Freitag, Mai 25, 2007

Ein Fitzelchen Mensch...

...landete heute früh auf der Brotscheibe, die mein neunjähriger Sohn sich an der Brotschneidemaschine vom Laib schnitt. Ein winziges Stück Fingerkuppe.

Ich war draußen, als das Kind zu schreien anfing und wusste sofort, jetzt werde ich Blut sehen. Er kam rausgerannt, schrie:"Mama, ein Pflaster, ein Pflaster, ein Pflaster..." und ich sträubte mich innerlich, das ansehen zu müssen, aber ich musste doch, es hätte ein größeres Stück Finger fehlen können, ich musste doch wissen, was ist.

Rein mit dem Kind ins Bad, ein Pflaster drauf, das Kind auf die Terrasse, die Beine hoch. Nebenan zur Schwägerin rennen, die Gottseidank frei hat heute, sie bitten, sich um die beiden anderen Kinder zu kümmern, diese beruhigen, "Nein, ihr seid nicht Schuld, dass das passiert ist!", erkennen, dass ein Pflaster gar nichts nützt, ein dickes Handtuch um die blutüberströmte Hand winden, ein Taxi rufen, das Kind hört nicht auf zu schreien, alles ist voller Blut, "Kind, halt' die Hand hoch!", nein, ich rufe den Notarzt, zehn Minuten auf ein Taxi zu warten, das halte ich jetzt nicht aus und an selbst fahren ist nicht zu denken...

Erst als der Rettungswagen vor der Tür steht, wird mir bewusst, dass ich die ganze Zeit dieses kleine Stück Haut in der Hand halte, "Brauchen sie das?", "Nein", antwortet die Sanitäterin und alles geht seinen Gang. Inzwischen trifft der Taxifahrer ein, ich geb' ihm 'nen Fünfer, viel mehr hätte er an der Fahrt auch nicht verdient, ich entschuldige mich, er bedankt sich und wünscht uns alles Gute.

Im Krankenhaus nochmal weinen, weil an dem Finger herumgefummelt wird, Blut fließt wieder, das Kind kriegt eine Schmerztablette, wir können beide nicht hinsehen. Der Pfleger ist ein patenter Typ und ich bin ihm dankbar für seine Scherze.

Und langsam, ganz langsam, kommen mein Kind und ich wieder auf der Erde an. Die Taxifahrerin fährt vom Krankenhaus aus den weitestmöglichen Weg zu uns nach Hause, aber das ist mir so egal... so egal.

Und wieder so ein Tag, an dem alles ganz anders kam, als noch beim Aufstehen gedacht...

Donnerstag, Mai 24, 2007

Der Mensch ist wohl ein Augentier...

In einem früheren Post hatte ich mich auf Anuja bezogen, deren eigentliches Thema völlig hinter das Bild vom nackten Weihnachtsmann gerutscht war. Alle hatten sich auf das Fleisch gestürzt, niemand dachte über Einstein nach, ich eingeschlossen.

Aber diese Bilderfixiertheit funktioniert nicht nur bei nackter Haut ganz gut. Eine sehr große Supermarktkette hier in der Gegend hat eine Zeit lang versucht, bei der Werbung Geld zu sparen, indem sie Prospekte druckte, die fast keine Bilder enthielten. Ich stellte bei mir selbst fest, dass ich das viel zu ermüdend fand, die Angebote zu LESEN. Und da war ich wohl nicht die Einzige, bei der diese Werbung nicht funktionierte - denn der Vertreiber stellte ganz schnell wieder auf bunte Bildchen um.

Reklameblätter und Kataloge sind wohl tatsächlich sowas wie Bilderbücher für Erwachsene. Doch das nur am Rande.

Was mich jetzt wirklich anfuchst, ist dieses Video . Da komme ich in Konflikt, irgendwie. Oder doch nicht...?

