Dienstag, März 27, 2007

Dilemma

Der Metzgersladen hier am Ort hatte voriges Wochenende Bio-Hähnchen im Angebot, aus ökologisch-biologischer Aufzucht in Westfalen. Die waren ganz gelb vom biologischen Mais und hatten für fünf gute Esser auch genau die richtige Größe.

So ein Hähnchen ist schnell ofenfertig und braucht was zwischen 'ner halben und dreiviertel Stunde. Gelegentlich also mal ein nettes Mittagessen bei uns.

Ja, was soll ich sagen? Es war saugut, richtig lecker - und auch noch frisch! Den Preis im Vergleich zum ortsansässigen Geflügelzüchter weiß ich echt nicht, ich weiß aber, wie der Hof hier seine Hühner und Puten hält. Von biologisch oder artgerecht keine Spur. Und manchmal sind die auch noch sehr unfrisch.

Je nun, dafür haben die westfälischen Bioflügler ordentlich Lebensmittelkilometer 'drauf.

So leicht kommen wir eben nicht 'raus aus der Nummer. Da hilft auch Leo Hickmann nicht.

Montag, März 26, 2007

Innere Angelegenheiten und Frühlingsdepressionen...

...doch, letztere gibt es! In echt, nicht in Spiel, wie meine fünfjährige Tochter jetzt wohl sagen tät'. Ich jedenfalls habe sie jedes Jahr, komischerweise zusammen mit einer wilden Lebens- und Liebenslust.

Aber vielleicht doch nicht so komisch. Da ist nämlich einmal all' das, was ich "mal müsste", wozu ich mich aber überhaupt nicht aufraffen kann im Gegensatz zu der Natur um mich herum, die sich sehr wohl aufrafft, es wichtig hat. Von all' dem emsigen Schaffensdrang (Myriaden von Bienen im Kirschlorbeer!) um mich fühle ich mich genötigt. Und ich mag doch nicht. Will mich nicht auseinandersetzen müssen. Mit der Versicherung. Mit meinem Anwalt. (Der Unfall vom Januar ist zwar unserem Auto nicht mehr anzusehen, aber unserem Schreibtisch sehr wohl!). Mit der Baustelle. Die dringend ihr Ende herbeiseufzt und wir brauchen die Zimmer doch auch nötig... aber sie stagniert schon länger. Warum auch immer, und diesem "warum" müsst' ich mal auf die Schliche kommen. Aber ich mag gar nix müssen.

Und auf der anderen Seite die Moppets, die vorbeibrummen. Die Stühle vor den Straßencafes. Die Küchentür, traditionell auch die Ein- und Ausgangstür in diesem Haus ("Omma saachte immer, watt vorn reinkommt, taucht nix!"), die endlich mal ein paar Stunden offenstehen darf, Licht, Luft, naja, und Fliegen 'reinlässt. DIE sind ja auch wieder da, der Misthaufen vom Kuhstall nebenan ist halt' nur so fünfzig Meter weit weg. Die leichtere Kluft. Die längere Helligkeit.

Wem erzähl' ich das eigentlich? Loslaufen wollen und vor lauter schlechtem Gewissen nicht können, das ist ein so bescheuertes Problem. Anpacken und ändern wär' die Devise, jaja, ich weiß schon. Depressive Unlust.

Hmpf. Ich hab' mir Johanniskraut geholt. Ich will auch gar nicht rumjammern, eigentlich zeig' ich mir selbst 'n Vogel, also, nix für ungut.

Gottseidank sind nächste Woche Osterferien, mein Mann hat keinen Urlaub und ich werd' mich mal ganz bewusst den Kindern widmen. Ein paar Ausflüge und so... viel Schwimmen gehen, mal wieder Brettspiele spielen. UND ENDLICH MAL DIE UHR UHR SEIN LASSEN! Na ja, das hebt mir dann doch die Stimmung...

Aber einen Rat könnt' ich brauchen. Es ist jetzt über vier Wochen her, dass mir die Hormonspirale gezogen worden ist und wenn ich mich nicht täusche, hatte ich vor ca. 5 Tagen meinen Eisprung. Ich denke, es geht alles so seinen Gang in meinem Bauch. Allerdings mit ziemlichem Getöse und das Gefühl für Regelblutung ist mir sowas von vollständig flöten gegangen in den 5 Jahren ohne...ich hätte gern ein Kraut, dass vielleicht ein bisschen reguliert, ausgleicht, beruhigt.

