Sonntag, Dezember 09, 2007

Gedanken über eine psychisch kranke Frau...

Die Meldung läuft ja nun seit einigen Tagen durch die Medien.
Eine Mutter hat alle ihre fünf Söhne im Alter zwischen drei und neun Jahren umgebracht.
Gänsehaut bekam ich wegen Plön, das kenne ich ein bisschen.
Fünf Kinder.
Alles Jungs.
Zur Welt gebracht innerhalb von sechs Jahren.
Sechs Jahre lang war ihre Mutter quasi ständig schwanger.
Ich stelle mir vor, der Mann war wenig zu Hause?
Musste für den Unterhalt sorgen?
Ist vielleicht auch in die Arbeit geflüchtet...
Die Frau vielleicht viel allein mit den Kindern.
Windeln wechseln.
Stillen.
Hausaufgaben überwachen.
Kochen.
Diese Berge von Wäsche.
Am Abend der Mann der erste
Erwachsene, mit dem frau
an diesem Tag sprechen
kann...
Im 4. Lebensjahr steigt bei Jungs der Testosteronspiegel sprunghaft an,
habe ich mal irgendwo gelesen.
Und bleibt hoch bis zum Ende der Grundschule.
Dann fällt er wieder, bleibt niedrig.
Bis zur Pubertät.
Von Mädchen kennt man solche Hormonschwankungen nicht.
Aus einem niedlichen, dreijährigen Ja-Sager
wird plötzlich ein Querkopf,
der scheinbar aus einer Laune heraus
"Nein!" schreit, der
"Warum?" fragt bis zum Erbrechen.
Den frau mitunter von heut' auf morgen
nicht mehr wiedererkennt.
Mit dem sie Tag für Tag allein ist.
Es entspricht dem Alter des Kindes,
es ist gut und wichtig für seine Entwicklung
sich so zu verhalten.
Ja!
Aber Tag für Tag
mit fünf
solcher Exemplare
allein
zu sein....
Psychisch krank?
Wie gesagt, ich stell's
mir nur
vor.

Kommentare:

Gabriela hat gesagt…

Hallo Kvinna,
ich bin zwar keine Fachfrau, hatte aber mal die Bekanntschaft mit ein paar Psychosepatienten, bei denen sich die Krankheit ganz unabhängig vom Alltag entwickelt hatte. Irgendein Botenstoff hatte ihnen gefehlt. Mag sein, dass der Auslöser zum Showdown oft irgendeine Stresssituation ist. Jedenfalls waren die jungen Frauen und Männer, die ich kannte mit Medikamenten eingestellt worden, psychologisch behandelt worden und damit in der Lage, ein ganz normales Arbeits- und Familienleben zu führen. Abgesehen davon, dass sie alle paar Monate in die Klinik oder zum Arzt mussten, um festzustellen, ob die Medikamentendosis noch wirksam ist oder reduziert werden kann.
Die Geschichte mit den fünf Jungs habe ich gelesen. Traurig und erschütternd.
Trotzdem,
liebe Grüsse
Gabriela

Anonym hat gesagt…

Ich möchte auch nicht Tag für Tag mit fünf kleinen Kindern allein zu Hause sein. Aber vielleicht könnte frau einfach nach dem ersten oder zweiten Kind einen Schlußstrich ziehen, wenn sie denn so überfordert ist. Oder sich vielleicht Hilfe holen? Ich denke, da gibt es doch einige Möglichkeiten, bevor es zu einer solchen Tat kommen muss. Deshalb finde ich: Psychisch krank? Ja!!!!
Antje

kvinna hat gesagt…

Inzwischen habe ich ein bisschen im Internet gestöbert über den Fall. Eines der Kinder war Authist. Die drei älteren Kinder waren von einem andern Vater. Die Familie wohnte seit drei Monaten in diesem, 'tschuldigung, Kaff, die hatten vermutlich noch wenig bis gar keinen Anschluss.

Die Aussage:"Soll sie halt' nicht so viele Kinder kriegen, wenn sie überfordert ist!" stört mich gewaltig.

So einfach ist das nicht.

Ich will die Frau gar nicht verteidigen, nicht rechtfertigen, was sie getan hat.

Ich sehe nur einige der Faktoren, die dazu geführt haben KÖNNTEN und dass ich mir all' das sehr gut vorstellen kann.

Und ich glaube, dass es noch viel mehr Frauen wie sie gibt, die sich in eine solche Lage gebracht haben.

Das ist alles.

Kingsizefairy hat gesagt…

Schwierig, schwierig...
Klar, bei fünf Kindern wovon eins noch behindert ist, wer würde da nicht früher oder später am Rad drehen? Also ich bestimmt *g*. Ich habe zwei Mädchen, nicht behindert, aber mit einem Altersunterschied von 6 Jahren. Den Budenzauber kann ich keinem beschreiben. Da werden Weiber zu Hydranten....äh...Hyänen.
Dennoch...

wenn, aus welchen Gründen auch immer, mich meine Brut überfordert, da setze ich sie doch lieber irgendwem auf die Matte und mich selbst ab nach Timbuktu.
Aber ich bringe sie nicht um.

