Donnerstag, November 16, 2006

Für die Schule lernen wir...?!

Gestern war ich mit meiner Tochter an der örtlichen Grundschule, um das Kind dort anzumelden. Im nächsten Schuljahr werde ich also tatsächlich für ein Jahr drei Kinder an derselben Schule haben.

Sieben Jahre Kindergarten haben mich gelehrt, dass man eine Einrichtung auch ZU gut kennenlernen kann...manche Dinge will man einfach gar nicht wissen.

Nun waren wir also im Warteraum und die Klassenlehrerin meines Ältesten holte sich immer vier Kinder in einen separaten Raum, um sich mit ihnen zu unterhalten.

Da meine Tochter absolut nicht bereit war, sich von mir zu lösen, ging ich - der Situation ergeben - also mit hinein. In dem Raum war es einfach grauenhaft kalt und keines der anderen Kinder hatten wir beide je zuvor gesehen. Und mein Kind verweigerte die Kooperation: versteckte sich hinter mir und war nicht zu mehr als Kopfschütteln und Nicken bereit, den Finger immer im Mund.

Nun ja. Die Lehrerin kennt uns und unsere Familiensituation ziemlich gut. Von daher weiß ich, dass sie die Kleine richtig einschätzt. Diese Frau wird keine Zicken machen bezüglich des Entwicklungsstandes meiner Tochter.

Man kann über unser Schulwesen sagen, was man will. Ich jedenfalls bin bereit, mich da hineinzufügen und meinen Kindern das zuzumuten. Obwohl ich die Unzulänglichkeiten sehe, heule ich mit den Wölfen und schicke meinen Nachwuchs nicht in eine Waldorfschule.

Was ich sehe, ist, dass seit meiner Grundschulzeit Schule menschenfreundlicher geworden ist. Das berücksichtigt wird, dass Kinder toben müssen, auch Möglichkeiten brauchen, sich zurückzuziehen. Das verschiedene Kinder verschieden lernen.

Das Schule sich einfach mehr bemüht, es richtig zu machen statt die Kinder herzurichten.

Aber ich saß in diesem Raum und dachte:"Warum bist du nicht wie deine Brüder? Offen, freundlich und unkompliziert? Warum blamierst du mich hier als Klammermutter? Lässt die Zicke raushängen, die an Mamas Rockzipfel hängt?"

Das dachte ich, von Schuldgefühlen geplagt und gleichzeitig voller unterdrücktem Groll gegen mein Kind. Es hat einen halben Tag und gutes Zureden von der Prinzessin gebraucht, bis ich wieder klar gesehen habe.

Dieses Kind ist anders. Und das ist gut so. Sie darf sich so benehmen und zugleich von mir geliebt fühlen. Sie weiß und ich weiß, das sie klug ist, körperlich und geistig fit. Diese kleine Showeinlage von ihr - die definitiv nicht ihrer Natur entspricht! - war ihr gutes Recht.

Sie braucht ihr eigenes Tempo, ihre eigene Methode, um sich dem "Thema Schule" zu nähern. Und ich weiß, daß sie keine Angst hat. Sie hat nur ein bisschen die Bremse angezogen, damit ich genauer hinsehe.

"Warum seid ihr nicht so, wie ich euch haben will?" ist eine Frage, die mir insgeheim manchmal zu schaffen macht, wenn es zu Reibereien zwischen mir und den Kindern kommt. Es ist ein Prozess, ihr Anders-Sein zu akzeptieren und zuzulassen. Oft genug ein sehr schmerzhafter.

Aber das ist gut so. Gelegentlich ein geistiger Tritt vor mein Schienbein schadet nicht. :)

Grade sehe ich auf der Wiese gegenüber die Kühe vom Melken kommen. Sie sind so froh, draußen zu sein. Keine Selbstverständlichkeit im November, der Bauer ist da sehr gnädig. Eine, zwei, lösen sich aus dem Pulk und galoppieren übermütig um die Wiese herum. Das hat was Rührendes... sie genießen die Sonne, die Bäume leuchten golden.

A propos, da es heute trocken und warm (16°C!) ist und ich endlich mal einen Vormittag ohne auswärtiges Herumgerüsel habe, werde ich mir gleich nochmal das Laub vornehmen. Juchhu! Draußen arbeiten!