Ich meine, ich habe keine Schmerzen. Aber frieren und Müdigkeit zur Unzeit führe ich schon auf nicht abschlossene Renovierungsarbeiten zurück. Orgasmen sind da sehr wohltuend und Sport und Getreidekissen helfen auch. Würd' meinem Körper aber gern noch ein bisschen mehr geben....

Freitag, März 23, 2007

Auftritt meine Schöne...


...Katze Cleo! Das Foto ist von Mai 2004, bei einem der ersten Grillabende der Saison. Und alles roch so gut, dass sie wohl dachte, ich gäb' ihr 'was ab. Da kam dann aber nur der blöde Blitz...

Sorry, Cleo!

Unfassbar!

Jetzt ist auch die Menüleiste wieder da...

Donnerstag, März 15, 2007

Sehnsucht...

Ganz klar: das Verhältnis der Geschlechter zueinander und ihr Verhalten im Vergleich sind Themen, die polarisieren.

Und Frauen sind sehr kommunikative Wesen. Warum auch immer.

Doch die ganze Fragerei und Sucherei bringt nix. Mir jedenfalls nicht. Das ist mir alles zu abgehoben, zu theoretisch.

Meine tägliche Realität sieht ganz anders aus.

Ich hatte einen ziemlichen Wirbel um die Ohren die letzten zwei Tage und freute mich eigentlich schon gestern Nachmittag auf mein Bett. Mit einem Auto voller Kinder kam ich am späten Nachmittag nach Hause, mein Mann war schon da.

Stand vor der Garage und putzte die schwarzrote Kawasaki, die in der Sonne glänzte. Er hat sie also aus dem Winterschlaf geholt. Das war kein Ziepen mehr in meiner Brust, das war ein Reißen!

Frühling! Schlagartig war ich nicht nur topfit, sondern fühlte mich fünfzehn Jahre jünger.

Mit glänzenden Augen suchte der mir Angetraute sein Motorradzeug zusammen, drückte mir einen Kuss mit einem freudigen "Bis gleich!" auf und weg war er.

Derweil ich mir die Schürze umband und anfing, Kartoffeln zu schälen.

Dienstag, März 13, 2007

Schon wieder...

...hat's gekracht, diesmal Kind gegen Auto. Ein fünfjähriger Kindergartenkumpel meiner Tocher ist dem Fußball hinterhergerannt auf die Straße. Glücklicherweise kam der Wagen um die Ecke und nicht geradeaus über die Kreuzung geschossen. So war er wenigstens nicht so ganz schnell unterwegs , da ging das Ganze vergleichsweise "glimpflich" ab - Schien- und Wadenbeinbruch, einigermaßen glatt, musste aber trotzdem operiert werden.

Die gesamte Elternschaft in unserm Dorf ist erschüttert. Mir fehlen alle übrigen Worte.

Samstag, März 03, 2007

Für Gabriela

Die traurige Traurigkeit (Märchen)
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war. "Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch. "Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?" "Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, das du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"Ich.....ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und, nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen." "Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen.Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber... aber - wer bist eigentlich du?" "Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich bin die Hoffnung"

Donnerstag, März 01, 2007

Hilfe! Schnell!

Ich hab' mal aus Versehen ein Stück von "Blairwitch Project" im Fernsehen gesehen und seither weiß ich, dass man durch visuelle Eindrücke einen veritablen Schock erleiden kann, so richtig mit kalt werden und Blutdruck im Keller.

Jetzt ist mir wieder sowas passiert, als ich bei Google unschuldig in der Bildersuche "KTM" eingab. Da sprangen auch brav einige Enduros bei heraus. Aber leider auch ein ganz grauenvolles Photo von einem Menschen, anscheinend ein Motorradfahrer, dessen Körper ab Bauchnabel einfach nicht mehr da war. Irgendeine tschechische Site, keine Ahnung. Sah nicht aus wie eine Puppe, kam mir ganz echt vor, besonders die Blutlache. Das reicht ja dann auch schon. Jetzt geht dieses Bild nicht mehr ab. Ach, Hilfe! Was mach' ich nur?

Ich muss das ganz schnell aus dem Kopf kriegen...
Da bin ich!