Es gibt zig Mütter mit vielen oder wenigen Kindern, die überfordert sind und keinen Schmuck, dafür aber Augenringe haben.
Die wenigsten davon bringen aber ihre Kinder um.

Davon abgesehen glaube ich nicht, dass eine große Kinderschar zu psychischer Inkontinenz führt. Von Psychosen mal ganz zu schweigen.

Vielleicht bin ich auch nur zu kritisch, aber Mord ist Mord und ich finde es derbe, wieviele Mörder davonkommen, weil sie eine schlechte Kindheit hatten oder einen durch wasweißichdenn hervorgerufenen Dachschaden.

Ich glaube, ich könnte eher Verständnis aufbringen, wenn jemand seinen pervers-brutalen Gatten ins Jenseits befördert.
Aber ein Kind??? Oder gar Fünf???
Nein, tut mir leid.

Anonym hat gesagt…

Was ist nicht so einfach? Nicht so viele Kinder zu kriegen? Doch das ist sogar sehr einfach.
Ich kann mir KEINE Faktoren vorstellen, die dazu führen könnten fünf Kinder zu ermorden. Diese ganze Diskussion in den Medien, über die Leiden dieser Frau und ihren schwierigen Hintergrund finde ich absolut daneben. Hier ist die Rede von FÜNF TOTEN KINDERN! Antje

Kingsizefairy hat gesagt…

Du hast mich falsch verstanden. Ich finde es für mich schwierig, für diese Frau Verständnis aufzubringen. Das ist für mich nicht einfach, eher unmöglich.
Ich dachte, das wäre durch den Rest meines Beitrages klar geworden

der Gauzibauz hat gesagt…

Wer noch nie versucht war sein Kind zu erschlagen, werfe den ersten Stein...

Anonym hat gesagt…

kingsizefairy: Das habe ich auch so verstanden. Mein Kommentar bezog sich auf Kvinna, die schrieb, dass sie meine Bemerkung stört, dass frau vielleicht einfach weniger Kinder bekommen könnte...

Und: Ich war noch nie versucht eins meiner Kinder zu ermorden und ich kenne auch keine (zum Glück) die solche Anwandlungen hatte. "Verfluchen" ja, aber erschlagen????? Antje

der Gauzibauz hat gesagt…

Dann wär ich auch vorsichtig mit vor-ver-urteilen.

Anonym hat gesagt…

Ich finde dieser Fall lässt wenig Raum zum Vorverurteilen. Hier ist etwas passiert, was ich schlicht und ergreifend VERURTEILE. Weil wir hier von Mord sprechen und nicht von kleineren Erziehungsfehlern oder dergleichen. Und Mord verurteile ich zutiefst, egal welcher Hintergrund da ist, egal ob psychich krank oder nicht und egal, was die Gesellschaft an Bildern und Ansprüchen vorgibt. Und Mord an Kindern ist in meinen Augen ohnehin eine Perversion sondergleichen. Antje

Frau Zwölfe hat gesagt…

Ich finde schlimm, dass man "mal wieder" nur der Mutter die Schuld in die Schuhe schiebt, ja sie hat die Kinder getötet, aber der WEg bis dahin, den hat sie nicht alleine beschritten, Männer kommen da immer irgendwie gut bei weg, die Mütter sind die Teufel.

Ich habe 5 Kinder udn wenn alle auf einem Haufen sind, dann kann man als Mutter schon mal selber durchdrehen, sie bieten mannigfaltige Möglichkeiten, dass man selber abdreht, sie wissen wie sie Muttern auf die nächste Palme bekommen.

Meine Kinder leben aber alle und da bin ich jetzt ganz entsetzlich ehrlich, fünf Jungs wären MEIN TOD gewesen, ich habe einen Sohn und vier Töchter und so ist es für mich aushaltbar.

Die Hormonschwankungen bei den um die vier Jahre alten Jungs sind so massiv, dass es für das Umfeld fast nicht auszuhalten ist, meiner drehte genau in diesem Alter so ab, dass es fast unerträglich wurde, jetzt 15 ist er wesentlich angenehmer, die grosse Pubertät ist einfacher.

Wie zu lesen ist, scheint die Mutter auch an unbehandelter Schizophrenie zu leiden, wir wissen wie schlimm das ist, meine Schwiegermutter hat vor 6 Jahren zwei Jahre lang solche Schübe druchlebt und wollte sich NICHT behandeln lassen, sie wäre auch bereit gewesen jemanden umzubringen, so wie sie sich verhalten hat.

Heute ist sie wieder "gesund" die Tabletten ersetzten das, was der Körper nicht selber herstellen kann,s ie ist absolut ok .

Möchte nicht wissen, wie sich die Mutter der 5 Jungs fühlt, wenn sie therapiert ist und erkennt, was sie da getan hat.

In Schizophrenen Schüben machen Menschen sachen,d ie sie behandelt niemals machen würden....

