Montag, November 27, 2006

Unser Haus...

...wurde 1904 oder 1907, so genau weiß ich das grad' nicht, vom Ururgroßvater unserer Kinder mit seinen eigenen Händen gebaut. Aus Backstein, auf einem Streifenfundament, die Zwischenböden aus Holz, der kleine Keller hatte bis ca. in den 60er Jahren noch offenen Lehmboden. Erdig, erdverbunden, dass ist schon ein treffender Begriff - finde ich.

Kennengelernt habe ich es als das Haus meiner Schwiegereltern. Da wohnte mein Mann noch bei ihnen. Unsere erste gemeinsame Wohnung war dann woanders, ein halbes Jahr vor unserer Heirat starb meine Schwiegermutter. Ein weiteres Jahr später wurde unser Sohn geboren, mein Schwiegervater verliebte sich in eine Frau mit Haus und meine Schwägerin wollte bauen.

Da war die Sache klar: Das Grundstück wurde geteilt, wir kriegten das alte Haus, mein Schwiegervater zog zu seiner Lebensgefährtin und Schwager und Schwägerin bauten "bei uns im Garten".

Ich war paralysiert: ich habe bis zur Zahnbürste meiner verstorbenen Schwiegermutter den gesamten (!!!) Hausstand meiner Schwiegereltern übernommen. Irgendwie war das lange, lange nicht mein Zuhause. Gefühlsmäßig war ich bei meinen Schwiegereltern eingezogen

Obwohl ich alte Häuser liebe! Neubauten wirken auf mich immer merkwürdig nackt, ohne dass ich das an einem bestimmten äußeren Merkmal festmachen könnte.

Nun wohne ich hier seit 8 Jahren mit inzwischen drei Kindern und erkämpfe mir dieses Haus eigentlich noch immer, Stück für Stück. Langsam wird für mich ein Heim daraus, wie vielleicht auch mein Mann sehr langsam begreift, dass er nicht mehr bei seinen Eltern wohnt.

Meine Schwiegermutter ist noch immer da. Besonders in der Küche. Und manchmal mischt sie sich ein. Dann frage ich mich, ob sie objektiv bleibt oder prinzipiell für ihren Sohn Partei ergreift. Ich bin mir da nicht so sicher... aber es sind ja auch all' die Generationen davor, die hier, wie soll ich sagen, in den Ritzen kleben. Die hier geliebt und gehasst haben, gestorben sind, geboren wurden...

Die Materie selbst: die Elektrik, die Anfangs gar nicht da war und dann, Generation um Generation, gewachsen ist, weitergehäkelt wurde, früher war da ein Plumpsklo und ein Schweinestall, heute sind's Zimmer, der Kohlenschacht im Keller, der nun nicht mehr gebraucht wird, fließend Wasser gab's wahrscheinlich erst gar nicht und dann irgendwann erstmal nur kaltes in der Küche usw., usw.

Also das Haus ist schon irgendwie organisch gewachsen. Damals in der Altbauwohnung hat's mich schon manchmal gegruselt. Hier habe ich mich nie wirklich gefürchtet.Dieses Haus war mir nie unheimlich. Aber ich habe mich erdrückt gefühlt und nur langsam freigekämpft.

Ich hatte damals beim Einzug nicht die Kraft, etwas auszuradieren oder überzutünchen und heute bin ich froh darüber. Dieser allmähliche Prozeß, der mir das Haus zum Heim gemacht hat - noch nicht bis in jeden Winkel, aber doch schon so, dass ich wieder durchatmen kann - war vielleicht genau mein Weg.

Montag, November 20, 2006

Aliens?!

Als Star-Trek-Gern-Guckerin musste ich am Samstag bei der Lektüre unserer Tageszeitung unwillkürlich an das Volk der Borg und ihren monoton vorgetragenen Spruch "Sie werden assimiliert werden!", denken.

Borg fliegen durch's All auf der Jagd nach Individuen, die sie vereinnahmen können. Wer das Pech hat, ihnen in die Hände zu fallen, geht sozusagen in der Masse auf, zentral gesteuert von einer Königin, des freien Willens beraubt, der Einzelne zählt nichts, das Volk alles.

