Dienstag, März 05, 2013

Fakten

Ich hab' noch etwa 25 Jahre "Lebensarbeitszeit" vor mir, ehe ich ins gesetzliche Rentenalter komme.

Es könnte sich also lohnen, nochmal was Neues anzufangen.

Einerseits.

Ich habe ein Verlangen nach eigenem Einkommen und muss ich erst umlernen, ist es damit zu Anfang wohl nicht weit her.

Andererseits.

Die Agentur für Arbeit tät' mich in eine siebenmonatige Qualifizierungsmaßnahme stecken - Aufpolierung und Erweiterung - für die sie etwa viereinhalbtausend Euro bezahlen müsste. Ich kann erkennen, dass ich mich in diesen sieben Monaten garantiert vier Monate lang ziemlich langweilen täte von den Lerninhalten her - weil ich das schon längst kann, was da vermittelt wird. Für die Agentur wär' ich damit erst mal aus den Zahlen raus.

Die örtliche IHK bietet einen tollen mehrWÖCHIGEN Kurs an, der 800 Euro kostet. Mit der IHK macht die Agentur für Arbeit keine gemeinsame Sache - erst recht nicht, da es sich um Weiterbildung handelt. Trotz Zertifizierung zahlt die Agentur also nicht für IHK-Maßnahmen, Hochwertigkeit hin oder her.

Die IHK täte mir einen Bildungsgutschein ausstellen, der zumindest die Hälfte dieser Lehrgangskosten abdeckt - wenn ich nicht dummerweise letztes Jahr fünf Monate lang in einer Halbtagsstelle gearbeitet hätte. Damit erfülle ich nämlich die Voraussetzung, eine Berufsrückkehrerin zu sein, nicht mehr.

Und dann müsste ich mir ja auch noch klar werden, was ich eigentlich will.

Wahrscheinlich das eigentlich dickste Hemmnis.

Denn der IHK-Kurs gäbe mir auch "nur" Auffrischung und Erweiterung meiner Befähigungen in meinem zuletzt ausgeübten Beruf - aber will ich das wirklich?

Die örtliche "Fachstelle Frau und Beruf" wollte in diesem Frühjahr einen Workshop durchführen, eine Woche lang sollte es darum gehen, herauszufinden, was die Teilnehmenden wollen und wofür sie sich wirklich eignen. Also eine Art Zusammenführung von Vorstellungen und Machbarkeiten. Wunsch trifft Realität.

Leider wurden zu viele Teilnehmende krank und der Workshop wurde abgeblasen. Ich hatte gehofft, mir dort endlich mal auf die Schliche zu kommen. Der nächste Workshop ist erst im November.

Wer weiß, wo ich bis dahin stehe.

Also im Lexikon müsste unter "Unschlüssigkeit" eigentlich ein Bild von mir zu finden sein...

Kommentare:

Kingsizefairy hat gesagt…

Du, ich kenn das nur zu gut.
Ich plane derzeit nochmal einen riiiiieeeeesen Schritt in vollkommenens Neuland, mit nur theoretischen Kenntnissen, kaum Praxis, aber viel Leidenschaft und Liebe für das, was ich machen will.

Nicht einfach.

Aus Erfahrung jedoch kann ich sagen, dass es eine sehr gut dabei geht, etwas neues zu machen.
Hier in GB ist es recht einfach, schon alleine aus dem Grund, weil einen keiner blöd anguckt, wenn man in der Lebensmitte nochmal umsatteln möchte.
Das wird als normal angesehen.

Von daher: Mut zur Lücke! Hör auf deinen Bauch!!

kvinna hat gesagt…

Wenn ich ihn denn hören könnte... oder er sagt eh' nix?!

ingrid waldviertelleben hat gesagt…

ich kenne das alles gut. bei mir klappt es immer mit dem einfach in irgendeine richtung gehen und schauen, was mir zufällt. ausdenken kann ich mir eher auch nix. und ganz stark auf die eigenen vorlieben und interessen hören. damit man dann nicht nach einiger zeit aufwacht und sich fragt: was mache ich da? und dein bauch der spricht schon, du hast wahrscheinlich die vernunft dazwischengeschaltet.
lg
ingrid

mondin hat gesagt…

Liebe Kvinna !

Hier in Brasilien ist das auch normal, nochmal "was anderes" zu machen !!
Ich muss allerdings sagen, dass ich selber kein Beispiel dafür bin,und hier genau in demselben Beruf gelandet bin wie vorher in Deutschland, nur dass die Bedingungen ziemlich anders sind.
Ich brauchte die Sicherheit, dass zu können, was ich tun will. Der Rest entwickelt sich gerade...Morgen fängt der 7. Arzt in unserer Praxis an. 3 Ärzte mehr, als 2008, als ich dort angefangen habe :)
Vielleicht mach ich mich ja doch bald ganz selbständig mit OP's ?!?

Ich wünsch' Dir was !!!

LG Ursel

356 Tage hat gesagt…

Ich habe mit 45 ein Zweitstudium angefangen, eigentlich nur, weil ich mit Erasmus ein Jahr nach Spanien wollte. Hatte einen Superabschluss, obwohl ich nach dem 1. Semester hinschmeißen wollte (zu schwer, zu viel Mathe etc). Von diesem Studium lebe ich heute noch, arbeitsmäßig. Nur Mut.

Anonym hat gesagt…

...zugreifen! alles mitnehmen, was eine weiterbringt (die schnellversion von der ihk - ist qalitativ besser) - aber vor allem: ein festes arbeitsverhältnis finden, zu guten bedingungen) - aus erfahrung: dafür braucht es keine fort-weiterbildung.und: bei zu großen lücken - nützt auch die beste maßnahme nichts mehr. wir haben reale 12% arbeitslosigkeit und am härtesten betroffen sind weibliche langzeitarbeitslose so ab ca. 40 (d.h. 1 jahr ohne festanstellung).