Donnerstag, April 24, 2008

"Für Dich, Mama!"


Anti-Depressiva

Eeeeccchhhnnnnggghhh!



Dieses Bild belegt mir nun ziemlich sicher die lange gehegte Vermutung, dass Schnecken auf Nahrungssuche nach dem Prinzip "Versuch und Irrtum" unterwegs sind: "Also, an diesem Ende ist nix zu holen, da muss ich wohl ans andere!"

Mittwoch, April 16, 2008

Biel! Bienne! Bieu!

Biel! Biel ist zweisprachig. Bienne französisch. Bieu berndeutsch. Biel hat mich total umgehauen im letzten Jahr. Ich meine, die Schweiz ist ein ungeheuerliches, kleines wildes Land, das einen bemerkenswerten Menschenschlag hervorgebracht hat. Ich bin beeindruckt.

Dabei kenn' ich grad' mal ein Fitzelchen Nordschweiz, s' Berner Oberland, ein bisschen Jura und so. Hätten wir nicht Familie dort, ich pflegte vermutlich noch immer mein Bild vom volkstümelnden Traditionsschweizer mit Rauschebart, ähnlich dem Klischee, das ich lange von den Bayern hatte.

So ist es immer gut, über'n Tellerrand zu schauen, auch wenn's das eine oder andere Vorurteil bestätigen sollte.

Jedenfalls Biel. Was ich da gespürt habe, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Zunächst einmal hat die Stadt einen maroden Charme, alles gammelt ein bisschen, jedenfalls in der Altstadt. Dann ist sie voller Wasser, sie liegt am Bielersee und die Aare fließt durch sie hindurch.

Na ja, und im letzen Sommer kam auch noch ziemlich viel Wasser von oben:


Womit dieses rote Katzentier sich bestens arrangiert hatte...

Die Atmosphäre unter den Bäumen war jedenfalls eine besondere. Und dann waren da noch

diese blauen Blumen, die mich ganz sprachlos machten.

Um diesen Brunnen arrangiert, in Verbindung mit dem Wasser, machten sie einen ganz besonderen Eindruck auf mich. Überdies stieß Grejazi in der kleinen, aber feinen Bibliothek des Museums auf Kurt Derungs' "Mythen und Sagen im Drei-Seen-Land" und das war wieder mal eine neue und wichtige Tür für mich.


Ja! Hätte ich mal gleich in dem Museum dahinter gefragt, wie die heißen, die Blumen! Wieder zurück aus dem Urlaub konnte mir nämlich meine sehr gartenbewanderte Schwägerin auch anhand der Fotos nicht sicher sagen, um was es sich handelt.

Bis ich die Pflanze dann als Schnittblume im Blumenladen traf; da konnte mir geholfen werden. Afrikanische Schmucklilie, Agapanthus! So bekam ich denn zum Geburtstag im letzten September von Schwägerin und Schwager diese hier


Zugegeben, sieht noch nach nix aus. Hat auch schmalere Blätter als die Schweizer Exemplare. Aber es gibt auch zig Sorten, noch dazu in blau und weiß. Wie gesagt, hätte ich bloß vor Ort gefragt!!! Aber blau wird sie auf jeden Fall, soviel wissen wir. Ich habe sie sehr sorgsam überwintert, und das heißt etwas bei mir, ich kann nicht gut mit Pflanzen. Und sie dankt es mit reichlichem Sprießen, um so mehr, seit sie nun draußen steht und ein paar schwache späte Fröste auch gut überstanden hat.
Ich bin gespannt!

Experiment

Aus verschiedenen Gründen fing in letzter Zeit der Gebrauch des Wortes "man" an, mir gehörig auf die Nerven zu gehen. Nahezu reflexhaft begann ich, es möglichst oft durch das Wort "frau" zu ersetzen.

Aber es dauerte nicht lange, da ging mir auch das auf den Keks und mir fiel ein Text ein, den ich vor Jahren mal in irgendeinem Prospekt gelesen hatte, ich weiß nicht mehr, in welchem Zusammenhang.

Jedenfalls brachte der Text den Ärger über die Geschlechterorientierung in unserer Sprache zum Ausdruck und dass die Sache mit den "-Innen" und der kleingeschriebenen "frau" ja wohl auch nicht das Gelbe vom Ei sei.

Vorgeschlagen wurde, solche Formulierungen von vornherein zu vermeiden und sich geschlechtsneutral auszudrücken. Die gegebenen Beispiele waren so schlicht wie einleuchtend, nur damals berührte mich die Problematik nicht.

In Zukunft werde ich das aber umzusetzen versuchen und ich habe bereits erfreut festgestellt, dass es nur in einzelnen Fällen wirklich schwierig wird, "man" oder "frau" aus dem Spiel zu lassen.

Ein bisschen anders ist das beispielsweise bei Berufsbezeichnungen... wenn ich mich bloß an den Text erinnern könnte... aber Recherche ist ja mein zweiter Vorname!

Und mal sehen, ob es mir möglicherweise auch noch gelingt, sogar ohne Emoticons richtig verstanden zu werden!

