Mittwoch, November 01, 2006

Nicht fertig!

Im Kinderradio kam heute was über Abschied nehmen und Tod und wie Kinder damit umgehehen können. Passend also zu Allerheiligen, dem traditionellen Totengedenktag. Soweit ich weiß, in beiden Kirchen.

Wahrscheinlich auch wieder sowas, das vom Christentum aus dem sogenannten Heidnischen übernommen wurde. Werd's vielleicht gleich mal googeln.

Halloween hin, Tradition her: mit dem November beginnt für mich alljährlich der Horror. Sich Weihnachten zu entziehen ist spätestens jetzt nicht mehr möglich, die Dunkelheit wird immer lauter und ein Fest folgt auf das andere. St. Martin, Nikolaus, Weihnachtsfeiern in Schule, Kindergarten und Verein, Weihnachtsessen mit Freunden.

Zu allem Überfluss haben wir bis zum Jahresende auch noch unzählige Geburtstage in der näheren Familie.

Was mich daran stört, ist der ganze Konsumlärm und das ich nicht mehr zu Atem komme. Diese aggressive Werbung! Im Lokalradio benutzen sie jetzt tatsächlich schon Fäkalsprache.

Dabei ist Weihnachten selbst bei uns immer sehr schön. Ruhig. Leise. Sehr familiär. Liebevoll. Nur - bis dahin!

Es ist auch nicht so sehr der übliche Stress, Geschenke besorgen, Plätzchen backen, Hausputz machen.

Nein!

Mich stört diese eigenartige Ruhelosigkeit, die alle erfasst, als müsste man im zu Ende gehenden Jahr schnell noch jede Menge unterbringen. Als würde die Zeit knapp! Kann man das nicht alles besser über's Jahr verteilen, statt so eine Endzeitstimmung machen?

Sagen wir, einmal im Monat ein meditativer Tag für Ruhe und Besinnlichtkeit, Liebe und Zuneigung, Zeit für sich, Zeit für die, die einem am Herzen liegen...

Ach, das ist ja schon wieder uferlos... und diese Zeit müsste man sich eigentlich einmal am Tag gönnen - oder sie immer haben... ne, ich seh' schon, die universelle Lösung finde ich jetzt auch nicht! :0\

Kommentare:

Sam hat gesagt…

Einfach nicht mitmachen ist eine Option!

Gruss
Sam,
in aller Ruhe

kvinna hat gesagt…

Ich weiß schon. Du hast ja Recht. Aber ganz entziehen geht auch nicht.

Statt Radio höre ich jetzt lieber meine eigene Musik, schalt' gelegentlich mal zum Nachrichtenhören um.

"Was wünschen sich die Kinder?" fragt die Verwandtschaft. Die Jungs haben beide in diesem Monat Geburtstag. Zweimal Familienkaffee, zweimal Kinderfeier. Der Kleinere wünscht sich eine Gruselparty mit Vampirkuchen.

Ist das vielleicht so, dass man abgeklärter wird, wenn die Kinder größer sind? Die innere Ruhe dann wiederkommt?

Oder muss man dazu am Alpenrand wohnen statt in einem Dörfchen am Rande eines Ballungsgebietes?

Grade wenn es dunkler wird, habe ich das Gefühl, von meinem Alltag aufgefressen zu werden.

Dabei war's gestern eigentlich ganz kuschelig.

Wahrscheinlich muss ich meine Grenzen neu ziehen.