Mittwoch, Mai 16, 2007

Begegnungen - oder: Vorsicht! Nix für Phobiker!


Nicht nur die Eichhörnchen kommen in unserem Garten immer angstfreier in unsere Nähe, auch die Hasen sitzen völlig ungeniert mehrere Tage lang sehr nah an der Straße in der Wiese. Nicht mal Schüsse konnten sie ernsthaft ängstigen, als ich sie beobachtete. Hm. Kann kein Luftgewehr gewesen sein, habe ich mir sagen lassen, denn das hört man nicht. Aha.

Keine Ahnung, wer da auf was geschossen hat, aber sowas kommt vor auf'm Land.

---

Vor einigen Tagen fand ich im Carport bei furchtbarem Regen eine halbtote Spinne. Sie fühlte sich feucht und kalt an und war sehr schlapp. Ihre schiere Größe war beeindruckend. Ich nahm sie mit ins Haus und sorgte erstmal dafür, dass sie warm und trocken wurde. Leider machte sie das nicht viel munterer.

Möglicherweise war sie vergiftet, vielleicht eine Schlupfwespe, die sich an ihr übernommen hatte oder was auch immer. Zwei Tage hütete ich sie im Dämmer meines Küchenschrankes und zerbrach mir den Kopf, was ich ihr zu Fressen anbieten könnte. Totes Getier fressen Spinnen nämlich nicht. Und mit einer lebenden Fliege wäre sie in ihrem Zustand nicht fertig geworden.

Also setzte ich ihr erstmal einen Wassertropfen vor die Klauen. Faszinierend zu beobachten war die Gier, mit der sie trank, immer seltener die Beine zur Abwehr hebend. Immerhin.

Ja. Und dann gab ich ihr Zuckerwasser. Flüssige Kohlenhydrate, sozusagen, oder? Ich weiß nicht, ob ihr das half, zu Kräften zu kommen oder ob es einfach nur reichte, sie vor dem Austrocknen zu schützen, bis die Vergiftung nachließ.

Was auch immer. Am dritten Tag waren ihre Lebensgeister wieder voll da, ich machte den Küchenschrank auf und sie krabbelte erstmals vor der einfallenden Helligkeit weg. Ich habe sie in die trockene Freiheit des ehemaligen Hühnerstalls entlassen.

Doch, ich bin wirklich froh, dass ich ihr helfen konnte.

Es handelt sich übrigens um eine völlig harmlose weibliche Hausspinne, Tegeneria Atrica, die zur Familie der Agelenidae, der Trichterspinnen gehört, wenn ich das mit meinem Bestimmungsbuch richtig ergründet habe.

Das nur für die Freaks.

Kommentare:

Sam hat gesagt…

So, aus is' mit ruhig Einschlafen.

Vorm Runterscrollen dacht ich noch: Ha, ich werd mich was vor Hasen fürchten?

Ich hab heute morgen bei einem, zum Glück nicht wirklich wichtigen Telefonat nur die Hälfte verstanden, weil mir die Ohren brausten vor Blutdruck und Adrenalin und ich, in Notwehr:) versteht sich, genau so ein Exemplar mit allen im Umkreis greifbaren Schuhen, Katalogen und Zeugs mit Karacho und Gerumps an die Wand schiessen musste. Ich treff halt so schlecht, wenn ich aufgeregt bin

In solchen Momenten denk ich immer: Entweder ich lern jetzt endlich gut Dartpfeile schmeissen oder muss mir vielleicht eine Schusswaffe zulegen. am günstigsten eine Schrotflinte, da treffe ich sicher trotz Zittern.

Die Phobie plattzumachen schaff ich nicht, also müssen die Spinnen dran glauben. Ich hab sogar schonmal eine lackiert, ebenfalls in Notwehr natürlich.
Und ich bau um drei Uhr nachts den Kleiderschrank ab, wenn ich vom Klo komme und es glaubt eine Spinne, mal eben dahinterkrabbeln zu müssen.

GutNacht in die Runde! Schlaft wenigstens ihr gut.

kvinna hat gesagt…

Das habe ich die ganze Zeit befürchtet, dass sich DIR sämtliche Haare aufstellen!

Ich glaub' ja, dass das ähnlich funktioniert wie bei den schwarzen Vogelsilouetten auf den gläsernen Bushäuschen: die Friedvögel reagieren allein auf den Umriss.

