Mittwoch, August 20, 2008

Grappa!!!

Neue Schule, neuer Lebensabschnitt! Tatsächlich, neue Ufer sind erreicht. Der Älteste, der J., geht seit etwas mehr als einer Woche auf die weiterführende Schule. Was das alles mit sich bringt: Busfahrkarte, öffentlicher Bus, Telefonkarte (damit das Kind vom öffentlichen Fernsprecher die Mama rufen kann, wenn mal der Regen waagerecht daherkommt!) Büchereiausweis, Schülerausweis! Glücklicher Weise gibt es eine Einführungswoche, damit die I-Dötzianer, die Fünftklässler halt', sich nicht dauern verlaufen.

Geht selbstständig in die Zentralbibliothek, "Mama, ich kann ja nachmittags einfach nochmal in die Stadt fahren!" Wow!

Doch, für mich ändert sich auch manches. Plötzlich ist das Kind viel größer, vernünftiger, wirklich, von jetzt auf gleich: er übt mit seinem jüngeren Bruder, M., den Text für's Musical vom Kirchenchor und hilft seiner Schwester bei den Hausaufgaben.

Von sich aus!

Macht sehr gewissenhaft Hausaufgaben und packt die Tasche nach Stundenplan: "Mama, DAS musst du auch noch unterschreiben, das muss ich morgen abgeben!"

Die Kleine, gestern: ICH habe ihr erklärt wie der Trick bei den Pyramidenaufgaben in Mathe geht, "Cool, Mama!" Wenn ich daran zurückdenke, wie meine Mutter in meinem Genick ein Mathebuch in Fetzen gehauen hat, weil ich irgendwas nicht kapiert habe...

Ich mach' bestimmt nicht alles richtig, aber sicher richte ich nicht so ein Unheil bei meinen Kindern an wie meine Mutter damals bei mir!!!

Mann, bin ich betrunken!

Kommentare:

Grye Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Kvinna!
Wir geben uns alle solche Mühe, nicht wie unsere Mütter zu sein.
Ich wünsche Dir eine angenehme Nachtruhe.
Grye Owl

Sam hat gesagt…

Sehr zum Wohl!

Habs auch genossen als etwas Vernunft ins Kind einzuziehen begann - was aber nur eine vorrübergehende Phase war...)

Zu Deiner Mutter: Ich wette, die war nicht nur für Mathe einfach zu blöd.
Aber am Ende wars genau das, was Dich gross und stark hat werden lassen :)

kvinna hat gesagt…

Nicht so zu sein wie meine Mutter hat mich jahrelang viel Kraft gekostet. Denn das war auch keine Freiheit. Freilich war es hart, einiges von dem, was sie an mir getan hat, auch als richtig zu akzeptieren. Aber letztlich war es gut für mich, das zuzulassen.

Und oft habe ich Altersgenossen beneidet, die offenbar ein sauberes, ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hatten. "Warum kann das mit meiner Mutter, mit meinem Vater, nicht so unbelastet funktionieren wie bei andern?"

Irgendwann kam aber die Erkenntnis: hätte ich nicht genau diese Geschichte, wäre ich nicht die, die ich bin.

Und eine Andere will ich gar nicht sein!

Grye Owl Calluna hat gesagt…

Danke Kvinna!
Du hast Recht. "So" ist es besser, leichter für mich zu verstehen, und zu akzeptieren. Denn die selben Fragen, wieso kommen andere so gut mit ihren Eltern aus, habe ich mir auch schon so manches Mal gestellt.
Es ist immer schön, solche Unterstützung, einen Hinweis, Wegweiser, einen Denkanstoß zu bekommen. Da geht`s einem doch gleich viel besser.
....und was den "Kampf" betrifft, ....bedauerlicherweise kann sie nicht damit aufhören mich in eine, "ihre" Form pressen zu wollen. Aber ich kann "mein" Leben nicht"so" leben, wie "sie" es sich vorstellt!! Er ist MEINS!
Viele liebe Grüße
Grye Owl