Assimilation, sagt Meyers, bedeutet in der Soziologie dies: "Vorgang, bei dem Einzelne oder Gruppen die Traditionen, Gefühle und Einstellungen anderer Gruppen übernehmen und in diesen allmählich aufgehen," (...) "ferner jede Angleichung des Einzelnen an die umgebenden Gruppen" (...) "Die A. ist ein wesentlicher Faktor des Wachstums von Stämmen, Völkern, Sprach- und Religionsgemeinschaften." (!!!)

Die "Neue Rhein Zeitung" (NRZ) vom Samstag, 18. November berichtet in ihrem politischen Magazin unter der Überschrift "Die Wut und der Stolz" von Vortrag Necla Keleks, neuer Professorin an der Uni Duisburg, einer türkischstämmigen Islam-Kritikerin. Sie hält es "für eine Stärke, die Gratwanderung zwischen zwei Kulturen beendet zu haben. Der Preis für diese Anstrengung, die Verminderung persönlicher Entwicklungschanchen, erschien ihr irgendwann als nicht nur unangemessen hoch, sondern viel wichter, als unnötig."

(...)

"Mit ihrer Bereitschaft, Assimilierung als richtige Strategie zu kennzeichnen, hat es die Autorin und Soziologin zum Liebling all jener gebracht, die mit der Naivität des traditionellen Integrationsdiskurses hadern. Umgekehrt ist sie der Feind aller, die eine mehr oder weniger ausgeprägte Parallelgesellschaft so schlecht nicht finden. Besser jedenfalls als die Vorstellung, die Migranten von heute könnten sich - wie einst die Polen im Ruhrgebiet - am Ende spurlos integrieren."

(...)

Sie sieht den Islam als nicht integrationsfähig: "Der alle Lebensbereiche umfassende politische Anspruch der Religion, die Betonung des Kollektivs zu Lasten des Individuums mache eine Integration des Islam in eine säkulare, vom Recht des Einezlnen geprägte Gesellschaft unmöglich. Integrierbar sei aber sehr wohl der einzelne Muslim in seinem Bedürfnis, Gott nahe zu sein, bietet Kelek als ihre Zukunftshoffnung an."

(...)

Frank Stenglein, den ich der Vollständigkeit halber (ich alte Erbsenzählerin) hier noch als Autor des Artikels nennen muss, berichtet dann noch von einer Diskussion, die im Anschluss an den Vortrag im Foyer der Audimax stattfand, "die da und dort interkulturellen Charakter hatte": (...) "Die junge Muslima mit dem strengen Kopftuch hingegen, eine eloquente und sehr gebildete Studentin, verweist auf ihre Anstecknadel mit den verschränkten Flaggen Deutschlands und der Türkei. Dies sei und bleibe ihr Spagat, ihre Welt, sagt sie, und man spürt den Wunsch und den unbändigen Stolz, anders zu sein. Koste es, was es wolle."

Noch Fragen?

Donnerstag, November 16, 2006

Für die Schule lernen wir...?!

Gestern war ich mit meiner Tochter an der örtlichen Grundschule, um das Kind dort anzumelden. Im nächsten Schuljahr werde ich also tatsächlich für ein Jahr drei Kinder an derselben Schule haben.

Sieben Jahre Kindergarten haben mich gelehrt, dass man eine Einrichtung auch ZU gut kennenlernen kann...manche Dinge will man einfach gar nicht wissen.

Nun waren wir also im Warteraum und die Klassenlehrerin meines Ältesten holte sich immer vier Kinder in einen separaten Raum, um sich mit ihnen zu unterhalten.

Da meine Tochter absolut nicht bereit war, sich von mir zu lösen, ging ich - der Situation ergeben - also mit hinein. In dem Raum war es einfach grauenhaft kalt und keines der anderen Kinder hatten wir beide je zuvor gesehen. Und mein Kind verweigerte die Kooperation: versteckte sich hinter mir und war nicht zu mehr als Kopfschütteln und Nicken bereit, den Finger immer im Mund.

Nun ja. Die Lehrerin kennt uns und unsere Familiensituation ziemlich gut. Von daher weiß ich, dass sie die Kleine richtig einschätzt. Diese Frau wird keine Zicken machen bezüglich des Entwicklungsstandes meiner Tochter.

