Donnerstag, März 31, 2011

Unreflektiert, aus dem Bauch heraus...

...finde ich's interessant, das hier mal mit diesem abzugleichen! Wobei ich weit entfernt davon bin, "böse, böse Männerwelt!" zu sagen. Okay, es ist Vieles ausradiert und unter den Tisch gekehrt worden, was Frauen geleistet haben und ich tendiere auch zu Luisa Francias Ansicht über die Auswirkungen der Inquisition. Aber unsere heute als Patriarchat empfundene Lebenswelt ist in meinen Augen nix anderes als der Ausschlag eines Pendels ins entgegengesetzte Extrem. D.h., die von der Vergöttlichung des Weiblichen geprägten, teilweise bereits prähistorischen Kulturformen, eben das gehabte Matriarchat, sind nicht grundlos verschwunden und zu den Unterlegenen geworden. Irgendwas war auch daran faul und falsch. Im Grunde also dasselbe in Grün. Ich find's wichtig, Frauengeschichte auszugraben. Eben, damit ich sehen kann: das Weibliche war schon mal groß - okay, das bestärkt mich natürlich und schadet grundsätzlich nicht. Muss aber sofort relativiert werden mit der Erkenntnis, dass es offenbar auch nicht funktioniert hat, sonst wär's ja nicht futsch! Der Erkenntnisgewinn für mich persönlich? Ganz einfach: Es wird Zeit, zur Mitte zu finden. Und da kommt jedes Pendel irgendwann hin. Feddich!

Kommentare:

neuealtewelt hat gesagt…

Hi!

Eine Gesellschaftsform, in der man auf Grund seiner Geburtsmerkmale (zB. Männlich / Weiblich) sozial bevorzugt oder benachteiligt wird kann _niemals_ gut für alle sein.

Von Fr. Francias Geschichtsverständnis halte ich zwar nicht viel - aber ich verstehe, wenn jemand da anderer Meinung ist.

Und was den Rest anlangt möchte ich sagen, dass ich Dir absolut zustimme! Vielen Dank für das Teilen Deiner Gedanken. ;)

lG,
Daniel

Christian hat gesagt…

Ich denke auch, dass eine moderne Gesellschaft keine Regeln haben sollte, bei der besitz etc nach Geschlecht vererbt werden soll, wie in vielen Matriarchaten.
Der Grund für den Untergang war denke ich häufig, dass die Zivilisationen drum herum sich einfach schneller entwickelt haben, weil sie wettbewerbsorientierter waren.
Insofern könnte man eine soziale Marktwirtschaft schon als Mittelding sehen.

birgit hat gesagt…

erst hab ich gelesen und nur *hm* gedacht aber es lässt mich nicht los
zum einen:
nur weil etwas futsch ist
zertrampelt wurde
muss es nicht zwangsläufig faul und falsch gewesen sein
zum andern fiel mir spontan ein
"in gefahr und großer not ist der mittelweg der sichre tod"
die wertschätzung der mitte dieses nicht das eine und nicht das andere
ist mir eine form des vernebelns im patriarchat
das wollt ich mal so einwerfen
liebe grüße
birgit

kvinna hat gesagt…

Hm. Ich sag' ja nicht, dass das auf faire Weise passiert ist, was die Frauen ausgehebelt hat. Dass es schlecht war, das Matriarchat, denke ich eigentlich auch nicht. Nur, es war kein Gleichgewicht. Und ich glaube nicht, dass das natürlicher war als das jetztige Ungleichgewicht.

Vernebelung? Seit ich Umberto Eccos "Das Focaultsche Pendel" gelesen und im Erziehungsurlaub (damals hieß das noch so!) einen Controlling-Kurs belegt habe, sehe ich, dass sich für jede Theorie Beweise finden lassen, hieb- und stichfeste sogar. Und für's jeweilige Gegenteil auch. Immer und überall.

birgit hat gesagt…

das mein ich mit vernebelung
was nützt die theorie
versuchen wir im alltag anders zu leben
lg birgit

kvinna hat gesagt…

Ist die Erkenntnis, dass es keine absolute Wahrheit geben kann, denn das Resultat von Vernebelung??

birgit hat gesagt…

andersrum gedacht
es gibt keine absolute wahrheit
das sollte über allen bibliotheken stehen (gerichten parlamenten schulen ach überall an jeder wand)

von daher gibt es positionen von hier und gegenüber
(um nicht das belegte linksrechts zu verwenden)
sicherlich kann die mitte auch eine position sein
aber sie wird als der königsweg gehandelt
das vernebelt mir die anderen positionen

365 Tage hat gesagt…

meine Theorie ist ja bekanntlich, dass das Matriarchat unterging weil die Männerquote eingeführt wurde.