Der Sachverhalt ist der: mir gefällt die Mucke. Tanzbar, ganz einfach. So! Und diese Bilder dazu müsste ich eigentlich verurteilen, weil Fleischbeschau, sexistisch, auf diesem Wege also möglicherweise sogar frauenverachtend. Gegen Ende regelrecht unverschämt! Oder vielleicht doch einfach nur frech?

MÜSSTE ICH DAS VERURTEILEN?! TUE ICH ABER NICHT!

Ich finde die Mädels einfach nur lecker, möchte am liebsten 'reinbeißen, anfassen, mitmachen! Und könnt's mir immer wieder ansehen....

Freitag, Mai 18, 2007

Gute Nacht alle zusammen!


Hier mal was Augenschonendes für alle, die ich mit dem letzten Photo erschreckt habe. Und gleichzeitig ein extrem vorteilhaftes Bild meiner Katze Cleo, nachdem die erste Ablichtung von ihr, die ich hier reingestellt habe, sie nicht so gut aussehen ließ.


Und gleichzeitig ein "Schlaft schön!" Bild. :) Gähn.


Mittwoch, Mai 16, 2007

Begegnungen - oder: Vorsicht! Nix für Phobiker!


Nicht nur die Eichhörnchen kommen in unserem Garten immer angstfreier in unsere Nähe, auch die Hasen sitzen völlig ungeniert mehrere Tage lang sehr nah an der Straße in der Wiese. Nicht mal Schüsse konnten sie ernsthaft ängstigen, als ich sie beobachtete. Hm. Kann kein Luftgewehr gewesen sein, habe ich mir sagen lassen, denn das hört man nicht. Aha.

Keine Ahnung, wer da auf was geschossen hat, aber sowas kommt vor auf'm Land.

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Vor einigen Tagen fand ich im Carport bei furchtbarem Regen eine halbtote Spinne. Sie fühlte sich feucht und kalt an und war sehr schlapp. Ihre schiere Größe war beeindruckend. Ich nahm sie mit ins Haus und sorgte erstmal dafür, dass sie warm und trocken wurde. Leider machte sie das nicht viel munterer.

Möglicherweise war sie vergiftet, vielleicht eine Schlupfwespe, die sich an ihr übernommen hatte oder was auch immer. Zwei Tage hütete ich sie im Dämmer meines Küchenschrankes und zerbrach mir den Kopf, was ich ihr zu Fressen anbieten könnte. Totes Getier fressen Spinnen nämlich nicht. Und mit einer lebenden Fliege wäre sie in ihrem Zustand nicht fertig geworden.

Also setzte ich ihr erstmal einen Wassertropfen vor die Klauen. Faszinierend zu beobachten war die Gier, mit der sie trank, immer seltener die Beine zur Abwehr hebend. Immerhin.

Ja. Und dann gab ich ihr Zuckerwasser. Flüssige Kohlenhydrate, sozusagen, oder? Ich weiß nicht, ob ihr das half, zu Kräften zu kommen oder ob es einfach nur reichte, sie vor dem Austrocknen zu schützen, bis die Vergiftung nachließ.

Was auch immer. Am dritten Tag waren ihre Lebensgeister wieder voll da, ich machte den Küchenschrank auf und sie krabbelte erstmals vor der einfallenden Helligkeit weg. Ich habe sie in die trockene Freiheit des ehemaligen Hühnerstalls entlassen.

Doch, ich bin wirklich froh, dass ich ihr helfen konnte.

Es handelt sich übrigens um eine völlig harmlose weibliche Hausspinne, Tegeneria Atrica, die zur Familie der Agelenidae, der Trichterspinnen gehört, wenn ich das mit meinem Bestimmungsbuch richtig ergründet habe.

Das nur für die Freaks.

Donnerstag, Mai 10, 2007

Nackt!

