Mittwoch, Januar 28, 2009

ERBARMEN IST UNBEQUEM

Als ich realisiere, was ich da gesehen habe, bin ich schon zweihundert Meter weiter; ich zögere, dann wende ich; eine riesengroße Ratte sitzt auf der Trennlinie zwischen Fahrbahn und Pannenstreifen der Bundesstraße, auf der ich gerade nach Hause unterwegs bin.

Ich halte vielleicht zwei Meter vor dem Tier, das sich nicht wegbewegt.

Einen Moment bleibe ich im Auto sitzen. Das Kind fragt. Ich erkläre.

Steige aus. Das Tier sitzt mit dem Rücken zum Auto. Es reagiert nicht auf Geräusche, noch auf mein vorsichtiges Annähern. Es ist riesig und steht gut im Futter, wiegt bestimmt ein Pfund und mehr.

Blut läuft ihm aus Nase und Maul, der Schwanz ist verletzt, es ist vollkommen apathisch. Ungeachtet des regen Verkehrs hock' ich mich hin und seh' ihm in die Augen. Da scheint nichts mehr zu sein, kein Funken, kein Wille.

Langsam trete ich neben mich.

Ich hole das Notwendige aus dem Kofferraum, kehre zurück. Der Biss in mein Daumengelenk ist kräftig, aber der Handschuh ist stabiler. Kein Laut, und die Gegenwehr scheint nur pro forma zu geschehen, lustlos.

Dann liegt sie still und entspannt, ich bette sie ins Gras. Allemal würdevoller als ein blutiger Klumpen an irgendeinem Autoreifen...

Und die Frage, ob das die einzige Lösung war, bleibt bei mir.

Montag, Januar 26, 2009

Lichtempfindlich...

Neulich beim Zahnarzt, morgens um acht: Ein Klagelaut von mir - nicht vor Schmerz im Zahn, sondern im Auge. "Sie sind wohl lichtempfindlich?" fragt die Arzthelferin verständnisvoll und blendet die Arbeitslampe um eine Winzigkeit ab.

Ja, wenn ich's so recht bedenke: am frühen Morgen sitze ich am Allerliebsten mit einem Kaffee im Dunkeln am Esszimmertisch und schau' mir durch's nach Osten gehende Fenster an, wie die Sonne schön langsam den Himmel erklimmt.

Das Deckenlicht einschaltende Kinder werden von mir angeknurrt; wenn überhaupt, dann dulde ich nur die "punktuelle Beleuchtung" der jeweiligen Arbeitsplätze, also über dem Spülbecken oder überm Brotkasten. Und wenn noch Zeit ist, bis der Bus kommt, dann bitteschön LESELAMPEN für die Comics...

Das ist auch der alleinige Grund, warum sich in unserem ehelichen Schlafzimmer das einzige Fenster mit Vorhängen befindet: um das eindringende Tageslicht zu dämpfen.

Huuuaaah!

Dienstag, Januar 13, 2009

Unqualifizierte Zwischenfrage

Warum, zum Donner, steht auf Shampooflaschen eigentlich nicht mehr "gegen fettige Haare" 'drauf?

Freitag, Januar 09, 2009

Wintermärchen

Ganz im Ernst: Menschen, die so etwas jeden Winter haben, finden mein kindliches Staunen vielleicht komisch; aber was mich zur Zeit umtreibt, sind die vielen kleinen und großen An- und Einsichten - sowohl im engeren als auch im weiteren Umfeld - die ich sonst nur aus dem Urlaub kenne. Alsdann: Juuut, vorn überbelichtet und unscharf, dafür ist das Filigrane im Hintergrund aber gut zu erkennen!
Der Himmel; Himmel, dieser Himmel!
(Ziemlich in der Bildmitte ist auf der Wiese ein schwarzer Fleck zu sehen: Maulwürfe halten keinen Winterschlaf!)

