Dienstag, Januar 30, 2007

Zutiefst erschüttert...

...bin ich nach einem deftigen Auffahrunfall, in den ich am vergangenen Samstag verwickelt wurde. Was meine Halswirbelsäule anbetrifft, so halten sich die Beschwerden in überschaubaren Grenzen, aber in meinem tiefsten Innern bin ich ein bisschen paralysiert.

Vier Autos waren das, die ineinandergerauscht sind, ganz dämlich vor einer roten Ampel. Keiner war besonders schnell gewesen, es war Gedrängel und wir kamen gerade erst von einer roten Ampel. Die Aufprallwucht hielt sich in Grenzen. Als mein Auto zum Stehen kam dachte ich: "Ich glaub's nicht!" Woher plötzlich der Rettungswagen kam und wie ich hinein, weiß ich nicht, mir war kalt und ich fühlte mich in zwei verschiedene Richtungen gezerrt von meinem Bewußtsein: ein Teil von mir wollte flüchten, weit, weit weg, (nachdem ich mich versichert hatte, dass es keine Verletzten und nur Blechschaden gab), der andere bestand auf funktionieren.

Ich hatte meinen Großen zu einem Auswärtsspiel bringen wollen und wir waren zu mehreren Kolonne gefahren. Der größte Teil der Unfallbeteiligten ist also miteinander bekannt. Ob das die Angelegenheit schwieriger oder einfacher macht, weiß ich noch nicht.

Sekundär.

Ich denke, das war ein Schuss vor den Bug.

Kommentare:

Sam hat gesagt…

Auweh.
Erhol Dich gut und werd bald wieder schmerzfrei und geschmeidig!
Sam

Corriendo Mundo hat gesagt…

Kommt mir bekannt vor.
Mir sind seit letztem Sommer gleich drei Autos hintendrauf gerauscht auf mein Taxi. Beim dritten Mal hatte ich dann auch Bedenken, ob mich nun ein Trauma erwischt hat, denn ich war total bedient und genervt. Zweimal hatte ich "meine Kinder" drin sitzen - und ich habe funktioniert. Schalte in solchen und anderen Grenzsituationen i.d.R. plötzlich auf völlig ruhig um und beginne, alles Mögliche zu regeln. Der Letzte, der mir hintendrauf gerauscht war, war sogar zu Banane, um das von mir geliehene Warndreieck aufzustellen... während ich die Kinderchen beruhigt und abgesichert habe und mit den Eltern und der Polizei und meinem Chef telefoniert habe. Als der Hintendraufgefahrene mir dann noch seine traurige Lebensgeschichte erzählen wollte, sagte ich ihm, ich hätte wahrlich genug eigene Geschichten zu regeln.
Einmal habe ich die ganze Sache schon im Rückspiegel kommen sehen, wußte plötzlich, daß der mich nicht sehen wird und - Pumm!!!
Naja, das allererste war immer Freude darüber, daß alle soweit gesund sind und außer Blechschaden und organisatorischem Ärger sowie Verdienstausfall für mich nichts weiter geschehen war. Und so ein gutgeknautschter Daimler ist für solche Situationen wirklich ein prima Auto.
Geht schnell, gell?!
Schönen Gruß vom Zweigestirn

Sam hat gesagt…

*zusammenbrech*

Ja, so einen verpeilten Warndreiecksfalter im hab ich auch schon mal erlebt. Ich hab in der Zeit eine Brechstange besorgt um mein Kotflügelblech vom Rad zu biegen, hab das Kotflügelblech vom Rad gebogen (hat gedauert...) da stand der immer noch da und klappte mit dem Ding rum.

kvinna hat gesagt…

Danke für die Anteilnahme.

Ja, geschmeidig werden, darauf konzentriere ich mich grade. Glücklicherweise hat das Krankenhaus mich nach ein paar Stunden wieder gehen lassen, aber ich spür' noch in allen Fasern, was passiert ist.

Wie durch ein Wunder ist keinem Kind irgendetwas passiert, keine Gurtprellungen, kein Schleudertrauma, keine Gehirnerschütterung. Mir kommen noch die Tränen, wenn ich daran denke.

Zwei Erwachsene sind wohl am andern Tag zum Arzt gegangen. Selbst bei so geringer Geschwindigkeit ist ein Aufprall keine Kleinigkeit, wenn man sich das mal klarmacht!!!

Andererseits habe ich jetzt viel zu telefonieren und zu organisieren und seit Montagmittag auch die Energie dazu.

Mein letzter Unfall ist über zehn Jahre her, und ein Freund meinte sinngemäß, sei froh, da bist du doch für die nächsten zehn Jahre gut davongekommen mit diesem Unfall.

Shit happens.

sternstunden hat gesagt…

Liebe Kvinna,ich wünsch dir auch gute Besserung und lass den inneren Schock gut verheilen!Ich finde immer noch,daß das, was innen drin verletzt wird- auch wenn es äußerlich zum großen Glück keine sichtbaren Schäden gibt, absolut unterschätzt wird.
So war ich nach den letzten Sturz vom Pferd monatelang ängstlich und fühlte mich schwach,obwohl äußerlich gar nichts passiert ist.
Liebe Grüße,Stela

kvinna hat gesagt…

Ja,mir wird manchmal noch schwindlig, angeblich hatte ich eine leichte Gehirnerschütterung, aber das ist wirklich eine Kleinigkeit.

Meinem Innern muss ich Zeit geben, mir die Zeit nehmen, das spüre ich deutlich.

Ich hab' einen Leihwagen und bin auch gleich am Montag wieder Auto gefahren. Seehr vorsichtig. Für eine gewisse Zeit werde ich sicherlich einen sehr großen Sicherheitsabstand einhalten. Und ich merke, dass ich total empfindlich bin, nervlich.

Hm. Die Erschütterung ist eben nicht nur eine körperliche.

Wie schrecklich muss dass dann erst bei richtig schweren Unfällen sein...