Hm. Anuja hat einen nackten Weihnachtsmann in ihren Blog gestellt, die Reaktionen waren unterschiedlich. Mir gefällt er zwar, aber - um Missverständnissen vorzubeugen - von der Bettkante schubsen tät' ich ihn trotzdem. :)

Doch, ich gucke mir gern nackte Männer an. Ein Schlüsselerlebnis war ein einziger Ausbüxer in den "Damenkarneval", als es im Überraschungsprogramm "Menstrip" (nee, nich' so Sonnenbankheinis, schon richtig leckere Jungs!) gab. Da lief mir das Wasser im Munde zusammen, und zum ersten Mal konnte ich FÜHLEN, warum Männer sich so gern strippende Frauen ansehen. Und mein daheimgebliebener Liebster musste es büßen, als ich nach Hause kam. Sich auswärts Appetitt zu holen und dann umso genussvoller zu Hause zu essen, das hat schon was. :) :) :)

Seltsamerweise war Nacktheit in meiner Herkunftsfamilie immer ein völlig unkompliziertes Thema. Nur die beschreibenden Worte waren verklemmt und verzwickt. Die Scheide "Muschi" zu nennen, das geht mir bis heute nicht über die Lippen. Und "Pillermann" finde ich überaus lächerlich.

Ja, wenn frau Kinder hat, muss sie sich auch mit diesen Aspekten gründlich auseinandersetzen. Und meine Kinder lernen "Scheide" und "Penis", "Hoden" und "Brüste" und ein paar Kosenamen nebenher, aber wirklich, ich finde es wichtig, die Dinge unkompliziert bei ihrem Namen zu nennen, dann ist auch das Verhältnis dazu und zu allem, was damit zusammenhängt, ein einfaches. Hoffe ich.

Ich gehe gern in die Sauna und möchte mal behaupten, ich bewege mich nackt ebenso selbstverständlich und natürlich wie in angezogenem Zustand. Schwieriger wird's, wenn ich merke, meine Umgebung hat ein Problem damit.

Heute war ich wieder beim Rudertraining und konnte im Gegensatz zu den anderen Damen, mit denen ich die Umkleide teilte, nicht widerstehen, in den See zu springen und einige Züge zu schwimmen. Ja. Nun musste ich mir das nasse Zeug von der Haut pellen. Achjottedoch! Plötzlich fühlte ich mich wieder mal außen vor:

Erstens: wie kann sie, wo es doch regnet und überhaupt, in den See springen,
Zweitens: also ich mach' das nicht, die Schminke verläuft und der Goldschmuck geht verloren und ach je, das Haarspray!
Drittens: und jetzt zieht sie sich auch noch nackt aus, huaaa, nix wie raus hier!

Glücklicherweise war da noch eine übrig, die's ebenso unkompliziert nahm wie ich. Und nächstes mal such' ich mir 'ne Einzelumkleide!!

Hm. Das ist so eine Sache. Wenn andere ein Problem damit haben, kann frau eben nicht so wie sie will.

Mittwoch, Mai 09, 2007

Nachtrag...

Das Bilderladen erfordert nach wie vor eine gewisse Geduld. Aber soviel Zeit muss heute sein...
Diesen geradezu ketzerischen Radiergummi erwarb ich letzten Oktober in der Bischofsstadt Trier! Also vielleicht doch nicht ganz so staubig, die Katholen? Na, ich weiß nicht... Und diese Geschöpfe traf ich erfreut in meinem Garten an, nach der ersten nassen Nacht seit Wochen... wunderbare kleine Schätze...





UrlaubsGESCHICHTE

Nach dem, was mir an Kommentaren zu meinem vorigen Post geschenkt wurde, fallen mir so viele Sachen ein, dass es für einen neuen Post reicht. :) Gedankengehüpf....

Barcelona, bingo, wie kommt's, dass wir gleich drei sind, die's gelockt hat? Bei mir war das so, dass der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Liebsten anno 1993 eine Europatour mit dem Motorrad war. Ich als Sozia, wohlgemerkt, mit Zelt und allem auf EINEM Motorrad. Ziel war Mallorca.