GE-NIE-ßER-FRÜHSTÜCK!


Dienstag, April 08, 2008

Woran ich glaube

An
das Leben,
an die Liebe, an die
Welt, an Menschen, an die
Zukunft und
nicht zuletzt
an die gött-
liche Kraft
in allem in
der alles ist.

Sonntag, April 06, 2008

Danke, Mama!

Zwanzig Jahre enges Zusammenleben mit meiner Mutter waren eine gute Schule für's Leben.

All' das Verdrängte, Unreflektierte in ihr, das zu bohren und zu brodeln anfing, wenn aus dem Außen, nämlich von mir und bedingt durch mein Wachsen daran gerührt wurde, hat sie soviel Gift und Galle spucken lassen, dass sie sich irgendwann selbst unglaubwürdig machte.

Und mit einem Mal sah ich klar, wie sehr sie eigentlich mein Mitgefühl verdient hatte. Es war, als hätte plötzlich im Schmierentheater jemand das Licht angemacht und die Fäden seien sichtbar geworden.

Von da an gab sie sich mit ihren Versuchen, mich auf Nebenschauplätze zu locken anstatt differenziert und sachlich die Auseinander-Setzung zu suchen, nur noch hoffnungslos der Peinlichkeit preis. Heute weiß ich außerdem, dass es das Verdrängte ist, was kratzt und beißt weil's um jeden Preis verdrängt bleiben will. Käm's ans Licht, wär's tot.

Vor Jahren nahmen meine Eltern meinen acht Jahre jüngeren Bruder ohne Abschluss von der Schule und ließen ihn nun voll mitarbeiten im Familienbetrieb, ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Ich machte mir damals ehrliche Sorgen um ihn. Und das habe ich meinen Eltern auch ganz klar gesagt.

"Was ist denn mir dir los? Haben wir Vollmond? Sind deine Hormone durcheinander?" war die Reaktion meiner Mutter. Eine Begründung, warum sie ihr Vorgehen für richtig hielt, habe ich bis heute nicht von ihr bekommen.

Das ist nur EIN Beispiel aus meiner persönlichen Geschichte, aber es lässt sich problemlos in eine Reihe stellen mit der Art und Weise, wie hier im Blogversum mitunter die fruchtbare Diskussion vermieden wird.

Samstag, April 05, 2008

Technische Frage

Mir ist nicht klar, warum die Absätze und Zeilenabstände in manchen Posts sich scheinbar selbst formatieren, ohne dass die Vorschau mir das sichtbar macht. Es scheint etwas mit dem Einfügen von Bildern zu tun zu haben.

Nun habe ich mich daran begeben, im HTML-Bereich zu forschen. Leider verstehe ich auch in den entsprechenden Foren meistens nur Bahnhof und meine Vorstellung davon, was HTML eigentlich genau ist, ist nebulös.

Kann mir jemand helfen?

Edit: Nachdem die Kommentare zu diesem Post hier sich ja nun um ganz andere Dinge drehen, nochmal meine Anfrage: Kann mir jemand mein HTML-Rätsel lösen?

Mittwoch, April 02, 2008

Wachsen!


Wir sind eine handballorientierte Familie. Unsere Kinder kamen schon als Babies im Tragekorb zu Papas Spielen mit, die Frauen und Kinder der Mannschaftskollegen machten die meisten Heim- und auch viele der Auswärtspiele immer zu einem Familienereignis.



Eigentlich logisch, dass unser Nachwuchs sich sportlich ebenfalls in diese Richtung entwickelte. J. hat die dritte, M. die zweite Spielsaison hinter sich und für B. fand der Wechsel in die F-Jugend nach drei Jahren "Ballgewöhnung" bei den Minnis gestern statt. Der Trainingsort, -termin und Trainerinnen haben sich geändert, aber sowohl Halle als auch Leute kannte sie vorher schon ganz gut. Auch besteht die F-Jugend nun zum größten Teil aus ehemaligen Minnis und damit aus Kindern, die sie seit drei Jahren kennt - UND ihre beste Freundin ist auch dabei.

Also bat ich sie gegen Ende der Mittagszeit, ihre Trainingstasche zu packen. Der Ausdruck, den ihr Gesicht bei dieser Tätigkeit bekam, war selbst für ihre Verhältnisse extrem finster. Zum Sprechen aufgefordert, brach sie in Tränen aus und ich nahm sie auf den Schoß:

"Ich kann doch noch gar nicht spielen!"

"Schatz, niemand wird etwas von dir verlangen, was du noch nicht kannst. Die Saison fängt erst nach den Sommerferien an, bis dahin hast du genug Zeit, das in Ruhe zu lernen und du musst ja auch nicht sofort bei allen Spielen mitspielen!"
"ICH KANN DAS ABER GAR NICHT!!!"
"Na hör' mal, konntest du schon schwimmen, als du zu Frau D. zum Schwimmunterricht gegangen bist? Konntest du lesen, bevor du in die Schule kamst?"
"Nö! (Schnief! Schluchz!)" Intensives Rückenstreicheln meinerseits.
"Siehst du, und heute kannst du beides! Hat doch prima geklappt!"

