Freitag, Dezember 22, 2006

Was ich will...

...ist:

1. Dass Frauen aufhören, Sätze anzufangen mit: "Ich bin ja nur..." oder "...schon so lange 'raus aus diesem Beruf..."
2. Dass Berufstätige nicht auf Hausfrauen herabsehen oder umgekehrt, warum auch immer sich wer für was entschieden hat.
3. Dass Berufstätigkeit so eingeteilt werden kann, dass daneben noch Leben & Familie Raum hat.
4. Dass vernünftige Streitgespräche nicht auf dem Hühnerhof landen.
5. Dass keiner sich rechtfertigen muss, der die Wahl getroffen hat zwischen Kindern und Karriere.
6. Dass keiner von Brunnen spricht, aus denen er nicht getrunken hat.
7. Dass Frauen aufhören zu jammern.
8. Dass weniger prestigeträchtige Arbeiten auch von Männern freiwillig gemacht werden.
9. Dass Frauen sich endlich nicht mehr automatisch für letztere Tätigkeiten zuständig fühlen.
10. Dass ich es selber auch schaffe, zumindest einen Teil dieser Forderungen zu erfüllen.

´N Abend allerseits!

Kommentare:

Sam hat gesagt…

Ich tausche mich z.Zt. Freundinnen aus über unsere verschiedenen Brunnen. Eine ist im Herbst für immer nach Kanada gegangen, um dort ihren Lebenstraum- nach langer Vorbereitung- umzusetzen. Eine andere ist im Sommer ein paar hundert Kilometer umgezogen in die Oberlausitz, wo die Häuser (noch) billig sind und sie die Gegend angezogen hat. Sie ersäuft vor Arbeit an ihrer alten Hütte, ist aber stark und glücklich.

Mir gefällts wo ich wohne, mein Leben taugt mir auch und ich richte es mir wie ich es will.
Jedes Leben ist nun mal das Ergebnis von Entscheidungen, die ich getroffen habe oder auch nicht.
Trotzdem habe ich diese Sehnsucht nach völliger Unbgebundenheit, beneide die Frauen, die soviel freier ihre Möglichkeiten leben, z.B. eben dieses "heute hier, morgen fort", weil sie nur an sich denken und nur für sich sorgen müssen, kein Gedanke an Schule, Umfeld, Ausbildung fürs Kind.
Ich spürs immer dann, wenn ich mich mit ihnen unterhalte, die umweht ein völlig anderer Wind, eine Kraft, wie sie nur diese Selfmade- Persönlichkeiten haben.

Aber was der Witz ist: Beide hatten denkbar schlecht Vorrausetzungen, keine Kohle, keine Unterstützung. Und ich denke, in ein selbstbestimmtes Leben kommt eine, weil sie MUSS. Dann wachsen ihr die Muskeln und Flügel, nämlich indem sie sie benutzt. Diese Zwischenstadien oder das Versorgtsein können einer genügen oder sie unzufrieden machen, aber sie zwingen sie nicht zu einer Entscheidung. Darin liegt eine Gefahr.

Ich glaube, das ist keine Geschichte von herauf- und herabsehen auf andere Lebensformen, es ist eher das Unverständnis, wie es eine in diesen oder jenen Umständen "aushält". Aber, wie man weiss, kann man sich an allem gewöhnen, auch am Dativ, solang, bis man es eines Tages als normal oder "richtig" empfindet- und dieses "richtig" dann auf alle Welt überträgt.

Ich fühle keine Herabsetzung, weil ich Mutter bin und nicht immer "aus" kann wenn ich möchte. Aber durchaus manchmal den Grant, DASEIN zu MÜSSEN wo ich lieber meine Ruhe hätte oder mir Mathe gerade am Arsch vorbei geht. Immer für Geld, Wohnen, Existenz zuständig zu sein, dazu öfter der Prellbock für pubertäre Testosteronschübe, wo andere Krafteinsätze notwendiger wären etc.
Aber inzwischen weiss ich, dass ich eben auf meine Art an diesen Herausforderungen wachse wie die anderen an der Verwirklichung ihrer Vorhaben. Die andern "leuchten" eben mehr nach aussen, sehen ihre Ergebnisse deutlicher.
Vielleicht bin ich deshalb sogern Handwerkerin, da hab ich das auch.

kvinna hat gesagt…

Manchmal denke ich: es geht mir einfach zu gut.