Sonntag, September 30, 2007

Wenn eine eine Reise tut...


...jo, nun bin ich wieder daheim. Nach exakt sieben Tagen Tölz. Ich bin noch dabei, alles einsinken zu lassen.


Habe Sam getroffen und Ingrid auch. Das nasse Wetter hat mich eigentlich gar nicht groß beeinträchtigt. Manches Vorurteil über Bayern bzw. über DIE Bayern fand ich bestätigt :) , aber der Isarwinkel hat mich wirklich tief beeindruckt.

Nun bin ich wieder zu Hause und muss die Ärmel hochkrempeln; in vielerlei Hinsicht. Ja. Mal sehen, was kommt, was wird. Einige Entschlüsse habe ich jedenfalls gefasst.

Ach ja, am Dienstag hab' ich mich in Schale geworfen und bin mit der BOB (der bayrischen Oberlandbahn) nach München 'reingefahren, ein teurer Ausflug, weil ich aufgeschickst schlecht durch den strömenden Regen von A nach B kam und mir schließlich entnervt Taxen nahm, erst zur Barerstraße, zu Luisas Lesung, und dann zurück zum Bahnhof. Uff. Aber das wusste ich ja vorher, dass München ein teures Pflaster ist, hehe.

Tja, was soll ich sagen? Vor Jahren sah ich völlig ahnungslos Luisa in einem Interview zu ihrem damals neuen Buch "Die Magie des Ankommens" und wollte sofort mehr wissen über diese Frau und was sie sagte.

Das Buch war eine Bereicherung. Kaufte mir später noch "Auf Katzenpfoten zur Nirwanarolle" und "Das Gras wachsen hören" und kam dann auch ins Internet. Dann kam in Luisas Tagebuch der Hinweis auf Ingrid und so kam ich dann in die Blogwelt, vielleicht schrub ich das auch schon mal? Mir ist so.

Jedenfalls hat Luisa mir einen wichtigen Impuls gegeben - auf immer Danke dafür! -, aber ich habe dann kapiert, worum es geht und denken kann ich selber. Daher klebe ich nicht an ihren Lippen. Erschreckender Weise scheinen das aber ein paar der Frauen zu tun, die zu ihren Lesungen gehen. Na ja, das ist nicht meins.

Donnerstag, September 20, 2007

Wasser und Gefühle

Sah gestern eine Sendung über Badezimmer: warum sollte das Bad nicht auch ein Lebens-Raum sein, etwas, das die Persönlichkeit seines Menschen ausdrückt, ein Ort, den man Gästen zeigen kann? War Frage und Aussage einer Designerin.

Hmja, sagte es in meinem Kopf, das Bad ist DER Raum mit dem Wasser im Haus, Wasser, Quelle des Lebens und - zumindest auf mich trifft das zu - in fast allen Erscheinungsformen mit Gefühlen verbunden, mit einer Art Urempfinden...

Wasser und Geburt. Warmes Wasser, gebändigtes Wasser, wildes Wasser, stilles Wasser, gestaltendes Wasser....

In letzter Zeit passiert es mir immer wieder, dass ich Wasserhähne aufdrehe - um den Wasserkocher zu füllen, um zu spülen oder auch nur um die Siphons im Bad im Erdgeschoss wieder gegen die Gerüche aus der Kanalisation zu verschließen...

...und dann vergesse, sie zuzudrehen. Es ist bisher keine Überschwemmung passiert, also kein Schaden im Haus, aber diese Wassermassen waren dann da...

Nach heftigen mit Weinen verbundenen Gefühlsbewegungen ist gestern meine Erkältung von den Bronchien wieder zurück in die Nase gekrochen.

Mittwoch, September 12, 2007

Lilith!

DAS ist mal ein Thema für mich: da haben offenbar die guten Kirchenväter mal wieder klammheimlich 'was unter den Tisch fallen lassen! In dieses Thema werde ich mich jetzt mal genüsslich hineingraben. Dabei hilft mir hoffentlich das hier! Trotzdem werde ich mir irgendwann auch mal "Das Eva-Prinzip" zu Gemüte führen, denn: "Sprich' nicht über den Brunnen, aus dem du nicht getrunken hast!"

Montag, September 10, 2007

Das wahre Gesicht

Ich muss nochmal auf den verschwundenen Bart von meinem Mann zu sprechen kommen. Vor Jahren hat er mir schon mal, nachdem ich mich lange an den Bart gewöhnt habe, für ganz kurze Zeit sein nacktes Gesicht präsentiert.

Damals habe ich mich furchtbar erschrocken, aufgeschrien, als er sich so entblößt zu mir umdrehte und kam damit überhaupt nicht zurecht. Jedenfalls hat er den Bart dann wieder wachsen lassen und ist bestimmt zehn Jahre lang so herumgelaufen.

Dieses Mal habe ich erst mal gar nichts dazu gesagt. Seltsamerweise fühlt es sich so an, als habe er mir zum ersten Mal sein wahres Gesicht gezeigt. Dieser Anblick war mir zunächst gar nicht geheuer, ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte.

Ich kann mit Fug' und Recht von mir sagen, dass ich mich da langsam, behutsam und vorsichtig, herangetatest habe.

Und jetzt habe ich erkannt, dass ich auch DIESES Gesicht von ihm liebe.

Sonntag, September 09, 2007

Enzian!



Den blauen Enzian kennt ja wohl jeder. Ich habe den gelben Bruder kennengelernt, als ich vor ungefähr vierzehn Jahren zum ersten Mal in die Schweiz kam. Unsere Verwandten dort haben nämlich eine Lizenz, die Wurzeln dieser Pflanze auszugraben und daraus Schnaps zu BRENNEN.

