Dienstag, Oktober 23, 2007

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In meinem Urlaub in Bad Tölz habe ich mich viel damit beschäftigt, die Isar 'rauf und 'runter zu laufen und ihr dabei so nah wie nur möglich zu sein. An einem Tag, ich glaube, ich ging die Isar Richtung Lenggries, hatte ich schon einen ganz gestreiften Blick von all' den Steinen auf die ich geschaut hatte und konnte doch meine Füße nicht vom Wasserrand abwenden.
Am gegenüberliegenden Ufer waren gelegentlich inselartige Kiesbänke und kleinere Buchten, ein bisschen wie eine Auenlandschaft. Das flachere Wasser war klar, die Flussmitte hatte dieses irrsinnige Türkis.


Es war ein bedeckter Tag. Ich war allein und lief und lief und lief. Ganz in mich selbst versunken, Gedanken streiften mich nur, wie Wasser, das vorüberfließt.

Und dann kamen mir die Tränen. Ich freute mich, ich war so erleichtert, so glücklich:

Alles war da; ich war in allem und alles war in mir.

Montag, Oktober 22, 2007

Bald ist St. Martin...


...und in diesem Jahr haben wir eine ganz ausgefallene Laterne auf unserem Zaun! :D

Freitag, Oktober 19, 2007

Angreifbarkeit


Ich glaube, an diesem Kegel ist gut zu sehen, wie systemathisch der Mann vorgegangen ist. Er hat von Hochwasser zu Hochwasser dazugelernt. Irgendwann hat er z.B. herausgefunden, dass die Steine nicht so leicht auseinanderrutschen, wenn er ihre Oberfläche mit Spülmittel reinigt - also JEDEN EINZELNEN STEIN gründlich abseift. Dann sind sie befreit von allem, was glitschen könnte.
Ich frage mich, wie er es mit so unregelmäßig geformten Steinen hinbekommt, den Kegeln Oberfläche zu geben, in die die Isar kaum noch hineingreifen kann. Sprich: die Dinger bleiben stehen. Fragile Figuren wie das Gebilde mit dem Vogelstein sind einfach von einer "Festung" umgeben und haben so auch eine Chance, bei Hochwasser stehen zu bleiben!

Donnerstag, Oktober 18, 2007

Isarsteine!


Als ich zwischen diesen Gebilden mit offenem Mund herumlief und ihre Zahl nicht begreifen konnte, dachte ich: "Was für eine Wahnsinnsarbeit!" und "Das nächste Isarhochwasser reißt alles wieder um!"



Ich schwöre, da war keinerlei "Bindemittel" zwischen den Steinen!

An dieser Stelle musste ich das unmittelbare Flussufer verlassen, weil die Böschung hier wieder bis ans Wasser reichte. Auf dem kleinen Pfad, der zum regulären Uferweg zurückführte, sah ich dann ein Hinweisschild: "Klein Kairo".


Der Rest lässt sich googeln. ;)

Schwerkraft?

Es ärgert mich, dass die Bilder in den Posts sich mal durch draufklicken vergrößert ansehen lassen, mal nicht. Jedenfalls habe ich hier nochmal eine Nahaufnahme von der andern Seite des Steinvogels aus dem unteren Post!

Mittwoch, Oktober 17, 2007

Genieße die Stille...


Während ich am Rechner sitze, läuft im anderen Fenster das hier. Jo. Ruhe. Ich entrümpele das Haus. Von oben bis unten. Mit Textilien habe ich angefangen, die Brockensammlung in der Gemeinde kommt mir grade Recht. Dann sind die Zimmer des Grauens 'dran und noch einige andere Dinge.


Zimmer des Grauens? Das ist so: nachdem meine Schwiegermutter vor nun 12 Jahren gestorben, mein Schwiegervater zu seiner neuen Liebe gezogen ist und wir mit unserem Erstgeborenen das Haus übernahmen - was wiederum 9 Jahre her ist - waren die beiden Zimmer ganz hinten im Bau sozusagen übrig und da wurde dann erst mal alles 'reingeschoben, was aus dem Weg musste.




