Sonntag, Januar 23, 2011

Aus gegebenem Anlass...

...muss ich mal kurz über RFID referieren; wie dem vorigen Post zu entnehmen, enthält mein neuer Büchereiausweis einen kleinen Transponder, der imstande ist, sich sozusagen per Funk dem entsprechenden Lesegerät gegenüber erkennbar zu machen.

Ich kam ins Grübeln und belas mich. Grejazi hatte dazu auch noch 'was zu sagen.

Dieses Dings in der Plastikkarte hat keine Energiequelle, kann also gar nicht permanent funken. Es ist vielmehr so, als riefe das Lesegerät:"Ist da wer?" und der Transponder täte erwachen und riefe:"Ja, hier, ich!"

Es kann nun sein, dass der Transponder bloß eine Nummer schickt, unter der das Lesegerät in einer entsprechenden Datenbank Informationen über mich findet. Wäre ja sicherer. Außerdem spricht "mein" Transponder nicht unbedingt mit jedem Lesegerät. Könnte mich auch beruhigen.

Jedenfalls streu' ich wohl nicht unwissentlich permanent Informationen über mich wild in der Gegend herum.

An meinen Formulierungen ist zu erkennen, dass ich dem Braten dennoch nicht vollständig traue. Rein technisch betrachtet ist es aber echt faszinierend...

Kommentare:

Sati hat gesagt…

Ja - rein technisch betrachtet gibt es schon viele faszinierende Dinge, z.B. auch ferngesteuerte Massenvernichtungswaffen oder Raketen, die Nachschub zu irgendwelchen Raumstationen bringen ...
Rein menschlich gesehen gefällt mir die Entwicklung gar nicht.
Die Suggerierung bzw. Einrichtung von Vorteilen - wie deine Rückgabemöglichkeit außer der Öffnungszeiten oder schnellere Flughafenabfertigung für alle, die freiwillig durch den Sanner gehen und/oder sich chippen lassen ... all das führt nach wenigen Jahren dazu, daß die Leute sich den RFID-Chip freiwillig implantieren lassen. Und dann - wird das Verfahren ein bischen verfeinert und allerlei Übles ist möglich.
Es steckt einfach ein unermeßlich Machtpotential darin für diejenigen, die an der Sendestation sitzen ...
Und in diesem Fall - glaube ich nicht an das grundsätzlich Gute im Menschen. Übrigens schon allein deswegen nicht, weil eine Implantation irreversibel ist. Es würde ja genügen, den Menschen sowas in Hand zu drücken, dann aber hätten wir selbst noch eine gewisse Entscheidung. Mit einem implantierten Chip ist diese hinfällig.
PS: Wir sparen also mal wieder Zeit - und wofür genau?
Und es werden können jede Menge Arbeitsplätze dadurch eingespart werden - z.B. im Supermarkt u.v.m.
Mich friert´s ein wenig bei den Aussichten....
LG, Sati

waldviertelleben hat gesagt…

ich mag mich da sati anschließen. es ist ja alles so praktisch und einfach - fragt sich nur für wen.
schleichend werden wir daran gewöhnt.
lg
ingrid

melli hat gesagt…

Hmmm... ich kann mich gut daran erinnern, dass vor einigen Jahren in der Mensa ein paar Spaßvögel(?) mittels eines Beamers und eines Lesegerätes alle gespeicherten Daten der vorbeigehenden Leute an eine Wand warfen, die auf unserer RFID-Alles-in-einem-Uni-Karte gespeichert waren...
Als Gimmick wurden dazu ausgelesene Fingerabdrücke vom Reisepass von Wolfgang Schäuble verteilt.

Naja, wohlfühlen ist anders.
Der tolle neue Reisepass jedenfalls ruht schön sicher in einer Schutzhülle. Man weiß ja nie.

kvinna hat gesagt…

Tja, leider ist das Technische zwar für sich genommen faszinierend, lässt sich aber nicht von den Realitäten trennen. Gibt's nicht eigentlich schon vorgefertigte Schutzhüllen zu kaufen? ;))) Dann bräucht ich keine Alufolie zu nehmen. Das mit dem Beamer ist krass. Wird an Unis tatsächlich heutzutage noch gemahnt und aufgerüttelt?