Sonntag, Dezember 14, 2014

In manchen ...

... Situationen dieser Tage frage ich mich, wie geht SIE jetzt damit um. Sie wacht auf, vielleicht am Morgen, vielleicht mitten in der Nacht, vielleicht nach betäubtem Schlaf, vielleicht nach wilden Träumen. Sie kommt zu Bewusstsein und muss sich klar machen, dass es kein Zurück gibt, nur noch ein schreiendes "Nie wieder!".

Vielleicht hadert sie mit sich, vielleicht mit den Anderen. Weihnachten naht und für sie gibt es sicher keins.

Ich kenne sie ein bisschen, unsere Kinder haben denselben Kindergarten und dieselbe Grundschule besucht. Oft haben wir morgens an der Schulbushaltestelle geplauscht. Später hatte sie sich von ihrem Mann getrennt und arbeitete im Schreibwarenladen um die Ecke, da ergab sich manches persönlichere Gespräch.

Das ist es, was die Ereignisse für mich so nah rückt, was mehr daraus macht als eine schreckliche Zeitungsnachricht. Als mir langsam klar wurde, um wen es sich handelt, wünschte ich: "Lass' es nicht SIE sein!" Aber das ist in Wirklichkeit müßig, wenn nicht makaber. Schließlich macht es das Grauen nicht kleiner, wenn es weiter weg ist.

Ihre 15jährige Tochter ist in der vorigen Woche tot gefahren worden, als sie mit dem Fahrrad unterwegs war.

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