Hier war ja noch alles drin, als wir einzogen: die Möbel meiner Schwiegereltern, die komplett bestückte Einbauküche und alle Stauräume waren mit IRGENDWAS gefüllt (1 Keller, 2 Dachböden, 3 Garagen, 4 Schuppen) und wir brachten selbst einen kompletten Hausstand mit! Mein Schwiegervater war wohl selbst etwas hilflos angesichts der riesigen Menge der angesammelten Gegenstände der Gattung "Kann-man-immer-nochmal-gebrauchen-und-frisst-ja auch-kein-Brot". Anfangs habe ich mich nicht mal getraut, die RIESIGEN Spitzengardinen meiner Schwiegermutter zu entfernen. Monatelang waren sie nur auseinandergeschoben.


Ist ja jetzt nicht so, dass wir nie entrümpelt hätten. 1500 kg gingen in Container, Möbel nach und nach auf den Sperrmüll. Es war ein Kampf für mich, ehrlich, aber ich wär' nicht Kvinna :) wenn ich jetzt nicht noch 'was Positives nachschöbe. Viele Dinge waren schon da, die wir andernfalls hätten anschaffen müssen: Gartenmöbel. Gartengeräte. Ein Rasenmäher! Porzellanservice und Bestecke reichlich, für Feiern, für Gäste. Eine Aussteuertruhe von 1830... Familienstücke und auch Praktisches. Die Schneidemaschine!




Ich tät' mal sagen, nachdem ich anfangs ziemlich paralysiert war - fühlte sich an, als sei ich bei meinen Schwiegereltern eingezogen und nicht in UNSER Haus - habe ich die Räumlichkeiten nach und nach zu meinen gemacht.


Hm. Jetzt bin ich schon wieder in die Vergangenheit geraten.

Na jedenfalls, die beiden Zimmer hinten im Haus habe ich vor einigen Jahren mal nutzbar gemacht, Regale aufgebaut, Freiraum geschaffen. Wollte da bügeln, z.B., Platz haben zum Wäschefalten... war aber nix. Irgendwie waren die Räume innerhalb einiger Monate wieder voll mit Zeugs. Die Kinder waren noch kleiner, im Zuge des neuen Anbaus wurden Spielsachen dort zwischengelagert, also waren irgendwie auch plötzlich die Kinder da drin und wühlten herum.

Irgendwann habe ich resigniert und fing auch an, alles, was unter den Füßen weg musste, "mal eben" da 'reinzuschmeißen, Tür zu, nicht drüber nachdenken, JETZT nicht.

Auch sonst gibt es noch hie und da kleinere und größere Mistecken. Tja, mit den Textilien bin ich gerade dabei, den neunten Sack voll zu machen. Pause!



Danach werde ich mir den übrigen Kram vornehmen, meinen schönen, großen Bus damit voll machen und zur Deponie fahren. Uff. Sollte mir letzeres nicht gelingen - das Projekt geht mit Sicherheit über einige Tage hinaus - werde ich einen Container bestellen.

Ich bin fest entschlossen, noch einmal gründlich aufzuräumen.

Freitag, Oktober 12, 2007

Mutterfreuden - oder: Da liegt noch Arbeit vor mir :)

Vorgestern motzte meine Tochter am Abendbrottisch herum, weil ihr Töpfchen mit grober Schmierwurst leer war und ob ich die wohl vergessen hätte, einzukaufen??

Geduldig erklärte ich ihr, dass ich noch nicht einkaufen war, da meine Wocheneinkäufe idealerweise Donnerstags stattfinden. Woraufhin sie meine Geduld mit mehr als fünfminütigen Überlegungen bezüglich des zu wählenden Brotbelages strapazierte...

Gestern nun im Supermarkt schnappte ich en passant so grade noch die richtige Dose und trug sie brav nach Hause. Sitzend am Esstisch präsentierte ich meiner Tochter dann die Beute voller Erfüllungsfreude - ICH SCHAF, ICH!

"GESTERN wollte ich die, nicht HEUTE!" schrie meine SECHSjährige Tochter mich daraufhin an. Worauf ich sie umgehend ins Kinderzimmer beförderte mit der unmissverständlichen Aufforderung, sofort schlafen zu gehen.

Was sie mir damit quittierte, dass sie ins Bett pinkelte.

Sonntag, Oktober 07, 2007

Urlaubsimpressionen- überarbeitete Version!

