Mittwoch, März 05, 2008

Glaube, Liebe, Hoffnung! Ganz und gar subjektiv!



Der Kalvarienberg in Bad Tölz

Mein Vater hat damals als evangelischer Pommernflüchtling in eine rheinische Katholikenfamilie hineingeheiratet, als er meine Mutter ehelichte. Der Dünkel meiner Großeltern mütterlicherseits war enorm: was war schlimmer - seine Konfession oder seine Herkunft??

Ein Phallus, der den Himmel penetriert? Oder doch ein mahnender Zeigefinger?

Meine erste Erinnerung in Sachen Kirche ist die, dass meine Oma beschlossen hatte, ich sei nun "groß und vernünftig" genug, um durch meine Kindlichkeit die Messe nicht zu stören. Daher wollte sie mich eigentlich zum Gottesdienst mitnehmen. Dummerweise fiel ich fürchterlich auf meine sommerlich-nackten Knie und wurde, blutig und heulend, wieder nach Hause gebracht. Ich erinnere noch ganz genau das Hüpfen der Plastikperlen auf dem Bürgersteig, als bei meinem Sturz die gerade geschenkt bekommene Kette zerriss. Völlig aufgelöst taugte ich natürlich nicht für die Würde des Gotteshauses.

Deggendorf

Meine Mutter schickte mich später immer in die Kirche, damit sie in Ruhe den Sonntagsbraten vor- und zubereiten konnte. Selbst haben meine Eltern keinen Gottesdienst besucht. Erklärt hat mir niemand etwas. Der Schulpfarrer auf dem katholischen Mädchengymnasium, das ich besuchte, war nicht nur eine armselige, allgemein belächelte Figur, er war auch genausowenig wie meine Grundschullehrerin imstande, mir Religion, Kirche, Gott irgendwie nahezubringen, mir wirklich zu vermitteln, worum es geht, was es damit auf sich hat.


Eine Krippendarstellung in einer Tölzer Kirche. Den Dialog denke ich mir so: "Wo ist das Kind?" "Das Kind ist in den Brunnen gefallen!"

Die Wandlung, die ganze Heiligkeit, das gibt mir bis heute nix. Vielleicht wäre mein Verhältnis dazu ein anderes, wenn ein geliebter Mensch es mir auf liebevolle Weise nahegebracht hätte. Stattdessen kriegte ich solche Sprüche wie "Der liebe Gott sieht alles!" und "Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort, große nach neun Monaten!" 'reingewürgt. Und alles, was das Leben angenehm macht, ist irgendwie Teufelswerk. Diese ganze Huldigung von allem, was mit Leid zu tun hat... bis heute sehe ich das für typisch katholisch an.

Grejazi (evangelisch) und ich (damals noch katholisch) haben nicht kirchlich geheiratet, weil wir das als unehrlich empfunden hätten. Es um der Romantik willen zu tun, wäre uns sehr inkonsequent, um nicht zu sagen, verlogen vorgekommen. Unsere Kinder sind bisher nicht getauft.
Aber irgendwas war da. Irgendwann, ich kann es nicht festmachen, beschlich mich das Gefühl, der Sache noch einmal eine Chance geben zu müssen. Es hatte was mit Menschen zu tun, die ich mochte, die ich respektierte und bei denen ich dann mit Überraschung einen freudvollen Glauben wahrnahm. Dass jemand mitten im Leben stehen und glücklich über Gott sein kann, hat mich total verblüfft.
Zunächst mal bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten. Und dann ins evangelische Gemeindeleben eingetaucht. Meine Freunde sind dort, mein soziales Netz gründet darauf. Und also bin ich 2006 im September evangelisch geworden. Voller Freude.

Ich kann mich nicht des Gedankenkens erwehren, dass dieser Heilige sich beim Pinkeln segnet. Ohne jemandes Gefühle verletzen zu wollen.

