Montag, Januar 15, 2007

Papa!

Nachdem ich gestern mit den Kindern meine Mutter im Krankenhaus besucht hatte, fuhr ich noch zur Tankstelle, hinter deren Kasse einsam mein Vater saß.

Manchmal ist alles ganz gut zwischen uns, obwohl eine leise Melancholie wohl immer da sein wird. Aber an andern Tagen ist es deprimierend.

Es fühlt sich an, als währe ich mit einem Dampfschiff unterwegs, dem das Brennmaterial ausgegangen ist. Und nun fängt die Mannschaft an, alles Brennbare, was da ist, für die Kessel zu verheizen. Erst die Möbel und dann nach und nach die Teile vom Schiff. Bis nix mehr da ist und das Ziel nicht mal in Sichtweite.

Wir müssen uns nicht mal streiten. Das habe ich mir ohnehin abgewöhnt. Es fühlt sich gut an, keinen Widerstand mehr zu bieten.

Aber dieses graue Gefühl geht nicht weg!

Kommentare:

sternstunden hat gesagt…

Hi Kvinna,
Frieden schließen mit den Eltern ist wichtig für den eigenen inneren Frieden.
Meine Mutter lebt schon lange nicht mehr,da hab ich "nachträglich" schon Frieden geschlossen,aber mein Vater ist echt eine harte Nuss.
Seine Marotte ist es, Leute durch ein schlechtes Gewissen zu knebeln und durch ständige Erinnerungen daran zu nerven.
Wenn ich nicht aufpasse bin ich nach jeden Telefongespräch mit ihm energetisch ausgelaugt,fertig,matt.
Ich kann es vermeiden,indem ich ihn
wenig zu Wort kommen lasse und ihm
etwas erzähle.
Früher hab ich ihn deswegen gemieden, aber jetzt möchte ich ihm schon Zuwendung geben,obwohl er nicht alleine ist sondern eine Frau mit Töchtern und Enkelkindern um sich rum hat.
Liebe Grüße,Stela

kvinna hat gesagt…

Ja, mit meinem Vater ist das ähnlich: "Lass' mich nur allein in meinem Elend, sieh zu, dass du DEIN Leben lebst!" (gequälter Gesichtsausdruck!).

Ich komme besser mit ihm zurecht, indem ich einfach aufhöre, mich zu rechtfertigen.

Seither hat er ziemlich aufgehört, mich anzugreifen. :D ("Wie siehst du denn aus?", "Hast du nix zu tun?", "Was hast du denn da gekauft??" u.ä.)

Aber GANZ fertig bin ich wohl noch nicht mit ihm.