Kannst dich also glücklich schätzen, dass deine Urinstinkte einwandfrei funkrionieren.

Nützt dir jetzt nur nix, gell?

Nun, mir ging die Geschichte wirklich nah und ich musste mich mitteilen.

Andererseits habe ich mal in einer sehr glaubhaften Doku gesehen, wie einer Frau geholfen wurde, sich nicht mehr panisch vor Vögeln zu fürchten.

Einfach, indem sie den Gipfel der Angst ertrug, sprich: eine Feder war im Raum - und als sie feststellte, he, obwohl ich nicht weglaufe, passiert mir ja gar nix.

Und dann ging das Adrenalin runter.

Vielleicht kann dir das Bild dabei helfen?

Ist nur ein zaghafter Versuch einer Wiedergutmachung... :/

Wie hältst du's denn dann bloß aus in einem alten Haus...?

Sam hat gesagt…

So isses!
Ich kann mir ein Bild malen: Dunkler Kringel mit sechs Beinen dran: Kein Problem. Zeichne ich zwei Beine dazu, fürcht ich mich. Erhöhe ich auf zehn ist wieder alles im grünen Bereich.

Ich hatte schon selbstgemalte Übungsspinnen in allen Formen an der Wand. Eine besonders hübsche krachte klirrend zu Boden, bzw. deren Rahmen, als meine Oma starb. Nett, oder?

Ich hab vor den (bei mir immer offenen) Fenstern Insektengitter, einen leistungsfähigen Staubsauger, ein fieses Spray und viele Paar Schuhe und anderes Werfbares. Dann den Kennerblick des Phobikers und jedes Astloch in jedem Holzteil fotographisch im Hirn abgespeichert.

Notfalls zieh ich nachts um und schlaf in einem anderen Bett (aber schlecht oder gar nicht) oder hol mir wen, der mir das Viech plattmacht oder rauswirft. Bei Konfrontation greife ich reflexartig an oder, falls nicht möglich, fall ich in Ohnmacht. Und wer mich mit einer Spinne schrecken will, fängt sich sauber eine ein - läuft alles reflexartig.
*seufz***

Hat wer nochn Tip?

Anonym hat gesagt…

Guten Morgen zusammen!
Scheint ganz tief zu sitzen,die Sache mit den Spinnen.
Ich "liebe" sie nicht so wie du,Kvinna aber ich hab schon Hunderte von Spinnen vor den Ekelattacken der restlichen Familie samt meines Mannes in Sicherheit gebracht.
Eine Spinne hat mir mal das begehrte Turmzimmer in einem uralten Ferienhaus in Italien reserviert:
meine Schwägerin hätte es selbstverständlich für sich beschlagnahmt,wenn eine Riesenspinne ihr nicht im Weg gewesen wär(dankbare Schadenfreude meinerseits)
@Sam. Bin komplett verblüfft darüber,dass so eine Phobie auch einen "Naturmenschen" wie dich
kriegen kann!Und absolut erstaunt über die Aktionen,die du schon dagegen gemacht hast- und dass es nichts gebracht hat.Diese Angst scheint mir sehr rätselhaft.
Liebe Grüße,Stela (unangemeldet-geht von diesem PC nicht)

Sam hat gesagt…

Hi Stela,

Ja, das hör ich auch immer: 'Das hätte ich von Dir nicht erwartet', bzw. 'das passt nicht zu Dir' Mei...?

Das Blöde ist, dass ich meinem Sohn meine Spinnenangst auch noch vererbt habe, bzw. er hat sie von mir "gelernt".

Ich hab mir vor Jahren mal Aranea diadema, die Kreuzspinne, in homöopathischer Hochpotenz besorgt um es einzunehmen, mich umfassend zu konfrontieren, das Thema ins Leben bzw. ins Bewusstsein zu bekommen.
Gleich wollte ich es noch nicht nehmen (*fürcht*) so liess ich das Flascherl im Wohnzimmer um es am andern Tag mit in die Praxis zu nehmen.
Nachts wache ich auf, voll Unruhe, geh ins Wohnzimmer, mach Licht, sitzt eine HANDTELLERGROSSE Spinne an der Wand, neben der Tür. Zum Glück hab ich noch eionen zweiten Ausgang. Ich bin zwei Stockwerke höher, zur Wohnung eines Mannes, hab den aus dem Bett geholt und der stand dann auch wie angenagelt vor diesem Riesenviech- obwohl er kein Phobiker ist - hats aber dann irgendwann geschafft, es zu erschlagen.

