Montag, April 16, 2007

Wasser

hat schon immer einen besonderen Platz in meinem Leben. Zunächst mal als Element, in dem man untertauchen kann und das war als Kind elementar wichtig.

Denn da war der einzige Ort, an dem ich wirklich hundertprozentig sicher war vor den Worten meiner permanent auf mich einredenden Mutter. So konnte ich auch erst wunderbar tauchen, bevor ich richtig schwimmen gelernt habe.

Und wenn irgendwo ein Gewässer ist, zieht's mich an wie ein Magnet. Ich muss wissen, was darin ist. Wie es funktioniert. Was da gedeiht. Wie es sich anfühlt.

Dann aber auch als Getränk. Im Kindergarten habe ich gelernt, kein Kranwasser trinken zu dürfen, das gäbe "Tiere im Bauch". Das habe ich mir damals sehr plastisch vorgestellt, all' die Pferde, Giraffen, Hunde, Elefanten und Katzen, die sich da in mir tummeln... vermutlich war das noch ein Nachkriegsleiden der Generation der Kindergärtnerinnen, die zerbombten Leitungen, die Wasserversorgung, die erst mal wieder hergestellt werden musste und in der Nachkriegszeit war das Leitungswasser wahrscheinlich wirklich nicht so gesund.

So habe ich mir Sprudelwasser angewöhnt und da ich immer sehr durstig bin, kamen einige Kästen im Monat zusammen. Irgendwie lästig. Bis mich dann der Spruch umwehte: "Mineralwasser stammt auch oft nur aus der Leitung. Es wird auf 14 Schadstoffe untersucht und Leitungswasser auf 50!" So habe ich mir damals einen Sprudler schenken lassen, zum Geburtstag, vor zehn Jahren oder so.

Und war begeistert: Endlich keine Kästen mehr schleppen. Über Kohlensäure dachte ich gar nicht nach und in meiner Begeisterung wollte ich alle Leute dahin bekehren.

Da ich täglich bis zu vier(!) Liter getrunken habe, lohnte sich das jedenfalls für mich schon und ich sagte mir, es sei ja auch umweltfreundlicher, wenn nun weniger Flaschen durch die Gegend gekarrt würden.

Bis ich einen Mann kennenlernte, der keinen Alkohl trinkt, Vegetarier ist, Koffein und Kohlensäure verweigert. Das war ganz schön knifflig, ihn als Gast bei der Grillfeier zu unserem Richtfest dabei zu haben :)

Eigentlich dachte ich, nun, man kann doch nicht vor ALLEM Angst haben, sich um ALLES Sorgen machen, was so auf einen eindringt. Aber das mit der Kohlensäure beschäftigte mich dann doch.

Einfach nur so habe ich dann mal einige Monate GANZ auf Kohlensäure verzichtet. Vor allem, weil ich erfuhr, dass es vielen Getränken nur zu Konservierungszwecken zugesetzt wird. Und siehe, mein Geschmackssinn änderte sich radikal.

Wenn man bedenkt, welche Mengen von dem Zeug ich in all' den Jahren zuvor zu mir genommen habe, täglich, dann war eigentlich klar, dass der volle Entzug irgendwas bewirken musste.

Seither trinke ich nur noch "Kraneburger" als Durstlöscher. Und ab und an ein Bier, weil's so schön zischt. :) Aber Limo zum Beispiel schmeckt mir jetzt total salzig...

Auch die Kinder gehn' mittlerweile mal schnell an den Wasserhahn...

Kommentare:

Sam hat gesagt…

Ging mir genauso - erst Sprudler, seit langem wieder Leitungsheimer.
Und ausserdem hab ich erfahren, dass die Kohlensäure den Sauerstoff aus dem Wasser verdrängt, für mich war das eine Erklärung dafür, dass ich Sprudelwasser saufen konnte wie ein Pferd, vom ursprünglichen Wasser brauch ich nur die Hälfte.

kvinna hat gesagt…

Ja, ich habe die Menge auch zurückgefahren. Wenn man zudem bedenkt, wieviel billiger das ist!! Ausserdem ist es ein sehr sinnliches Erlebnis, wenn man sich darauf einlässt, finde ich. Wenn man erst mal davon abgekommen ist, Leitungswasser "fad" zu finden.