Das Lebensgefühl der evangelischen Christen ist ein ganz anderes. Es ist legitim, auf sich selbst acht zu geben, zu lachen und sich des Lebens zu freuen. Es gibt keine Marienverehrung!!! Und, mindestens genauso wichtig, keine Heiligen!!! Was für eine Befreiung! Das Kreuz, dieses unsägliche Symbol des Leidens, sucht frau vergeblich in, an und um evangelische Kirchen. Die ganzen vorgegeben Bilder, diese Darstellungen, mit denen katholische Gotteshäuser zugepflastert sind und vorschreiben, wie zu fühlen ist, fehlen ebenfalls.


Im Tölzer Heimatmuseum

Die Sache mit der Maria macht auch, dass das Frauenbild in der evangelischen Kirche ein anderes ist. Das Presbyterium wird demokratisch von den Gemeindemitgliedern aus den Gemeindemitgliedern gewählt und besteht in unserer Gemeinde knapp zur Hälfte aus Frauen.

Nun mache ich mir keine Illusionen. Mein Gemeindeleben ist ein echter Glücksfall und die christliche ist noch immer eine Vater-Sohn-Religion. Meine Vorstellung von Göttlichkeit widerspricht nicht nur den Vorgaben der Amtskirche, sie deckt sich wahrscheinlich nicht einmal annähernd mit denen meiner Freunde.
Ich mache mir Aspekte vieler Religionen, Philosophien und Vorstellungen zu eigen. Ich brauche keinen Pastor, um Göttlichkeit zu fühlen. Dennoch empfinde ich das weder als Lüge noch als Betrug an meiner Gemeinde. Ich nutze sie, um meinen Glauben zu leben, als Vehikel gewissermaßen.
Und meine Religiösität sieht so aus, dass ich an eine liebende, göttliche Kraft glaube, die in mir wohnt und mich hält und trägt. Sich aufgehoben und geliebt zu fühlen, diese Intention deckt sich mit der meiner Mitchristen. Das mag die kleinste Schnittmenge sein, aber sie genügt.
Die Vatervorstellung ist das einzige, was ich an diesem Gottesbild strikt ablehne - und auch gar nicht für seinen Kern halte. Das ist nur, was die Amtskirche daraus gemacht hat. In meiner Gemeinde darf ich darüber diskutieren, darf das aussprechen und von allen Seiten beleuchten. Und werde damit respektiert.

Tölzer Spätsommer


Ich kann weder die Kirche noch das Patriarchat auf links ziehen und aushebeln. Aber ich für mich bin imstande, meine eigenen Bilder zu entwickeln und zu leben.
Und das allein genügt, um MEINE Welt zu verändern.

Kommentare:

Sam hat gesagt…

Auf den pinkelnden Leonhard hat mich meinen Sohn schon im Kleinkindalter hingewiesen, ganz aufgeregt:)
Wir sind oft den Kalvarienberg hoch spazierengestanden, weils dort so viele Eichhörchen gab und andere besondere Sachen,
z.B. den bronzenen Christus am Ölberg mit einem Sportlenkrad auf dem Haupt, hast den gesehen?

Ich find das schöne an der Religio, dass sie entweder empfunden wird oder eben nicht. Gottvertrauen kann ich mir weder denken noch erklären noch vormachen noch eintrichtern lassen, wie Du ja auch erfahren hast.
Ich scheue ja das Kollektive, besonders in spirituellen Angelegenheiten. Und inzwischen glaube ich zu merken, das auch die Religio die Kollektive scheut.

Schön, dass Du da in Deiner Gemeinde Geborgenheit findest!
Meine 9-jährigen Erfahrungen in einem katholischen Mädchenkloster, bzw. mit den Nonnen, waren wichtig und auch nicht übel, hatten aber mit der Religion dort nichts zu tun.

Dennoch sind die (hiesigen?) Katholiken vielleicht noch am ehesten so gestrickt, dass sie wissen, dass hienieden vor allem das irdische Leben zu leben ist in knallharter Polarität. Wo man währenddessen den Blick hinwendet, bleibt jedem selbst überlassen.
Ich kenn da ein paar (alte) Frauen mit einer Klarheit im Blick, mei liaba ...
Ich denk mir, dass so manch katholischer Pfaff sich gut was abschauen könnte von den Schäfchen, denen er da predigt.

In meinen 20ern bin ich trotzdem mal "der Göttin" aufgesessen. Aber das war vorstellungsgespeist. Da war ich sehr unglücklich und hab ein Bild gebraucht an das ich mich halten kann. War übrigens auch meine Tarot- und Frauenbücher-Zeit. Auf meinem eigenen Mist ist die Göttin natürlich nicht gewachsen, sie war ein Geist aus diesen Büchern, den ich dann von aussen (in der Natuuur) mit Inhalt füllte.

Naja. Was tut man nicht den ganzen Tag wenn der rote Faden erstmal weg ist, einfach nicht wiederzufinden.

Ich denke aber sehr gern an meinen Kinderglauben zurück. Und was ich immer noch sehr liebe ist die religiöse Volkskunst, vor allem die barocke.
Bei meiner Oma hing eine wirklich riesige geschnitzte und gefasste kobalt- blaugemantelte Madonna in der Küche, auf einer Wolke mit goldener Sichel im Strahlenkranz - weisst schon. Ich liebe das Bild, wo ich es sehe und hab auch so einen entsprechenden Wallfahrtsort.

Ich "musste" lang schon nicht mehr hin, aber er hat mich noch nie im Stich gelassen und jedes Problem gelöst, das ich dortliess.

Herrgott ist das ein langer Kommentar geworden!

Amen,
Sam

Mich freun Deine Berg-und Tölz- Fotos immer so!

rike hat gesagt…

bin zwischen deinen heiligen und den katholischen kirchen evangelisch aufgewachsen. deshalb habe ich den anblick der barocken kirchen immer gemocht. und die heiligen waren für mich ja nicht zuständig. so konnte ich sie als volkstümliche kunst bewundern.

habe mich gerade gefreut, als deine seite aufging...

und bin jetzt engültig wieder in der "oberwelt", wenn auch noch ein wenig wackelig..
liebe grüße!
von rike

Kingsizefairy hat gesagt…

Ich hab nix mehr mit katholischem oder evangelische Glauben zu tun, aber ich respektiere und freue mich auch für jeden, der seinen Halt und sein Glück im einen oder anderen findet.

Ursprünglich bin ich evangelisch getauft, komme aber aus einem sehr offenen und nicht vernagelt christlichem Haus. Wohl fühlte ich mich kurioserweise immer bei den Katholen in unserer Gemeinde. Aber das lag viel an den dort ansässigen Priestern, die einfach ein liebevolles Händchen für uns Teenager hatten. vor allem zwängten sie einem ihren Glauben nicht auf.
Das hat sie mir damals sehr sympathisch gemacht.

kvinna hat gesagt…

Liebe Sam,
ja, das Sportlenkrad ist mir nicht entgangen. Die Höhlen erinnerten mich stark an einen Märchenwald.

Und was das Gottvertrauen anbelangt: ich kenn' viele, die ähnliche Erfahrungen mit Kirche gemacht haben, wie ich. Die haken das dann ab und merken gar nicht, dass sie eigentlich Ersatz suchen.

Weil Religiosität ein Urbedürfnis ist. Jeder, dem die vorgegeben Bilder nix sagen, sollte sich seine eigene, individuelle Göttlichkeit suchen. Hm. Jedenfalls ist das meine persönliche Ideallösung - und am schönsten und leichtesten finde ich den Zugang auch eher allein.

Und ich glaube, der Unterschied zwischen rheinischen und bayrischen Katholiken ist ein enormer. Das hat ganz sicher mit der Landschaft zu tun.

Das Kunsthandwerkliche in den alten Kirchen finde ich auch beachtlich. Im Trierer Dom stand mir 2006 praktisch permanent der Mund offen. Und der gemalte Marmor an der Kirche auf eurem Kalvarienberg ist auch stark. Sowas Farbenfrohes gibt's nicht hier in meiner Ballungsgebietsluft.

Bei MEINER Oma hing ein gigantischer Rosenkranz an der Wand ;)

Und was die Bilder anbelangt: freut mich, wenn ich dir eine Freude machen kann!

kvinna hat gesagt…

Liebe Rike,

schön, dass du wieder atmen kannst! Meine Brust ist noch immer irgendwie voller Schlamm, daher werde ich jetzt auch mal Honig köcheln ;)!

Am andern Ufer ist das Gras immer grüner, oder? Das habe ich schon öfter von gebürtigen Evangelen gehört, dass sie die "Deko" bei Katholens so nett finden. Und ICH fühl' mich nach meiner Konvertierung von Ballast befreit...

kvinna hat gesagt…

Liebe Kingsizefairy,

hm, ich denk' manchmal auch, obwohl ich so viele katholische "Nieten" kennengelernt habe, dass sich das nicht so ganz pauschal verurteilen lässt.

Sicher gibt es auch bei den evangelischen Pastören Vollversager.

Die Gemeinde steht und fällt mit dem, der da vorn steht und predigt, schon.

Aber diese zölibatären Katholiken neigen höchstwarscheinlich eher zum "Abdrehen". Unterstell' ich jetzt mal.

Ganz sicher gibt es trotzdem in beiden Kirchen "So'ne" und "Solche".

Zwillings-Sonne hat gesagt…

"Im Trierer Dom stand mir praktisch permanent der Mund offen."
Mir stand zwar nicht der Mund offen, aber ich war schon baff erstaunt und gleichzeitig belustigt, wie offen da Horden von engelsgleichen Jünglingen halbnackt und hocherotisch dargestellt sind - das spricht für sich und ganze Bände. Gleich rechts, wenn man reinkommt, die Holzschnitzereien im Rondell (Die Fachausdrücke für die einzelnen Dom-Räumlichkeiten sind mir gerade nicht geläufig und ich brauche auch keine).

Was mich wundert, ist: Wieso (ge-)brauchen soviele Menschen die kirchlichen Gemeinden als Versammlungsmittelpunkte und schaffen sich nicht eigene unter neuem Namen und unter Weglassen eines nicht aufrichtig geteilten christlichen Glaubens und einem aufgeblasenem Zeremonienapparat?
(Als ehemals evangelisch Getaufte schließe ich die Lutheraner mit ein).
Liegt wohl an der menschlichen Bequemlichkeit.
Wenn es doch welche tun - laufe sie womöglich Gefahr, als "Sektierer" oder als "Linke" oder als irgendwas abgestempelt zu werden, wie soviele, die nicht in der großen Herde mitlaufen.
Vermutlich brauchen viele Menschen auch die Einbindung in regelmäßige Rituale und machen lieber bei irgendwas mit, als daß sie drauf verzichten oder sich etwas eigenes erschaffen.

Ich finde den gemeinschaftlichen Aspekt und das Wohlbefinden mit den Menschen auch sehr schön, Kvinna - allerdings würde ich das für mich nicht in einer Institution leben, mit der ich nicht konform gehe.

Ich war evangelisch getauft und bin vor einigen Jahren ausgetreten. Damals habe ich auch immer so argumentiert, daß die Kirchengemeinden vielen Menschen ein soziales Miteinander ermöglichen (und vor allem an jeder Ecke Kindergärten, Jugendclubs und Seniorentreffs im Angebot hatten.

Trotzdem: Wenn ich den Glauben nicht teile widerstrebt es mir völlig, wider besseren Wissens in so einem Verein mitzumachen.

Viele Priester beider Vereine sind selbst im Zweifel darüber, was sie da predigen - und viele vermissen für sich selbst einen wirklichen Zugang zum Göttlichen.

Zum rheinischen Katholizismus und insbesondere dem in Köln "praktizierten": Der Kölner an sich hatte immer schon viele Fremde in der eigenen Stadt, die ihn übernehmen wollten, er ist also von Haus über die Jahrtausende hinweg an Multikulti gewöhnt. Das macht offener, als wenn der Mensch ringsum von Bergen umzingelt ist.
Gilt auch für die Bewohner von großen Flüssen und Küstenregionen - der Horizont ist einfach viel offener, weil man hier automatisch durch Bewegung und Handel mit Fremden zusammenkommt. Meine Erfahrung. Und historisch gewachsen.

Anuja

kvinna hat gesagt…

Liebe Anuja, schön, dass wir uns gegenseitig sein lassen können! ;)

Zwillings-Sonne hat gesagt…

Fühlt sich jetzt mehr an wie ein Abwürger.
Für mich bleiben solche Fragen dennoch interessant und für mich persönlich sogar essentiell:
Wie geht es zusammen, gemeinschaftliche Aspekte und zwischenmenschliches Wohlbefinden innerhalb einer Institution zu leben, mit der man nicht konform geht?
Anuja

kvinna hat gesagt…

Nein. War nicht als Abwürger gedacht. Ich hatte nur das Gefühl, Auszüge aus dem Post wiederholen zu müssen, um meine Antwort auf deine Frage geben zu können.

Ich schrub von der kleinsten Schnittmenge, vom Sich-Geliebt-fühlen. Das deckt sich mit den Bildern, die in meiner Gemeinde vorherrschen. Und ich werde innerhalb dieses Gefüges mit meinen anderen Ansichten akzeptiert: trotz "Herde" können die anderen mich sein lassen. Ich akzeptiere ihre Vater-Bilder ja auch.

Und warum ich nicht mein eigenes Klübchen bilde? Weil die Strukturen, die vorhanden sind, mir behagen. Und ich daher meine Kräfte für andere Dinge aufsparen kann.

Mit deiner Äußerung über erotische Darstellungen hast du bei mir übrigens den neuen Post angestoßen.

Zwillings-Sonne hat gesagt…

"Ich schrub von der kleinsten Schnittmenge, vom Sich-Geliebt-fühlen."
Genau daß ist es ja der Punkt und das, was ich auch bei Ingrid´s Blog und immer wieder lese und dazu schreibe: Was geben Menschen, und vor allem Frauen (aufrund ihrer Konditionierung) nicht alles auf und wo ordnen sie sich nicht überall ein und unter, nur um sich ein wenig geliebt, anerkannt und akzeptiert zu fühlen?

Eins von vielen krasses Beispielen: Diese Sehnsucht nach Zugehörigkeit und ein wenig Geborgenheit in der Gemeinschaft hat z.B. auch dem dritten Reich den Nährboden bereitet, hier allerdings auch klar von Männern.
Von daher sehe ich sowas immer als Gradwanderung, und manchmal auch als gefährliche.

Alle Religionsgemeinschaften sorgen für Trennung unter den Menschen auf diesem Planeten - das gemeinsame Ritual des Backoblatenschmauses wird vom Papst weiterhin den Schafen auf beiden Seiten verboten, die Muslime halten die Christen für unrein usw....
Die Gründung einer Gemeinschaft (auch einer Frauengruppe oder sonstwas) ist immer der Anfang von Trennung - denn sie zielt nicht nur auf das gemeinsame Erleben der Schafe im Gatter sondern schließt zwangsläufig die Schafe außerhalb des Gatters aus.

Nachher lese ich mal die Fortsetzung des Themas in deinem neuen Post. Bei dieser Gelegenheit nochwas: Obwohl ich die Welt anders sehe, mag ich dich, Kvinna.
Anuja

kvinna hat gesagt…

P.S.: Ich LIEBE es, Bibeltexte als Diskussionsgrundlagen für mein persönliches HEUTE zu nutzen. Und wenn ich es mal schaffe, einen evangelischen Gottesdienst zu besuchen, nehme ich daraus immer etwas für meinen Alltag mit. Schließlich geht es da auch nur um Betrachtungsweisen und um's Miteinander.

kvinna hat gesagt…

Huups, überschnitten!

Was ich meinte, war: Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, mich irgendwo unterzuordnen, indem ich in dieser Gemeinde aktiv bin.

Ich gebe nix auf, damit ich "mitspielen" darf.

Ich muss mich nicht verbiegen, um da hineinzupassen.

Deshalb ist das für mich völlig okay. Ich gebe 'was und krieg' 'was dafür.

Aber eben: Was in meiner Gemeinde abläuft, ist ja nicht pauschal für die ganze Kirche gültig. Mein Pastor denkt auch eigenständig und nicht immer so, wie seine Oberen das gerne hätten.

In dieser Beziehung herrschen um JEDEN Kirchturm herum andere Verhältnisse.

Und, ja, ich mag dich auch. Und reibe mich fürchterlich gern an dir. ;)

kvinna hat gesagt…

He, möglicherweise Missverständnis: nicht das Geliebt-fühlen in der Herde war gemeint, sondern das Aufgehobensein im Universum.

Ursel hat gesagt…

Huhu,

Grüsse von einer ehem. früher durchaus glücklichen katholischen, in so manchen Ordensbruder/Priesteramtskandidaten verliebt gewesenen,
mittlerweile aber ohne Groll
von der Kirche sich freigeschwommen habenden
und sich auf ein Grundvertrauen stützen könnende

Ursel :)

Stela hat gesagt…

Hi Kvinna,
verflixt,seit TAGEN schreib ich diesen Kommentar und werde JEDESMAL vor dem Abschicken gestört!!!!
Ich empfinde Bewunderung,fast ein bißchen Neid, wenn ich mir deine Geborgenheit in der Gemeinde und deine differenzierte Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben anschaue.
Da ich ganz unchristlich aufgewachsen bin,ich stell mir das so wie früher in der DDR vor,meine Eltern und alle Großeltern sind nur bei Pflichtveranstaltungen wenige Male in meinem Leben mit mir in die Kirche gegangen,es wurde nie gebetet,Glaube war nicht präsent...jedenfalls habe ich keinen Bezug zum christlichen Glauben.Jesus,Kirche,Religion das sind für mich Fremdkörper aus einer
anderen Welt und Zeit.
Die katholische Kirchendeko(schön gesagt)spricht mich an, aber mit der gleichen befremdeten Bewunderung, mit der ich die Altäre und Tempel meiner indischen Geschäftsfreunde in deren Werkstatt
bestaunte.
Es berührt mich nicht wirklich.

Zu meiner großen Freude stellte ich fest,dass sich beim Anblick archaischer Darstellungen der Göttin bei mir "etwas bewegt".
Es ist mir gelungen Kontakt zu einer universalen liebenden Kraft aufzunehmen -und nach meinem Empfinden ist sie weiblich.
Allerdings,der Draht ist dünn und brüchig und meine Suche ziemlich einsam.
Ich sehne mich nach einer gleichgesinnten Gemeinschaft.
Liebe Grüße,Stela

Zwillings-Sonne hat gesagt…

Bin mir fast sicher, daß auf der Alb ein paar "Göttinnenzirkel" zu finden sein müssen ... manchmal habe ich sie bei meinen Rundflügen ums Feuer tanzen sehen und sie singen gehört. Der Rabe

kvinna hat gesagt…

Ich hege ja die Theorie, dass die Christenkirche sich in den Bergregionen zwangsweise stärker an die alten Naturreligionen angenähert, Aspekte von ihnen adoptiert hat, weil die Menschen in solchen Gegenden viel näher an der Natur und damit schlechter von ihrem Glauben zu lösen sind als in Landstrichen, die dem Menschen weniger abverlangen.