Ich war so versteinert von dieser Erfahrung, ich bin bis heute zu feige, um es tatsächlich einzunehmen. Habs auch nie verschreiben müssen und hatte nie einen Fall, der das Mittel benötigt hätte.

Komisch ist auch, dass ich draussen in der Natur weit weniger Angst vor Spinnen habe, wenn ich draussen schlafe zum Beispiel. Aber wehe, es ist ein Zelt um mich rum...

Kvinna, ich verwende hier Deinen Blog und Post, um meine Neurose zu schildern - ich hatte es eigentlich längst mal in meinem Blog vor, bin dem aber erfolgreich ausgewichen bisher :)
Ich komme wohl nicht drumrum, irgendein Spinnenmittel eines Tages einzunehmen, aber auch dem bin ich bisher erfolgreich ausgewichen. Ich hab einfach tierisch Angst davor!

Grüsse,
Sam
die an diesem Feiertag noch allein in einer alten Werkstatt arbeiten wird und hofft, dass sie dort allein bleibt :/

kvinna hat gesagt…

Hm. Mich hat beeindruckt, was du alles über die Taube gewusst und geschrieben hast in deinem Blog. Diese ganzen Zusammenhänge mit den Planeten und Sternzeichen, die vielschichte Symbolik. Irgendwo habe ICH mal was aufgeschnappt in dem Sinne, das Spinnen bei Frauen was mit der Mutterbeziehung zu tun habe. Erinnere mich aber nur ganz nebulös. Ist der Sache vielleicht auf diesem Weg beizukommen?

Corriendo Mundo hat gesagt…

Hier auch noch was von mir, was nicht weiterhelfen wird:
Ich hatte früher die gleiche Angst vor Spinnen und die ist heute so gut wie weg. Respekt vor großen Exemplaren habe ich schon noch, aber ich würde sie nicht erschlagen wollen, sondern fangen und wegbringen.
Eine Frage, die sich mir stellte, war: Was symbolisieren die Spinnen für dich? Wofür stehen sie in deinem Dasein? Welche Eigenschaft schreibst du ihnen zu, die du so verabscheust?

Wohlgemerkt du selber.
Ich teile zum Beispiel die Zuschreibung von schlechten Eigenschaften an deine Besuchstaube kürzlich überhaupt nicht.

Ich hatte am meisten Angst vor ihrer Schnelligkeit, also der Nichtgreifbarkeit damals und träumte öfter, ich wollte eine töten, habe ihr schon sieben Beine ausgerissen, aber sie verfolgt mich auf einem Bein weiter.

Die einzige echte Angst haben wir im Grunde vor dem Tod - stehen sie dafür?

Und jetzt ein letzter, durchaus ernstgemeinter Tip: Lerne sie einfach zu schätzen!
Sie sind ziemlich faszinierend und haben auch positive Eigenschaften - ich habe eine hier zu Gast, mit der ich mich sogar unterhalten kann....

Anuja

Sam hat gesagt…

Ja, das mit Mutter+ Spinne hab ich auch schon öfter gelesen, mir persönlich sagt das nichts, dieses Bild. Ich hab spät, aber gründlich pubertiert und das Drama, das andere immer wieder mit ihren Müttern haben bleibt mir längst erspart.

Grossmutter schon eher! Und aus diesem Bild heraus steht Spinne für mich für die unsichtbaren Fäden in einem Clanverhalten, Fäden, an denen man hängt ohne es zu merken.
Nicht das patriachale System, wo einer offen auf den Tisch haut um sich durchzusetzen oder offen Macht ausübt. Sondern das Manipulative, Versteckte, das Hintenrum und Unsichtbare, das Unausgesprochene, das die Clanmitglieder mit Pattexfäden zusammenwebt: Geld! und Sachen, die nicht ans Licht sollen. Krankheit, die strategisch eingesetzt wird, wo man bestimmten Themen, wenn sie auf den Tisch kommen, mit einem Herzanfall ausweicht (so wie ich in Ohnmacht falle, wenn ich SEHR nahe an eine grosse Spinne gezwungen bin und sie nicht erschlagen kann, hehe)
Soviel zum Thema Oma/Spinne.

