Samstag, Dezember 28, 2013

Ich habe...

...den Faden verloren. Vielleicht brauche ich einfach mal Urlaub,  um mich neu zu ordnen.

Der letzte Urlaub,  den ich hatte,  war eine Woche Dänemark im Sommer  2012. Und in meiner Erinnerung waren diese etwa sieben Tage merkwürdig zweilagig.

Die Kulissen waren solide,  schön,  sehr liebenswert. Und in dem Stück,  das dort spielte,  funkelt hie und da etwas auf,  dass es wert ist,  in meiner persönlichen Schatzkiste bewahrt zu werden.

Aber das Hauptgewebe dieser Story besteht aus Stacheldraht auf Sonnenbrand und tut mir bis heute weh.

So ein schöner Ort verdient es eigentlich,  neu und anders bespielt zu werden.

Aber da sind mir Andere dazwischen gekommen und haben es mir damit unmöglich gemacht.

Ich kann dorthin nie mehr zurück.

Im Garten jenes Ferienhauses hatte ich den Kern einer Avocado gefunden. Den nahm ich mit nach Deutschland in mein Arbeitsleben.

Er brauchte 17 Wochen,  bis er austrieb. Inzwischen ist er eine sehr große Pflanze.

Dienstag, Dezember 10, 2013

Danke!

Danke an alle Geister. Auch an diejenigen, deren Fachbereiche ich für nicht zuständig hielt!

Mittwoch, Dezember 04, 2013

Duisburg...

...versucht,  Düsseldorf zu sein und so richtig gefällt mir das nicht.

Donnerstag, November 28, 2013

Kein Traum...

"Willst Du auch eine?" frage ich und ziehe ihm die Zigarettenschachtel aus seiner Jackentasche. "Hmja..." macht er und ich muss eine Weile 'rumsuchen, ehe ich das Feuer für zwei Kippen habe.

Das Motorrad, auf dem ich sitze, ist seines und schon viel zu lange nicht bewegt worden. Sagt er selbst: "...viel zu lange!".

Er reinigt die Alufelgen der Sommerreifen von seines Vaters Auto. Erzählt mir, dass das eigentlich sein Sohn machen sollte und warum nun er selbst hier steht. Wie das eben so ist mit pubertierenden Jungs. Das "Waschbecken" fasst alle vier Räder locker, denn es ist selbst gebaut - wir befinden uns in seiner Werkstatt.

Er trägt Arbeitshandschuhe, weil er Säure benutzt.

Das macht ihn ein Stück weit wehrlos, als ich von hinten an ihn herantrete, meine Hände unter seinen Pulli schiebe und seinen Nacken küsse. Sein Geruch tut mir so gut.

Er genießt das und ich werde in der nächsten Stunde noch öfter denken, dass er mir vielleicht einfach nur nicht traut.

Das sollte er aber.

Donnerstag, Oktober 31, 2013

Ich rufe...

...alle für diesen Fachbereich zuständigen Geister an
und bitte inständig und von Herzen um Hilfe
und Beistand! Die Gemeinten wissen Bescheid
und sind meiner Dankbarkeit gewiss...

Mittwoch, Oktober 23, 2013

Glauben...

...ist nicht wissen. Wohl wahr. Hat Glauben ja auch ureigentlich gar nichts mit dem Kopf zu tun. Ist nicht begründbar, nicht beweisbar.

Kein Wiegen, Messen, Zählen kann dem Glauben beikommen.

Wenn ich meinem "Glauben" nachfühle, finde ich da immer nur tröstliche Gewissheit.

Aber wohin gehört "Gewissheit"? Da steckt ja schließlich das Wort "Wissen" darin.

Und dass ich geliebt werde, dessen bin ich gewiss. Dass nichts im ganzen Universum je verloren geht, egal, was kommt.

Gewissheit spielt sich nicht in meinem Verstand ab. Die ist einfach da und feddich.

Dieser Widerspruch, ob scheinbar oder nicht, der macht mir Spaß. ^^

Ich bin umgezogen...

