Donnerstag, Januar 03, 2008

Kurze Gedanken zu einem Kalender

Jetzt ist also der dritte Januar. Gerade eben. Zwei Uhr in der Nacht/am Morgen und ich komm' und komm' nicht ins Bett. Soeben habe ich den Kalender präpariert, sprich: mit allen zu beachtenden Terminen gespickt, für mich, für meinen Mann, für meine Kinder, für jeden Einzelnen und für alle zusammen. Fahrplan fertig: Geburtstage, Ferien, Urlaube, Rufbereitschaften, Festivitäten, Training, Spiele, Schule, Müllabfuhrtermine.
Sehr rhythmisch, teilweise.

Und da ich nur EINEN Kalender mit sechs Spalten kenne - von dem Versandhandel, der eine glückliche Kindheit liefert - auch mit ewig sich wiederholenden Motiven.

Eine gute Gelegenheit, zynisch zu werden über diese Vorhersehbarkeit der nächsten 364 Tage und der darauf folgenden Jahre. Seltsamer Weise graut und ödet mich da aber gar nix. Mich beruhigt das eher. Wie ein roter Faden in einem Irrgarten. Alles schön geordnet, kann ich auch die Zwischenräume erblicken, in denen ich mich lassen kann. Damit ich nicht zu kurz komme. Ich nicht und meine Liebe nicht.

Was für eine Nacht!

Kommentare:

rike hat gesagt…

ja, den kalender hatten wir auch jahrelang... hat nur mit 6 spalten nicht für uns gereicht... heute tut es eine kleinere version.
wünsche dir einen zuverlässigen roten faden durch die nächsten monate und viele zwischenräume für dich persönlich!
alles liebe
rike

Sam hat gesagt…

Bei meinem Kalendern ist es v.a. wichtig dass es genügend Platz für Korrekturen gibt. Wer erstens doch immer alles anders kommt als man zweitens denkt.
Ich beneide Dich um den roten Faden:)

kvinna hat gesagt…

Oh, ich mach' mir keine Illusionen - sicher werde ich noch manches streichen und übermalen müssen - ich habe ein ganzes Arsenal verschiedener Farbstifte unterschiedlicher Stärken...

...und roter Faden - es ist nicht so sehr die Sicherheit, zu wissen, wie zu agieren ist, sondern mehr das Gefühl, sehen zu können, wie und worauf ich re-agieren muss.

Der Raum zum Agieren ist seit Jahren eher klein. Zumindest empfinde ich das so. Deshalb muss alles schön geordnet sein, damit ich diesen Raum nicht vergesse, nicht übersehe.

Das schützt mich aber nicht davor, mich total zu verzetteln in irgendwelchen unteren Ebenen, anstatt die Übersicht zu behalten.

So betrachtet, ist der Kalender ein trügerischer Anker... ihn als das zu sehen, was er wirklich ist, ist die Kunst!