Spinne ist für mich das Pluto-Prinzip pur: Es ist nur ein Bild, meine Angst. Eine Spinne kann mir nichts tun, nur meine Angst vor ihr, sie lähmt mich. Da hat mir mal einer gesagt: Sei froh, dass Du die Angst auf der Ebene hast, in anderen Bereichen würde sie Dein Leben weit mehr einschränken (und da hat er recht)
Aber "froh" bin ich nicht wirklich drüber...

Ich hatte immer Angst vor Durchtritten, Übertritten, mich aus etwas Rausverwandeln (drum tat ich mich auch mit dem Gebären nicht leicht) und die Spinne scheint einen grossen Übergang für mich zu bedeuten.
Tod bringe ich damit auch nicht in Verbindung, mit dem habe ich mich unfreiwillig und krankheitshalber auseinandersetzen müssen und das hat mir nach anfänglicher Angst enormen Frieden gegeben.
Schlimm sterben schon eher, das könnte eine Furcht sein, der Übertritt eben.

Aber wenn ich mir so zuschau, fühle ich mich umso mutiger, freier und beweglicher, je älter ich werde. Selbstvertrauen aus der Erfahrung einiges gewagt zu haben, innere Schweinehunde niedergekämpft, über Schatten gesprungen etc.
Respekt hab ich nur noch vor wenigen Sachen, dafür aber Angst vor Manipulation und Fernsteuerungen aller Art und allem Marionettenhaftem. Ja, das ist ein Thema.
Ich bin zwar nicht blöd, dafür aber ziemlich naiv und latsch immer wieder in die gleichen Fallen, ziehe klebrige Menschen an, die mich dann nicht mehr auslassen wollen etc.

Das könnz sein. Dafür keinen Sinn, kein Gespür, kein Frühwarnsystem zu haben und drum zu wissen. Dem ausgeliefert sein wie ein Insekt einem Netz oder der Fanggrube einer Spinne. Da bleib ich mal dran jetzt!

Und nein, so als Fliege kann ich eine Spinne weder respektieren noch faszinierend finden. Das wär hehre Schöpfungsliebe, aber so edel bin ich nicht...

Gar nicht schlecht, schriftlich in einem Kommentarfenster drüber nachzudenken (das ich natürlich über das Spinnenfoto drüber in die Breite gezogen habe :)
Ein Gespür für Gesteuertwerden kriegen, geködert, gelockt, instrumentalisiert - in die Richtung gehts.
Sag ich jetzt. Keine Ahnung, ob mir dieser Sinn je zuteil wird.

kvinna hat gesagt…

Wenn ich ihnen unerwartet begegne, ist er da, der leise Grusel. Aber nicht mehr, als ein kleines Flämmchen, das umgehend und ganz bewusst erstickt wird.

Mich fasziniert, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen, wie sie ein Netz systematisch errichten: ein ehrliches Handwerk doch eigentlich!

Und dann: ihre Augen. Sie gucken intelligent, verstehend. Anders kann ich nicht von ihnen denken.

Die Symmetrie ihrer acht Beine... müsste ich 8 Extremitäten koordinieren, ich käme nicht weit!

Letztes Jahr im Spätsommer hatten wir im Vorgarten eine Kreuzspinne, deren Hinterleib die Größe einer kleinen Weintraube hatte.

Leider sind mir keine gescheiten Fotos geglückt.

Aber ein Tier dieser Größe hat ja dann auch ein gewisses Alter. Da kann ich nicht anders als Respekt empfinden.

Allerdings, die Assoziation von Hinterhältigkeit ist nachvollziehbar, obwohl ich sie nicht teile.

Meine Tochter macht übrigens gelegentlich Anstalten, die Phobie der Prinzessin zu erlernen. Da war die Spinne im Küchenschrank nun ein gutes Gegenmittel. :)

So, und nun, nach einem langen, kindergefüllten Strohwitwentag geh' ich meine Brut zur Nacht küssen und wünsch' euch allen eine selige solche!

Gähn!

der Gauzibauz hat gesagt…

Hi Sam, deine Bildsprache ist wieder mal sehr treffend.

Ich hab mal als Kind eine grosse Spinne erschlagen und mich vor dem übriggebliebenen Häufchen so geekelt, dass ich einfach davonrannte. Das hat sich versteinert und war nach Jahrne noch auf dem Zementboden zu sehen und zu tasten.

Corriendo Mundo hat gesagt…

"Hehre Schöpfungsliebe", soso.
Ohne "hehr" ist es ganz leicht.

