Sonntag, August 19, 2007

Hühner!

Schon lange wollte ich eigene Hühner haben. Weil einfach die Eier besser schmecken, auf lange Sicht billiger sind und weil diese Tiere mich an ein paar glückliche Kinderjahre erinnern. Wirklich, ich sehe und höre Hühner sehr gern. All' die verschiedenen Geräusche, die sie machen, ihr oft interessantes Verhalten.

Leider bot sich die Möglichkeit nicht. Unser Garten ist zu klein und unsere Nachbarn, bei denen ich einfach ein paar Legehennen dazutun wollte, haben ihre Tiere sehr plötzlich abgeschafft.

Meine Freundin M., der heute der Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist, gehört, sträubte sich eine Weile, weil der Hühnerstall samt Auslauf, in dem sie ihr Geflügel hält, ihrem Bruder gehört. Und der Mann war nicht zu fassen, so dass sich mein Plan, ihn um Genehmigung zu fragen, immer wieder verschob.

Letzten Donnerstag habe ich ihn dann erwischt und spontan gefragt. Nach einigem hin- und herverhandeln :) sagte er : "Ja!" und am nächsten Morgen suchte ich den örtlichen Geflügelhändler auf.

Vier Legehennen wollte ich haben, Grünleger, weil M. braune und weiße Eier hatte und die Hennen ihres Bruders K. hellbraune Eier legen. Der Geflügelhändler riet mir ab, einmal hatte er gar keine Grünleger :) und dann sind die wohl auch von der Legeleistung nicht so toll.

Kompliziert! Telefonat mit M., kurzentschlossenes Resultat: Ich kaufte sechs weiße Leghorn von 22 Wochen, also quasi im Legebeginn und kriegte im Tausch - mit Auszahlung der Differenz natürlich - vier braune Hybriden von einem Jahr, die in etwa noch zwei bis drei Jahre Eier legen werden.

Am Hühnerstall angekommen, habe ich dann das volle Programm mitgemacht: den jungen Hennen jeweils einen Flügel gestutzt, damit sie nicht über'n Zaun des großzügigen Auslaufs flattern können, einer kleinen schwarzen Legehenne den Garaus gemacht, weil sie humpelte und japste und dann M. noch überredet, eine ihrer Poularden auf den Speiseplan zu setzen, weil sie auf dem Bauch mit dem Schnabel im Sand lag.

Also noch ein Kopf ab. Beim Ausnehmen sahen wir dann, dass sie jede Menge Wasser in der Lunge hatte. Ich bin jetzt nicht wirklich blutrünstig und scharf auf's Hühner köpfen. Aber ich denke, wir nutzen Tiere, genaugenommen nutzen wir sie aus. Und deshalb sollen sie's in ihrem zweckgerichteten Leben so gut haben, wie's eben geht und sie sollen auf keinen Fall unnötig leiden.

Hm. Die Leghorns haben jetzt sachte mit dem Eierlegen angefangen, von meinen Braunen haben wir auch schon vier Eier verspeist - jeder Teig wird viel gelber damit! - und ich bin einfach nur glücklich mit dieser Lösung.

Ende nächster Woche ist für die Poularden Schicht - dann ist noch mehr Platz im Auslauf. Und weniger Dreck.

Kommentare:

Sam hat gesagt…

Wow.

Ich mein nicht nur das Hühneranschaffen, sondern dass Du sie schlachten, rupfen und ausnehmen kannst. Ich kann sie zwar töten, aber alles weitere dreht mir den Magen um. Das find ich mindestens genauso albern wie meine Spinnenphobie, aber mei - so isses.

Ich geh nicht mal mehr fischen aus diesem Grund, weil mir auch da die grundlegenden "Fähigkeiten" abgehen inzwischen.

Ich habe fischen geliebt früher und konnt mich NUR aufregen über eine Bekannte, die mitging und dann kreischend die Rute fahren liess, wenn ein fetter Fisch dranhing, vor lauter Horror, dass es jetzt ernst wird: Anfassen, vom Haken nehmen, erschlagen....

