Freitag, Juni 05, 2009

Vom Wind verweht...

...sind wir seit Wochen. Und haben keinen Regen. Ich bin selber schon ganz trocken. Inzwischen gieße ich unsere Obstbäume täglich mit Brunnenwasser. Grejazi und die Kinder haben dem Wind eine schöne Seite abgetrotzt - die Drachen sind Mitbringsel aus Damp, vom Vater für seine Kinder...
Diese Meldeneule, Trachea atriplicis, die wohl auch der Wind in unsern Garten geweht hatte, war in natura leicht zu übersehen, obwohl zwei Zentimeter groß. Mich trieb nach erfolgter Bestimmung die Frage um, was denn nun "Melden" wohl für Pflanzen seien. In der Neuauflage eines sehr alten Kräuterbuches stieß ich dabei auf "Möske" und da dies der Mädchenname meiner Großmutter väterlicherseits war, sah ich natürlich nach. "Möske" ist ein alter Volksname für - Waldmeister!

Kommentare:

waldviertelleben hat gesagt…

bei uns ist es nicht so windig, aber recht kalt. trocken auch. deine tierbestimmungskünste haben meine volle bewunderung.
also ist das ein waldmeisterfalter?

Trudy hat gesagt…

Hoffentlich sehe ich auch mal einen solchen Falter! Du hast ja ein ganz scharfes Auge!
Dieses Wetter liebe ich sehr. Da ist die Luft sauber. Aber regnen dürfte es schon hin und wieder, am liebsten über Nacht. Wir haben Glück, Petrus erledigt grad seinen Job und giesst Garten und Rasen.

kvinna hat gesagt…

Ich wünsch' mir dringend Regen. Und heute wird mein Wunsch erfüllt. Ich hoffe, es regnet lange und gründlich genug, um den Boden zu stillen.

Und das mit dem Falter war wohl missverständlich. Die "Melde" und "Möske" haben nicht mehr miteinander zu tun, als dass sie im alphabethischen Verzeichnis recht nah beieinander stehen.

Die Eule hat mich also ganz zufällig in die Nähe meiner Oma gebracht. Sozusagen.

Und die war eine Waldmeisterin. ;)

Sam hat gesagt…

Ist ja schon eine Zeit her, aber wünscht Du immer noch? Wenn Du die Lokalität bitte etwas genauer festlegen könntest! Hier regnets Stühle!

Dein Blick für Mimikry ist wieder mal sagenhaft. Erinnert mich an Gabrielas Bauimfoto mit der Raupe!
Grüsse,
Sam

kvinna hat gesagt…

Tja, die Mimikry - ich schau' halt' aktuelle SEHR ins Kleinste und Winzigste. Die entsprechenden WWW.Welten haben mich sehr im Griff.

Aber staubtrocken ist es zum Glück nicht mehr. Die aktuelle Durchwachsenheit macht zwar das Wäschetrocknen schwierig, aber sonst stört sie mich eher nicht.

Die Eschen sahen nach DEM Winter alle aus, als stürben sie. Und sind spät dran mit ihrem Laub, sind gar nicht richtig vollgrün geworden.

Die Platanen wirkten auch angeschlagen, sind sehr anfällig für Schädlinge, haben sich aber sonst eingekriegt, halbwegs.

Aber was sagen mir nun die Eschen über den Sommer? Der müsst' ja völlig ertrinken nach dieser Prognose...

Sam hat gesagt…

Ich hab das heuer mal beobachtet mit den Eichen und Eschen hier im Gäu. Nur MANCHE Eiche grünte vor den Eschen und das ist die Krux an dem Spruch - zumindest wir hier im Isartal haben einen stark schwankenden Grundwasserpegel, der insgesamt von Jahr zu Jahr sinkt, abhängig von dem Mass wie sich die Isar eingräbt die wegen der ganzen Wasserableitungen und Stausachen zwecks Stromgewinnung immer weniger Geschiebe mitbringen kann aus den Bergen.
So. Eichen sind ja Tiefwurzler und im Frühling und Frühsommer ist der Grundwasserspiegel auf dem Isarlevel niedrig und die Eichen, die dort wachsen rühren sich solange nicht, bis der steigt. Da hatten die Eschen, egal wo, schon ausgetrieben. Die Eichen, die höher oben wuchsen, trieben mit den Eschen (die heuer spät dran waren) oder kurz vorher.
Im linden, lauen tiefliegenden München grünten die Eschen vor den Eichen. Warscheins regnets deshalb (?) dort auch nicht so viel und oft wie hier. In dem grossen Forsten davor, die schon in der Münchner Schotterebene liegen dito.
Da kenn sich mal einer aus...
Bislang ists ein nasser Sommer. Aber vor Sonnwend kanns ruhig viel regnen, das mag der Wald. Es gibt glatt schon Schwammerl.

kvinna hat gesagt…

Hm, ich denke auch, dass das mit den Eschen und Eichen immer da gilt, wo's stattfindet. Was die Zusammenhänge von allem mit allem anbelangt, denke ich, haben wir Menschen längst nicht den Durchblick, den uns die Wissenschaft weis zu machen versucht.

Bei den Eichen habe ich übrigens den Verdacht, dass es AUCH mit der Art der Eiche zu tun hat. Bei den Eschen scheint's egal zu sein.

Und hier ist GAR NIX mit den von uns so geliebten Bovisten - im fraglichen Zeitraum war's einfach zu trocken. Auch sonst find' ich nirgends Pilze...