Mittwoch, Januar 09, 2008

Staatsangelegenheit...

Neulich habe ich mich hier heftig darüber ausgelassen, dass das NRW-Wappen geändert worden ist. Und NACHDEM ich den Post veröffentlicht hatte, habe ich zum Thema recherchiert, Asche auf mein Haupt. Da musste ich nämlich meine Aussagen übererabeiten.

Danach habe ich den Post komplett gelöscht. Weil ich mich völlig verlaufen und verstrickt hatte. Und ehe ich belangt werde - das NRW-Wappen ist nämlich ein Hoheitszeichen und darf nur von staatlichen Stellen benutzt werden - ziehe ich erst mal zurück! (Auch wenn ich viele Blogs gefunden habe, deren Betreiber ungeniert alle Wappenformen abbilden - wo kein Kläger, da kein Richter! Ich warte lieber nicht, bis der Kläger kommt....)

Ich hatte den Überblick verloren, WELCHE Version denn nun für jedermann ist. So eine gibt es nämlich. Wer's verstehen will, liest hier.

Kurz gesagt: es gibt eine hochoffizielle Version für Urkunden etc., für da, wo es echt total oberamtlich zugeht, also aufwändig sein darf - und eine abgespeckte Version, die im Alltag gebräuchlicher ist, aber auch nur von staatlichen Stellen verwandt werden darf. Und dann gibt es noch eine Ausführung, die frau in Schwarzweiß oder Farbe downloaden kann und benutzen darf, ohne ein Amt sein zu müssen.

Jedenfalls gefällt mir das amtliche Modell für den Alltagsgebrauch - das ist das, bei dem die Konturen fehlen und der Gaul das Maul hält während sein Hintern brennt; außerdem hat er den Bodenkontakt verloren! - überhaupt nicht. Die lippische Rose steht zwar bei diesem Exemplar endlich nicht mehr auf dem Kopf, sieht aber aus wie eine Prilblume.

Und Wappenmodernisierung ist ganz klar ein Widerspruch in sich!

Außerdem wäre ich in meiner Eigenschaft als Bürgerin dieses Bundeslandes ganz gerne mal gefragt worden! In diesen Dingen wünschte ich, ich lebte in der Schweiz. Dort, scheint mir, werden die Bürger für jeden Pups ausführlich befragt...

Stattdessen scheine ich in einem Land zu leben, in dem die Meinung in den Medien bequem und schlüsselfertig vorfabriziert wird - selber denken ist nicht mehr gefragt, Informationen, die dieser Tätigkeit dienlich sein könnten, werden verschwiegen und kurze Hauptsätze auf Bild-Niveau unter's Volk gebracht.

Damit jeder Hirni sie mitgrölen kann.

Nachtrag: Dabei funktioniert auch der Informationsmarkt ganz simpel: die Nachfrage regelt das Angebot. Und umgekehrt.

Keine Kommentare: