Mittwoch, Mai 09, 2007

UrlaubsGESCHICHTE

Nach dem, was mir an Kommentaren zu meinem vorigen Post geschenkt wurde, fallen mir so viele Sachen ein, dass es für einen neuen Post reicht. :) Gedankengehüpf....

Barcelona, bingo, wie kommt's, dass wir gleich drei sind, die's gelockt hat? Bei mir war das so, dass der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Liebsten anno 1993 eine Europatour mit dem Motorrad war. Ich als Sozia, wohlgemerkt, mit Zelt und allem auf EINEM Motorrad. Ziel war Mallorca.

Damals war ich eigentlich noch nie so richtig aus Deutschland 'rausgekommen und nun lernte ich in einer großen Rundfahrt die Schweiz, Frankreich und Spanien kennen. Auf der Rückfahrt war auch noch ein kleiner Ausflug nach Belgien drin. 5000 Kilometer mit dem Motorrad... :) :) :)

Ja, jedenfalls mussten wir nach Barcelona, von dort fuhr unser Schiff nach Malle. Ich hatte dieses grandiose Duett von Freddie Mercury und Montserrat Caballè im Ohr, ausgerechnet im staubigen Straßentunnel. Damals habe ich meiner Gänsehaut geschworen, hier kommst du wieder her und guckst dir das alles mal in Ruhe an.

Hat zwar 10 Jahre gedauert, aber ich habe es wahr gemacht. Ich habe es nicht bereut. (In Erinnerungen schwelg')

Ich hab' aber schon Schiss gehabt, als es dann tatsächlich an's Fliegen ging. Nicht sosehr davor, abzustürzen, sondern mich zu blöd anzustellen und sonstwo zu landen. Jessas! Ich hatte doch gar keine Erfahrung mit Flughäfen! Und wenn's nochmal dazu kommen sollte, werde ich wieder jedem sagen, dass ich keine Ahnung habe und er mir doch bitte erklären soll, wo's langgeht... :)

Allerdings, diesen jubelnden Moment des Flugzeugstarts werde ich nie vergessen. Ich dachte an einen Albatros, der losrennt, sich in die Lüfte schwingt, im Geiste rannte ich selbst die Startbahn lang und breitete meine Flügel aus.

Bemerkenswert fand ich außerdem, dass ich mich nicht nur von der Erde, sondern auch von meinen besorgten Gefühlen löste, als ich dann in der Luft war. Ich dachte nicht mehr so angstvoll an meine Kinder, sollten wir abstürzen, wären sie gut versorgt.

Ich bin nicht unentbehrlich! Das war ein so befreiender Gedanke, den hole ich mir heute noch oft mit den verstaubten Erinnerungen aus der Andenkenkiste. :)

Es war März. Gerade so, dass Frau den Mantel öffnen und die Sonne an die Haut lassen konnte. Hehe, und die Spanier (wie heißen eigentlich die Bürger Barcelonas? Barcelonesen?) hatten Schals und Handschuhe an. (In Schweden stand ich mal im Juni bei 15°C Außentemperatur mit Jacke und Socken auf einem Stein, von dem aus jubelnde Schweden sich in Badehose in die nach meinen Begriffen eisige See stürzten. :) Jaja, es ist alles relativ.)

Der Flug über die geliebten Pyrenäen... den habe ich hin- und zurück genossen. Damals mit dem Motorrad hatte ich zuächst die Alpen kennengelernt. Da lag teilweise sogar noch Schnee. Und ich kannte doch noch gar keine Gebirge! Da machte ich zum ersten Mal die Erfahrung, dass das mal für eine Woche oder so ganz nett ist, von Bergen umringt zu sein, dass aber ein echter Flachländer wie ich danach genug hat, weil er nämlich Beklemmungen kriegt und sich eingesperrt fühlt.

Die nächsten Felsen waren dann die Pyrenäen. Schön, dachte ich. Aber so richtig grandios fand ich sie erst auf der Rückfahrt aus dem staubtrockenen, gelben, superheißen Spanien. So grün und üppig!

Jo, ich habe viel gesehen und erlebt damals auf dieser ersten richtigen Reise. Und gelernt, dass ich noch viel mehr sehen will, auf Pauschalurlaub pfeife und mir lieber eigen Pfade suche. Und wie wunderbar das ist, dies auch den Kindern zu eröffnen: Tingelurlaub. 2002 haben wir das zum ersten Mal gemacht, JUGENDHERBERGEN heißt das Zauberwort. Einige Tage hier, ein paar Tage dort...

Mal sehen, ob das in diesem Jahr wieder klappt.

Kommentare:

Sam hat gesagt…

5000km zu zweit mit dem Motorrad! Das war sicher sehr verbindend, auch mit dem Motorrad. Mit was für einem seid ihr denn gefahren?

Mal solange unterwegs sein zu können, das wäre auch mein Traum gewesen! Vom Gepäck her ists ja fast wurscht ob man zwei Wochen wegfährt oder vier. Aber ich hab mich nicht weiter als bis in die französischen Seealpen getraut. Immer das Problem auch, das Moped kaum allein lassen zu können, weil soviel geklaut wurde. Zu zweit ist das einfacher.
Ich muss sagen, die intensivsten Urlaube warn doch immer die mit dem Moped, ich liebe halt die Berge und mit meiner kleinen Klettergeiss konnte man fast überall rauf oder sonstwo in die Pampa um die schönsten und einsamsten Plätze zum Schlafen zu suchen.
Mir gehts umgekehrt wie Dir: Ich find endlose Weite schön, aber wenn eine Bergkette in Sicht ist schau ich dorthin und fühl mich aufgehoben.

kvinna hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
kvinna hat gesagt…

Im Schwarzwald haben wir 2002 ein Ehepaar mit drei Kindern kennengelernt, in einer Jugendherberge. Sie war vom Meer, er aus den Bergen. Und die haben exakt dasselbe gesagt wie du und ich: er fühlte sich ein bisschen verloren, wenn keine Berge den Horizont begrenzten und sie fühlte sich schnell mal eingeengt, wenn der Fernblick wo anstieß. :)

Das Motorrad damals war eine freundliche, solide Tourenmaschine, eine Suzuki GS 850 GN, damals schon ein Oldtimer, so bequem wie ein Sofa und so zuverlässig wie nur was...

Allerdings, das mit dem allein lassen war schon so eine Sache. Vor allem mit dem ganzen Gepäck 'drauf...

kvinna hat gesagt…

Ach ja, was Urlaubsdauer und Gepäckmenge angeht: inzwischen packe ich nicht mehr ganz soviel überflüssiges Zeug ein, weil sich immer irgendwo eine Waschmaschine findet. Und man dann die Frischluft vom Urlaubsort via Wäsche mit nach Hause nehmen kann.
:)