Kommentare:

Stephanie hat gesagt…

Hallo kvinna, ich hatte schon zwei Mädchen in der Schule und alles lief fast wie am Schnürchen und jede wusste nach zwei Jahren wo sie stand.
Und dann wurde der Sohn eingeschult und alles war anders. Eigentlich nicht besser oder schlechter, sondern eben nur anders.
So kann es gehen. Inzwischen gehen einige meiner Enkelkinder schon in die Schule und da war wieder alles anders.
Deine Nachsicht dem zurzeit aktuellen Schulsystem gegen über, kann ich nicht wirklich teilen
Gruß Stephanie

kvinna hat gesagt…

Na ja, ich halte unsere Grundschule hier auch für eine Ausnahme.

Das hilft zwar nicht viel im Hinblick auf das übergeordnete System - das bestenfalls eine Krücke ist - aber erstens spielt sich auch vieles auf der zwischenmenschlichen Ebene ab und zweitens habe ich es in der Hand, ob meine Kinder sich von diesem System verbiegen lassen oder es mit einem gewissen Abstand betrachten.

Das Bundesland wechseln würde ich jedenfalls nicht wegen des Schulwesens, so, wie es eine Familie hier am Ort getan hat, weil's im Norden nach ihrer Aussage generell bessere Schulen gibt.

Ich bin in der zehnten sitzen geblieben und hab' ein Jahr vor'm Abitur die Schule geschmissen.

Aus mir ist trotzdem was geworden; jedenfalls bin ich nicht in der Gosse gelandet :).

Aber das Phänomen mit den verschiedenen Geschlechtern der Kinder kenne ich auch aus andern Familien.

Wahrscheinlich ist man nach zwei Jungs oder zwei Mädchen schon zusehr auf ein Geschlecht eingeschossen und bekommt deshalb Probleme, wenn das Dritte dann "anders" ist.

Interessant die Frage, inwieweit dieser Unterschied dann nur im eigenen Kopf stattfindet oder tatsächlich in den Kindern angelegt ist.

Oder?

Corriendo Mundo hat gesagt…

Jedes Kind ist anders und jedes Kind braucht etwas anderes. Wenn du das respektierst, kannst du das Mädchen sogar auf eine andere und vielleicht doch lieber auf eine Waldorf-Schule schicken. Dieses sinnlose Gleichmachenwollen führt geradewegs in die Verstümmelung von wertvollen, eigen- und vielleicht einzigartigen Fähigkeiten eines jeden Menschen.

Angst ist da, wenn sie da ist und ist nicht schlechter als Mut. Es liegt nur an den ver-rückten Bewertungen, daß Angst schlecht sein soll.
Vielleicht hat das Kind einfach nur ein sehr gutes Gespür für sich selbst und seine ganz eigenen Gründe.

"Warum seid ihr nicht so, wie ich euch haben will?"
Sicher kennst du das Gedicht von Gibran schon - sollte dringendst zur Grundausbildung aller Erwachsenen gehören, finde ich:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.

Und wenngleich sie bei euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen.

Ihr dürft Ihrem Körper eine Wohnstatt geben, doch nicht ihren Seelen,
denn diese wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht aufsuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.

Ihr könnt euch bemühen, wie sie zu sein, aber trachtet nicht danach, sie euch gleich zu machen.

Denn das Leben geht weder zurück, noch verharrt es im Gestern.

(Khalil Gibran: "Der Prophet"

Besser kann es kein Mensch sagen. Labbatú y ElCuervoAvocadoDeLosNinos

sternstunden hat gesagt…

Hi Kvinna,Gratulation dazu ,dass du die Kleine so akzeptieren konntest wie sie ist.Solche kleinen Prüfungen,wenn die Kinder sich unerwartet ganz anders präsentieren,als von ihnen erwartet, wird sind die Würze des "Kinder-Erziehens".
Wir stehen plötzlich vor unserer Umgebung "blöd" da,weil die Leute dies oder das von uns denken könnten.
Nur um die anderen geht es dabei! Jetzt ist es Zeit, auch dem Kind selbstbewusst zu zeigen,dass wir eigenständig sind.
Mein Sohn hatte in der ersten Klasse Riesenprobleme,weil er als Einziger nicht schwimmen konnte. Der Sportlehrer fand seine Wasserscheu und Unsportlichkeit besorgniserregend.Zum Glück griff die tolle Klassenlehrerin ein und bat ihn,
diesem Kind die Zeit zu lassen,die er braucht( er ist irgendwann ein normaler Schwimmer und sogar ein sehr guter Sportler geworden)Ich hätte meine Kinder übrigens sehr gern in die Waldorfschule geschickt,wir bekamen aber anfangs keinen Platz weil sie nicht schon im Kindergarten waren (der war 25km weit weg)und in der vierten Klasse,als sie hätten wechseln dürfen wollten sie absolut nicht mehr.Inzwischen denk ich es war für meine Kinder so schon in Ordnung.Besonders unsere Tochter ist sehr diszipliniert und leistungswillig ,sie findet den normalen Unterricht oft zu lasch und wenig anspruchsvoll-für mich ganz erstaunlich.
Es würde mich noch interessieren,warum du deine Kinder nicht auf die Waldorfschule schickst.
Danke Labbatu, für das Gibran Gedicht-gerade wir Eltern können es nicht oft genug lesen!!
Noch ein sonniges Wochenende wünscht Stela

