Sonntag, Februar 17, 2008

Reflexion

Aus gegebenem Anlass komme ich mal wieder ins Grübeln über meinen Status als Mutter, Ehe- und Hausfrau. Es gibt dieses Klischee von der Frau, die sich schnell Kinder machen lässt, den Kerl damit an die Leine legt und von da an ausgesorgt hat, weil sie im gemachten Nest sitzt. Oder auch das Heimchen, das sich zu nichts anderem traut als Hemden stärken und Kinder hegen, das hilflose Weibchen, das ein Männchen braucht, eine starke Beschützerbrust.

Und zum wiederholten Male frage ich mich, wo ich eigentlich stehe in diesem Leben??

Jedenfalls gruselt es mich, wenn ich beispielsweise meine Tochter vom Spielen bei ihrer Freundin abhole und deren Mutter sich mir beim Betreten des Hauses quasi mit vollem Körpereinsatz in den Weg wirft, weil "Äh, hehe, man hat ja doch immer ein bisschen Dreck unter den Schuhen!"

Ich bin voller Widerwillen dagegen, "den Haushalt" als meinen Lebensinhalt zu betrachten, als den Job, auf dem "kvinna" steht. Schließlich lebe ich hier nicht alleine und ich bin ganz bestimmt nicht "zu Hause" geblieben, damit es hier immer nett und adrett aussieht. Das ist nicht meine Erfüllung, wenn ich auch sonst wenig weiß, aber dass ich nicht das Heimchen am Herd bin, das sehe ich ganz klar.

Meine Mutter pflegte ihr Credo (und das tut sie heute noch): "Als Frau braucht man kein Studium, keine aufwändige Berufsausbildung. Man heiratet ja doch und kriegt Kinder!" Und genau da bin ich offenbar gelandet, obwohl mich solche Sprüche immer geärgert haben.

Aber in Wahrheit ist alles ganz anders.

Ich bin nicht abhänging. Ich bin nicht unfrei. Tatsache ist, dass ich mir sicher bin, jederzeit für mich selbst sorgen zu können, wenn ich es müsste, obwohl ich das Flicken von Fahrradreifen lieber meinem Mann überlasse.

Die Kinder sind abhängig von UNS und das ist der Punkt. Denn Frau braucht den Mann nicht nur für den kleinen Moment der Zeugung. Männer wollen Kinder, das ist ein Fakt, der gern unterschlagen wird. Spricht frau ihnen diesen Beweggrund ab, macht sie ja die Aufzucht der Brut geradezu zu einem Frauenjob.

Das Einkommen dieses Haushaltes ist unser gemeinsames, denn wäre ich nicht zu Hause und kümmerte mich voll um die Kinder, wäre ihr Vater nicht in der Lage, ein solches Einkommen zu erwirtschaften - entweder kürzte er seine Arbeitszeit oder er bezahlte Andere für die Kinderbetreuung.

Ich habe diesen Mann nicht geheiratet, um mich selbst damit aufzuwerten. Soviel steht auf jeden Fall fest, auch, wenn ich nicht in allen Punkten klar sehe.

Logo, Familie schränkt ein. Ich kann mich sicher nicht SO frei bewegen wie ungebundene, kinderlose Frauen. Dennoch habe ich nicht das Gefühl, angekettet zu sein, meine Freiräume sind einfach nur organisierter, weniger spontan. Grundsätzlich kann ich tun, was ich will, niemand verbietet mir etwas, keiner macht mir Vorschriften.

Das einzige, was mich wurmt, ist, dass ich mehr könnte. Ich möchte einen Bereich haben, der mich ganz anders fordert, aber ich weiß nicht, was ich will. Ich hab' Energie übrig und weiß nicht, wohin damit.

Das liegt aber an mir.

Kommentare:

Deep blue Nyx hat gesagt…

Hallo und guten Morgen Kvinna

Bin "zufällig" hier über dein Blog gestolpert und ich möchte nur schnell sagen das deine Worte meine hätten sein können =)

Ich bin ebenfalls Mutter / Ehe- und Hausfrau und bin zufrieden damit! Ich vermisse nichts, fühle mich nicht eingesperrt, noch ist mir langweilig.

