Donnerstag, November 20, 2008

Eierbrei!

Was ist denn das, wenn eine Kreatur offenbar leidet und langsam krepiert, wenn der Mumm fehlt, "hach, die traurigen Augen", "so puschelig", "hochheilige Natur (oder was dafür gehalten wird!)" wo offenbar das Kindchenschema greift, und nicht der Arsch in der Hose vorhanden ist, dem Viech den Garaus zu machen?

Egoistisch ist das! Nicht den "Mord" verantworten wollen, aber dem "kaputtgehen" jammernd zusehen! Ha!

Früher hatte ich Hemmungen, halbtoten Vögeln den Hals umzudrehen, weil mich die Vorstellung gruselte, plötzlich den Kopf in der Hand zu haben. Aber dem Vogel ist das wurscht, tot ist tot.

Eine Amsel mit gebrochenem Flügel, die beim Tierarzt an ihrem angstbebenden Herzen gestorben ist, hat mich gelehrt, dass das Tier nix davon hat, dass ich sein Bestes will. Sein Bestes gehört nämlich ihm und der Preis ist zu hoch. Das Leben ist der einzig wahre Besitz jedes Menschen und jeder Mitkreatur.

Ein Feldhasenbaby, das außerstande war, sich noch zu bewegen, weil ihm vermutlich die Katz' den Rücken gebrochen hatte, ist jämmerlich verreckt. Weil es so niedlich war, hat mir der Mumm gefehlt, kurzen Prozess zu machen.

Aber ich bin lernfähig.

Kommentare:

Zwillings-Sonne hat gesagt…

Jede(r) ist lernfähig und unter gewissen Umständen zum Töten durchaus in der Lage.
Es ist nur so, daß z.B. ich als Person in den mir gegebenen Lebensumständen i.d.R. erst gar nicht vor eine derartige Entscheidung gestellt werde - oder zumindest sehr selten.
Da ich auch nichts esse, was zwei Augen hat(te), brauche ich nicht einmal drüber nachdenken, von wem ich jetzt wo unnötig ein tierisches Leben töten lasse. Dies tue ich schon bewußt - weil für mich das Leben, auch das der anderen, irgendwie heilig ist.
Ich würde allerdings auch töten (und auch Sterbehilfe bei einem Menschen leisten - ich unterscheide da nicht zwischen Mensch und Tier), wenn es die Situation erfordert. Und ich weiß, daß ich dazu imstande bin. Wie jede(r) von uns.
Umso mehr freue ich mich, daß ich im richtigen Leben wirklich selten vor die Frage gestellt werde - aber jeden Tag sorglos eine schöne Tarotkarte ziehen kann und mit den Göttern spielen.
Gruß, Sati

mondin hat gesagt…

Mein Chef erzählte neulich von seiner Mutter, dass sie die Katzenbabys nur solange ertränken konnte, wie sie die Augen noch nicht offen hatten, danach konnte sie's nicht mehr. O.k., das ist auch wieder ne andere Situation, kleine Wesen ohne Notlage umzubringen, nur weil sie unerwünscht sind...

kvinna hat gesagt…

@Sati/Anuja/Labbatú/Königin: Womit habe ich das verdient, dass ich dir nur eine Kopie eines anderen Kommentars wert bin? Du, die du sonst Worte hervorbringst, als bekämst du sie nach Menge bezahlt? Schätze dich glücklich, dir selten die Fragen stellen zu müssen, die ich mir zu stellen gezwungen bin, wenn am hellichten Tag mal wieder ein Igel über meinen Weg torkelt oder ein myxomatosegeplagtes Wildkaninchen. Ansonsten sehe ich das wie Stela es drüben bei Sam in Cantharis kommentiert hat: es ist ein Ungleichgewicht im Leben, wenn der Tod etwas Fernes ist.

@mondin: Ja, das mit den Augen, der "vorwurfsvolle Blick", den wir so gern hinein interpretieren in unserem deplazierten Schuldgefühl.

Zwillings-Sonne hat gesagt…

Es kommt ja nicht nur auf die Quantität an. Danke für die Anregung und das Kompliment - eine schöne Vorstellung, für´s Schreiben bezahlt zu werden.
Sati reicht übrigens.
Ja, es stimmt, der Tod ist ein guter Lehrer! Hatte bei mir auch schon darüber geschrieben. Und ich habe ihn schon oft getroffen in meinem Leben. Aber mehr den Tod von vielen Menschen aus meiner Familie und von Bekannten, als Tiere am Wegesrand in der Stadt.
Gruß, Sati

Senioren-Lobby hat gesagt…

Da sind schon wahre Worte zu dem Thema, dennoch könnte ich es nicht, würde in solchen Fällen immer hoffen, dass sich jemand anders bereit erklärt, dem leidenden Wesen ein Ende zu bereiten.
Sei lieb gegrüßt und Jouir la vie
Kvelli