Damals war ich eigentlich noch nie so richtig aus Deutschland 'rausgekommen und nun lernte ich in einer großen Rundfahrt die Schweiz, Frankreich und Spanien kennen. Auf der Rückfahrt war auch noch ein kleiner Ausflug nach Belgien drin. 5000 Kilometer mit dem Motorrad... :) :) :)

Ja, jedenfalls mussten wir nach Barcelona, von dort fuhr unser Schiff nach Malle. Ich hatte dieses grandiose Duett von Freddie Mercury und Montserrat Caballè im Ohr, ausgerechnet im staubigen Straßentunnel. Damals habe ich meiner Gänsehaut geschworen, hier kommst du wieder her und guckst dir das alles mal in Ruhe an.

Hat zwar 10 Jahre gedauert, aber ich habe es wahr gemacht. Ich habe es nicht bereut. (In Erinnerungen schwelg')

Ich hab' aber schon Schiss gehabt, als es dann tatsächlich an's Fliegen ging. Nicht sosehr davor, abzustürzen, sondern mich zu blöd anzustellen und sonstwo zu landen. Jessas! Ich hatte doch gar keine Erfahrung mit Flughäfen! Und wenn's nochmal dazu kommen sollte, werde ich wieder jedem sagen, dass ich keine Ahnung habe und er mir doch bitte erklären soll, wo's langgeht... :)

Allerdings, diesen jubelnden Moment des Flugzeugstarts werde ich nie vergessen. Ich dachte an einen Albatros, der losrennt, sich in die Lüfte schwingt, im Geiste rannte ich selbst die Startbahn lang und breitete meine Flügel aus.

Bemerkenswert fand ich außerdem, dass ich mich nicht nur von der Erde, sondern auch von meinen besorgten Gefühlen löste, als ich dann in der Luft war. Ich dachte nicht mehr so angstvoll an meine Kinder, sollten wir abstürzen, wären sie gut versorgt.

Ich bin nicht unentbehrlich! Das war ein so befreiender Gedanke, den hole ich mir heute noch oft mit den verstaubten Erinnerungen aus der Andenkenkiste. :)

Es war März. Gerade so, dass Frau den Mantel öffnen und die Sonne an die Haut lassen konnte. Hehe, und die Spanier (wie heißen eigentlich die Bürger Barcelonas? Barcelonesen?) hatten Schals und Handschuhe an. (In Schweden stand ich mal im Juni bei 15°C Außentemperatur mit Jacke und Socken auf einem Stein, von dem aus jubelnde Schweden sich in Badehose in die nach meinen Begriffen eisige See stürzten. :) Jaja, es ist alles relativ.)

Der Flug über die geliebten Pyrenäen... den habe ich hin- und zurück genossen. Damals mit dem Motorrad hatte ich zuächst die Alpen kennengelernt. Da lag teilweise sogar noch Schnee. Und ich kannte doch noch gar keine Gebirge! Da machte ich zum ersten Mal die Erfahrung, dass das mal für eine Woche oder so ganz nett ist, von Bergen umringt zu sein, dass aber ein echter Flachländer wie ich danach genug hat, weil er nämlich Beklemmungen kriegt und sich eingesperrt fühlt.

Die nächsten Felsen waren dann die Pyrenäen. Schön, dachte ich. Aber so richtig grandios fand ich sie erst auf der Rückfahrt aus dem staubtrockenen, gelben, superheißen Spanien. So grün und üppig!

Jo, ich habe viel gesehen und erlebt damals auf dieser ersten richtigen Reise. Und gelernt, dass ich noch viel mehr sehen will, auf Pauschalurlaub pfeife und mir lieber eigen Pfade suche. Und wie wunderbar das ist, dies auch den Kindern zu eröffnen: Tingelurlaub. 2002 haben wir das zum ersten Mal gemacht, JUGENDHERBERGEN heißt das Zauberwort. Einige Tage hier, ein paar Tage dort...