kvinna hat gesagt…

25 km zum Kindergarten? Autsch!

Wir hatten damals die Wahl zwischen 6 Kindergärten im Umkreis von 5 km, davon sind mindestens drei konfessionell und einer ist integrativ.

Mit Waldorf und Montessouri habe ich mich mal beschäftigt, aber nie ernsthaft in Erwägung gezogen, meine Kinder in einer solchen Einrichtung anzumelden.

In beiden pädagogischen Ansätzen finde ich viel Gutes und Richtiges, wirklich, der Grundgedanke ist löblich.

Aber zum einen geht mir manches zu weit - ist jetzt sieben oder acht Jahre her, dass ich mich damit befasst habe, da müsste ich ziemlich graben, um mich an Einzelheiten zu erinnern -, zum andern, und das ist mein Hauptgrund, existieren diese Linien in ihrer eigenen Welt wie in einer Blase.

Sie scheinen ihren Anhängern nichts an die Hand zu geben, wie man mit der übrigen Welt klarkommt, die eben anders tickt.

Ausserdem misstraue ich jeder Ausschliesslichkeit. Meiner Meinung nach macht's die Mischung. Von allem etwas. Und in seiner pädagogischen Ausrichtung hat unser städtischer Kindergarten da wirklich gute Dienste geleistet. Und es sind immer noch die Menschen, die den Wert einer Einrichtung ausmachen! Auch in unserer Grundschule.

Das Positivste an Maria Montessouri und Hermann Gmeiner ist doch, dass sie die übrige Welt zum Nachdenken gebracht haben und sich dadurch auch außerhalb ihrer Einrichtungen die Welt verändert hat.

kvinna hat gesagt…

Oh weia! Der Begründer der Waldorf-Pädagogik ist natürlich Rudolf Steiner und nicht Hermann Gmeiner. Herr Gmeiner hat die SOS-Kinderdörfer geschaffen.

Wie peinlich!

Sam hat gesagt…

So genial ich den Steiner finde (bzw. was ich von ihm gelesen habe)- die Antroposophen, die ich kennengelernt habe, hat immer sowas umweht, mit dem ich nichts anfangen konnte, bzw. mir missfiel, so eine falsche Heiligkeit und Glätte.

Ich habe vor langer Zeit einmal ein Buch in die Hände bekommen von einer Charlotte Rudolph, selbst im System der antroposophischen Geisteshaltung erzogen, aber als Erwachsene ausgestiegen:
"Waldorferziehung- Wege zur Versteinerung" - sehr interessant.
Während man bei einem autoritären Schulsystem noch merkt, wo der Druck herkommt, läuft das antroposophische Auf-Spur-Bringen auf subtilere Weise ab.
z.B. über ein speziell auf das (defizitäre) Kind zugeschnittene "Märchen". z.B. von einem armen Rehlein, das sich ein Bein bricht, weil es immer so bockig oder stolz ist.

Also wer dieses Buch gelesen hat kriegt einen anderen Blick auf die Naturmystik der Steiner - Nachfolger, einen Einblick in die Lehrziele, das Menschenbild, die ängstliche Abgehobenheit etc.
Es ist auch nichts weiter als ein System, in dem die Kinder manipuliert und uf Linie getrimmt werden, aber ich finds herb, da es sich so einen heiligen, angeblich liebenden verstehenden Anstrich gibt.

Andererseits passt es gut in unsere Zeit.

Gut Nacht,
Sam

kvinna hat gesagt…

Autsch, war das jetzt zynisch? Aber du hast Recht. Es ist auch nur ein anderes System.

