Montag, Februar 15, 2010

Für die Katz'...

Im Juni wird sie zwölf Jahre alt, die Katze Cleo. Vor ein paar Wochen streifte mich der Gedanke, was sein wird, wenn sie mal nicht mehr da ist. Die Kinder sind mit ihr aufgewachsen. Meine Schwägerin war mit dem Hausbau beschäftigt, als sie die Katz' in ihrem zukünftigen Garten fand. Weil sie selbst eine gehandicapte Katze namens Else hatte, die auf Artgenossen sehr böse reagierte, suchte sie jemanden, der die damals winzig Kleine adoptiert. So kam sie zu uns.
Als Else sehr betagt starb, traute Cleo sich allmählich auch zur Schwägerin nebenan und wurde schnell zur "Teilzeitkatze". Schwager und Schwägerin wollten keine eigene Katze mehr, die Zeit fehlte und der Gedanke, noch einmal soviel Tierarztkosten berappen zu müssen wie für die chronisch kranke Else tat ein Übriges.
Naja, Cleo ist schon "drüben" genauso zu Hause wie bei uns. Futter und ein sauberes Katzenklo kriegt sie da auch. Aber regelmäßige ("Flohzeug", Wurmkur") und außerordentliche Tierarztkosten (Sterilisation, OP wegen abgebrochenem Reißzahn, Antibiotika wegen hohem Fieber aufgrund einer Blasenentzündung, Homöopathie gegen Arthrose) habe ich bezahlt, es ist ja meine Katze.
Einmal meinte meine Schwägerin, ich solle mit der Katze zum Arzt gehen, weil ihre Augen so tränten und ich sprach:"Ich hab' aber keine Lust dazu!", da war sie leicht pikiert. Die Tränerei hat sich nach einigen Tagen von selbst erledigt.
Ehrlich, ich hab' da einen Zwiespalt: zum einen will und kann ich nicht ertragen, dass es meinem Tier schlecht geht, ich tät's im Zweifel auch nicht elend verrecken lassen. Auf der anderen Seite weigere ich mich zu glauben, dass es wirklich gut ist, z.B. bei einer chronischen Erkrankung den Stress regelmäßiger TA-Besuche und täglicher gewaltsamer Medikamentengaben sozusagen noch obendrauf zu packen.
Das kann doch keine lohnenswerte Lebensqualität sein für ein Tier?
Es mag makaber klingen, aber ich weiß, dass es im Zweifel AUCH eine finanzielle Obergrenze gäbe für mich, ohne dass ich sagen kann, wo sie im Abwägensfalle genau läge.
Schwägerin jedenfalls hat für Else damals nicht wenige Hunderter gelassen. Damit sie an einer langen Leine im Garten sitzen konnte. Auf einem Auge blind, stocktaub und schwerst nierenkrank, sehnsüchtig in die Freiheit schauend...
Ja! Und nun ist Cleo krank. Der furchtbare Husten, der meine Schwägerin nächtelang wachhält, den ich nicht bemerkt habe, weil ich die Katz' nachts nicht in meine Hörweite lasse, mit drei Kindern habe ich wohl andere Prioriäten... der Husten jedenfalls beruht, meine Schwägerin wusste das natürlich und hat sich's per Videomitschnitt - in der Praxis hustet das Tier ja nicht - von der Tierärztin bestätigen lassen, auf einem Herzleiden.
Nun kriegt Cleo also Herz- und Entwässerungstabletten und Antibiotika, morgen fährt die Schwägerin nochmal mit ihr zum Arzt. Und ich soll doch nun endlich mal den Zahnstein wegmachen lassen bei meiner Katze, das ist ein übler Entzündungsherd und KANN Ursache sein für solche Geschichten wie diese hier.
Ich mag meine Schwägerin. Wirklich.
Aber ich ärgere mich furchtbar. Ich weiß nur nicht, worüber am meisten.

Kommentare:

waldviertelleben hat gesagt…

ich kann dich gut verstehen. ich bin auch immer hin- und hergerissen. da die katzen (jetzt ja nur mehr eine) bei mir mehr oder weniger frei leben, sind sie tierarztbesuche nicht gewöhnt, was total stressig für sie und mich ist. die katze, die ich jetzt noch habe, ist so eigenwillig und scheu, mit ihr war ich überhaupt nur sterilisieren, wie sie ganz jung war. ich tu mir sehr schwer, zu entscheiden, wie lange ein tier leben "darf", aber unzählige arztbesuche und ops und medikamente mag ich uns beiden nicht antun.
eine frage: was gibst du für arthrose?

