Mittwoch, Januar 31, 2007

Stille

Wenn ich ganz still bin und es zulasse, finde ich schnell, was mir hilft.

Ein ganz bewusstes Innehalten brachte mich dann gestern dazu, nach dieser leidigen Unfallgeschichte und zwei Tagen stubenhockender Telefoniererei den Vertrag von meiner Pinnwand zu pflücken, den mein Ältester schon dreimal vergessen hatte, "zur Kunst" mitzunehmen.

"Die Kunst" beschreibt in Familiensprech den Umstand, dass mein Kind jeden Montag einen Bauernhof aufsucht, der einem Geschenk von Frau gehört, die Künstlerin und Kunstpädagogin ist und Kinder und Erwachsene dort in deren kreativen Kräften stärkt und unterstützt.

Nun wollte ich ihn ihr selbst vorbeibringen, den Vertrag. Sie wohnt auf einem andern Hof im Ort, der ihr auch gehört und der verwunschen ist.

Ich fuhr mit meiner Tochter hin und traf nur ihren Mann an, den ich bis dahin noch nicht kannte. Allein das Ankommen auf diesem Hof: Ziegelsteine, Fachwerk, tief heruntergezogene Dächer, alte Bäume, viel Efeu, Steine, Steine, Steine. Künstlerisch gestaltetes, wildes, natürliches, alles beisammen. Ein bisschen wie ein Hexenhaus, im besten Sinne.

Eine Linde, 1848 anlässlich der Märzrevolution im Hof gepflanzt. Voller Falten, Runzeln, Weisheit. Augenzwinkernde Anekdoten.

Ein heiterer Mann, der ohne böse Hintergedanken meine willenstarke Tochter für sich gewinnen wollte. Ein Sack voller bunter, getrommelter Achate, Rosenquarze und was weiß ich noch. Hineingrabbeln, sucht euch was aus.

Wohltat. Ruhe. Heiterkeit. Ohne gefragt oder irgendwie erklärt zu haben, habe ich Heilsames erhalten.

Ich wusste, dass ich dort bekäme, was ich brauchte.

1 Kommentar:

sternstunden hat gesagt…

Hi Kvinna,ich freu mich immer wieder, von Leuten zu hören ,die bereit sind ihr Lebensglück mit anderen Menschen zu teilen.Andere Menschen und vor allem Kinder in ihrer Kreativität zu unterstützen gehört zu den schönsten Aufgaben überhaupt -und da kommt so viel Glück zurück!
Grüße,Stela