Samstag, März 05, 2016

Und noch

Aus der Rückschau, die ich im vorigen Post in Worte gegossen habe, erhebt sich vor meinem geistigen Auge ein schweigender schwarzer Gigant; die Kriege und ihr Grauen nehmen darin Gestalt an. Ein ungeheuerliches Monster aus Verwundung und Trauma. Da steht die weiße Riesin, die mir am Tag meiner Hinreise aus dem Rücken gewachsen ist und sie wird dem Ungetüm die Fresse polieren. Aber sowas von.

Kommentare:

Sati hat gesagt…

Hallo, Kvinna!
Da sagste was - mit den nicht erlösten Traumen. Und den vielen neuen Wunden, die sinnlos immer wieder verbreitet werden.
Ich denke oft- hätten sie doch alle gsprochen - die so eisern geschwiegen haben. Vielleicht wären wir dann schon ein Stückchen weiter mit dem "Verarbeiten" - falls sowas überhaupt geht.

Habe mich in den vergangenen Tagen noch gewundert - als ich einem sehr ausgiebigen Video-Gespräch lauschte, in dem auch die vielen Kriege der vergangenen Jahrtausende beleuchtet werden - als mir irgendwie klar wurde, daß wir im Prinzip täglich auf den unzähligen Toten wandern .. also tatsächlich. Soviele Menschen überall - fragte mich auch noch kurz, wer wohin die alle gebracht bzw. "verscharrt" hat.

Jetzt würde ch mich noch freuen - wenn Du mir verrätst, wie das geht - von wegen dem schwarzen Ungetüm sowas von in die Schn ... zu hauen?
Oder - was Dein Ansatz ist.

Liebe Grüße - und freut mich, Dich neulich drüben bei mir nach langer Zeit getroffen zu haben. Sati

kvinna hat gesagt…

Ich hadere nicht, soviel kann ich sagen nachdem ich ein paar Tage nachgedacht habe über Deinen Kommentar. Dass sie nicht geredet haben, das war ihre Art, damit umzugehen. Und weil ich nicht erlebt habe, was sie erlebt haben, nehme ich an, dass ich mir kein Urteil erlauben sollte. Wenn ich diesen dunklen Riesen vor meinem geistigen Auge sehe, dann ist er unheimlich und schwarz, das schon. Aber er hat keine Substanz, keine Stimme. Deshalb geht meine große weiße Kriegerin zwar trotzdem auf ihn los, aber in erster Linie geht es dabei um den Effekt, den das auf sie hat, wenn sie das tut - und damit auf mich. Und das Ungetüm wehrt sich gar nicht, weil der Angriff Erlösung bringt. Vielleicht, und der Gedanke kommt mir gerade erst, ist die Attacke ersehnt, denn sie bedeutet ja auch, wahr-genommen zu werden. Nicht mehr beschwiegen zu sein, das beendet den Spuk.

Sati hat gesagt…

Danke, Kvinna - für Deine Antwort.
Und hier noch ein Buchtip - zu Vertreibungen einst - die ja bis heute andauern auf dem ganzen Planeten - und immer übler - aber mal als Einstiegsoption auch für Deine Fragen - zur polnischen Geschichte: "Nawratil / Schwarzbuch Vertreibung".