Mittwoch, Oktober 17, 2007

Genieße die Stille...


Während ich am Rechner sitze, läuft im anderen Fenster das hier. Jo. Ruhe. Ich entrümpele das Haus. Von oben bis unten. Mit Textilien habe ich angefangen, die Brockensammlung in der Gemeinde kommt mir grade Recht. Dann sind die Zimmer des Grauens 'dran und noch einige andere Dinge.


Zimmer des Grauens? Das ist so: nachdem meine Schwiegermutter vor nun 12 Jahren gestorben, mein Schwiegervater zu seiner neuen Liebe gezogen ist und wir mit unserem Erstgeborenen das Haus übernahmen - was wiederum 9 Jahre her ist - waren die beiden Zimmer ganz hinten im Bau sozusagen übrig und da wurde dann erst mal alles 'reingeschoben, was aus dem Weg musste.




Hier war ja noch alles drin, als wir einzogen: die Möbel meiner Schwiegereltern, die komplett bestückte Einbauküche und alle Stauräume waren mit IRGENDWAS gefüllt (1 Keller, 2 Dachböden, 3 Garagen, 4 Schuppen) und wir brachten selbst einen kompletten Hausstand mit! Mein Schwiegervater war wohl selbst etwas hilflos angesichts der riesigen Menge der angesammelten Gegenstände der Gattung "Kann-man-immer-nochmal-gebrauchen-und-frisst-ja auch-kein-Brot". Anfangs habe ich mich nicht mal getraut, die RIESIGEN Spitzengardinen meiner Schwiegermutter zu entfernen. Monatelang waren sie nur auseinandergeschoben.


Ist ja jetzt nicht so, dass wir nie entrümpelt hätten. 1500 kg gingen in Container, Möbel nach und nach auf den Sperrmüll. Es war ein Kampf für mich, ehrlich, aber ich wär' nicht Kvinna :) wenn ich jetzt nicht noch 'was Positives nachschöbe. Viele Dinge waren schon da, die wir andernfalls hätten anschaffen müssen: Gartenmöbel. Gartengeräte. Ein Rasenmäher! Porzellanservice und Bestecke reichlich, für Feiern, für Gäste. Eine Aussteuertruhe von 1830... Familienstücke und auch Praktisches. Die Schneidemaschine!




Ich tät' mal sagen, nachdem ich anfangs ziemlich paralysiert war - fühlte sich an, als sei ich bei meinen Schwiegereltern eingezogen und nicht in UNSER Haus - habe ich die Räumlichkeiten nach und nach zu meinen gemacht.


Hm. Jetzt bin ich schon wieder in die Vergangenheit geraten.

Na jedenfalls, die beiden Zimmer hinten im Haus habe ich vor einigen Jahren mal nutzbar gemacht, Regale aufgebaut, Freiraum geschaffen. Wollte da bügeln, z.B., Platz haben zum Wäschefalten... war aber nix. Irgendwie waren die Räume innerhalb einiger Monate wieder voll mit Zeugs. Die Kinder waren noch kleiner, im Zuge des neuen Anbaus wurden Spielsachen dort zwischengelagert, also waren irgendwie auch plötzlich die Kinder da drin und wühlten herum.

Irgendwann habe ich resigniert und fing auch an, alles, was unter den Füßen weg musste, "mal eben" da 'reinzuschmeißen, Tür zu, nicht drüber nachdenken, JETZT nicht.

Auch sonst gibt es noch hie und da kleinere und größere Mistecken. Tja, mit den Textilien bin ich gerade dabei, den neunten Sack voll zu machen. Pause!



Danach werde ich mir den übrigen Kram vornehmen, meinen schönen, großen Bus damit voll machen und zur Deponie fahren. Uff. Sollte mir letzeres nicht gelingen - das Projekt geht mit Sicherheit über einige Tage hinaus - werde ich einen Container bestellen.

Ich bin fest entschlossen, noch einmal gründlich aufzuräumen.

Kommentare:

IrisH hat gesagt…

Also das mit dem Entrümpeln ist schon mal eine sehr gute Idee- kannst Du bei mir gleich mal weitermachen!!!!!!!
Aber wo bitte schön sind diese Fotos entstanden?????Bei Dir in der Nähe?????Bin ganz neugierig!

der Gauzibauz hat gesagt…

Wie hält es die Steine zusammen?

Gledwood hat gesagt…

Hallo!
Die Steie-huegeln sind sehr unterhaltungsam!
Dein Blog kam "zunaechst" nach mein auf dem Bildschirm... doch Gratuliere!!

Corriendo Mundo hat gesagt…

Mit Erdanziehungskraft? Kleiner Scherz ....vielleicht ist ja auch ein bissel Isarstrandschlamm mit eingebaut. Schön sieht es jedenfalls aus - ist das ein "Event" oder mnachen die Einheimischen da unten sowas einfach so?
Ich will auch aufräumen - Gott sei Dank hab´ich nicht soviel Hab und Gut außer meiner hauseigenen Bibliothek und einer stattlichen Instrumentensammlung! Danke für diese erneute Erinnerung, ich hatte es zwar keinesfalls vergessen, aber es war mir dennoch nicht so klar. Habe sogar heute morgen einen Traum dazu gehabt.
Viel Spaß also weiterhin und vor allem die notwendige Hemmungslosigkeit beim Wegwerfen - sowas kann ja richtig befreiend sein. Anuja

Corriendo Mundo hat gesagt…

Der Rabe sagt, wäre er ein Adler, hätte er jetzt wohl reichlich Appetit bekommen beim Anblick deines niedlichen Besuchers aus dem nahegelegenen Inselkönigreich da oben auf dem Bild.

kvinna hat gesagt…

An den Raben:

Daran hättest du dir auch als Adler schwer den Schnabel beschädigt - falls der kleine Geselle sich dem Angriff nicht einfach durch herunterfallen entzogen hätte: er ist nämlich auch ein Stein! ;)

An die übrigen:

Ja, das ist an der Isar. Aber es hält zusammen durch die ABWESENHEIT von Schlamm!

kvinna hat gesagt…

P.S.: das Ganze hat eine eigene Geschichte und mich schwer beeindruckt, weil ich völlig unvorbereitet dorthin kam, etwa 60 (!) dieser Gebilde zählte UND weil es mir eben ein völliges Rätsel war, bis ich am nächsten Tag die GANZE Geschichte erfuhr....