Man kann über unser Schulwesen sagen, was man will. Ich jedenfalls bin bereit, mich da hineinzufügen und meinen Kindern das zuzumuten. Obwohl ich die Unzulänglichkeiten sehe, heule ich mit den Wölfen und schicke meinen Nachwuchs nicht in eine Waldorfschule.

Was ich sehe, ist, dass seit meiner Grundschulzeit Schule menschenfreundlicher geworden ist. Das berücksichtigt wird, dass Kinder toben müssen, auch Möglichkeiten brauchen, sich zurückzuziehen. Das verschiedene Kinder verschieden lernen.

Das Schule sich einfach mehr bemüht, es richtig zu machen statt die Kinder herzurichten.

Aber ich saß in diesem Raum und dachte:"Warum bist du nicht wie deine Brüder? Offen, freundlich und unkompliziert? Warum blamierst du mich hier als Klammermutter? Lässt die Zicke raushängen, die an Mamas Rockzipfel hängt?"

Das dachte ich, von Schuldgefühlen geplagt und gleichzeitig voller unterdrücktem Groll gegen mein Kind. Es hat einen halben Tag und gutes Zureden von der Prinzessin gebraucht, bis ich wieder klar gesehen habe.

Dieses Kind ist anders. Und das ist gut so. Sie darf sich so benehmen und zugleich von mir geliebt fühlen. Sie weiß und ich weiß, das sie klug ist, körperlich und geistig fit. Diese kleine Showeinlage von ihr - die definitiv nicht ihrer Natur entspricht! - war ihr gutes Recht.

Sie braucht ihr eigenes Tempo, ihre eigene Methode, um sich dem "Thema Schule" zu nähern. Und ich weiß, daß sie keine Angst hat. Sie hat nur ein bisschen die Bremse angezogen, damit ich genauer hinsehe.

"Warum seid ihr nicht so, wie ich euch haben will?" ist eine Frage, die mir insgeheim manchmal zu schaffen macht, wenn es zu Reibereien zwischen mir und den Kindern kommt. Es ist ein Prozess, ihr Anders-Sein zu akzeptieren und zuzulassen. Oft genug ein sehr schmerzhafter.

Aber das ist gut so. Gelegentlich ein geistiger Tritt vor mein Schienbein schadet nicht. :)

Grade sehe ich auf der Wiese gegenüber die Kühe vom Melken kommen. Sie sind so froh, draußen zu sein. Keine Selbstverständlichkeit im November, der Bauer ist da sehr gnädig. Eine, zwei, lösen sich aus dem Pulk und galoppieren übermütig um die Wiese herum. Das hat was Rührendes... sie genießen die Sonne, die Bäume leuchten golden.

A propos, da es heute trocken und warm (16°C!) ist und ich endlich mal einen Vormittag ohne auswärtiges Herumgerüsel habe, werde ich mir gleich nochmal das Laub vornehmen. Juchhu! Draußen arbeiten!

Montag, November 13, 2006

Der Kreis schließt sich!?

Freitag haben wir Kindergeburtstag gefeiert, mit allem Grusel, der aufzubieten war: verdunkelte Räume, Kerzengeflacker, ermordeter Kuchen, Spinnweben...

Als die kleinen Vampire dann abends abgeholt wurden, hatten sie einen Heidenspaß gehabt - und ich war so müde, ich hätt' im Stehen einschlafen können.:)

Gestern waren wir zum ersten Mal in dieser Saison wieder Eislaufen (eislaufen? Eis laufen?). Es war rappelvoll in der Halle und das Eis sehr zerfurcht, voller Löcher.

Dennoch hatten die Kinder den Bogen schnell wieder 'raus und wir alle einen Heidenspaß! Ich habe mich, glaube ich, auch nicht allzusehr blamiert. Der Große legte ein Riesentempo vor, der Mittlere ließ bis zuletzt den Pylon nicht los und die Kleine lief zum Schluss ungefähr so gut wie ich :0).

Das Broder-Buch, von dem Sam schreibt, hat mich natürlich neugierig gemacht. Zur Zeit lese ich "Das Kreuz mit der Kirche - Eine Sexualgeschichte des Christentums" von einem Herrn Deschner.

