Montag, Januar 15, 2007

Mama!

Meine Mutter. Ich bin ihr nicht mehr böse. Die Wut, die ich so ca. mit dreizehn Jahren angefangen hatte, aufzubauen, ist weg. Das hat beinahe zwanzig Jahre gedauert, mit Anfang dreißig war das überwunden. Und nun?

Meine Freundin wird sie nicht werden. Ich meine, nicht diejenige, der ich mein Herz ausschütte oder mit der ich Probleme bereden kann. Nee! Ich habe nicht den Wunsch, sie allzuweit in mein Leben hineinzulassen. Der Zug ist abgefahren. Aber vielleicht ist das auch ein Stück Normalität.

Natürlich war ich gestern bei ihr im Krankenhaus. Es geht ihr besser. Sie hat wieder Farbe im Gesicht und kann auch schon ein bisschen herumlaufen.

Na ja, ein wenig habe ich schon das Bedürfnis, ihr das Leben angenehmer zu machen. Sie hat sich kaputtgemacht für ihre Familie, sie hat geglaubt, das müsste alles so sein. Insofern ist sie selbst schuld und ich verweigere Mitleid. Aber Mitgefühl, das kann ich haben mit ihr, das geht.

Sie wird nicht ausbrechen, ihre Motorik wird weiter klein und beschränkt bleiben, so, wie sie ihren Geist immer klein und beschränkt gehalten hat.

Aber ein bisschen Licht, Luft und Wärme, die sollte sie kriegen. Ich bin bereit, ihr das zu geben.

Mal sehen, ob sie's annimmt.

Keine Kommentare: