Mittwoch, April 16, 2008

Biel! Bienne! Bieu!

Biel! Biel ist zweisprachig. Bienne französisch. Bieu berndeutsch. Biel hat mich total umgehauen im letzten Jahr. Ich meine, die Schweiz ist ein ungeheuerliches, kleines wildes Land, das einen bemerkenswerten Menschenschlag hervorgebracht hat. Ich bin beeindruckt.

Dabei kenn' ich grad' mal ein Fitzelchen Nordschweiz, s' Berner Oberland, ein bisschen Jura und so. Hätten wir nicht Familie dort, ich pflegte vermutlich noch immer mein Bild vom volkstümelnden Traditionsschweizer mit Rauschebart, ähnlich dem Klischee, das ich lange von den Bayern hatte.

So ist es immer gut, über'n Tellerrand zu schauen, auch wenn's das eine oder andere Vorurteil bestätigen sollte.

Jedenfalls Biel. Was ich da gespürt habe, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Zunächst einmal hat die Stadt einen maroden Charme, alles gammelt ein bisschen, jedenfalls in der Altstadt. Dann ist sie voller Wasser, sie liegt am Bielersee und die Aare fließt durch sie hindurch.

Na ja, und im letzen Sommer kam auch noch ziemlich viel Wasser von oben:


Womit dieses rote Katzentier sich bestens arrangiert hatte...

Die Atmosphäre unter den Bäumen war jedenfalls eine besondere. Und dann waren da noch

diese blauen Blumen, die mich ganz sprachlos machten.

Um diesen Brunnen arrangiert, in Verbindung mit dem Wasser, machten sie einen ganz besonderen Eindruck auf mich. Überdies stieß Grejazi in der kleinen, aber feinen Bibliothek des Museums auf Kurt Derungs' "Mythen und Sagen im Drei-Seen-Land" und das war wieder mal eine neue und wichtige Tür für mich.


Ja! Hätte ich mal gleich in dem Museum dahinter gefragt, wie die heißen, die Blumen! Wieder zurück aus dem Urlaub konnte mir nämlich meine sehr gartenbewanderte Schwägerin auch anhand der Fotos nicht sicher sagen, um was es sich handelt.

Bis ich die Pflanze dann als Schnittblume im Blumenladen traf; da konnte mir geholfen werden. Afrikanische Schmucklilie, Agapanthus! So bekam ich denn zum Geburtstag im letzten September von Schwägerin und Schwager diese hier


Zugegeben, sieht noch nach nix aus. Hat auch schmalere Blätter als die Schweizer Exemplare. Aber es gibt auch zig Sorten, noch dazu in blau und weiß. Wie gesagt, hätte ich bloß vor Ort gefragt!!! Aber blau wird sie auf jeden Fall, soviel wissen wir. Ich habe sie sehr sorgsam überwintert, und das heißt etwas bei mir, ich kann nicht gut mit Pflanzen. Und sie dankt es mit reichlichem Sprießen, um so mehr, seit sie nun draußen steht und ein paar schwache späte Fröste auch gut überstanden hat.
Ich bin gespannt!

Kommentare:

Sam hat gesagt…

So, jetzt weiss ich, was Du meinst!(angedenks des Telefons neulich, die Pflanze betreffend)
und die Pünktchen aussenrum sind Kirschblütenblätter? Schlehenblüten?

Grr, hier is immer noch Sibirien.

kvinna hat gesagt…

Jepp! Kirschblüten. In unserm Garten hat's keine Schlehen. Aber warm isses hier auch nicht wirklich, jedenfalls nicht mehr als episodenhaft... April halt'!

Sam hat gesagt…

Die Katz hat vielleicht Sinn fürs Praktische, aber Geschmack hat sie keinen, wollte ich noch angemerkt haben...

Vielleicht magst Du diesen Artikel von Sybille Berg zu den Schweizern lesen:
"Volk ohne Angst"

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/sibylle_berg_volk_ohne_angst/

kvinna hat gesagt…

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/sibylle_berg_volk_ohne_angst/

Heißen Dank für diesen wahrhaft göttlichen Link (hab' googeln müssen, aber schnell gefunden, daher hier oben nochmal vollständig für Interessierte!) Da kann ich voll mitschwingen in der Aussage von Frau Berg!

Und - ja, die Katze hat wirklich gar keinen Geschmack; aber vermutlich auch ganz andere Prioriäten als wir!

kvinna hat gesagt…

Hm, immer zerreißt's den Link - vielleicht mit Leerstellen dazwischen?

http://www.achgut.com/dadgdx/index.
php/dadgd/article/sibylle_berg_volk
_ohne_angst/

kvinna hat gesagt…

Jaa! Also, beim in die Browserzeile kopieren natürlich die Leerstellen 'rausnehmen!

Sam hat gesagt…

oder hier klicken:)