Dauernd geht mir dabei ein Licht auf, es ist zwar etwas mühsam zu lesen, weil der gute Mann ungefähr jeden seiner Sätze im Anhang literarisch belegt - saugut recherchiert, möchte ich meinen - aber die Aha-Erlebnisse sind einfach unschlagbar gut! Kann ich nur empfehlen.

Und hinten auf dieser Taschenbuch-Ausgabe von 1991 steht eine Kritik von einem H.M.Broder, der den Deschner einfach nur gut findet. Also nach diesem Wink war ich dann mal schnell bei Amazon einkaufen. ^^

Hm.

Langsam glaube ich, ich sollte mir einen Leseplan aufstellen. Ein Buch pro Woche ist bei mir guter Schnitt, manche sind zäh - wie der Deschner, der liest sich etwas mühsam - aber es ist trotzdem eine Lust.

Bin halt' doch recht verkopft. Macht nix, meistens.

Mit dem Islam beschäftige ich mich ja nun auch schon länger, dabei passiert es mir jedes Mal, dass ich mich wieder ins Christentum 'reinhängen muß, um die Sache rund zu kriegen. Kulturelle Werte lassen sich nun einmal nicht von religiösen trennen, das ist so.

Dienstag, November 07, 2006

Gesundheit!

Sonntag ist mein einer Sohn, mein mittleres Kind, sieben Jahre alt geworden. Er hat eine Armbanduhr von uns bekommen, da er schon lange sicher die Uhr lesen kann. Er ist so'n kleiner Genauer, wir kriegen jetzt dauernd die Zeit angesagt. ;0)

Nachmittags saßen wir mit 17 Leuten zum Kaffee. Ich hatte Coppenrath & Wiese (Riesenerkältung, keine LUST einen ganzen Tag in der KÜCHE zu stehen) backen lassen und hab' die Kuchen im Ofen warmgemacht. Dabei ist es mir gelungen, mir beide Hände zu verbrennen.

Die Prinzessin brachte einen neuen Mann mit. Sie ist frisch verliebt. Ich gönne es ihr von Herzen, aber nun will sie mich auch glücklich sehen. Lass' mal, Schatz, das wird schon!

Auch meine Eltern waren da, jedenfalls körperlich. Mein Vater hat sich, glaube ich, ganz gut unterhalten. Aber meine Mutter war völlig im Medikamentennebel verschwunden, nur die Kinder haben sie ein wenig erreichen können. Nun macht sie sich auch noch dünne, ihre Kleidung schlackert beängstigend an ihr.

Ach, Mama!

Heute war ich beim Frauenarzt, die übliche Vorsorge. Eine Überschrift auf der Brigitte: "Wie gefährlich ist es, eine Frau zu sein?" Irgend ein Gesundheitsreport.

Ich kann mir nicht helfen, in letzer Zeit fühle ich mich in meiner Eigenschaft als Frau kontrolliert und gegängelt von der Schulmedizin. Anscheinend wird es immer schlimmer.

Plötzlich wollen sie uns auch noch an den Muttermund, die Herren Mediziner. Gegen Krebs impfen. Damit wir geschützt sind. Überall eindringen, alles kontrollieren, erforschen.

Sie können halt' nicht aus ihrer Haut, wollen alles ganz genau wissen; wiegen, messen zählen.

Wen geht es was an, ob eine wechselnde Sexualpartner hat und sie damit in eine statistische Risikogruppe gehört? Mich macht dieses Deckmäntelchen schulmedizinischer Gesundheit "Es ist ja nur zu deinem Besten!" tierisch misstrauisch.

Die letzte Sicherheit. Die absolute. Die muss unbedingt errungen werden.

Warum?

Donnerstag, November 02, 2006

NEIN!

"Ich kann nicht!" heißt manchmal auch ganz einfach "Ich will nicht!". Schon klar!

Ich will mich nicht verbiegen, um gemocht zu werden.

Mit einer alten Freundin bin ich mal - mitten in Barcelona, die Spanier dachten wahrscheinlich, die spinnen, die deutschen Weiber! - furchtbar in Streit geraten wegen einer Nichtigkeit.

