Mittwoch, Dezember 20, 2006

Unsortiertes

Heute früh zeigte das Thermometer erstmalig eine Temperatur unter Null an. Undurchdringlicher Nebel und die Spinnweben sehen aus wie dicke weiße Bindfäden.

Spinnweben. Ich gönne mir den Luxus eines Fensterputzers, der alle sechs bis acht Wochen günstig meine 16 Fenster säubert. Ich schätze seinen Tarif und dass er nicht nur die Scheiben, sondern auch die Rahmen und Profile gründlich säubert. Sorgfältig Rücksicht nimmt er dabei auf sämtliche Krabbeltiere. Besonders "meine" Spinnen.

Darüber bin ich wirklich froh. Ich hätte ein Problem mit ihm, würde er sie ertränken oder sonstwie töten. So bekommt er zur Belohnung einen Kaffee und ist trotzdem in anderthalb Stunden fertig!

Selber würde ich das niieee in dieser Zeit schaffen!!! Ich sehe das als Investition in mein Wohlbefinden, ich hab' gern saubere Fenster.

Na ja. Spinnen. Die Prinzessin muss nur an Spinnen denken, da kann man an ihr beobachten, wie sich die Nackenhaare aufstellen. Ich teile diese Phobie nicht.

Diese Tiere behandele ich mit Respekt. Es gibt ein Verstehen zwischen ihnen und mir. Ich finde sie faszinierend und entschuldige mich ausdrücklich bei ihnen, wenn ich versehentlich oder aus zwingenden Gründen ein intaktes Netz beschädige oder zerstöre.

Ich mach' das dann immer mit einem Fliegenopfer wieder gut. Ich glaube, sie akzeptieren das, denn sie sind in und um das Haus sehr zahlreich.

Genau wie Gehäuseschnecken. Nacktschnecken empfinde ich ebenso als Geschmeiß wie Fliegen, ich gestehe es. Ich bewundere die Buddhisten für ihren Respekt vor JEDER Kreatur.

Aber die Schnecken mit Häuschen faszinieren mich. Im Küchengarten habe ich eine zahlreiche Population der gefleckten Weinbergschnecke, die sich zu meiner außerordentlichen Freude in dieser Saison zahlreich vermehrt hat, entdeckt.

Eine Art, die eigentlich nur südlicher vorkommt, nun aber auch in unseren Breiten Fuß fasst. Wohl, weil's immer wärmer wird. Und der niederrheinische Winter immer weniger hart.

Wärmer. Globale Erwärmung. Auch so'n Thema. Ich empfinde es ja als Hybris von uns Menschen, uns dafür verantwortlich zu fühlen. Quark! (Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass wir uns in unserer Welt aufführen sollten wie die Axt im Walde!!!)

Klimawandel gibt es seit Millionen von Jahren. Konstante Wetterbeobachtung auf wissenschaftlicher Basis existiert noch keine 150 Jahre. Also wie aussagekräftig ist die?

Dass im Winter Schnee und Kälte zu regieren haben, ist doch auch eine menschliche Wahnvorstellung. Wie verlässlich sind unsere Kindheitserinnerungen an Spiele im Schnee? Interessiert sich das Klima für unsere selbstgestrickten Kalender??

Leider kann ich's nicht nachweisen, aber mein seelenruhiger, über siebzigjähriger Nachbar hat mir mal von einer alten Schrift erzählt, die von Erdbeeren im Dezember berichtet im 13. Jahrhundert in unseren Breiten.

Übrigens ist kalendarisch der Herbst ja erst am 21. Dezember zu Ende.

Ich lasse mir keine Angst machen. Ängstliche Menschen sind leichter zu regieren. Nochmal danke an Labbatú und den Raben.

Genau wie unverheiratete katholische Priester; nicht durch Familie im weltlichen verankert, lassen sie sich leichter beherrschen. Und siehe, auch das Zölibat ist nur Mittel zum Zweck, eine Machtfrage.

Erzwungene sexuelle Enthaltsamkeit radiert den Sex eben nicht aus der Gedankenwelt, sondern verstärkt ihn, bis alle Gedanken vom Sex besessen sind. Was im Extremfall zu Wahnvorstellungen und Besessenheit führen kann (Völlig zu schweigen von unehelichen Kindern, inzestuösen oder anderen Vergewaltigungen, vertuschten Verhältnissen...). Was wiederum entweder die Exorzisten auf den Plan ruft oder den Papst zwecks Heiligsprechung.
Lustiges Völkchen, die Katholiken.

Äh, ja, ich bin noch immer nicht mit dem Deschner fertig....

Meine persönliche Religionsgeschichte - auweh, dafür braucht's dieser Tage einen neuen Post. Aber ich glaube, jetzt habe ich mein Gedankenkraut wieder ein bisschen geordnet und bin frei dafür... ;D

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