Ursel hat gesagt…

Hm, ich glaube, ich würde mir auch nicht gern von jemand vorschreiben lassen, was und wann ich etwas mit meinen Tieren tun oder lassen soll.
Wobei wir zum Glück den Tierarzt noch nicht so oft gebraucht haben.
Die alte Pekinesendame meiner Schwiegereltern hat nun Diabetes im Endstadium festgestellt bekommen, hält halt einfach Diät und bekommt kein Brot mehr, das sie so gern mochte. Ansonsten ist sie schon recht sehbehindert, aber es gibt auch nichts mehr zu tun, man kann ja schliesslich den Hund nicht an die Dialyse hängen..
Und eben : irgendwo ist such Schluss.

Und: wenn Deine Katze schon eine Herzinsuffizienz haben sollte, scheint es mir zweifelhaft, dass sie mit der Entfernung des Zahnsteins noch abzuwenden wäre.

Liebe Katzengrüsse

Stela hat gesagt…

Hallo kvinna,
Zum Thema tierärztliche Behandlungen kann ich mehr erzählen,als hier möglich ist..
deshalb kurz und knapp:ich hab so dermassen viele Fehldiagnosen ,Rumratereien und Überdosierungen von den verschiedensten TierärtztIinnen bei Hund,Katz' und Pferd erlebt, dass ich Tierarztbesuche an sich schon infrage stellen muss.
(ausser bei einer handvoll chirurgischer Probleme/Unfälle)
und noch fragwürdiger erscheinen mir die vorgeschlagenen Therapien.
Das wirtschaftliche Interesse der TierärztInnen an unseren Tieren
als Kunden steht mir zu sehr im Mittelpunkt.
Erstens würde ich anzweifeln ob die hustende Katze Cleo wirklich herzkrank ist.Zweitens würde ich einer 12jährigen Katze Stress und Behandlungen ersparen,drittens würde ich mir in diese Entscheidungen von gar niemandem reinreden lassen.
Genauso wie ich es respektiere,dass Leute meinen, das Leben eines halbtoten uralten Tieres wie der Katze Else verlängern zu müssen,erwarte ich auch dass meine gegensätzlich ausfallenden Entscheidungen von meinem Umfeld respektiert werden.
Vielen Dank an dieser Stelle für das süße gemailte Foto von deinen Lieben,eine Erkältung und ein paar andere Geschichtchen haben mich bisher davon abgehalten zu antworten.
Liebe Grüsse,Stela

kvinna hat gesagt…

Hallo Ingrid, die Katz' kriegt Rhus toxicodendron D12 Tabletten, 2 Stück im Wasserschälchen aufgelöst zusätzlich zum Trinkwasser. Erneuert wird das alle zwei, drei Tage und sie nimmt's, wie sie's braucht. Das hat mir Sam mal so empfohlen und es geht gut.

Liebe Ursel, ja, da ich bislang alles Tierärztliche bezahlt habe, ärgert es mich schon, dass meine Schwägerin manchmal meint, mit diesem und jenem Pups müsste ich das Tier zum Arzt bringen. VIELES erledigt sich von allein. Aber mit der Diagnose liegt sie leider richtig und es ärgert mich AUCH, dass sie mir da im Klugscheißen sehr überlegen ist - if you know, what I mean. Kann nur sein, dass ich das hier nicht richtig wiedergebe. Jedenfalls ist die Katz seit Beginn der Behandlung wie ausgewechselt.

Ja, Stela, ich kenn' auch KEINEN TA, dem ich nicht doch irgendwie misstraue. Die Schwägerin und ich, wir sind schon sehr Richtung alternativer Behandlungsmethoden orientiert, auch bei unserer eigenen Gesundheit. In der Homöopathie helfen wir uns manchmal gegenseitig auf den richtigen Sprung.

Aber das mit dem Husten war wohl schon ziemlich schlimm. Und den Vorwurf, mich nicht ausreichend zu kümmern, den macht Schwägerin mir eher von hinten durch die Brust ins Auge.

Daher weiß ich eben immer noch nicht, über was an dieser Geschichte ich mich am meisten ärgere. ;)

Trudy hat gesagt…

Ich schliesse mich 100%ig Stelas Meinung an.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Wie ich dann bei meinen Hunden darüber denken werde ist noch ungewiss. Vielleicht verliere ich dann auch die Übersicht!
LG

kvinna hat gesagt…

Trudy! Da bist du ja wieder! Ich dacht' schon, du wärst verschwunden... und nüchterne Beurteilung, ob die immer funktioniert, lässt sich niemals vorhersagen.

Trudy hat gesagt…

Salü KVINNA,
ja ich habe den ganzen hundelastigen Blog gelöscht. :-((
Ich hatte mich damit in die Nesseln gesetzt mit meinem Schreibstil.

LG, Trudy