Was du über Steiner schreibst, vonwegen dem Reh, klingt mir sehr nach katholischer Verfahrensweise... vielleicht bin ich auch paranoid, überall Katholiken zu wittern :D. Von dieser "Heiligtuerei" habe ich jedenfalls in dem Zusammenhang auch schon einiges mitbekommen.

Aber was Steiner und Montessouri anbetrifft, so ist es doch wie überall: es kommt 'drauf an, was man 'draus macht. Jeder zieht für sich etwas anderes aus diesen Lehren und schon ist es nicht mehr authentisch. Die Ideen stammen zwar aus erster Hand, aber nicht mehr aus dem eigenen Kopf. Und bei der nächsten Generation kommen dann nochmal ein paar neue Zutaten in den Brei.

Also wie authentisch ist ein Waldorf-Kindergarten? Wie nah am ursprünglichen Gedanken? Wie weit ist es ihm gelungen, den Grundgedanken zu aktualisieren, ohne ihn zu verfälschen?

Deshalb muss man die Essenz einer Idee finden und versuchen, sie zu bewahren - immer angepasst an die zeitlichen, räumlichen und persönlichen Gegebenheiten. Und das ist eine hohe Kunst.

In unseren städtischen Kindergärten und Schulen finde ich jedenfalls ein Konzept, mit dem ich einverstanden sein kann. Es werden Anleihen aus vielen Richtungen entnommen. Und das A und O ist für mich noch immer, intensiven Kontakt zu den Pädagogen zu haben.

Corriendo Mundo hat gesagt…

Ähm, pardon, die Frau aus Bella Italia hieß Maria Montessori und sie hat mir nicht geschadet.

"Hilf mir, es selbst zu tun" stand unter ihrem Portrait in dem Gymnasium, in dem ich damals gerade soviel Zeit wie nötig verbracht habe - den Rest habe ich blau gemacht, immer wieder eine Gratwanderung. Von Montessori-Pädagogik war dort allerdings nicht viel zu spüren, außer ein bischen Gruppenarbeit hier und da und mal eine Projektwoche - ich glaube, sowas gibt es heutzutage überall. Allerdings wurde sehr viel Wert darauf gelegt, daß wir selbständig denken lernen und uns unsere eigene Meinung bilden - und das kam mir sehr entgegen damals. Heute bin ich in erster Linie damit beschäftigt, Gedanken und Meinungen nicht mehr ernst zu nehmen und einfach zu SEIN.
Natürlich sind es alles Schul-Systeme, das ganze Gesellschaftskonzept besteht aus Systemen. Und doch gibt es welche, die menschenfreundlicher angelegt sind, als andere.
Oder kinderfreundlicher.
Und auf Waldorf-Schulen gibt es einfach mehr Kreativräume als woanders - was ich schlicht schön und nützlich finde.
Kinder funktionsfähig für eine Gesellschaft machen zu wollen und "lebensfähig für die reale Welt/Realität", die es nur im Kopf gibt, ist eine Vorstellung, die viele Menschen teilen.
Man könnte auch zynisch sagen: Sie zum Überlebenskampf ausbilden. Ich glaube, solche Redewendungen sind inzwischen sogar verbreitet, auch in den Medien.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Kinder mehr über die Liebe und die Freude lernen könnten und darüber, wie sie ihr Glück immer und überall bei sich selbst finden können.

Sam hat gesagt…

Ja, wie gesagt, am Steiner liegts nicht, ich halte ihn für verständig, gescheit, visionär, aber ich glaube Deine katholische Paranoia bezüglich Antroposophens ist nicht weit hergeholt.
Die haben aus den Werken vom Steiner einfach einen Katechismus gemacht.

Ich könnte einen Roman schreiben hier, ich hab z.B. einen Walddorf- Kunstlehrer kennengelernt, den gäbe es gar nicht, gäbe es die Antroposophen nicht. Alles, was er ist, sagt, denkt, hat er davon übernommen. Ich bekam daas Frösteln.
Wie es oft so ist: Dort, wo grosse Reichhaltigkeit ist, fühlen sich Leute mit einem inneren Vakuum besonders hingezogen.

Ich glaube, eine gute LehrerIn sein ist eine Berufung. Wir haben auch Glück gehabt (konventionelle Schulen bis dato), dass einige solche an den Schulen meines Sohnes waren. Da verkraften die Kinder dann auch die andern leichter, die eh nur nachreden und nachvollziehen was sie im Sowieso- Seminar gelernt haben. Kinder haben schon ein Gespür für natürliche Autorität und lassen sich nicht täuschen. Die spüren oft klarer als die Eltern.