Ich habe auf Kuba öfter schreckhafte Begegnungen mit den vielen großen Kakerlaken dort gehabt, die gibt es wirklich in Massen und sie ließen mich nachts öfter nicht so recht einschlafen, weil sie stundenlang rastlos und laut durch´s Zimmer liefen mit einem Affenzahn, Wände rauf, Wände runter... Oder mich mit ihren langen Fühlern freundlich begrüßten beim Öffnen des Kühlscharnkes, wo sie in meinem köstlichen Mani (selbstgemachte köstlich-klebrige Erdnußriegel) saßen und es sich gut schmecken ließen. Seit ich bei Frau Francia las, daß so eine Kakerlake zwanzig Herzen hat und sich daher nicht mal eben totschlagen läßt, war ich völlig fasziniert - von der Schöpfung mal wieder daselbst. Anuja

kvinna hat gesagt…

Vielleicht ist das Mutter-Problem gar nicht deins, sondern das, was deine Mutter mit ihrer Mutter hatte? Wie stand denn deine Mutter zu Spinnen?? Das fiel mir gestern abend kurz vorm Augen-zufallen ein, weil du deine Großmutter erwähntest. Womit wir mal wieder bei übernommenen Traumata wären.
...

Sam hat gesagt…

Bingo!!
Da ist ebenfalls was dran!
Ich teile(?) die Spinnenangst meiner Mutter. Und deren Beziehung zu meiner Oma, ihrer Mutter, gibt einiges her.
Ich komm der Sache näher, ich merks, mir fällt seit Deinem Post und den Kommentaren eine Menge ein/auf. Muss ich jetzt mal wirken lassen, diese Neuigkeiten.
Ungeheuerlich zum Teil, danke fürn Hinweis!

der Gauzibauz hat gesagt…

Nach Auskunft meines persönlichen Spinnenfachmanns wird die Spinnenphobie der Eltern vom Kind übernommen. Ganz einfach. Du sagst ja , dein Sohn hätte sie auch.Also hat das mit Mutter und klebrigem Fädenziehen nicht viel zu tun. Aber deine Ausführungen dazu sind bemerkenswert.
Möchtest du eine Spinnenhaut haben? Ich verpack sie in ein Schächtele und wenn du dann ganz mutig bist, lupfst du den Deckel.
Was mir selber Probleme macht sind vollgesogene Zecken (heut nacht hab ich soeine mit meinem Körpergewicht zerquetscht), die im Bett abfallen. Wenn ich die anfasse dann spür ich wie die zwischen den Fingern die Beine bewegt, anderes Ziefer ab einer gewissen Grösse tut das auch, das mag ich nicht und rufe nach dem starken Mann.
Anuja was du zu den Kakerlaken sagst unterschreibe ich voll. Wir hatten damals, als wir hier eingezogen sind, auch ein paar. Wir haben alles rausgerissen, die alten Böden, die fünf Zentimeter dicke Tapetenschicht.Gift lehnten wir sowieso ab.Wir haben drauf geachtet, dass keine Fressalien rumlagen (Brösel)und das wars. Nach drei Monaten haben wir die letzte gesichtet. Allerdings haben wir ihr zu Ehren auch eine in unserem Herrgottswinkel.

kvinna hat gesagt…

Ich freu' mich, wenn's dir was hilft!

Ich hab' jetzt mal dein Spinnenverhältnis mit meinem abgeglichen. Das mit den klebrigen Menschen ist mir hängengeblieben: mir fiel da eine bestimmte Person, weiblich, ein. Ich habe eine Weile gebraucht, aber irgendwann habe ich ihr die Zähne gezeigt. Seitdem ist unser Verhältnis sauber und einfach.

Ja, und das mit dem "aus etwas raus verwandeln, den Durchtritten, Übertritten kann ich 1:1 auf die Geburt meines ersten Kindes übertragen. DAMIT habe ich mich auch schwergetan.

Aber ich hatte ja dann noch Gelegenheit, zu üben...

Das Leben ist ein beständiger Lernprozess, das fühle ich grade mal wieder ganz deutlich.

Und mir schwant, dass ich mitten in einer Wandlung bin, die schon vor längerem begonnen hat - mit der Geburt meiner Tochter? - es ist unangenehm und es geht auch um den inneren Schweinehund und es zieht sich... mal sehen, vielleicht mache ich an einem ruhigeren Tag einen Post dazu, das könnte helfen, klarer zu sehen.

kvinna hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

Kvinna! Kommst du mir beim Rätseln zu Hilfe?//Gauzi

kvinna hat gesagt…

Gauzi, hab' meinen Beitrag geleistet, schau rein!