Ich habe meine Hobbys, und die lassen mich eben auch aufgehen.

Was mich eher traurig und stutzig macht sind die Aussagen, vor allem von Frauen, das Frauen die nicht Arbeiten faul sind. Ja, auch solche die Kinder haben. Da kommen Sprüche wie, willst denn nicht mehr Geld zur Verfügung haben? Oder bist du dir nicht zu schade für das rum hocken?

Erstens, ich habe keine Kinder damit ich sie dann wieder nach 3 Monaten in fremde Hände gebe, nur weil ich mehr Geld will. ich also wir haben uns das überlegt und so wie es ist, find ich es gut.

Und was heisst hier nur rum hocken? Also mir gehts gut damit, ich habe meine Arbeit, auch wenns halt "nur" Haushalt und Kinderpflege ist, aber ich hab auch Freizeit die ich so gestallten kann wie ich will.

Wo liegt denn das Problem wenn sich Frau heute mit dem beruft Mutter & Hausfrau gut fühlt, nicht noch was anderes, wie Geld braucht um sich zu definieren? Müssen wir uns rechtfertigen? Noch vor wenigen Jahren wars anders rum!!

Ich wünsche dir das du bald mal raus findest was du gerne willst ;)

Schöne Woche noch
Deep blue Nyx

kvinna hat gesagt…

Oh, eine Schweizerin! Herzlich willkommen! Wir haben Verwandte in der Schweiz, darüber findest du hier bei mir auch 'was, falls du stöbern magst!

Tja, und was mein Nicht-Ausgelastet-Sein anbelangt: etwas mehr als blanke Beschäftigungstherapie darf's schon sein...

...hab' jetzt ein Buch gekauft, weil mich der Titel so traf:
"Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will!" Dabei kennt die Autorin mich gar nicht ;)

Corriendo Mundo hat gesagt…

Barbara Sher hat auch ein paar gute Audio-Tips im Netz, hier die Adresse:
http://www.geniuspress.com/wklyaudio.htm
ElCuervo

Sam hat gesagt…

Netter Buchtitel:) magst
Du drüber schreiben, wie es war?

Ich bin über Deinen link seit langem mal wieder auf Ingrids Blog gewesen.
Die gute alte Nummer ..., also DA verkneif' ich mir gern mein Solo.

Es ist ohne Frage hart, Kinder allein grosszuziehen. Damit meine ich nicht (nur) die Bereiche Geld, Zeit, Platz und sich Vierteilen. Eben weil die Kinder abhängig sind von UNS!
Ein Kind mit zwei Eltern lernt zwei Sichtweisen, zwei Arten, dem Leben zu begegnen usw. Aber vor allem, wenns mal Streit gibt, ist es nicht mutterseelenallein im Wortsinn, sondern kann auch zum Vater gehen.
Ich würde mir das so wünschen für meinen Sohn!

Die Ansicht, Kinder wären in einer Tantengesellschaft besser aufgehoben teile ich nicht.
Was will ein pubertierender Knabe inmitten von Frauen? Der will was lernen, ausprobieren, seine Kräfte messen, an seine Grenzen gehen. Das ist diametral zu dem, was Frauen wollen. Und er geht ihnen damit, logischerweise (obacht, Spiegel!) auf die Nerven.

Und die Männer, die da vorbei kommen, also bei mir jetzt, sind halt "Hausfreunde", Liebhaber und Männer, die sich ihre Wunden verarzten lassen oder sonst ein bisschen betüddeln. Oder andere Riesen- Kleinejungs, Kvinna, Du hast ja so einen (Anruf...) mitgekriegt als Du hier warst.
Also niemand, den er wirklich respektieren könnte, womit er sich WIEDER auf einer Linie mit mir befindet.

Ich kann auch nie sagen: Frag den Bappa. Gehts ihr mal zum Schifahren oder ins Eishockey oder sonstwas und lasst mich in Ruhe.