Corriendo Mundo hat gesagt…

Auf den abgeschlagenen Kopf getroffen: Tiere werden brutal ausgenutzt. Und brutal-sinnlos totgeschlagen. ("Wir nutzen, was nachwächst." Jäger-Slogan, auf Aufklebern im Wald gefunden.
Ja, kleine Kinder wachsen auch nach, gell!)
Außer Hundili und Schmusekätzchen natürlich, weil ..... ja, wieso eigentlich? Vermutlich so eine Abart von Rassismus.
Tiere in der Natur natürlich töten ist ja auch "viel besser als..." Und ein schöner Tod ist doch auch was wert.

Die Züchtung von Legehennen einstellen wäre auch schön.
Jaja, ich weiß, es ist immer so fürchterlich langweilig und moralisch, was die Vegetarier sagen, denken, essen etc. pp. ...

Na, ich lege jetzt mal .... die Tarotkarten natürlich, was sonst. Anuja

Sam hat gesagt…

Hund, Katz, Vogel, Pferd - sie alle werden genauso brutal ausgenutzt - nämlich als Egoergänzung bis hin zum Sportgerät.
Zum Besorgen einer landwirtschaftlichen Existenz braucht man sie ja alle nicht (mehr)
Manchmal (ich möcht gar nicht wissen, wie oft) gilt das mit der Egoergänzung auch für Mann, Frau und Kind, wobei sich die mit dem Entkommen aus diesem Zweckdasein in der Regel leichter tun, zumindest ab einem bestimmten Alter.

Hinter dem Gehätschel verbirgt sich oft nichts weiter als die Angst ohne seine vermeintlichen Seelenfreund weiterleben zu müssen, was bedeutet, seine unerledigten Gschichten selber zu lösen. Natürlich nehmen die Hätschler das nicht wahr - das funktioniert nämlich nur solange dieser Mechanismus im Dunkeln bleibt.

kvinna hat gesagt…

Inkonsequenz und Verlogenheit sind zwei Dinge, die man allerorten in Verbindung mit Tierliebe und Fleischverzehr antrifft.

Meine Meinung dazu ist: wenn ich die Tiere essen will, muss ich auch diese blutige Seite der Geschichte kennen und akzeptieren. Das tun viele Fleischesser nicht. Das ist verlogen UND inkonsequent und äussert sich oft in einer komischen Vogel-Strauß-Haltung: nachdem wir in der Schule "DAS HÜHNEREI" durchgenommen und niedliche Küken zu Besuch gehabt hatten, haben zwei Drittel der Mädels - völlig undifferenziert - keine Eier mehr gegessen... für ein paar Monate.

Grade Hunde- und manchmal auch Katzenhaltung - hat was mit Abhängigkeit und Dankbarkeit zu tun, oft genug. Die dazugehörende Verantwortung - z.B. einfach nicht nachzugeben, auch wenn das Tierchen noch so lieb um Leckerchen bettelt, wird oft genug ausgeklammert.

Mensch und Tier - ein weites Feld.

Das ist aber eigentlich genauso blödsinnig zu sagen, wie wenn der Affe von sich sagte:"Affe und Tier".

Hehe.

kvinna hat gesagt…

Da fällt mir noch etwas ein: meine Freundin findet nix dabei, sich über die Poularden lustig zu machen, weil sie fast gar nicht mehr laufen können. Sie lassen sich schon nach einigen Metern mit einem ziemlichen Plumps fallen, liegen auch oft den ganzen Tag im Stall - statt auf der Wiese - und scheißen diesen zu.

Kein so tolles Leben, wie ich finde. Da wird's dann grenzwertig mit den Nutztieren.

Und, Anuja, ich habe wirklich großen Respekt vor Menschen, die die Konsequenz bestitzen, kein Fleisch zu essen.

Ich persönlich bin imstande, ein Tier gern zu haben und mich dennoch auf den Braten zu freuen.

Corriendo Mundo hat gesagt…

Ich persönlich habe irgendwann nach einer ausgiebigen und jahrelangen Konditionierung als Fleischfresser festgestellt, daß eben genau das nicht zusammengeht (Katzen lieben, Kühe auch, sogar Fliegen, und Braten essen) - und dann halt aufgehört, aus so einer Art "Einsichtsekel" heraus.
Ich esse ja auch keine anderen Menschen und fresse auch keine kleinen Kinder, obwohl ich ihnen das manchmal androhe.

Der hinrissige Werbeslogan für Kannibalismus könnte dann etwa lauten "Fleisch ist Fleisch - Hauptsache vom Grill - das war mal ein Stück Lebenskraft"

Wer selbst schlachtet, ißt trotzdem Tier. Das ist in der Essenz nicht besser - und vermutlich auch nicht schlechter: Das Tier ist tot.

"Nutztier" ist einer von diesen Begriffen, der für mich diese Anmaßung des Menschen allem Lebendigen gegenüber ausdrückt. Wenn ich jetzt immer öfter höre und lese, das auch Wasser einen lebendigen Wesenskern hat, wie soll ich dann sowas bloß jemand begreiflich machen, der nicht einmal an die heilige Tierseele glaubt? (das Wort heilig ist nicht religiös gemeint)

Wer sich mit der Produktion von Fleisch nur mal kurz eingehender beschäftigt, dem wird, sofern er noch einen gesunden Verstand und ein solches Herz hat, der Appetit vergehen müssen - sonst muß ich mich ernstlich fragen, was den Menschen mit seiner vermeintlichen Denkfähigkeit denn überhaupt ausmacht. Komisch, daß soviele diesbezüglich immer noch blind sind, obwohl schon soviel Licht auf den Irrsinn gefallen ist in der jüngeren Vergangenheit. Gerade vor wenigen Tagen wieder "präventive Massenschlachtungen" wegen MSK-Verdacht.
Aber auch die Vielfliegerei boomt ja weiter, trotz Überschwemmung der Erde an allen Ecken und Enden ...

Und doch - ist es mir wurscht. Weil ich weiß, daß jeder für sich die Entscheidung zu treffen hat, wie er mit diesem Geschenk Leben (das eigene und alles, was mich umgibt und durchdringt) umgeht und auch die Konsequenzen ziehen muß.
Auch diese Frau, die es lustig findet, den Tieren in ihrem Elend und Leid zuzusehen und zu lachen.
Ich drehe solche Situationen immer gerne ins Gegenteil: Die Puten lachen über sie, während sie gemästet und verstümmelt wird. Surreal und ganz einfach. Das fände die dann sicher nicht so lustig.

@ Sam: Was du da oben zusammengefaßt hast, leuchtet mir ein.
Deswegen macht es mir auch keinen Spaß, andere Menschen und Tiere zu ge- oder mißbrauchen, auszunutzen, zu benutzen und/oder für meine Zwecke zu manipulieren - also all´ diese Aktivitäten, die die Gesellschaft in der Regel für normal und angebracht hält und zu diversen Zusammenrottungen, Rudelbildungen oder Gründung einer Kleinfamilie veranlassen.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich kann nur bei mir selbst mögliche Konsequenzen ziehen. Alles andere ist nicht mein Spielplatz. Und nicht mal meinen eigenen kann ich letztlich wirklich beeinflussen, aber das ist was ganz anderes ...

Gute Nacht, Anuja

kvinna hat gesagt…

Siehst du, das ist deine Meinung. Die respektiere ich und finde sie richtig.

Ich habe eine andere, die für mich Sinn macht, von der ich dich aber niemals überzeugen werde. Deshalb versuche ich das auch gar nicht.

So leicht ist das. :)

Anonym hat gesagt…

Hier mal ein ganz wertfrei in den Raum gestellter Kommentar, der ein wenig zum Nachdenken anregen soll. Ich will damit nicht bezwecken, dass irgendjemand seine Meinung zu diesem Thema ändert!

Die Tierwelt kennt weder Arten- noch Tierschutzgesetze. Maßgeblich ist die Evolution - und da haben sich in vielen Bereichen eben die Fleischfresser behauptet.
Und ob der Eingriff in die Evolution durch Artenschutz wirklich sinnvoll ist, kann der Mensch in seiner "kurzsichtigen" Betrachtungsweise auch nicht ermessen. Das Aussterben von Arten war schon immer treibende Kraft der Evolution.

In diesem Sinne viel Spaß beim Zerfleischen!