Und was Zecken anbetrifft, so muss ich mal wieder klugscheißen: die haben auch acht Beine, gehören ebenso zur Ordnung der Spinnentiere wie Milben.

Sam, was ist eigentlich mit Krebsen? Die haben auch acht Beine und einen recht runden Körper...

Und eigentlich - die Spinne lockt nicht. Sie reagiert nur. Ihr Netz ist ein Nachrichtensystem. Freilich ein sehr sensibles.

Wo liegt da genau die Manipulation?

Sam hat gesagt…

Gauzi, kannst mal Deinen persönlichen Spinnenfachmann fragen, wieso er glaubt warum es manche Kinder von den Eltern übernehmen und manche nicht? Da wirds doch spannend.

Für mich sind Phobien immer individuell, sie nutzen nur die gleiche Symbolik. Je atavistischer, umso besser, bzw. verbreiteter, da wir uns in den ältesten Gehirnanteilen am meisten ähneln.
An diese alten Hirnanteile kommen wir so schlecht hin, weil sie unser ganzes Vegetativum steuern, also Atmung, Kreislauf etc. und nur ein Interesse haben: Überleben. Und die sich daher vom Bewusstsein auf Dauer ungern reinpfuschen lassen, da man das Bewusstsein jederzeit verlieren kann, aber die Vitalfunktionen trotzdem weiterlaufen müssen. Schon ganz gut eingerichtet das.

Mich interessiert die Verknüpfung: Gefahr und Spinnen, bei anderen mags Gefahr und Schlange sein oder was anderes - die Schlange ist symbolisch noch viel stärker besetzt. Und als Gifttier für Menschen verbreiteter als Spinnen, oder?
Gauzi, Deine Spinnenhaut ist vermutlich eine ausgesaugte Spinne. Du brauchst sie mir nicht schicken, die liegen hier auch rum:)
Schon nett, oder, die Angewohnheit mancher Spinnen, sich nach dem Biss eines Artgenossen innerlich zu verflüssigen und der Brut als Nahrung zu dienen, bzw. dem Weibchen als Frass, auch unverdaut.
Die sind schon recht direkt in ihrem Ausdruck, diese Spinnen!

Mir sind trotzdem Schlangen mit ihren einsamen Häutungen näher.

Kvinna, hälts Du es für einen Zufall, dass Du jetzt eine dehydrierte Spinne aufgepäppelt hast? Oder hat das was mit Deiner derzeitigen Wandlung zu tun - die vielleicht umgarnende? Macht zurückzuholen? Ich weiss, dass einem die beim Müttergeschäft leicht abhanden kommt.

Übrigens hat die Macht der Frauen auf Männer mittels ihres naturgegebenen Umgarnungs-Talents evtl. auch mit dem Thema zu tun. Ich hielt sie in jungen Jahren für was Verwerfliches und hab mich nicht getraut, sie zu leben. Ich sag jetzt: Ich hab mich das vor meiner Mutter nicht getraut.
Pubertieren hat schon was:)

Sam hat gesagt…

Ah, da war eben Dein Komment dazwischen..
Vor Krebsen türme ich auch, Kakerlaken, Maulwurfsgrillen, Zecken - macht mir alles nix. Weberknechte sind mir (relativ) gleichgültig.

Das stimmt, eine Spinne lockt nicht! Das Manipulatibve hab ICH ihr angedichtet - eigentlich sieht man sie, bzw. ihre Jagdnetze nur nicht, sie tarnt sich oft sehr gut. Mir sind Spinnen und Menschen suspekt, die immer an den Nachrichtendrähten fühlen müssen, sich mit Informationen von aussen, vom Leben anderer anfüllen.
Warum? Ich will nicht gern überwacht werden, "verwandt" werden und will nicht unbemerkt Bestandteil eines Netzes (oder: Systems) sein. Ich will nicht in einem Netz landen, und seis noch so hübsch und handwerklich feingesponnen (das sind eh die Schlimmsten:) Und ich will meine "Feinde" natürlich als solche erkennen und nicht von rückwärts die Schlinge drüberkriegen...

