Mittwoch, Juli 09, 2008

Zwei Apfelbäume



Mein Schwiegervater pflanzte diese beiden Apfelbäume, bevor das Grundstück geteilt wurde und meine Schwägerin im ehemaligen Gemüsegarten ihr Haus baute, in ungefährer Ost-West-Ausrichtung nebeneinander und zog sie mühsam auf Spalier.

Als die Bäume der Baustelle weichen mussten, standen sie bereits einige Jahre dort. Wir holten sie in unseren Garten, pflanzten sie parallel zur neuen Grundstückgrenze, was bedeutet, das ihre Zweige nun einigermaßen eine Nord-Süd-Linie vorgeben.

Wir bangten, ob sie die Aktion überleben täten. Sie taten es. Nun stehen sie seit mehr als 10 Jahren so wie auf dem Bild. Der dunklere rechte Baum ist ein Boskoop, der nicht überreichlich, aber zuverlässig trägt. Rechts oben reichen die Zweige unseres Schwarzkirschbaumes ins Bild. Der linke Baum hat nicht nur helleres Laub und hellere Rinde, seine Früchte sind auch sehr hell, es sind Klaräpfel, die ich überhaupt nicht kannte, bevor dieser Baum gepflanzt wurde.

Seine Zweige biegen sich in jedem Jahr unter der Last seiner Früchte - die immer abgefallen sind, kurz bevor sie einigermaßen reif waren. Uns ein Rätsel.

Im letzten Herbst sprach ich mit Sam darüber und bei einem Telefonat letztens hat sie mir geraten, den Baum mit Silicea D12 zu behandeln. Nach dem ersten Gießen einer entsprechenden Lösung bei abnehmendem Mond gab ich einige Zeit später die Tabletten weisungsgemäß an den Stamm, damit Tau und Regen sie nach und nach auflösen würden.

Die Begegnung war denkwürdig. Ich ließ mich auf den Baum ein und, wie soll ich das erklären, ich spürte eine unendliche Liebe mir entgegenwallen. Dankbarkeit? Ich weiß es nicht. Es hat mich sehr beeindruckt.

Einige Zeit später nahm ich Kontakt mit dem Boskoop auf und da kam Wut. Unendliche Wut. "Er platzt vor Wut!" kam mir spontan in den Sinn. Das passt auch gut zu seiner schon seit längerem senkrecht aufplatzenden Rinde. Ein paar Schritte zurückweichend sah ich dann auch, dass der Baum den auf ihn herunter kommenden Kirschbaumzweigen aus dem Weg zu wachsen versucht.

Vielleicht ist es das.

Kommentare:

Kingsizefairy hat gesagt…

naja... aber was willst du jetzt machen? den Kirschbaum abholzen`? Geht ja wohl auch schlecht.
Vielleicht mit dem Kirschbaum mal reden, er möge bitte etwas anders wachsen und den Boskoop nicht so bedrängen?
Mann, klingt das alles komisch *lach*

Aber ich weiß, was du meinst...

Sam hat gesagt…

Jo, der Boskop scheint sich mit aller Macht wegzulehnen :)
Ich kenn die Lichtverhältnisse ja nicht.
Aber rechts dahinter wächst ein Farn (oder?)
Schau Dir mal die Linie an, auf der der Farn steht, die mögen heftige Plätze, die Apfelbäume und die meisten Menschen gar nicht aushalten. Ist da auch sonst der Bewuchs spärlicher oder anders? Wohnt da jemand, der ähnliche Probleme hat wie der Boskop:)

Auch Orte lassen sich "behandeln", dann muss es der Baum nicht ausbaden.

Grüsse!
Sam, saumüde

kvinna hat gesagt…

Ich musste darüber nachdenken. Der Farn hat sich auf beiden Seiten des Zaunes selbst angesiedelt, erst drüben, dann kam er 'rüber zu uns, unter dem Zaun hindurch.

Die Lichtverhältnisse sind nicht eben günstig für den Boskoop.

Lichtmangel. Hm.

Ursel hat gesagt…

Hallo Kvinna,

schönen Urlaub !!

Klaräpfel ? In Hessen heissen welche Claraäpfel, die auch ganz hell sind und ganz weich. Keine Lageräpfel.
Lecker, hmm.

Schön, dass man auch Pflanzen und Orte behandeln kann !!
LG Ursel