Selbstverständlich sind die Temperaturen Gesprächsthema Nummer eins; aktuell hat's zehn Grad minus bei Sonnenschein und das ist sowas von außergewöhnlich, dass mir dazu nix mehr einfällt!
Auf Rang zwei der Themen der sehr kommunikativ gewordenen Mitmenschen steht das Thema "Schuhe". Knapp gefolgt von "Hilfää! Ich hab' doch noch Sommerreifen 'drauf!"
Letzeres übrigens meist von Menschen, die im gleichen Atemzug über festgefrorene Züge lästern, wo die Verkehrsbetriebe doch wohl auf den Winter hätten vorbereitet sein können - sooo plötzlich komme der ja schließlich nicht!
Köstlich!
Überhaupt finde ich all' das sehr spannend: durch Atemluft einfrierende Nasenhaare kenne ich sonst nur vom Harzurlaub. Und die Elektronik von unserm Bus macht mir Spaß: das Auto spinnt! Die Hinterreifen sind luftgefedert und ein elektronisch gesteuerter Kompressor regelt das Niveau - normalerweise zwar nicht bei abgeschlossenen Türen, aber trotzdem sitzt die Karosserie erst seit dieser Kälte morgens auf den hinteren Rädern. Da ich morgens selten zwingend irgendwo hin muss, kann ich mich glücklicherweise ganz in Ruhe damit befassen.
Die beheizte Heckscheibe geht mal, mal nicht.
Die Batterie müsste eigentlich noch fit sein, aber die vielen Kurzstrecken mit jeder Menge eingeschalteten Verbrauchern (Licht, Heizung, Radio, Scheibenwaschanlage...) machen die Nutzung letzterer zu einem Pokerspiel; wenn die Kutsche dann mal nicht anspringt, war's wohl ein Gimmick zuviel bei der letzten Fahrt.
Schön auch die kleine Feinheit, dass DIESES Auto die Eigenheit hat, im Moment der völligen Entleerung der Batterie eine laut ratternde und knisternde Lightshow mit den vielen bunten Lämpchen im Armaturenbrett zu veranstalten und alle elektrisch bedienbaren Fenster auf einen Schlag zu öffnen.
Nein, ich beklage mich nicht. Ich finde das eher lustig. Und: Selbst schuld! (Nein, in diesem Winter ist mir das noch nicht passiert, lernfähig bin ich doch.)
Inzwischen habe ich auch gelernt, den Wagen mit einem Startgerät zu starten - und das, obwohl der Hersteller wirklich viel getan hat, dies zu verhindern. Zu beschreiben, WIE blödsinnig die Batterie unterm Fahrersitz angebracht ist, verkneife ich mir hier - nur so viel: über Starterkabel per anderem Auto den Bus wieder ans Laufen zu kriegen, IST unmöglich. Es sei denn, Kabel von mindestens acht Metern Länge stehen zur Verfügung.
Aber riesige weiße Flächen, auf denen der Nebel wabert, aus welchem scherenschnittschwarze Bäume in den rosazartblau ins Dunkel übergehenden Abendhimmel ragen!
(Da war keine Knipse zur Hand!!!)
EISZAPFEN!
Die Schlitten flottmachen!
Rotbäckige Kinder, die sich STUNDENLANG im zu anderen Zeiten nicht mehr so spannenden Garten aufhalten können.
Allerlei bizarre Gebilde, die durch leichtes Antauen und erneutes Festfrieren entstehen!
Zugefrorene Wässer...
...ich hör' lieber auf!

Montag, Januar 05, 2009

Wetter, innerlich...

Heiß
und
kalt
im
steten
Wechsel;
KROKODILE
HALTEN
DAS
AUS.
In
ihren
Mägen
herrscht
konstant
dieselbe
Temperatur.
Fachleute
erforschten
dieses
neulich.
Bin
ich
ein
K
R
O
K
O
D
I
L
?

SCHNEE!!! 11,5 cm...

Die vereisten Fichtenwipfel auf dem ersten Bild hätten mir ja eigentlich schon Vorzeichen genug sein können - denn dauerhaft ernst zu nehmende Minusgrade sind eine Seltenheit Anfang Januar in meinen Breiten. Hier gibt's eher mal 12°C plus um diese Zeit.Was der Zollstock hier anzeigt, mag Leser südlich des Rheinlandes nur zu einem müden Gähnen bewegen, für uns hier ist das fast eine Sensation. Verkehrschaos Montagmorgen inklusive. Da bricht wirklich alles 'zamm. Wenn ich bedenke, dass Grejazi heute früh gegen sechs Uhr so etwas von seinem Autodach fegen musste...


Nie wieder gebe ich irgendwelche Prognosen über Schneefallwahrscheinlichkeit ab!