ICH müsste seinen Vater anrufen, damit der IHN anruft (ich habs ihm schon angeboten). Der Vater würde sich sogar freuen, davon bin ich überzeugt. Er kann sich halt, ohne am Händchen genommen werden, nicht dazu entschliessen.

Aaaaber, genau, erraten:
Mein Sohn findet einen Vater, der nicht selbst den Drive dazu hat, sich hier zu melden sowas von daneben dass er gar nicht erst will, dass ich ihn anrufe.

Jo, machma halt so weiter, häift ja nix. Aber xund is des ned.

Anonym hat gesagt…

Shr empfehlen kann ich Frau Uta Glaubitz:

www.berufsfindung.de


Herzliche Grüße aus Dresden!

Ulrike

Deep blue Nyx hat gesagt…

Ja, mehr als Beschäftigunsterapie solls schon sein, ich denke wenn es das wäre, wäre ich unzufrieden ;)

Das Buch klingt ja interessant, ich hoff das du zu einem späteren Zeitpunkt mal drüber schreiben magst wie es dir gefällt ;)

Sonnige, aber kalte Grüsse aus Zürich :)

kvinna hat gesagt…

@Anuja: Hm-Hm, hab' schon gesehen, dass "Wishcraft" auch von Barbara Sher ist. Und genau bei dem Buch dachte ich immer:"Was soll ich damit, wenn ich doch gar nicht weiß, WAS wünschen!" Und genau diese Gedanken sind irgendwie über'n Teich geflogen... jaja, alles is' immer da! ;)Werd' dem Link noch nachgehn'...

@Sam: Ja, die Kinder brauchen Schutz vor den Müttern, Alternativen, Fluchtmöglichkeiten. Und gerade die Jungs werden regelrecht erdrückt von geballter Weiblichkeit: ErziehrINNEN in den Kindergärten, LehrerINNEN auf den Grundschulen... es is' schon ein Kreuz mit dem Fehlen der männlichen Identifikationsfiguren, ob nun innerhalb oder außerhalb der Familien. Von den Mädels, die auch die andere Sicht auf's Universum missen müssen, ganz zu schweigen. Denn auch für sie ist die überbordende Weiblichkeit nur ein scheinbarer Vorteil. Nein, die Tantengesellschaft behagt mir auch gar nicht.

Was nun deinen Sohn und seinen Vater anbelangt: vielleicht braucht's nur einen winzigen Schubs? Wär' der denn nicht zu machen? Klingt nämlich ein bisschen wie die Story mit dem Narchbarn und dem Hammer.

Mehr lieber am Telefon, das merk' ich grad'... ;)

@Ulrike: Interessante Sache, das mit der Berufsfindung - frau denkt ja gern, dass es DEN Job, der IHR passt, gar nicht gibt. ;)

Stela hat gesagt…

Hi Kvinna,
die Berufsfindungsseite hab ich mir wieder mal mit Begeisterung angeschaut,danke @Ulrike und schön wieder mal von dir zu lesen,
eines von Barbara Shers Werken wurde unverzüglich bei Amazon bestellt,danke Anuja!