Sam hat gesagt…

Hi anonym,

Das unterschreibe ich sofort, den letzten Satz ausgenommen.
Im Artenschutz stülpt sich der Mensch, bzw. sein Masstab über die Natur, was ihr und ihm einfach nicht bekommt, aber er erkennt sich -mit dem Herzen- halt nicht als Teil davon, was will man machen.
Erkennen vom Kopf her ist nutzlos, d.h. Überzeugung ist es ebenso.

Zu dem letzten Satz: Du hältst das Aussterben für die treibende Kraft? Magst Du das mal näher ausführen?

Ich hätte jetzt gesagt, das Überlebenwollen wäre eine davon. Und dass das Zerstören und Töten sich eben daraus speist. Mensch weiss tief drinnen, dass er heutzutage nur noch durch den Verbrauch von Natur überlebt. Für ihn ist das Survival-of-the-fittest zum einzigen Gesetz geworden, so muss er eben zu den Fittest gehören und tut das auch, und zwar zwanghaft, weil er soviel Angst vorm Untergang hat.

Ich denke mir oft: Soviel, die rumsausen und über Technik, Fortschritt etc. schimpfen, wären ohne die Prothesen, die ihnen dieser Fortschritt gab, zahnlos, blind, verkrüppelt, siechend oder tot. Und deren Nachkommen gäbs nicht.

Aber heute hat bei uns kaum einer mehr die Chance, z.B. an einer Blinddarmentzündung zu sterben oder an einem bakteriellen Infekt oder bei der Geburt eines Kindes - das war früher Normalität, als man das Leben noch nahm wie es kam, bzw. mit dem zufrieden war, was die Natur/das Schicksal einem zuteilte.

Die Tier- und Pflanzen- und restliche Welt, die der Mensch noch nicht seinen Zwecken unterworfen hat ist der einzige Bereich in dem Natur noch wirken darf - und nix fürchtet Mensch mehr - drum will er da auch nocvh seine Fingers mitdrinhaben.

Grüsse,
Sam

kvinna hat gesagt…

Danke für die Rückendeckung :) und das mit dem Aussterben als treibende Kraft verstehe ich jetzt mal so, dass das Verschwinden EINER Art einer ANDEREN Art wieder neue Möglichkeiten eröffnet. Möglicherweise.

Und dann: wiegen, messen, zählen, ich sag's ja immer wieder gern, sind nichts als ein Zeichen von "Nicht-loslassen-können", "Nicht-wirken-lassen-können". Und das ist ja nun mal die Art und Weise, in der Artenschutz betrieben wird.

Und den kann auch ich inzwischen nicht mehr anders sehen als einen Bremsklotz der Evolution.

Tiere fressen Tiere. Und seit mein Körper meine Kinder ernährt hat, habe ich VERINNERLICHT: ich bin ein Tier, wahrhaftig, ein Säugetier :D, was für eine Freude!

Die Fähigkeit, zu reflektieren, mag eine besondere sein - aber letztlich ist sie eine unter vielen. Darwinfinken können auch Sachen, die andere Finken nicht können...usw.

Katzen und Hunde waren URSPRÜNGLICH auch Nutztiere, das nur nebenbei.

Ich sträube mich dagegen, hier die Vegetarier anzugreifen, ich habe wirklich Respekt vor dieser Leistung - aber ich kann mir's einfach nicht verkneifen: was, verdammt nochmal, ist mit LEDER??? TIERHÄUTE auf Musikinstrumenten nicht zu vergessen...

Corriendo Mundo hat gesagt…

Vegetarier sein ist keine Leistung, sondern eine Einstellung.
"Und was ist mit Tierhäuten auf Trommeln, Lederschuhen....jetzt folgt eine etwa bibeldicke Anklageerhebungsliste gegen Vegetarier, daß sie ja im Grunde noch viiiieeeel inkonsequenter sind, als die Fleischfresser..... und am Ende von einem dieser Gespräche, die ich vor vielen Jahren sogar noch geführt habe mit den Mitmenschen, lag dann am Ende die wohlmeinende und belehrend Hand auf meiner Schulter, und der Mund, der am Ende sprach, sagte "Ja, aber du kannst doch nicht die ganze Welt verändern."
Ne, mit den meisten Leuten geht das wirklich nicht - deshalb sieht sie ja so aus, wie sie jetzt aussieht.