Kein Aufgesetzter, sondern ein reines DESTILLAT!

Damals hat's mich geschüttelt. Heute mag ich das Zeug sehr. Es ist DAS Magenmittel! UND ich finde es lecker. In ganz kleinen Dosen...

Freitag, September 07, 2007

Kühe sind auch nur Menschen...

Also, irgendwie soll das wohl nicht sein mit meinem ausführlichen Reisebericht über die Schweiz! Ich habe auch nicht mehr die rechte Lust dazu. Ich glaube, ich greife mir lieber hie und da ein paar Aspekte und mach' dann einen Post dazu. Sozusagen in kleinen Häppchen.


Vorletzte Nacht haben sich die Rindviecher von nebenan mehrmals in mein Bewußtsein geschoben, wenn sie so nah sind - sie stehen nicht immer auf der Wiese zwischen unserem Haus und dem Kuhstall - sind sie auch noch mehr als sonst in meinen Gedanken.


In der besagten Nacht nun bin ich mit dem "Flatsch! Flaaatsch!"-geräusch von plumpsenden Kuhfladen eingeschlafen und am folgenden Morgen auch mit diesem Geräusch wieder aufgewacht... :)

Überhaupt sind die Laute der Milchkühe ungeheuer vielfältig. Langes, tiefgezogenes Brummen, Röhren, manchmal vielstimmig, manchmal ein Solo. Schnauben, prusten. Ihre Mimik, ihre ganze Körpersprache...

Als ich selbst Milch gab, fühlte ich mich ihnen manchmal gleichgestellt und seither sehe ich sie sowieso mit andern Augen an.

In dem Dorf, aus dem ich komme, gab es alles an Viehzeug - vor allem Schweine und den entsprechenden Gestank, jede Menge Federvieh, Pferde.... nur keine Kühe. Als wir hierher gezogen sind, habe ich mir Kühe zum ersten Mal überhaupt richtig bewusst angesehen.

Heute klingt das albern, aber damals war ich echt erstaunt, WIE GROß Kühe sind. Und hab' dem Bauern nebenan Löcher in den Bauch gefragt, bis ich das Milchgeschäft einigermaßen verstanden habe. Was das für die Kuh im einzelnen heißt. Und was für den Bauern.


Der Geruch ist mir jedenfalls allemal lieber als der von Schweinen :D man kann sich daran gewöhnen, finde ich. Und es fiele mir nie, niemals ein, mich womöglich über Lärm zu beschweren - etwa weil eine Kuh beim Kalben die ganze Nacht stöhnt oder tagelang nach ihrem Kälbchen ruft, das woanders mit der Flasche aufgezogen wird...


Erstens haben sie in ihrer Eigenschaft als Mütter mein volles Mitgefühl und zweitens waren sie zuerst da.


Ja, und die Schweiz ist absolutes Kuhland, jedenfalls in der Ecke, in der wir waren. Schön ist, dass die Kühe - und bei den Freibergen auch die Pferde! - dort völlig frei herumlaufen.


Schade finde ich, dass auch sich auch in der Schweiz die gefleckte Holsteinerin breit macht, die eingeborenen Kuhrassen sind viel hübscher. Und leider gehn' auch die Schweizer Landwirte immer mehr dazu über, die Hörner zu entfernen und Zäune zu ziehen.

Dienstag, September 04, 2007

Leichtsinn!?

Im entfernteren Bekanntenkreis ist eine 14jährige vergewaltigt worden, ich kenn' die Familie nicht persönlich und es war auch nicht in direkter Nähe.

In der allgemeinen Diskussion, die in meinem Umfeld stattfindet, taucht immer wieder die Formulierung "...hat sie selbst durch Leichtsinn provoziert!" auf.

Nun kenne ich auch die näheren Umstände dieses Gewaltverbrechens nicht.

Aber bei so einer Haltung platzt mir wirklich der Kragen.

Meine Definition von Leichtsinn lautet: Wenn ich nachts allein und unbewaffnet in einen mir unbekannten Dschungel gehe und es kommt ein Leopard und beisst mir ein Bein ab - dann habe ich dieses Bein durch Leichtsinn verloren.

ABER MÄNNER SIND KEINE LEOPARDEN UND WIR SIND NICHT IM DSCHUNGEL!

Schließlich beherrsche ich meine Triebe ja auch. ;)

Montag, September 03, 2007

Leben...

Gestern Abend machte ich eine Zeitreise. Ich holte den Karton mit meinen alten Tagebüchern unten aus meinem Kleiderschrank heraus und begegnete mir mit sechzehn, mit Anfang zwanzig wieder.

Verliebtheiten, Dramen, Toten... Neuanfängen...

Und auch den Anfängen meiner Beziehung, meiner Ehe, unserer Elternschaft.

Liebe - heißt das, jemanden nicht trotz, sondern wegen seiner Schwächen zu lieben? Das klingt allerdings nur auf den ersten Blick nett. Wenn man's mal ehrlich betrachtet.

So ähnlich, wie man Säuglinge liebt, weil sie einen vorbehaltlos lieben - weil sie keine Wahl haben.

Aus welcher Ecke kam denn das??

Öh! Wie kommt der Schäuble bloß plötzlich darauf, den Kids die dickeren Waffen im Schießsport drei Jahre früher erlauben zu wollen? Hat jemand eine Erklärung, worauf das fußt? Das scheint mir so völlig gegen den Strich gebürstet zu sein...

Glücklicherweise hat ihm das ja anscheinend irgendwer wieder ausgeredet...