Meine Erkenntnis und Erfahrung ist,dass Männer zwar oft Kinder wollen aber tatsächlich nicht bereit sind, den entsprechenden Beitrag zur Erziehung zu leisten, so dass sich frau dann trotz Familie oft alleinerziehend fühlt.(Das sei Sam zum Trost gesagt)
Zwei dicke Freundinnen von mir wurden nicht Mutter, weil ihre Partner nicht bereit waren, auch die Berufstätigkeit mit ihnen zu teilen.Beide Männer hätten die Familie versorgen ,aber nicht ihre
Berufstätigkeit einschränken wollen...
Ich stelle nicht ganz ohne Neid fest,dass du zu den Privilegierten gehörst,die sich nur fragen müssen zu welcher Tätigkeit in ihrer freien Zeit sie LUST haben,während ich z.B.immer das Geldverdienen auch noch im Auge behalten muss.
Vielleicht würde ich mich-stünde ich nochmal vor dieser Wahl-auch für ein drittes Kind entscheiden und meinen Mann mal eine Weile alleine Geldverdienen schicken.
Es wäre für mich auch völlig in Ordnung Familienmutter zu sein -auch wenn ich mich anders entschieden habe.
...was du zu Sam gesagt hast hätte auch von mir kommen können.
@Sam,vielleicht ist auch trotz der
neurotischen Unfähigkeit selbsttättig mit dem Sohn Kontakt aufzunehmen irgendeine Kameradschaft zwischen Vater und Sohn möglich.. und vielleicht sollte der Sohn nicht vor jeglicher Kontaktaufnahme befragt werden,er kann ja immer noch "schleich dich" zu seinem Vater sagen,wenn es nix bringt...mein ich nur.
Stela

Sam hat gesagt…

Kvinna und Stela,

Danke.
Ihr habts recht mit der Hammergeschichte:)
Ich weiss es: eines Tages wird mir SCHLAGARTIG das Geschiss zuviel und ICH trag das Dingens durchn Flur und klingel.
Klar, wer sonst :o/

kvinna hat gesagt…

@Stela: ich bin mir schon der Tatsache bewusst, dass das ein ziemlicher LUXUS ist, nicht beruftstätig sein zu MÜSSEN. Aber dass die Männer nicht BEREIT wären, ihren Beitrag zu leisten, sehe ich ein bisschen anders. Mein Eindruck ist eher, dass einem niemand vorher klarmachen kann, WIE SEHR Kinder an den körperlichen und VOR ALLEM an den geistigen Kräften zerren. Nur - als Mutter hängt man ganz anders drin, zumindest bei mir ist das so. Frau fügt sich in die Notwendigkeiten, während Mann (oft genug sogar unbewusst!) sich dem entwindet. Und da den Männern einfach im Familienalltag mangels Greifbarkeit das Hirn nicht durch den Wolf gedreht wird, fehlt ihnen dann auch das Verständnis.

Stela hat gesagt…

Liebe Kvinna,
diesmal musste ich ein wenig nachdenken...
die Tatsache,dass auch die Mädchen nicht nur von der weiblichen Dominanz im Erziehungswesen profitieren hast du mir erhellt-danke.
Ich kenne leider einige Männer, die ihre Frauen mit ein,zwei -sogar drei Kindern verlassen haben,weil sie sich das "so nicht vorgestellt hatten" und es (das Familienleben)nicht mehr aushielten.Das stützt deine These,dass Frau sich dreinschickt und Mann sich entwindet-geb ich zu.
Noch 'was gibt mir zu denken:
du schreibst,dass deine Kinder an deinen geistigen und körperlichen Kräften zerren.
Ich hatte meine Kinder als sie so zwischen sechs und elf waren fast fünf Jahre lang jeden Mittag in einem größeren Büroraum in meinem Geschäft.
Das Büro war halbrenoviert,das Wohnhaus,das ich oft nur nachts sah, baufällig.
VIELES hat in diesen Horrorjahren an meinen Nerven gezerrt- aber nicht meine Kinder.
Sie liefen so problemlos nebenher,dass ich tatsächlich über ein drittes Kind nachdachte.
Auch jetzt,wenn ich an diese Zeit denke,hab ich nie das Gefühl, den Kindern hätte es an was gefehlt.
Allerdings bereue ich,selbst nicht mehr Zeit mit ihnen verbracht zu haben,aber das ist eine andere Sache.
Meine Schwester hingegen,sie hat drei Kinder,wie du,widmet sich diesen Kindern auf eine Art und Weise ,die ich manchmal selbstzerstörerisch finde.
Sie ist z.B. pausenlos unterwegs um jedes Kind in seinen speziellen Sport-,Musik- oder sonstwas -unterricht zu bringen.
Ständig sind Übernachtungskinder da.Und ihre Kinder sind anstrengend und schwierig.Zweimal hat sie sich schon so verausgabt,dass sie sehr ernsthaft krank wurde.
Der Knaller: kürzlich sagte sie,sie hätte öfters ein schlechtes Gewissen,weil die Kinder nur so nebenher laufen.Geht's noch??!!

