Dienstag, November 27, 2007

Intellektuelle Herausforderung!

Ich wohne in einem sehr alten Haus und habe mir nie Illusionen darüber gemacht, wer außer den mir bekannten Bewohnern noch so alles darin Quartier genommen hat. Deshalb konnte es mich eigentlich auch nicht überraschen, dass sich oben in den Schlafräumen eine Maus herumtrieb.

Lustig war nur, wie wir sie entdeckten: eines freien Tages wurde mein schlafender Gatte von einem Rascheln auf seinem Nachttisch geweckt und sah sich quasi Aug' in Aug' mit der kleinen Grauen. Sie hatte sich für die dort liegenden dicken Eicheln interessiert, die die Kinder ihrem Papa mal geschenkt hatten. :)

Nun gehört keiner von uns zu den Zeitgenossen, die bei einer solchen Entdeckung in Panik verfallen und sich ausmalen, der Kleinsäuger könnte ihnen des Nachts über die schlafenden Gesichter kriechen. Selbst wenn, so verursacht uns das keine Ängste.

Dennoch musste das Tier eingefangen und aus dem Haus befördert werden, ganz klar.

Eine Strategie musste her: in jedem Raum wurden Walnusskerne deponiert und die Türen angelehnt gelassen, um zunächst festzustellen, wo sich die Mitbewohnerin bevorzugt aufhält.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie nur mein Mann gesehen. Aber sie bewies sehr schnell ihre Anwesenheit durch allmählichen Nussverzehr. So wurden also zwei Lebendfallen gekauft und an den neuralgischen Punkten deponiert.

Sie sind halkugelförmig, aus Kupferdraht, haben einen Holzboden, zwei sich verjüngende Einstiege, deren Enden offene Drahtspitzen sind und eine Blechklappe an der Seite zur Befreiung der Delinquentin. Zunächst nahmen wir wieder Nusskerne als Köder, aber die verschwanden gemeinsam mit der Maus!

Hm.

Vielleicht, so dachten wir, hat sie die Kerne von außen irgendwie durch's Gitter geangelt. Eine allseits bekannte Nuss-Nougat-Creme sollte das Angeln schwieriger machen. Aber da sie vollständig herausgeleckt wurde, war nun klar: die Maus spazierte ungehindert in die Falle hinein und auch wieder hinaus!

Also suchte ich den örtlichen Raiffeisenmarkt - im Volksmund "die Genossenschaft" ;) - auf, um eine andere Lebendfalle zu besorgen. Mit wem ich auch sprach, "Töten!" war die einhellige Meinung.

Aber ich sah das Ganze sportlich! Nutella versagte, weil die neue Falle mit einem Köderdorn ausgestattet war, von dem es heruntertropfte. Da brauchte die vierpfötige Diebin es nur vom Boden zu lecken und konnte hinausspazieren, ohne per Dorn den Schließmechanismus auszulösen!

Grübelnderweise spießte ich einen duftenden Dominostein auf den Dorn.



Das war das Ergebnis.

Kommentare:

Corriendo Mundo hat gesagt…

So ein schönes Tier! Und so klug. Habe nie verstanden, wie ein Mensch Angst vor Mäusen haben kann. Auch Ratten mag ich, bin nur vorsichtig in der Begegnung mit ihnen. Tauben auch. Und inzwischen auch Spinnen. Aber es ist schon so: Sie gehören nicht auf den Nachttisch. Habt ihr sie ausgesetzt? Gruß, Anuja und der Blackbird

kvinna hat gesagt…

Jepp! Und den angenagten Dominostein in der Nähe deponiert...

Corriendo Mundo hat gesagt…

Verrückt! Eben klingeln zwei Männer, sie seien von Schädlingsbekämpfung und von der Hausverwaltung beauftragt. Ich habe keinen Kellerschlüssel - sie besorgen sich woanders einen und legen nun im ollen, modig-feuchten Altbaukeller Gifte aus. Ich habe schnell noch den Ratten und Mäusen telepathisch Bescheid gesagt, sie sollen bloß abhauen - oder einfach das Zeug links liegen lassen ...
Das Wort SCHÄDLING allein läßt mich gefrieren.
Das ist einer der vielen Vorteile, wenn man ein eigenes Haus bewohnt: Man kann sich wenigstens einigermaßen fair gegenüber den kleineren Mitbewohnern verhalten.
Ob Mäuse wie Katzen immer wieder nach hause kommen - wenn sie die draußen ausgelegten Köder gefressen haben? Anuja

kvinna hat gesagt…

Jetzt kommt wieder meine jungfräuliche Genauigkeit: Rattengift wird so deponiert, dass da außer kleinen Nagetieren keiner 'dran kommt. Jedenfalls von den amtlich genehmigten "Kammerjägern" :(

Also zumindest keine Gefahr für Katzen, Hunde und Kleinkinder.

Allerdings "hilft" Rattengift nur befristet; Ratten haben ein sehr ausgeklügeltes Vorkostersystem und ich habe gehört, dass inzwischen auch die Taktik, ein Gift zu benutzen, das erst so spät wirkt, dass die Ratten den Tod nicht mit DIESEM Bissen in Verbindung bringen, inzwischen auf Dauer versagt. Sind halt' sehr intelligente Tiere.

Dennoch gehören Ratten nicht ins Haus; ich hab' ganz sicher welche ums und am Haus und kein Problem damit. Ich sehe nicht, dass sie Schäden anrichten oder bedenklichen Schmutz machen. Die gehören genauso in die Natur wie Igel und Eichhörnchen. Ungesund große Populationen gibt es nur dort, wo der Mensch sie ermöglicht.

Hätte ich sie im Haus, würde ich in jedem Fall URSACHENFORSCHUNG betreiben und hoffen, dass nicht Gift die letzte Hilfe ist.

Ich hatte mal eine Ratte als Haustier und das würde mir in jedem Fall schwer fallen.

Corriendo Mundo hat gesagt…

Ich hoffe, daß du Recht behältst - einen seltsamen Alu-Container haben die nämlich auch hier im Hof ausgelegt, direkt unterm Küchenfenster meiner Nachbarn, bei denen ein urururalter schwarzer Kater wohnt, außerdem kommt des öfteren mal eine freundliche getigerte hier in den Hof und treibt sich herum. Hatte gestern schon als ersten Impuls, den Kasten wegzutun ... dachte dann auch, Katzen sind (hoffentlich) klug genug. Der Rabe weiß Bescheid und geht ganz sicher nicht dran. Anuja

der Gauzibauz hat gesagt…

Kvinna, IST DEINE KATZE ZU FAUL UM MÄUSE ZU FANGEN?

kvinna hat gesagt…

Die Katze geht DEFINITIV nicht nach oben in die Schlafräume. Punkt!

Anonym hat gesagt…

Dann musst du deine Maus SELBER fangen :))

kvinna hat gesagt…

Aber das habe ich doch schon! :)