Das "Mut fassen" ist ein starkes Schauspiel in ihrem Gesicht, sie sammelt und beruhigt sich wieder.

Am Ort des Geschehens klammert sie sich dann panisch an mich, ich muss energisch werden, damit sie mich wenigstens aus der Umkleide lässt. Ich begleite sie in die Halle, wieder schluchzt sie. Geduld ist gefragt, mehr die nervliche als die zeitliche.

"Kannst du nicht hierbleiben?"
"Hör' mal, Schatz, ich hab' noch etwas anderes zu tun als mich anderthalb Stunden auf die Bank zu setzen, ich hol' dich nachher hier wieder ab!"
Weinen, anklammern. Ich knie' mich hin und seh' ihr in die Augen.

"Jetzt pass' mal ganz genau auf: Ich verstehe, dass das ein bisschen aufregend ist, aber soo schlimm ist das auch nicht. Du kennst die Halle, du kennst die Leute. Ich weiß, dass du das schaffst!"
Schlucken, Nicken.
"Ein Kuss noch, Mama, und noch einmal drücken!"

Danach bin ich entlassen. Puuh!

Ein leiser Zweifel bleibt mir, warum sie das macht. Ich finde nämlich, dass diese "Show" weder ihrer Persönlichkeit noch ihrem Entwicklungsstand entspricht. Aber ich kann ihr ja nur vor den Kopf gucken...

Als ich sie zur verabredeten Zeit abhole, ist sie vergnügt wie immer nach dem Training.
Und ich bin stolz auf sie.

Dienstag, April 01, 2008

Aussichten - Einsichten? Frühling!

So flach ist es mitunter am Niederrhein. Das einzig Hervor-Ragende sind meistens die Abraum-Halden vom Bergbau. Da steht dann sowas wie das Geleucht 'drauf, das Grejazi so überaus beeindruckend abgelichtet hat in einer dramatischen Vollmondkulisse. Oder ein Turm. Oder sowas hier das aussieht wie ein Baugerüst, jedenfalls unfertig, aber Kunst ist:

Na ja, jedenfalls verbaut sie nicht die Aussicht auf der Halde Norddeutschland, die Kunst. Und irgendwas muss ja gemacht werden mit den Halden, damit das bloß nicht so aussieht, als seien sie sich selbst überlassen worden. Wieso eigentlich nicht?

Als ich diese Übersichten (mit meinem Handy!) fotografiert habe, war es noch ganz schön frostig, windig, kalt und vor allem kahl in meinen Breiten.

Das hat sich geändert! Das Winter-Rest-Grün hat so einen Trick 'drauf, ich weiß nicht, wie der geht, aber ich bestaune ihn jedes Jahr: einen Abend ist z.B. die Wiese gegenüber grün. So grün, wie sie die ganze graue Zeit hindurch war, so ein "Ich-tu'-mal-so-als-ob!"-Grün.

Und am andern Morgen ist dieselbe Wiese plötzlich grüngrün. Über nacht, einfach so, hat jemand den Schalter umgelegt von "Durchhalten!" auf "Wachsen und Gedeihen!". In diesem Jahr war das die Nacht von Donnerstag, 13.03. auf Freitag, 14.03. Das verblüfft mich jedes Jahr auf's Neue, dass sich das auf so ein paar Stunden genau festmachen lässt.

Auf unserer kleinen Wiese unterm Küchenfenster, hinter der Blechgarage, ist es jetzt auch angekommen, das Grüngrün:

Heute früh habe ich ein Tässchen Sud aus einer Handvoll frisch gepflückter Schlehenblüten getrunken. Die Vogelmiere ist hier auf dem Foto nicht so gut zu sehen, aber sie sagt jedesmal "Iss' mich!", wenn ich sie treffe und das tu' ich dann. Der kürzeste Weg: von der Hand in den Mund. Gestern waren's Gierschblätter, die noch nicht voll entfaltet waren.

Die Kirschblüten sind aber sicher vor mir. Und der Baum war klug wie immer: erst schwollen ihm die Knospen und dann machte er eine Vollbremsung von ein, zwei Tagen. Es schneite. Danach erst lünkerten die Blüten aus der grünen Verpackung.

In circa zwei Wochen holt der Bauer wieder die Kühe aus dem Stall, dann ungefähr taucht auch die erste Schwalbe auf. Hummeln hab' ich schon zwei gesehen. Und die hier, die ist vorgestern aufgetaucht, zusammen mit vielen andern, die jetzt auch wieder am Haus hochkriechen.

Und der Farn, der tapfer unterm Zaun hindurch von der Schwägerin nebenan bei uns Fuß zu fassen versucht, ist auch wieder da. Macht mir jedesmal beim Rasenmähen Kopfzerbrechen:

Drumherum? Dran vorbei? Oder drüber? Eigentlich muss die Hartnäckigkeit ja gewürdigt werden...