Jedenfalls weswegen ich grüble:
hatte ich nur Glück mit meinen unkomplizierten Kindern, oder könnte es sein,dass Kinder einfach die Energie VOLL in Anspruch nehmen,die du ihnen (als Mutter) anbietest?
Liebe Grüsse,Stela

Anonym hat gesagt…

Wie wärs mit einem "Jodeldiplom"? Da hast Du was eigenes, auch wenn die Kinder aus dem Haus sind ...

kvinna hat gesagt…

@anonym: davon habe ich mich bereits ausdrücklich distanziert - und zwar hier: http://gedankenwelt-kvinna.blogspot.com/2007/08/hausfrau-sein.html

;)

Ursel hat gesagt…

@Stela :
"oder könnte es sein,dass Kinder einfach die Energie VOLL in Anspruch nehmen, die du ihnen (als Mutter) anbietest?"

Ich biet' ihnen immer wieder Energie an, aber sie wollen sie garnicht, wollen lieber mit der Freundin gegenüber spielen als mit mir Flöte lernen z.B.
Ich denke, sie wissen am besten, WIEVIEL sie davon grad wollen und brauchen ;)
Das schlechte Gewissen für den Freiraum, den sie mir damit schaffen, gewöhn' ich mir grad ab :)

LG Ursel

P.S.: Bin auch grad am Grübeln, ob ein drittes Kind "vertretbar" wäre, wo ich doch eigentlich und uneigentlich endlich Arbeit finden muss..

Stela hat gesagt…

Liebe Ursel,
(Kvinna ich hoffe es ist ok wenn wir uns in deinem Blog treffen)
ich fasse mal eben die Paralellen zusammen,die mir zwischen uns beiden
aufgefallen sind -ausser der Verbindung zu Brasilien natürlich..
-du hast in Ingrids Blog deine Sehnsucht nach Freiheit"zugegeben",
-du hast zwei unkomplizierte Kinder ,die dich nicht viel fordern
-deine wirtschaftliche Situation
fordert eigentlich "mitverdienen"
-dein Ehemann ist nicht ganz unkompliziert,leidet, wenn ich das richtig verstanden habe ebenfalls-
wie mein Mann, an Depressionen.

Ich dachte in deinem Alter über ein drittes Kind nach und mein Mann wollte unbedingt noch eins haben,würde es noch immer wollen.

Meine Tochter wird nun in ein paar Wochen volljährig und entlässt mich
aus einem großen Teil der Mutterpflichten- was mich sehr erleichtert,denn ich bin ganz wild d'rauf Abhängigkeiten abzubauen und ein selbstbestimmteres freieres Dasein anzusteuern.
Es ist mir damals schwer gefallen meine Kinderwünsche zu verabschieden und sie kommen ja jetzt bei den (unsinnigen)"Enkelwünschen" schon wieder zum Vorschein,aber jetzt bin ich froh.
Wirklich abgehalten hatte mich übrigens die Befürchtung ,dass mit einem dritten Kind alles ganz anders sein könnte, als mit den beiden anderen:es hätte nur nicht so "pflegeleicht" zu sein brauchen wie die beiden Großen,dann wäre es für mich sehr problematisch geworden,das Leben.
Hoffentlich habe ich dich jetzt nicht verwirrt.
Das Blogschreiben und Kommentieren hilft mir immer sehr,meine eigenen
Geschichten aufzuarbeiten...
Danke für eure Geduld...
Liebe Grüsse,Stela