Mal sehen, ob das in diesem Jahr wieder klappt.

Montag, Mai 07, 2007

Trier

Ich habe es mühevoll lernen müssen und mir beim ersten Mal im Jahre 2003 regelrecht Gewalt angetan, um eine ganze Woche Urlaub zu nehmen von meinen Kindern, meinem Mann. UM endlich mit mir allein zu sein, mich selbst in einer andern Umgebung zu erleben.
Damals bin ich nach Barcelona geflogen, allein. Ich, die ich vorher noch nie ein Flugzeug betreten habe, in eine Stadt, in der die einzige Fremdsprache, die ich beherrsche, nämlich Englisch, oft genug gar nichts nützt. Kvinna ganz allein in der großen, fremden Welt. Abseits der Wege, Gaudi sehen und mir alles selbst erschließen.

Ja, und nach diesem Sprung ins kalte Wasser wurde es von mal zu mal besser, so dass ich im letzten Jahr endlich voller Vorfreude und Lust an der Freiheit meinen Urlaub planen konnte. Trier sollte es sein, als Grundschülerin war ich mal dort und es hatte mir gefallen, all' dies Altertum in allen Winkeln, damals hatte mich das schwer beeindruckt.
"Fahr' doch mit dem Zug, das ist stressfreier und du kannst lesen unterwegs!" riet mir mein Liebster und ich hörte auf ihn. Rückblickend kann ich auch sagen, er hatte Recht, es steigerte den Erholungswert, obwohl ich etwas beengt saß. Ohnehin hätte ich ihm den Bus dalassen und mit dem kleinen Zweitwagen fahren müssen, was ungleich unkomfortabler und langwieriger gewesen wäre.

Es war Oktober.


Das Ankommen im Hotelzimmer war eine Landung. Hurra, hier habe ich meine Ruhe und kann kommen und gehen wann ich will. Keiner stört mich, niemandem muss ich hinterherräumen, jemand räumt mal FÜR MICH auf!


Morgens üppig frühstücken, ein Fahrrad leihen oder zu Fuß los, abends essen gehen. Alle Sinne öffnen: Gucken, Hören, Riechen, Schmecken. Menschen begegnen! Einen feinen Wein haben sie da an der Mosel. :) Und, husch, abends im Zimmer raus aus den Klamotten und noch rasch in die SAAAUUUNA! Je nach Befinden vielleicht noch ausgehen... nee, letzteres habe ich dann nicht gemacht, tatsächlich, ich war ja nicht auf Beute aus und schlaaafen ist auch eine schöne Beschäftigung.

Auf einem Abendweg bin ich dann am Theater vorbeigekommen, spontan ging ich 'rein und sah mir die Entführung aus dem Serail an, eine Oper von Mozart, sowas habe ich noch nie gemacht und schon gar nicht spontan. Es war schön. In der Pause bin ich zwischen den Menschen im Foyer herumgelaufen, fühlte mich wie in einer glücklichen kleinen Blase, wie eine Zuschauerin, sammelte Gesprächsbrocken und optische Eindrücke und ließ das alles sacken und auf mich wirken.

Danach hatte ich Hunger. Und es war schon nach elf! Bin daraufhin tatsächlich in einer Studentkneipe hinterm Theater gelandet, wo ich einen ausgezeichneten Auflauf bekam. Wie herrlich, einfach so geduzt zu werden! Das ist so lange her...

Morgens um sechs machte das öffentliche Schwimmbad auf, wow, dachte ich, das gönnste dir mal, 200m zu Fuß vom Hotel ein Schwimmbad für dich allein... Pustekuchen, die Trierer sind Frühaufsteher, dass ich nicht 'ne Nummer ziehen musste für's Bahnenschwimmen war echt alles... da habe ich aber gestaunt! :)

Trier selbst allerdings - na ja. In meiner Erinnerung war es eine Stadt mit Charakter. Was ich aber jetzt gesehen habe, war der übliche Konsum, den es überall gibt, all' die bekannten Ketten. Eigene Gesichter hatten die Häuser nur ab dem ersten Stock aufwärts.

