Donnerstag, Februar 14, 2008

Strategie

Gelegentlich, wenn ich nur mal schnell ein, zwei Teile aus dem Supermarkt brauche, wird der Einkauf dann doch umfangreicher als beim Betreten des Ladens gedacht. Da kommen mir dann immer die Umverpackungen für Milchtüten oder die Papp-Paletten von den Konservendosen gerade recht als Tragehilfe.

Zuhause wird das nicht mehr benötigte Vehikel dann fachgerecht zerlegt und dem Recycling zugeführt. Gestaunt habe ich nun über die Anleitung auf diesem Karton:

Dass beim Präsentieren der Ware im Supermarkt nichts dem Zufall überlassen wird, ist ja allgemein bekannt. Aber das hier finde ich doch stark.

Zum Einen verblüfft mich die Markenbezogenheit des Product-Placements - also nicht nur "Margarine steht ganz unten", sondern auch noch "Die Rama hat links von der Lätta zu stehen" - zum Andern drängt sich mir der leise Verdacht auf, dass inzwischen schon viel mehr Marken aus demselben Stall kommen, als offensichtlich ist.

Die Frage ist, aufgrund welcher wissenschaftlichen Erwägungen diese Reihenfolgen festgelegt werden. Und WER sich sowas ausdenkt. Oder ist das vielleicht nur deshalb so, damit jeder Supermarkt-Mitarbeiter sich sofort zurechtfindet, wenn ihn die Aufgabe des Regal-Auffüllens trifft?

Ob Verkäuferinnen sich sowas jemals fragen?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Warum sollten Verkäuferinnen sich sowas nicht fragen?

Stela hat gesagt…

Also meines Wissens gehn im Supermarkt Dinge ab von denen wir gar nichts ahnen:Firmen müssen erstmal ein Schweinegeld zahlen,dass sie bei so einer Kette erst mal "geführt"werden.
Der Platz im Regal ist alles andere als zufällig:mit umfangreichen Marktanalysen sind über das Verbraucherverhalten die besten Plätze im Regal analysiert worden-die Firmen zahlen für den Platz im Regal.
Jede Firma versucht möglichst viele
Variationen anzubieten um möglichst
viel Platz in den Regalen zu bekommen.
(das alles hat mir mal einer erzählt,der ein Getränk "erfunden" hat und an der Vermarktung scheiterte)
Nix dem Zufall überlassen-alles nach Plan ganz egal ob die Verkäuferinnen darüber nachdenken.
Liebe Grüße,Stela

Corriendo Mundo hat gesagt…

Schau dir mal "We feed the world" an - das beantwortet deine Frage, wieviel Marken aus demselben Stall kommen, ohne daß es offensichtlich ist. Die Firma Nestlé ist ganz vorne, weltweit und mit der größten Palette. Sie wollen auch weltweit das verfügbare Trinkwasser einkaufen und dann weiterverscherbeln.
Daß es eine derartige Sortierordnung im Supermarkt gibt - war mir bis eben nicht wirklich klar, obwohl ja die zusammenhängenden Ketten wie Rewe, Kontra, Stüssgen schon sehr gleichgeschaltet sind in Sortiment und Anordnung.
Regalplätze verticken, soso .... da tun sich ja sofort wieder neue Welten auf, in denen ohne Geld gar nichts läuft. Erhellend ...
Anuja

der Gauzibauz hat gesagt…

Lasst ihr euch dadurch wirklich beirren? Ich kauf immer nur meine Sonnenblumenmargarine und LÄTTA! Die Lätta hat´s mir angetan. Die bunten Buchstaben haben mich verführt und der reduzierte Fettgehalt. Ansonsten kauf ich neuerdings wieder Butter.
Täusche ich mich arg wenn ich von mir behaupte, dass ich relativ wenig beeinflussbar bin? Bei mir entscheidet der Geldbeutel.

Dass das so ist, hab ich nicht gedacht und nicht gewusst, ist interessant, danke Kvinna

kvinna hat gesagt…

@Anuja: Dass Nestlé die Finger in den Babygläschen, den Süßigkeiten und in Fertiggerichten hat, habe ich gewusst. Und das Dr. Oetker mittlerweile überall mitspielt, hat mich schon manches Mal erschreckt. Inzwischen habe ich das für mich so umgesetzt, dass ich dem Lebensmittel den Vorzug gebe, das am wenigsten Zutaten enthält. Also so pur und unbearbeitet wie's nur geht. Natürlich, auf den Zutatenlisten wird ja auch geschummelt, aber ich tu', was ich kann. Aber ALLES lässt sich oft genug nicht berücksichtigen.

@Gauzi: Du schreibst in einem Atemzug, dass dich bei der Lätta auch die bunten Buchstaben verführt haben und dass du dich für relativ wenig beeinflussbar hältst. Fällt dir da nix auf? ;)

@anonym: Ich wollte Verkäuferinnen nicht unterstellt haben, dass sie per se nicht über ihre Arbeit nachdenken, sorry. Was ich eigentlich meinte, ist, dass, je nachdem in welchem Kontext man steckt, man einfach betriebsblind ist für gewisse Zusammenhänge, Dinge für selbstverständlich nimmt und nicht reflektiert, über die Außenstehende doch sehr erstaunt sein könnten.

kvinna hat gesagt…

Ach, und Stela: Wieder was gelernt! ;) So kommt eine Information zur andern...