Mittwoch, Juni 03, 2009

Wenn eine eine Reise plant...

...da kann sie was erzählen! Und wie!

Nachdem ich am ersten Maiwochenende also mit den Kindern Grejazi in der Kur besuchen fuhr, lief ja nun der Alltag wieder halbwegs normal, bloß eben ohne Mann, der in der Rekonvaleszenz 3 Monate rund um die Uhr... äh... zu Hause war... verfügbar gewesen ist... oder so... und nun plötzlich, von jetzt auf gleich, mit Verlängerung, für den Rest des Mai weg. Ganz weg.

Nuja, der Alltag lief also, das Übliche: Neben Haushalt und Schuldrumherum eben auch die Dinge am Nachmittag, Sport und Musik, Schulkameraden - viel Kurzstrecke für's Auto.

Auf einer dieser Fahrten stiegen dann Dampfwolken vor der Windschutzscheibe auf. Im ersten Reflex glaubte ich wirklich, über einen dampfenden Gully gefahren zu sein. Dem war aber nicht so, wie mir der Blick auf die Anzeige der Motortemperatur bewies.

Weia! Natürlich habe ich die Motorhaube NICHT geöffnet und demzufolge auch NICHT den Deckel vom Kühler aufgeschraubt. Sondern gewartet, bis die Temperatur leidlich unten war. Dann bin ich wieder einige Meter gefahren bis die Maschine wieder zu heiß war. Dann habe ich wieder gewartet... gut, dass die Strecken kurz sind hier bei uns.

Zu Hause habe ich dann Grejazis Auto genommen und unsere Tochter aus der Bücherei abgeholt. Einen Termin in der Werkstatt gemacht.

Am nächsten Nachmittag dann folgende Botschaft von Kfz-Meister: "Die Sicherung vom Lüfter war kaputt. Die Wasserpumpe macht komische Geräusche. Ein Schlauch ist aus dem Anschluss geplatzt. WAHRSCHEINLICH ist die Zylinderkopfdichtung im Eimer."

Da habe ich unser Auto erst mal aus der Werkstatt geholt. Der Herr und Meister sprach:"Nur Kurzstrecke fahren. Fahrt an die Ostsee UNDENKBAR!" Da fragte ich:"Was meinen Sie denn wegen der Zylinderkopfdichtung?" "Ja, die ist auf jeden fall kaputt, das habe ich GEMESSEN!"

Als er mir dies ins Gesicht sagte, schöpfte ich Hoffnung für das schon beinahe zum Tode verurteilte Auto: denn meine innere Stimme sagte laut und deutlich: DER LÜGT!

Telefonisch beratschlagte ich mich abwechselnd mit Grejazi und mit meinem Vater, welches Auto sollte ich im Zweifelsfall nehmen, um an Himmelfahrt zur Ostsee zu fahren? Mit drei Kindern auf dem Pannenstreifen der Autobahn zu stehen ist nicht erstrebenswert, ADAC hin oder her.

Am nächsten Morgen, als die Kinder in der Schule weilten, packte ich einen großen Kanister Wasser neben mich in unseren Bus und fuhr auf Nebenstrecken übern Rhein zu meines Vaters Tankstelle. Die Motortemperatur war traumhaft.

Alle meine Bedenken und Befürchtungen wurden mir gründlich ausgeredet, alle verfügbaren Männer versicherten mir, der Wagen sei völlig in Ordnung, zurück nach Hause könnte ich bedenkenlos Autobahn fahren.

Und so war's dann auch. Was dann noch kam, steht im Urlaubär...

Kommentare:

waldviertelleben hat gesagt…

du hast nerven aus stahl - aber bei 3 kindern lernt frau das wohl. habe auch urlaubär gelesen - aufregung genug - aber schön wars doch!
und was hatte dein auto wirklich? einfach nur so vor sich hingesponnen?
liebe grüsse
ingrid

kvinna hat gesagt…

Na ja, das ganze Rumflippen hilft ja auch nix. Die Sonne schien, die Landschaft war schön... ;)

Der Kühler hatte wohl gekocht, weil die defekte Sicherung den Lüfter außer Gefecht gesetzt hatte. Beim Überkochen war dann ein Schlauch abgeplatzt. (Da hätte auch "Wasser nachfüllen vor Ort" erst mal gar nichts genützt!)

Ein Mitarbeiter meines Vaters hatte über die schwammige Aussage der Werkstatt "Die Wasserpumpe klingt komisch!" nur müde gelächelt: "Was will er denn erwarten, das Auto ist über zwölf Jahre alt!"(Soviel zum Thema, was gewisse Kfz-Menschen glauben, Frauen erzählen zu können!)

Dass auf der Autobahn die Lampe ansprang, könnte heißen, die Elektronik hat beim Überkochen eine Macke erlitten. Oder der Schwimmer hängt irgendwo fest... jedenfalls leuchtet sie noch immer, geht hin und wieder aus, aber alles ist in Ordnung.

mondin hat gesagt…

Du hast echt prima Nerven :) Genial !
Ich bin auch grad mal wieder quer durch Eure Blogs gereist, von Dir zu Urlaubär und mal kurz auf Europareise ;)
Na, dann kommt Grejazi aber bald wieder heim, oder ?

Lieben Gruss aus dem immer noch kühlen Cascavel