Irgendwas ist mit diesem Post; mir wird er nie ganz angezeigt und da er auch sachliche Unrichtigkeiten enthält, räume ich mal auf:
Oben die Isar im Mittagssonnenschein von der Tölzer Brücke aus flussaufwärts fotografiert; farblich hat's was karibisches, oder? Unten ein Bild, dass ich in Lenggries aufgenommen habe
und das IST der Brauneck mit der gut sichtbaren, jedoch von mir nicht bestiegenen Demmelspitze. SO!

Das Zimmer war wirklich gemütlich. Da das Hotel von 1906 und seither immer im Besitz derselben Familie ist, liegt die Vermutung nahe, dass das hier noch die Originalmöblierung von damals ist - ganz glaube ich das aber nicht! Denn die Einrichtung verströmt Antikcharme, nicht den Geschmack von altem Zeug, das acht- und lieblos stehen gelassen wurde. Und marode und wurmstichig mit schiefen, schlecht schließenden Türen und Schubladen ist mir soooviel tausendmal lieber als neu, gelackt und geschmeidig! Es war einfach ein richtiges Zuhause. Und das braucht Frau in der Fremde - schon! (Und das Bad ist ziemlich sicher aus den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts :)


Aussicht vom Balkon:


Isar am Abend, von der Brücke aus flußabwärts fotografiert:




Tölz by night!


So, und auf dem unteren Bild sieht man das altehrwürdige Metzgersbräu, wie Sam folgerichtig kommentiert hat - und offenbar habe ich ihr nicht gescheit zugehört. Das Ding ist nicht zu verkaufen! Bemerkenswert ausserdem der Kirchturm - das ist NATÜRLICH nicht der einzige in Tölz und in meiner ersten Nacht hat mich das mehrmalige nächtliche Läuten jedes Mal geweckt. Ab der zweiten Nacht war die Information abgespeichert und ich kann's nicht anders sagen, ich schlief TATSÄCHLICH göttlich in Bad Tölz ;)

Das Wetter war nur am Sonntag, dem Tag meiner Ankunft und dem darauffolgenden Montag, dem Tag der Brauneckbesteigung so sommerlich-vollmondig ;)
Aber ich hatte die richtigen Klamotten eingepackt und daher machte mir die Feuchtigkeit von oben nicht wirklich etwas aus....

Montag, Oktober 01, 2007

Mutterliebe!


Sie sitzen in mir drin, die Tölzbilder, und sie wollen 'raus, 'raus, 'raus!

Meine Mutter hatte letzten Freitag Geburtstag, eine Waage, nicht ausgewogen. Ich rief sie vom Hotelzimmer aus an:

"Alles Liebe zum Geburtstag, Mama!"
"Ach, danke! Wo bist du denn?"
"In Bayern!"
"Und was machst du da?"
"Urlaub!"
Stille.
"Das findest du wohl komisch?"
"Ja, allerdings. Wo du doch gar nicht arbeitest!"

Als ich später auflegte, dachte ich noch:"Nein, du ärgerst dich jetzt nicht!" Aber irgendwie habe ich es nicht ganz verhindern können, so ein leises bisschen habe ich mich doch geärgert. Aber Hauptsache, ich habe den Mechanismus durchschaut. IHR Problem ist nicht MEINS!

Die Wirtin im Hotel war auch so eine, kann's nicht genau in Worte fassen. Auf der Website vom Hotel wird mit Versorgung geworben, man soll sich ZU HAUSE fühlen und dass man sich WOHLFÜHLT ist sehr wichtig. Jedenfalls hat die gute Frau keine Ruhe gegeben, bis alle Gäste im Frühstücksraum ihr mitgeteilt haben, dass sie eine gute und angenehme Nacht hatten. Solcherlei Fragen können schnell mal als penetrant empfunden werden. Aber vielleicht ist das auch nur meine persönliche Vorbelastung.

Ich jedenfalls achte sehr auf mich, wenn ich meine Kinder frage, ob es ihnen gut geht. Besitzergreifender Kontrollwahn liegt näher, als eine manchmal denkt. :)



Die Vulva jedenfalls hat mich plötzlich auf eine Idee gebracht: rührt daher vielleicht in Wahrheit die Herzform, das Symbol, das man dafür verwendet? Denn das Organ in der Brust war den Menschen ja nie so gegenwärtig und hat doch eigentlich auch eine ganz andere Form!?