Doch, es war ein schöner Urlaub.

Schlürf! (BITTE UNBEDINGT MITTELS KLICK VERGRÖßERN!!!)


Sonntag, Mai 06, 2007

Mitbewohner

In diesem Jahr scheinen noch mehr Tiere in unser altes, schlupfwinkelreiches Haus zu drängen als sonst schon immer. Spinnen aller Art und Größe sowie Silberfischchen haben wir ja sowieso, reichlich und mich stören sie nicht.

Unsere Schlafräume und ein Badezimmer befinden sich unterm Dach. In diesem Jahr sind neben dem kleinen Dachfenster im Bad tatsächlich Stare unter die Ziegel gezogen. Pünktlich viertel nach sechs am Werktagmorgen landet immer eines der beiden Elterntiere sozusagen auf meinem Kopf, wenn ich am Waschbecken steh' und trappelt dort 'rum. Ob schon 'was geschlüpft ist in dem Nest kann ich nicht hören, der brütende Partner wird aber anscheinend gefüttert.

Die Meisen im Nistkasten im Kirschbaum fliegen öfter, bei denen piepst es auch schon.

Aber ich wollte ja vom Haus erzählen. Der alte Speicher überm ehemaligen Stallteil des Hauses ist recht luftig, nicht isoliert und dort überwintert immer allerlei. Kann schon mal vorkommen, dass im Dezember eine Wespenkönigin im Haus rumsummt, weil sie mit den Christbaumkugeln ins Warme getragen wurde. Irgendwo ist auch immer ein Hornissennest, das freut mich dann besonders.

Und nun richte ich auch mein Augenmerk verstärkt auf solitäre Bienen, die in keinem Staat leben, ihre Eier in alle möglichen Löcher legen, reichlich Pollen dazutun und dann die Öffnung mit einem Lehmdeckel verschließen. In diesem Jahr sind die nämlich überall, nicht nur im sonnengewärmten Mauerwerk, sondern auch in den Profilen der Kunststofffenster.

Unsere Küchentür hat oben ein paar solcher Löcher und ein Bienchen hat sie in diesem Jahr entdeckt. Das habe ich nicht gleich gemerkt, die Tür steht tagsüber weit offen und eine FliegengitterSCHWINGtür hält Unerwünschtes draußen. Irgendwann fiel mir dann aber auf, als die Tür mal zu war, dass da ein Insekt sehr aufdringlich wurde.

Na ja, jetzt versuche ich, auch wenn ich mal weg muss, die Tür so kurz wie möglich verschlossen zu halten und hoffe, dass das Tier bald fertig ist.

Und hoffentlich kann ich morgen endlich von Regen berichten...

Wo ich grad' dabei bin, die Fliegentür hat letztes Jahr mein Gatte selbst gezimmert, Schwingtürscharniere waren dabei einer seiner Geistesblitze, ich bin SEHR froh darüber, es erspart mir erstens den Ruf "Tür zu!" wenn wiedermal ein Kind, wie Kinder nun mal sind, reinrausreinraus rennt und zweitens das dazu gehörende "Rummsknall!!".

Leider aber will Katze Cleo weiterhin die Tür geöffnet bekommen. Dabei ist sie ganz leichtgängig, die Tür, hat auch wenig Eigengewicht, kann die Katze gar nicht einklemmen oder sonstwie in Bedrängnis bringen, wirklich. Aber sie traut sich nicht durch, die Katze. Das führt schon mal dazu, dass sie allein im Haus hockt, weil ich grad' nicht weiß, habe ich sie zuletzt rein- oder rausgelassen?? Ist sie mitreingeschlüpft?? Oder so...