McDoof expandiert in Europa, hier ist aktuell der größte Wachstumsmarkt, den sie um -zig Milliarden erweitern wollen. Dafür brauchts noch mehr Tier.
Diese lebendigen Wesen werden dafür extra G E Z Ü C H T E T, im Schnellst-Brutalst-möglichen "Herstellungs- und Verarbeitungsprozess" - das hat mit Artenschutz nicht die Bohne zu tun. Wie immer folgen sofort auf das Stichwort "Vgetarismus" völlig hahnebüchene Vergleiche und "Argumentstionslinien bzw. Totschläger, wie ich sie nenne.
Es gibt für´s Trommeln Felle aus Kunststoff - wer´s mag. Du kannst das Fell aber auch einer aus Altersgründen verstorbenen Kuh abziehen, dann brauchst du nicht extra welche PRODUZIEREN wie Ware.
Aktuell trage ich superleichte, bequeme Goretex-Schuhe. Etc. pp.
Alles ist so einfach.
UNd ich will ganz sicher niemand überzeugen, ich sag´ nur meine Sicht dazu.
Die ist halt nicht die eines echten Naturburschen, dem das Töten noch so rechte Freude macht.
Anuja

kvinna hat gesagt…

Uff! Jetzt sind wir schon wieder auf DIESER Ebene. Es könnte so einfach sein...

Es stimmt so für dich, wie du es schilderst. Ist doch auch okay.

Ich halte nichts von Massentierhaltung und wer dagegen ist, soll bitte auch nicht auf niedrige Fleischpreise bestehen.

Ich bin aber dennoch meilenweit davon entfernt, irgendjemanden anzuklagen.

Ich versuche lediglich darzustellen, warum MEINE Wahrheit für MICH stimmt.

Nicht mehr und nicht weniger.

Davon kann sich jeder was nehmen oder es lassen.

der Gauzibauz hat gesagt…

Also ich möcht mal von der finaziellen Seite insistieren. Wir HATTEN Hühner, zum Teil von uns aufgezogene. Aber diese Eier sind ganz entschieden zu teuer wenn du die Hühner RICHTIG gesund füttern willst.
Wir haben immer Kornmischungen aus der Mühle geholt, von den Küchenabfällen allein werden die Eier nix. Gibst du Legemehl, Kvinna? Tip am Rande, das kannst du dir sparen wenn du einmal pro Woche Trockenfutter für Hund oder Katz eine Handvoll reinwirfst.
Unterm Strich hatt sich das nicht gelohnt, finde ich.

Allerdings finde ich auch, dass nur der der ein Tier schlachten kann das recht hat Fleisch zu essen.
Mir geht´s wie Sam, der Geruch beim Rupfen, zwingt mich in die Knie.

Aber ich bin noch nicht so weit. Ich esse gerne Fleisch, ohne schlechtes Gewissen, damit ehre ich das Tier, denn sonst wäre es umsonst umgekommen.

Was ist das für eine Frau die Pularden hält die nicht mehr gehen können? Solches Fleisch hatt vom Energetischen her niemals die Qualität die es bei Hauszucht haben sollte. Der Vergleich vom Raben lässt die Bilder in meinem Kopf explodieren.

Antje hat gesagt…

Nun, ich denke da muss doch jede selbst sehen, was für sie das Richtige ist. Allerdings finde ich, dass der Mensch ursprünglich ein Allesfresser ist. Sonst hätten wir wahrscheinlichen einen Kuhmagen....
Für mich hat das Fleischessen nichts damit zu tun ein Tier zu ehren, meiner Meinung nach geht's da einfach um Bedürfnisse und die mögen von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Ich glaube es wäre sehr gut darauf zu achten, woher das Fleisch kommt, das man isst und somit der Massentierhaltung entgegen zu wirken. Wenn ich mich mit den Tieren auf eine Ebene stelle, dann muss ich noch auf ganz andere Dinge verzichten. Genaugenommen auf alles was mit Zivilisation zu tun hat. Hut ab vor denen die das machen, aber für mich ist das nichts...
Herzlich, Antje

kvinna hat gesagt…

@Gauzi: Also, ich rechne das so: 4 Hennen, macht im Schnitt zwei Eier am Tag, pi mal Auge 700 Eier im Jahr. 12€ hat jedes Tier mich gekostet, das gute Mischfutter mit Muschelschalen kostet 7€ der Sack, wobei zwei Säcke für einen Monat reichen (frag' mich jetzt nicht nach kg und Anzahl der Köpfe, das sind M.'s Erfahrungswerte!) Drei Hühnerhalter, die reihum Futter kaufen, heißt für mich Futterkosten von 56€ im Jahr. Heißt im ersten Jahr wg. der Anschaffungskosten ein Eierpreis von -,09 Cent, im Jahr darauf noch günstiger.