Corriendo Mundo hat gesagt…

Ich lese zwar die Berichte nicht, aber diese Story wird allerorten durchgekaut und daher auch bis zu mir durchgedrungen am Rande - so ist es ja auch mal wieder von den Medien beabsichtigt: Opium für´s Volk. Die eine große Geschichte, die das ganze Volk bewegt.
Im Grunde sollte es ein Dauerthema bei uns allen sein - und zwar im Stillen, vor Ort, dort, wo es inzwischen vielen Kindern schlechter geht, als man in diesem Land noch vor wenigen Jahren vermutet hätte.Es fehlt an allen Ecken an Zuwendung, Aufmerksamkeit und spielerischer Förderung für die kleinen Menschen.

Was die Frau betrifft: Sie braucht sicher keine Verurteilung mehr von außen - wenn du sowas getan hast, bist du schon bestraft genug.

Allerdings sehe ich es ganz sicher so, daß viele Leute, die am laufenden Meter Kinder in die Welt setzen, sich da vorher mal so ihre Gedanken machen sollten - und dann schleunigst verhüten sollten, da sie dem Ganzen gar nicht gewachsen sind. Finanziell oft, noch öfter geistig-seelisch.
Ich habe nicht umsonst jahrzehntelang die Pille geklinkt, um meinen potentiellen Kindern eine unfähige Mutter zu ersparen, die ihre eigene verletzte Unreife an diesen hätte auslassen können. Also: Bitte erst kurz nachdenken, dann vögeln.
Das ein Kind mich um die zwanzig Jahre (ein)bindet in seinen Lebenslauf, das weiß ich schließlich vorher!

Wer also fünf macht, ohne recht stabile äußere Lebensbedingungen geschaffen zu haben, der tickt für mich nicht ganz richtig! Und ab dem ersten Kind zähle ich das an.

Was mir an diversen Herleitungen in den vorhergehenden Kommentaren jedoch nicht gefällt, ist dies:
Natürlich fordern einen 5 Kinder außerordentlich, und zwar den ganzen Tag lang, sofern sich nicht noch andere Menschen mit darum kümmern.
Aber nun die Jungs zu stigmatisieren, sie wären per se wilder und damit anstrengender aufgrund von hormonellen Prozessen, ist mir zu platt. Fördert wieder diese sinnlose Mann-Frau-Schablonendenkweise, wie sovieles andere.
Es gibt nämlich auch ruhige vier-/fünfjährige Jungs.
JEDES Kind ist anders, eigenartig und was ganz Besonderes.
Diese Hormontheorie ist m.E. daher nur was für Leute, die ewig nach Gründen suchen, die es gar nicht gibt. Menschen sind völlig individuell, und auch die kleineren - das mache ich doch nicht an einem lächerlichen Hormonfaktor fest - wo tausende von anderen Faktoren mit hineinspielen.

Das gleiche gilt für die Geschichte da oben mit "fehlenden Botenstoffen" und "Einstellung auf ein normales Leben." Jaja, es beruhigt immer so schön, wenn man eine vermeintliche Ursache und dann noch eine scheinbare Lösung gefunden hat.

Wieso diese Mutter das tun mußte, weiß sowieso kein Mensch, da kann man ruhig mal ganz ehrlich sein.

Das Gründefinden und Zerreden von völlig Unvorstellbarem dient immer nur der Wiederberuhigung der eigenen aufgewühlten und schockierten Seele. Vielleichtn gerade deshalb, wie Kvinna es sate, weil man bei sich selbst in solchen Schockmomenten Abgründe erahnen kann, die nicht gesehen werden dürfen.

Mein Erleben ist dies: Jede(r) ist zu allem fähig. Zum Guten wie zum Schlechten. Wer das von sich selbst noch nicht weiß, muß noch ein paar Lebenserfahrungen sammeln.

Da ich diese Frau und ihr Leben nicht kenne, habe ich auch keinen Grund, sie zu verurteilen - und mich dabei auf Informationen einer schmierigen, Hysterie schürenden Sensationspresse zu stützen, die nur am Reibach interessiert ist.

Natürlich bin ich schmerzhaft berührt, wenn Kinder mißhandelt werden.
Und das sind eine Menge, auch, wenn man´s nicht immer gleich sieht, weil Gott sei Dank die wenigsten Eltern in solcher Heftigkeit durchdrehen.
Anuja

Maxilotta hat gesagt…

Finde ich sehr mutig, was du da geschrieben hast. Das mit dem Testosteronschub ist eine nicht zu vernachlässigende Tatsache. Ich hab selbst 4 Jungs und es stimmt!
Ab einem bestimmten Alter verwandeln sie sich teilweise in regelrechte Kotzbrocken und schwubbdiwubb ist der Spuk vorbei.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass man seine Kinder umbringen kann, aber leider haben wir eine Gesellschaft, die zu gern wegschaut.
Und wenns dann passiert, dann kommt das große Verurteilen.
Und wie es hier auch schon geschrieben wurde: Ich denke, dass kein Mensch meinen kann "das würde mir niiiiee passieren"- wir kennen uns selbst oft viel zu wenig.

Wer weiß, zu was wir unter bestimmten Umständen alles fähig wären...

Nachdenkliche Grüße