Kennsdt die kleinen gelben Spinnen im Löwenzahn? Die tun so, als wären sie Bestandteil der Blüte. Sonst kämen sie nämlich zu nix!

kvinna hat gesagt…

Jo, es gibt EINIGE Arten, die gar kein Netz benutzen. Die kleinen schwarzweißen Jagdsprungspinnen z.B., die mich immer an Harlekine erinnern oder an Zebras - die kennst du sicher auch? Die benutzen ihre Spinndrüsen nur für die Sicherungsleine beim Sprung.

Netze - hm, Netze weben, das ist doch auch ein Thema bei Luisa Francia. Ich fühle mich dabei sehr wohl. Ich habe erst vor einigen Jahren - mit der Geburt meiner Tochter? :) - das Weibliche entdeckt.

Festgestellt, wie wertvoll Frauen sind und was es für eine Freude machen kann, sie kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen. Und eben - mit ihnen gemeinsam Netze zu weben, im Sinne von Verbindugen kreieren, Kontakte knüpfen.

Na ja, DAS tun Spinnen nun eigentlich nicht, sie leben ja nicht sozial.

Aber "vernetzt" zu sein hat doch auch seine Vorzüge - solang' die Initiative von einem selbst ausgeht, freilich.

Okay, umgarnen ist jetzt für mich ein völlig neuer Aspekt, an den ich so noch nicht gedacht habe.

Und wie immer, wenn's mich selbst betrifft, sehe ich nicht klar. Darüber muss ich jetzt mal nachdenken...

Gute Nacht!

Corriendo Mundo hat gesagt…

Verwandt werden, sehr interessant.
Interessant auch eine ziemlich klare und lange Auflistung, was du alles nicht willst - und somit von dir weist.
Da ich gerade dabei bin, mir eben genau das abzugewöhnen - das Augenmerk im Leben darauf richten, was ich nicht will und ihm genau damit immer wieder Energie zum Weiterleben geben - fällt es mir auf. Und ich wußte auch schon immer, was ich alles nicht will.

Hilfreicher empfinde ich, die ganze Aufmerksamkeit darauf zu richten, was ich will. Wenn ich das raushab´, kann ich nämlich dem Energie geben.
Anuja

Sam hat gesagt…

Interessant vor allem, dass ich durch den Spinnen-Post erst draufkomme, es kommt immer nochwas daher zum Thema...

Kann ich gut brauchen beim allmählichen Abbrechen meiner Zelte hier - vielleicht hat auch das mit der aufdämmernden Klarheit zu tun, bzw. diese bewirkt. Ich merk, wie die Geschichten, die hier in meiner Umgebung laufen und mich noch vor Wochen beschäftigt hielten mir zunehmend hinten vorbeigehen, weil ich Neuland erblicke.
puhh...

der Gauzibauz hat gesagt…

@Sam: Hat deine Mutter nicht auch Angst vor Spinnen? Hab ich wohl was verwechselt. Aber die Spinnenhaut ist kein Nahrungsüberbleibsel sondern die Spinnen häuten sich genauso wie Schlangen.
Meine Erfahrung ist, dass wenn sich jemand von was distanziert (Klebrigkei, verwandt werden usw.)dann ist er meisstens mittendrin und merkts bloss nicht.

Sam hat gesagt…

@gauzi: Doch, sie hatte auch Angst vor Spinnen.
Noch ein Beispiel dazu: Ich habs übernommen, meine Schwester nicht. Find ich interessant, der Boden muss bei mir dafür bereitet gewesen sein, bei meiner Schwester nicht. Verstehst Du nicht, was ich meine?
Ich weiss jedenfalls nicht, wo du da was verwechselt haben willst?

Und: Ich merks sehr wohl, wie mittendrin ich sitze und habs Dir auch schon erzählt, wie Du mir von Deiner Nachbarschaft auch, hast Du das schon vergessen?

Ich hab bloss keine Lust, mir deswegen Gardinen vors Fenster zu hängen, wenn Du weisst, was ich meine...

der Gauzibauz hat gesagt…

Sam, das mit deiner Schwester ist mir doch entgangen, ansonsten versteh ich dich gut.

kvinna hat gesagt…

Sam, du hast geschrieben:
"Nicht das patriachale System, wo einer offen auf den Tisch haut um sich durchzusetzen oder offen Macht ausübt." Klingt wie der postive Kontrast zum Muster der Spinne.

DIE Spinne, DER Weberknecht.

Sam, wie stehst du zum Weiblichen an sich?