Hat jemand einen Tipp, wie man ihr beibiegt, dass mit einem simplen Kopfstüber die Tür aufgeht? Oder stellt sie sich doof, weil's so schön ist, uns mit einem vorwurfsvollen "Mau!" vom Dosen- zum Türöffner zu befördern???

Freitag, Mai 04, 2007

Statement!

Hab' schon wieder das Auto in der Werkstatt. Blöde Kleinigkeit: der Fensterheber hat versagt und die Scheibe ist 'runtergerutscht. Scheiß' Elektronik!

Was war das früher schön, als mit ein bisschen Fingerspitzengefühl ratzfatz die Verkleidung aus der Tür gepflückt und etwas Fingerverrenken und Hand aufratschen die Sache selbst behoben werden konnte. Heute - ach, heute!

Wirklich, als ich noch als kleiner Stops in und um Autos 'rumgerannt bin, war das einfacher. Da hatten die Männer noch Hämmer in der Hand und waren dreckig.

Wenn frau heute in eine "Fachwerkstatt" geht (die ich inzwischen meide wie der Teufel das Weihwasser), fühlt sie sich wie auf der Intensivstation im Krankenhaus und in der REPERATURANNAHME wie in einer Bank. Piepsende Computer und ein Fliesenboden, der so sauber ist, dass man DIE FUGEN sehen kann. Bevor der "Mechaniker" den Motor überhaupt anfasst, muss der gewaschen sein.

Sowas. Da geh' ich lieber in die kleine Werkstatt hier am Ort, das ist fast wie bei Papa, aber schneller :)

Also, wenn dieses supermoderne, klimatisierte, elektronisch niveauregulierte, tempomatgezähmte und nun schon zehn Jahre alte Schätzchen seinen Geist aufgibt, werde ich für einen ollen VW-Transporter plädieren... eine Ente ist ja leider zu klein für fünf Leute...
.....

Ach, ne, das ist jetzt auch wieder irgendwie gemein. Weil, für mich ist ein Auto - na ja, nicht direkt ein Lebewesen, aber doch ein bisschen mehr als die Summe seiner Teile. Und nun denk' ich wieder, ich tu' ihm unrecht. Wo ich wirklich damals lange gebraucht habe, um mich mit diesem Auto anzufreunden. Viel zu neu, zu modern, zu teuer für mich, dachte ich. Habichgarnichtverdient und machichbestimmtkaputt. So war ich damals drauf. Heute sehe ich das anders und häng' auch ein bisschen 'dran an unserm milkalila Bus.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Lasst Blumen sprechen!?

Hm. Weder von Bachblüten noch von homöopathischen und sonstigen Pflanzenaufbereitungen verstehe ich etwas. Bücher sind bestellt :) Aber nach wie vor beschäftige ich mich, alle Antennen auf Empfang, mit dem, was in meinem Umfeld grünt. Aufschlussreich sind ja auch unbepflanzte Blumenkästen, da fliegt so einiges an. Aber auf unserer vorläufig noch schattigen Wiese - die Tage des Tannenwaldes dahinter sind seit Kyrill gezählt - breitet sich das Waldschaumkraut, englisch Foamflower, immer stärker aus. Und nun habe ich das gefunden. Eieiei.

Alltag!?

Vielleicht ist manchmal meine Haut zu dünn. Auf jeden Fall ist heute so ein Tag, mit dem ist irgendwas, der fing schon seltsam an.

Heut' früh an der Schulbushaltestelle ratschte ich noch entspannt mit einigen Müttern, als ein Kind mit dem Fahrrad den Platz passierte und sich einige Meter weiter spektakulär auf dem Radweg überschlug. Die Männer, die den vom Bus umgepflügten Vorgarten neben der Haltestelle wieder herrichten, warfen ihr Zeug weg und rannten hin, ebenso wie sämtliche Mütter und Kinder.

Ich rief den Vater des verunfallten Kindes an, gelobt sei das Handy für dieses Mal. Als wir wussten, nix gebrochen, "nur" ein Zahn ab und natürlich ein erlittener Schock, schossen mir die Tränen in die Augen. Ich musste ganz schön schlucken.