Sylke hat gesagt…

Gerade zur Zeit denke ich darüber nach, wie es wäre zuhause zu bleiben.
Die Kämpfe mit/in der Galerie haben ihren Tribut gefordert.
Mein Bruder schlug mir heute vor, ich solle mich doch wieder anstellen lassen und gut ist's.
Und das es doch sogar Alleinerziehende gibt, die auch selbstständig sind und wo das Geld für eine Babysitterin abfällt.
Tja, er hat seinen Sohn unter anderen Umständen großziehen können, nämlich in der straff durchorganisierten DDR, wo es kein Problem war, wenn die Mutti laufend zuhause bleiben mußte wg Kind-krank.Die dann nicht Angst bekam, wie lange der Arbeitgeber das wohl mitmacht.
Auch waren Omas da, die die Kinder betreut haben.
Heute wollen sie (was auch berechtigt ist) noch was von ihrem Lebensabend haben und reisen um die Welt.
Wovon bitte soll ich bei 3 Euro Stundenlohn noch einen Babysitter bezahlen?
Tja, da hat er mich entgeistert angeschaut und nichts mehr gesagt.
Ich bins einfach müde, den Leuten zu erklären, d. es heute etwas völlig anderes ist, kleine Kinder zu haben als zu DDR-Zeiten und noch dazu hier in der Region mit hoher Arbeitslosigkeit.
Da wartet selbstverständlich jeder Arbeitgeber auf mich "Jungmutter" mit 42 und dreijährigen Zwillingspaar.
Entschudigt bitte, d. ich meinen Frust hier so ablasse, aber mir stehts wirklich bis Unterkante Oberlippe!

kvinna hat gesagt…

Ihr Lieben!
Ihr habt mich ins Grübeln gebracht!

@Stela: Ich beneide Frauen, die sagen können:"Meine Kinder laufen so nebenher!" Ich kann das nicht. Vielleicht ist das tatsächlich so, weil das Dritte ANDERS ist. Ich weiß es nicht. Meine Kinder jedenfalls bringen mich immer wieder dazu, mich selbst zu hinterfragen. Ich finde es sehr anstrengend, immer genau zu wissen, was ich von ihnen verlangen kann und das auch hundertprozentig durchzusetzen. So gesehen bringen sie mich permanent an meine Grenzen. Die Nachmittage gehen schon für Taxifahrten 'drauf, aber wo sie allein hinkommen können, lasse ich sie auch und geifere danach, dass sie da hinwachsen. Ich setz' mich auch nicht auf die Bank und schau' ihnen anderthalb Stunden beim Training zu, wie das manche Mütter tun, die anscheinend sonst nix zu tun haben. Ich denke eigentlich, dass ich sie schon abnabele, wo es geht. Aber anstrengend sind sie trotzdem. Sie sind 10, 8 und 6 Jahre alt. Die Vormittage habe ich mir übrigens freigekauft, vor 14 Uhr kommt keines aus der Betreuung, meinen jährlichen Urlaub allein lasse ich mir auch nicht nehmen, nach 20 Uhr habe ich Feierabend kindertechnisch. Hm. Und das du dich hier mit Ursel austauscht, ist völlig okay.

@Sylke: Das isses ja: im Westen war's vor dreißig Jahren auch was anderes, Kinder aufzuziehen. Von meiner Mutter lass' ich mir auch nicht 'reinreden ;) Und ich kann dich gut verstehen mit deinem Frust. Finanziell war mein 400-Euro-Job auch nicht nötig, aber es war damals völlig frustierend, nur für die dadurch erhöhten Kinderbetreuungskosten zu arbeiten.

Ursel hat gesagt…

Hallo alle zusammen !

Hallo Stela,
ich fand Deinen Post "Lebenspläne" mit all den Kommentaren auch sehr erhellend.
Sorry, dass ich nicht so oft vorbeikomme und Deinen Kommentar an mich heut erst gesehen hab'.

Interessant, dass es da mehr Parallelen gibt als Brasilien zwischen uns ;)
Sollen wir mal weitermailen ?
Meine Adresse : ursulabpenharvel@gmail.com

Du hast mich überhaupt nicht verwirrt, denn das sind alles Gedanken, die mir selber grad im Kopf rumschwirren :)

Liebe Grüsse

Ursel