Donnerstag, Dezember 13, 2007

Lilith, die Kindsmörderin (überarbeitet)

Von den Amuletten habe ich erst erfahren, als ich anfing, mich mit Lilith zu beschäftigen.
Sie wurden in die Wiege gelegt oder an ihr aufgehängt, um den Säugling vor Lilith zu schützen.

Lilith, die vielleicht in der Gestalt der eigenen Mutter an die Wiege tritt...

Das beruhigende daran, Lilith das Etikett "Kindsmörderin" aufzukleben ist, sie damit weit weg von sich selbst zu schieben.

"ICH würde DAS nie tun!"

Kindsmord ist verurteilenswert, da kann frau sich dann gleich behaglich zurücklehnen, da ihr selbst das fernliegt, muss ja mit ihr alles in Ordnung sein.

Fragt sich, ob das lebenslange Leid, das bei der Weitergabe des eigenen Verdrängten den Kindern eingepflanzt wird, besser ist als früher Tod.

Und doch!
Wer ist perfekt? Wer ist mit sich und seiner Vergangenheit wirklich völlig im Reinen? Wer hatte eine durch und durch glückliche Kindheit, ist heil und frei von jeder Anklage gegen die eigenen Eltern?
Wer?
Und wie viele von denen, die das von sich behaupten, sehen sich selbst gar nicht mehr und wissen gar nichts, weil sie zugemacht haben, in frühester Kindheit und großer Not.
Manche Wunden lassen sich leicht überwinden oder es lässt sich zumindest mit ihnen leben. Gar keine Frage. Nicht alles muss gleich Drama sein.
Es gibt keine Perfektion und wohin führte das auch?
Ja, ich gebe manche von meinen eigenen Beschädigungen ungefiltert an meine Kinder weiter. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren. Ich bin mir dessen bewusst, ich mache mir nichts vor.
Und deshalb bin ich voller Zuversicht.
Es ging mir nicht um die Frau, die ihre fünf Kinder umgebracht hat.
Sensationsheische überlasse ich andern.
Es geht mir um den Widerhall dieser Tat, um das, was daraus gemacht wird.
Und was das über UNS aussagt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nun kenne ich mich mit Lilith nicht besonders gut aus, aber gibt es nicht zwischen "mit mir ist alles in Ordnung" und Kindsmord noch unzählige Schattierungen? Findest Du es unglaubwürdig oder verlogen, wenn jemand behauptet noch nie in der Versuchung gewesen zu sein, seine Kinder ermorden zu wollen? Ich denke das hat nicht so viel mit Perfektion oder Verdrängung zu tun...
Grüße, Antje

Corriendo Mundo hat gesagt…

Nichts ist perfekt. Jedoch würde ich mal davon ausgehen, daß es tatsächlich glückliche Menschen gibt, die mit ihrer wie auch immer garteten Vergangenheit völlig in Frieden sind. Hier ist einer von denen (ganz ohne Verdrängung und ganz im Gegenteil), Anuja

kvinna hat gesagt…

Zwischen schwarz und weiß gibt es noch jede Menge Grautöne...