-,15 Cent kosten die mittleren Eier aus Bodenhaltung.

Und diese Tiere kriegen kein Legemehl, die fressen außer dem gekauften Futter alles, was sie finden und kriegen noch Fallobst und Küchenabfälle, darunter auch hartes Brot und Innereien von ihren Kolleginnen, gelegentlich.

Die Poularden kriegen Mastfutter und rühren auch kaum etwas anderes an. Vielleicht habe ich in meiner Beschreibung ein bisschen Übertrieben: die Biester laufen schon noch herum und gelegentlich rennen sie sogar. Das sieht bloß ziemlich komisch aus dann. Und sie bewegen sich auch nicht mehr, als unbedingt nötig. Ihre Läufe sind ungefähr dreimal so dick wie die ihrer eierlegenden Kolleginnen, weil sie einfach soviel Gewicht bewegen müssen. Sie schmecken ziemlich lecker, aber sich über sie lustig zu machen, finde ich heikel.

PUTEN dagegen gehen gar nicht in Handaufzucht. Die sind so degeneriert, dass sie im Freilauf ohne Antibiotika gar nicht überleben. In der klimatisierten Massenhaltung geht's ja auch schon gar nicht mehr ohne Chemie und Medikamente, der natürlichere Freilauf bringt sie erst recht um.

Trotzdem muss ich M. in Schutz nehmen: sie ist die Tochter eines Bauern und das durch und durch. Das ist gerade das, was ich an ihr so liebe: im Wesentlichen ist sie nämlich ein sehr geerdeter Mensch mit einem vernünftigen Bezug zu den Dingen. Und immer mit einem Augenzwinkern.

Vielleicht sind die niederrheinischen Bauern ein bisschen anders als die bei dir da unten. Ich find' sie liebenswert...


@Hallo Antje, Samstag hatten wir wieder Boviste, da musste ich an dich denken. :)

Aber was die Ehre angeht: gemeint war hier, den Tod des Tieres zu ehren, indem man es isst. Nicht, das Tier zu ehren, indem man es tötet.

Und zu erkennen, dass ich ein Tier bin, heißt für mich, mir klar zu machen, dass mein Leben in einer völlig unnatürlichen Umgebung stattfindet und dass das Auswirkungen auf mein Befinden hat, mit denen ich umzugehen lernen muss. Nicht, dass ich die Zivilisation aus meinem Leben verbanne. Das kann Frau durchaus mit Zootieren vergleichen.

antje hat gesagt…

Noch etwas, ich finde nicht, dass ich ein Tier schlachten können muss, um das Recht zu haben Fleisch zu essen. Wenn man das mal weiter spinnt, hätte ich ja viel zu tun. Wenn ich mein Fleisch beim Bioschlachter kaufe, weiß ich dass das Tier vernünftig großgezogen und ebenso geschlachtet wurde und dafür bin ich bereit viel Geld zu zahlen, das ich mit meiner Arbeit verdient habe. Und so macht meiner Meinung nach jeder seinen Job.
Grüße
Antje

antje hat gesagt…

Hupps, da haben wir gleichzeitig geschrieben. Ich habe noch immer keinen dieser Riesenpilze gefunden.... :-)
Schon klar, dass der Tod des Tieres geehrt werden soll, ich finde nur die Argumentation, dass es ja umsonst gestorben wäre, wenn ich es nicht gegessen hätte, hinkt etwas. Fühlt sich für mich etwas wie Schönfärberei an...Wenn niemand das Fleisch kaufen würde, müsste das Tier erst gar nicht sterben. Aber ist ja alles Ansichtssache.
Grüße
Antje