?
Notfalls kannst du ihm aber auch vors Schienbein treten wenn dir die Worte fehlen. ;-)

kvinna hat gesagt…

Danke für den Lacher!

Streiten, konstruktiv streiten, ist schwer, wenn man's nicht von kleinauf lernt. (Meine armen Kinder!)

Das können wir beide nicht!

Ich halte lieber meine Klappe, bevor ich vor lauter Ärger womöglich ungerecht werde.

Bei ihm ist das etwas anders.

Manchmal fühle ich mich wie ein Turnierpferd, das immer wieder denselben Sprung verweigert...

Und wahrscheinlich sollte ich auf genau diesem Gefühl nicht ständig "herumreiten" :0D

Stephanie hat gesagt…

Mit dem Streiten habe ich es nicht mehr so und das Wort "Streitkultur" ist für mich eher ein Unwort. Streiten ist eine aktive (auch verbal aktiv) Auseinandersetzung mit dem Ziel einen Gewinner und einen Verlierer zu ermitteln.
Um etwas zu klären sollten wir uns jedoch weniger auseinandersetzen, sondern lieber zusammensetzen und die Angelegenheiten klären, damit man hinterher klarer sieht.
Wir haben also heute das ursprüngliche Streiten in gepflegte Streitgespräche umgewandelt. Aus "und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir....", ist heute mehr ein: "na warte es ab, dich mache ich fertig" geworden und dann wird argumentiert bis einer keine Luft mehr bekommt.
Das Wort „konstruktiv“ impliziert eine gewisse Friedfertigkeit im Streit mit dem Ziel einer Einigung, mit der beide zufrieden sind oder es wird ein Kompromiss ausgehandelt mit dem beide leben können. Wir müssen also schauen, um was geht es eigentlich, Sozusagen wie hoch ist der Streitwert! Geht es um ein Plastikauto oder wer heute mal das Bad putzt oder um Menschenrechte?

Ich glaube, was du willst ist eher, ungehemmt deine Meinung äußern können, deine Argumente an den Mann bringen, dich verständlich machen mit der Hoffnung, dass da jemand ist, der dir wirklich zuhört und deine berechtigten Einwende anerkennt und dir (endlich auch mal) Recht gibt. Denn was du zu sagen hast ist wichtig, nicht nur für dich.
Gruß Stephanie

Ach ja da will ich noch etwas los werden. Ich habe in einem Beitrag auf meinem Blog statt "Kevin allein zu Haus" "Kvinna allein zu Haus" geschrieben und habe mich darauf bezogen, dass das Frau heißt. Fühle dich also nicht persönlich angesprochen. Obwohl ich das Wort natürlich sozusagen von dir geklaut habe. :-(