Dann kam der Schulbus und meine Tochter raste auf ihrem 16"-Rad los wie gestochen, weil sie sich bis zur Ampel immer ein Rennen liefert mit unserem Lieblingsbusfahrer. Ich hinterher und sah gerade noch, wie ein Auto rückwärts über den Bürgersteig in eine Einfahrt schoss, mein Kind haarscharf auswich - als ich schrie, war die Sache eigentlich schon gelaufen. An dem Punkt hätte ich'n Schnaps nicht abgelehnt.

Auf der Rückfahrt vom Kindergarten dann noch'ne kleine Extra-Nummer: der Hund einer Bekannten rannte aus dem Garten zwischen bremsenquietschend stehenbleibenden Autos über die Straße über meinen Weg. Ich brüllte ihn zusammen und glücklicherweise blieb er dann auch wie gebannt vor mir auf dem Radweg sitzen. Der büxt ja öfter aus, eigentlich rechne ich fast damit, so oft ich an dem Grundstück vorbeikomme. Die Bekannte sackte ihn dann auch unter wüstem Schimpfen wieder ein.

Auf meinem restlichen Heimweg hatte ich dann einen ziemlich doofen Geschmack im Mund und 'nen Kloß im Magen. Hm. Ich merke, dass ich nach sowas nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann.

Ja, herrgott, sowas kommt vor und es ist ja auch alles glimpflich abgegangen. Aber trotzdem muss ich mir die Zeit gönnen, das zu verdauen.

Jedenfalls habe ich's mir jetzt erstmal von der Seele geschrieben...

Dienstag, Mai 01, 2007

"Hüpf' mal!" Teil 2

Er ist tatsächlich gekommen, dieser Brief! Er enthält eine Einladung, meine Tochter ein zweites Mal der Amtsärztin vorzustellen, weil das Kind bei der ersten Einschulungsuntersuchung das einbeinige Hüpfen verweigert hat.

Damit also diese Frau Doktor auf ihrer Liste ein Häkchen machen kann, damit sie ein braves Mädchen ist, das seine Aufgaben erfüllt. Anstatt dass sie ihre Augen aufmacht, ins jahrelang akribisch geführte U-Heft schaut und ihm entnimmt, dass meine Tochter motorisch überfit ist, muss das Kind sich vor ihr zum Affen machen.

Nö. Zuerst einmal habe ich im Amt angerufen und die Sekretärin gebeten, uns doch diesen Mist (ich gebrauchte andere Worte) zu ersparen. Sie versicherte mir, dass kein Kind wegen Nicht-Hüpfen schulunfähig geschrieben würde. Ich erklärte ihr, dass sei nicht meine Sorge. Ich wisse, dass mein Kind schulreif sei und motorisch keine Therapie benötige.

Daraufhin rief mich einige Tage später die Amtsärztin persönlich an. Sie erreichte mich im Cafe mit dem Mund voller Brötchen, verflucht sei für dieses Mal das Handy. Joo, die Diskussion war hitzig, ich kann sie hier nicht im Wortlaut wiederholen, aber herauskam, dass ich eine zweite VORSTELLUNG verweigere und das habe ich nun auch schriftlich. Was das Schulamt daraus macht, werde ich noch sehen.

Die Dame sagte tatsächlich: "Schließlich haben wir Gesetze, da kann doch nicht jeder machen, was er will!" Leider genau die falschen Worte für mich. Oder genau die richtigen? Jedenfalls Öl in meinem Feuer.

Dabei wollte ich nur Menschlichkeit.

Natürlich muss man sich bis zu einem gewissen Maß fügen, wenn man kein autarker Eremit ist.
Aber da, wo Anordnungen keinen Sinn machen, wo die Dressur beginnt, darf man sich verweigern. Sonst gibt man jede Verantwortung ab.