Ich hab 9 Jahre katholisch- klösterliche Gym- und Internatserziehung hinter mir. Ich könnte nicht behaupten, dass die Nonnen rundweg dumme Kühe waren, auch da gabs Lehrerpersönlichkeiten. Schule ist so gemischt und konfrontativ und fordernd wie das Leben da draussen. Und je älter ich werde, umso eher denke ich, dass es nicht schadet, Widerstände, Repressalien, Scheitern auch schon in der Schule zu erleben, um zu lernen: Das ist zu überwinden, das ist nicht wirklich bedrohlich, das ist im nächsten Jahr vorbei.

Die Eltern sind dabei wichtig! Viele Eltern kümmern sich einen Sch.... drum, überlassen alles den Lehrern oder stehen ihren Kindern in Schwierigkeiten nicht aus ganzem Herzen bei, sondern, wenn überhaupt, mit dem Kopf ( =lesen lieber in "Eltern" und Erziehungsratgebern was sie "machen können")

kvinna hat gesagt…

@Sam: Ja, so war ich auch mal: ich habe ein Problem, also kaufe ich ein Buch. Glücklicherweise habe ich die Kurve noch gekriegt...hoffe ich!

Du hast recht, es sind die Menschen die das System ausmachen. Was du sagst, sehe ich ganz genauso...

Übrigens habe ich auch 9 Jahre auf einem katholischen Mädchengymnasium verbracht... Unselbständigkeit war, glaube ich, Bedingung.

@corriendo mundo: ich wollt' noch sagen, dass ich das Gedicht natürlich kenn'. Und Luisa hat heut' was in ihrem Tagebuch stehen zum Amokläufer. Das passt genau auf das, was du sagst.

Und Grundsätzlich mag ich die Maria Montessori (sorry für die vorige Verhunzung) auch. Aber ich sag's ja: Es kommt darauf an, was man daraus macht!

Corriendo Mundo hat gesagt…

Hallo, Kvinna!
"Und Luisa hat heut' was in ihrem Tagebuch stehen zum Amokläufer. Das passt genau auf das, was du sagst."

... nicht ganz. Ich teile nicht die Weltanschauung von Lusia Francia und vielen anderen Schwestern auf diesem PLaneten, daß es eine Schuld bei den Männern gibt. Frauen sind genauso verblendet und unterstützen weiterhin dieses Patriarchen-System. Stell´dir mal vor, alle Muslimas würden einfach ihre Kopftücher ausziehen... gewaltloser Widerstand heißt das glaube ich. Oder alle Ehefrauen dieser westlich-weißkalkigen-Business-Fuzzies würden mit einem Schlag NEIN sagen zur Sklavenwirtschaft und ihre Dienste nicht mehr in die der Männer stellen.
Es könnte sehr einfach sein.
Ganz ohne "ABER" und ganz ohne Schuldzuweisungen aufgrund einer Vergangenheit, die vorbei ist - in einer Gegenwart, die sich ändern läßt.
Transformation kann nur zuhause stattfinden - will heißen: In dir selbst. Das gilt auch für Frauen.

Das mußte ich nochmal sagen, da ich ganz klar NICHT der Frauenspiritualitätsschiene und auch keinem sonstigen weltlichen Konzept (dauerhaft) verbunden bin, sondern nur dem Geliebten (wie die Sufis es nennen), was alles verbindet und größer ist als alles. Du kannst es auch einfach Liebe nennen.
AllahuAkbar, Labbatú y ElCuervoMullaSinReligion

kvinna hat gesagt…

Ich stimme auch nicht überall mit Louisa überein.

Aber inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass sie eben nicht den Männern die Schuld gibt. Ich denke, dass sie das so sieht wie ich, dass am aktuellen Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen beide Seiten ihren Anteil haben.

Das männliche Prinzip kann von Nutzen sein, aber wie so vieles, ist auch das Gift im Übermaß.

"Die Hand an der Wiege ist die Hand, die die Welt regiert."

Ist doch so: was für eine Welt werden Erwachsene schaffen, die als Kinder nur Kälte und Kommerz kennengelern haben?

kvinna hat gesagt…

Noch ein Nachsatz:

"Wir formen unsere Kinder durch das, was wir sagen, mehr noch durch das, was wir tun - am meisten aber durch das, was wir sind."