Freitag, Februar 09, 2007

Zum Kuckuck!

Als nach dreieinhalb Jahren Schwangerschaften und Stillzeiten meine Tochter als mein drittes Kind geboren war, hieß es: Familie vorerst komplett, verhüten - wie? Sterilisation kam damals weder für mich noch für meinen Mann in Frage, das war uns beiden damals noch zu endgültig.

Kondome kann ICH nicht leiden.

Pessar hatte ich unmittelbar nach den Geburten jeweils für ein paar Monate benutzt, war mir zu umständlich.

NFP war mir zu unsicher und ehrlich gesagt, hatte ich auch nicht das Hirn dafür in dieser Zeit.

Kupferspirale konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, korrodierendes Metall in mir, bloß nicht!

Pille wollte ich nicht!!! Nie wieder Hormone, dachte ich zunächst.

Tja, was blieb?

Hormonspirale. Hm. Niedrige Gestagendosierung, weil Wirkung direkt vor Ort. Keine Östrogene. Nun, ich habe mir keine Illusionen gemacht, es ist eine Dauermedikation, so oder so. Und ICH entschied, dass MIR die Unkompliziertheit wichtiger wäre. Klar hat das Nebenwirkungen, auch darüber machte ich mir nix vor. Aber ob nun zusätzliche oder körpereigene Hormone, frau ist ihnen immer ausgeliefert. Und so kam ich eigentlich beschwerdefrei durch die fünf Jahre. Hautunreinheiten, okay, die sind eindeutig darauf zurückzuführen. Und je größer in den letzten ca. 2 Jahren meine Ablehnung gegen das Ding wurde, desto supekter wurden mir manche körperliche Beschwerden...

Das Einlegen lassen war unangenehm und nun war ich doch wieder bei Hormonen gelandet. Aber ich sagte mir: "Schätzchen, du willst es bequem haben mit dem Sex also mußt du da jetzt durch!" Das mit dem Ausbleiben der Regel war mir zwar irgendwie nicht geheuer, aber erstmal auch bequem. Schließlich hatte ich drei Kleinkinder und genug anderes zu tun (und zu waschen!). In den dreieinhalb Jahren seit der ersten Schwangerschaft hatte ich meine Periode eh' nur drei-, viermal gehabt, sie war mir fremd.

Nun schauten da aber diese feinen Rückholdrähte aus meinem Muttermund heraus und mein armer Mann piekte sich mehrmals unangenehm beim Sex. Eigentlich mussten wir darüber lachen, aber eigentlich war es auch blöd. Also kürzte mein damaliger Gynäkologe diese Drähte. Zweimal ging ich deswegen hin, es war nun mal so. Den dummen Spruch bezüglich der anatomischen Ausstattung meines Liebsten hätte der Doc sich verkneifen können.

Als er dann genug gekürzt hatte, fragte ich ihn: "Kann man denn das Ding jetzt noch gescheit herausholen?" Und darauf sprach er: "Nun, dieses Problem haben wir dann in fünf Jahren!"

Zwischenzeitlich habe ich den Frauenarzt gewechselt und war nun Mittwoch dort, um dieses Teil endlich loszuwerden - ich hab's geahnt!

Jetzt brauch' ich eine Vollnarkose!

Natürlich war ich nicht begeistert, als mein Arzt mir eine Überweisung in die gynäkologische Tagesklinik in Krefeld ausstellte. Dazu meinte er dann: "Dafür hatten sie doch jetzt fünf Jahre Spass (er sagte "Spass" und nicht "Spaß"!) mit der Mirena!"

Das hätte er sich auch verkneifen können.

Welche Wahl hatten wir denn wirklich damals, nachdem ICH keine Gummis wollte und wir uns beide die Tür zu einem weiteren Kind noch nicht verschließen mochten ???(Was wir inzwischen getan haben, Sterilisation beim Mann ist ja sooo ein winziger Eingriff!)

Freiheit in den Entscheidungen?

Kommentare:

Corriendo Mundo hat gesagt…

Kvinna, jetzt ist es aber wirklich gut in Sachen Hilflosigkeit und Opferdenken!

Natürlich ist es eine freie Entscheidung: Du willst Sex also darfst du es (oder eben er) auch regeln. Fertig. Nichts Kompliziertes. Es gibt derzeit nur eine beschränkte Auswahl an Möglichkeiten, und von denen kannst du eine wählen.

Den Hormonen ausgeliefert.... was für ein Drama. Ich fühle mich überhaupt nicht den Hormonen ausgeliefert und habe es noch nie so empfunden. Sie sind einfach da, ein Bestandteil meines Lebens und ich komme mit ihnen gut zurecht, wir haben sozusagen ein freundschaftliches Verhältnis und jede ihre Existenzberechtigung.
Habe Pille, Spirale(n) überlebt und lebe jetzt ohne das Zeugs. Alles war ok. Würde mich meine Menstruation ernstlich stören, hätte ich sie schon längst "wegmeditiert", mittels Bewußtsein....

Was machst du bloß, wenn du mal in ernstlichen Schwierigkeiten steckst, wenn du dich schon jetzt ausgeliefert fühlst?

Na, hoffentlich kommst du nie in welche, schönen Frey-tag, Labbatú
(Der Rabe hält sich in solchen Frauenfragen lieber zurück)

kvinna hat gesagt…

Tatsächlich, wahrscheinlich war ich noch nie in ernstlichen Schwierigkeiten. Da war immer eine starke Kraft, die mich sicher hindurchgeführt hat, wenn's mal wo eng wurde.

Und deshalb habe ich auch keine Angst mehr.

Ausgeliefert? Opferdenken?

Hm.

Was mich bewegt hat, war die Wut über die Herren Gynäkologen. Okay, das Ding war meine freie Entscheidung, eigentlich stimmt das.

Vielleicht sind die modernen Verhütungsmethoden einfach immer noch zu frauenorientiert.

Der Mann hat's nicht so dringend damit, weil die Folgen missglückter Verhütung für ihn nicht so unmittelbar sind.

Und nun hab' ich den Salat und muss auf den OP-Tisch.

Das wurmt eben.