Sie hatte mir geschildert, wie sie sich nach einem üppigen Abendessen auf dem Heimweg hinter ein Auto "so'n Transit oder so!" hockte, um zu pinkeln. Ich bemerkte, laut denkend, "Ein Ford!" und das war zuviel.

Sie regte sich ganz grauenhaft darüber auf, dass ich so eine olle Haarspalterin bin, dass ich immer mein Wissen raushängen muss und dass ich doch wirklich mal lernen könnte, meine Klappe zu halten. Dann wäre ich wirklich liebenswert.

Ach je! Ich kann sie ja verstehen.

Wahrscheinlich habe ich tatsächlich eine Profilneurose, muss unbedingt zeigen, dass ich das kann, das weiß, das gelesen habe...

Ja! Kann schon sein!

Mal drängt es mich mehr, mal weniger, mich darzustellen und wenn es ganz schlimm kommt, geht es mir selbst auf die Nerven.

ABER ICH MUSS MICH MITTEILEN! Sonst ersticke ich. Wenn es gut läuft und der Druck gleichmäßig abfließt, ist es ganz nett mit mir. Meine Prinzessin nennt mich ihr Lexikon.

Nur wenn sich zuviel aufstaut, dann werde ich neurotisch und oberlehrerhaft... dann kann's gruselig werden. Jedenfalls erinnere ich mich, dass ich damals in Spanien einen unheimlichen Widerwillen gefühlt habe, dieses Bedürfnis zu unterdrücken.

Wie früher in der Schule, wenn die Lehrer mich beseite nahmen und meinten: "Hör mal, du solltest wirklich dieses oder jenes an dir ändern..." dann grollte es in mir drin und ich dachte: "Wieso denn? Nur, damit die andern mit mir spielen?" Das konnte ich nicht einsehen.

Weiß nicht, was das ist. Hab' mich schon öfter gefragt, ob das angeboren ist oder was.

Mittwoch, November 01, 2006

Nicht fertig!

Im Kinderradio kam heute was über Abschied nehmen und Tod und wie Kinder damit umgehehen können. Passend also zu Allerheiligen, dem traditionellen Totengedenktag. Soweit ich weiß, in beiden Kirchen.

Wahrscheinlich auch wieder sowas, das vom Christentum aus dem sogenannten Heidnischen übernommen wurde. Werd's vielleicht gleich mal googeln.

Halloween hin, Tradition her: mit dem November beginnt für mich alljährlich der Horror. Sich Weihnachten zu entziehen ist spätestens jetzt nicht mehr möglich, die Dunkelheit wird immer lauter und ein Fest folgt auf das andere. St. Martin, Nikolaus, Weihnachtsfeiern in Schule, Kindergarten und Verein, Weihnachtsessen mit Freunden.

Zu allem Überfluss haben wir bis zum Jahresende auch noch unzählige Geburtstage in der näheren Familie.

Was mich daran stört, ist der ganze Konsumlärm und das ich nicht mehr zu Atem komme. Diese aggressive Werbung! Im Lokalradio benutzen sie jetzt tatsächlich schon Fäkalsprache.

Dabei ist Weihnachten selbst bei uns immer sehr schön. Ruhig. Leise. Sehr familiär. Liebevoll. Nur - bis dahin!

Es ist auch nicht so sehr der übliche Stress, Geschenke besorgen, Plätzchen backen, Hausputz machen.

Nein!

Mich stört diese eigenartige Ruhelosigkeit, die alle erfasst, als müsste man im zu Ende gehenden Jahr schnell noch jede Menge unterbringen. Als würde die Zeit knapp! Kann man das nicht alles besser über's Jahr verteilen, statt so eine Endzeitstimmung machen?

Sagen wir, einmal im Monat ein meditativer Tag für Ruhe und Besinnlichtkeit, Liebe und Zuneigung, Zeit für sich, Zeit für die, die einem am Herzen liegen...

Ach, das ist ja schon wieder uferlos... und diese Zeit müsste man sich eigentlich einmal am Tag gönnen - oder sie immer haben... ne, ich seh' schon, die universelle Lösung finde ich jetzt auch nicht! :0\