Sonntag, April 29, 2007

"Du findest es nicht, wenn du danach suchst!"

Donnerstag war ich rudern, zum ersten Mal in meinem Leben. Zwanzig Leute in einem Boot, Amateure wie ich, die irgendwie versuchen, in Gleichklang zu kommen. Rhyt-mus, Rhyt-mus. Hinterher ein intensives Gespräch mit dem Einpeitscher, weil's nicht so funktioniert, wie ich will. Ausprobieren, vormachen, nachmachen. Hmmm.

"Du willst alles auf einmal richtig machen, das klappt nicht!"

Alles auf einmal. Das MUSS doch jetzt klappen. Zähne zusammenbeißen, Atem festhalten, kniiirsch. Geht nicht, geht nicht!

Joo. Das trifft's mal wieder. Irgendwo auf der Strecke der letzten Jahre ist mir die innere Ruhe abhanden gekommen, die Dinge der Reihe nach anzugehen und nicht bei jeder angefangenen Sache gleich wieder voller Panik an die nächsten 20 Wegpunkte zu denken, voller Angst, das nicht zu schaffen.

Und lieber mit gar nichts anzufangen als mit dem Falschen ist mir zur Natur geworden. Stagnation, Lähmung. Chaos.

Es lässt sich nichts herbeizwingen. Es bringt mir nichts, macht alles schwieriger, wenn ich mich an einer Sache festbeiße, weil ich glaube, das müsste jetzt unbedingt voll nach meiner Vorstellung laufen. Dabei verliere ich das Ganze aus dem Blick und damit das Vertrauen ins Leben.

Locker werden, geschmeidig bleiben, und, es ist zum Heulen, denn da taucht immer dasselbe Wort auf:

Loslassen!

Kommentare:

Corriendo Mundo hat gesagt…

Was ist an dem Wort "Loslassen" zum heulen? Hier ein Lieblingsspruch von mir: Wer losläßt, hat die Hände frei.

Loslassen wird nur schwierig, wenn es zum verkrampften Wollen und Tun wird. Das heißt: Auch das Loslassen will losgelassen werden, sonst wird nichts losgelassen. Oder so. Ach ja: Loslassen von etwas, daß noch nicht reif ist zum Loslassen, ist auch zum Heulen, das stimmt.

PS vom Percussionistenherz: Rhythmus ohne "h" in der Mitte gefällt mir nicht, sieht aus wie Mus, also wie Brei. Schwingt irgendwie nicht. Könnte man ja gleich Rüttmuss schreiben, pfui Teufel...

Alles Gute, Anuja

der Gauzibauz hat gesagt…

Das ist mal ein SAUGUTER Spruch.
Mit der Krampferei sind wir irgendwie stets in guter Gesellschaft.

kvinna hat gesagt…

Jo, Rütt-muss, da ist auch gleich wieder das "muss" drin, das ich nicht von der Pelle kriege und DAS ist zum Heulen, dass ich das mit dem Loslassen weiß und es doch immer wieder auf's Neue vergesse, verliere...mich verkrampfe und das Locker-Sein mir abgeht.

Und der Loslass-Schmerz gehört manchmal auch dazu und ist dann gut und richtig, nicht immer allerdings, weil Loslassen oft auch einfach Befreiung und Erleichterung ist.

Und dein Lieblingsspruch gefällt mir gut.

Speziell an Gauzi: diese eine Karte ziehe ich hier erstaunlich oft: www.judith-baertschi.ch und das ist ein Tarot, dem ich mich ganz unverkopft locker aus der Hüfte nähern kann. Mitunter sehr erquicklich!

kvinna hat gesagt…

P.S.: Rhythmus! Klar! Ich war mir nicht sicher und tatsächlich zu faul, um nachzuschlagen. :)