Nach über 20 Jahren Beziehung habe ich mich getrennt vom Vater meiner Kinder. Ich bin aus einem 200-Quadratmeter-Einfamilienhaus mit Garten in ein 20-Parteien-Haus gezogen. Die Wohnung hat 62 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Ebenen und einen schönen Südwestbalkon.
 
Vom fünften Stockwerk aus ist die Aussicht phänomenal und Gewitter haben Kinoqualität. Der Bau stammt von 1962, ist noch nicht saniert und hat seinen ganz eigenen Charme - die eine oder andere Herausforderung ans Improvisationstalent inklusive.
 
Meine Tochter ist mit mir umgezogen, die Jungs sind bei Papa geblieben.
 
Nach 15 Jahren Dasein als Hausfrau und Mutter arbeite ich nun in einem Altenpflegeheim als Hauswirtschaftskraft und Bezugsperson.
 
Und es geht mir nicht schlecht. Schließlich habe ich alle diese Wendungen vorgenommen, damit es mir besser geht. So viel Neues - wie soll ich dem mit Worten gerecht werden?

...

Noch werde ich nicht müde, den phänomenalen Ausblick von meinem Balkon mit den verschiedensten Sonnenständen und Wetterlagen abzulichten... 
 

Dienstag, Oktober 01, 2013

Ich kann und kann...

...mit dieser Landmarke nix anfangen. An meinem superebenen Niederrhein gibt es ja nicht viele Erhebungen. Die weitaus meisten davon sind Halden, also vom Menschen aufgeschütteter Abraum aus den Bergwerken.
Dass da Kunst drauf stehen muss,  daran habe ich mich gewöhnt und bin beileibe nicht grundsätzlich abgeneigt.
Aber dieses so unbefriedigend unfertig aussehende Teil auf der Halde Norddeutschland ist mir ein Ärgernis.
Mag sein,  dass auch das sein Zweck ist - stören,  AUFstören,  aus der Bequemlichkeit schubsen?!

Sonntag, September 29, 2013

Das Leben...

...jedenfalls meines,  hat sich in diesem Jahr ein paar mal selbst überholt.

Es hat Phasen gegeben,  über die Freunde verbal auf dem Laufenden zu halten beinahe länger gedauert hat als die Zeitspanne selbst.

Dabei bin ich mir zwar zum Glück nicht ganz selbst verloren gegangen - eigentlich haben mir die Ereignisse eher die eigenen Konturen geschärft und präzisiert - aber geruckelt und geschlingert hat der Karren schon ganz schön auf diesem Weg.

Nun. Jetzt,  wo's endlich ruhiger wird,  sehe ich klarer,  was ich wirklich will.

Mit unverminderter Kraft.

Dienstag, September 24, 2013

Neulich...

...kam mir ein Vers in den Sinn, von dem ging mir erst hinterher auf, dass ich da ein Haiku geschmiedet hatte. In der Grundschule hatten die Deutschlehrer nacheinander allen meinen Kindern die Aufgabe gestellt,  ein solches "Elfchen" zu erstellen.

Was das mit den elf Silben eigentlich ist,  weiß ich auch nicht. Nur,  dass es irgendwas zum Klingen bringt,  weil es so einen vorgesetzten Schwung hat,  das fühle ich.

"Der Herbst kommt.
Die letzten Blüten verregnen."

Freitag, September 06, 2013

Das Leben...

...hat mich gerade volle Kanne erwischt!!!

Wenn ich daran denke, wo ich heute vor einem Jahr stand und mich jetzt ansehe - es lässt sich nicht anders beschreiben, als das sich auf allen Ebenen die Dinge gewandelt haben und zwar exakt um einhundertundachtzig Grad.

Ich steh' also hier und staune und bin glücklich.

Aber sowas von!!!

Dienstag, August 13, 2013

Gestern Abend...

...fiel der letzte Puzzlestein an seinen Platz und das Gesamtbild, warum meine Mutter so giftig ist, wurde glasklar.

Ich mache mich auf und mein Leben wird unbequem, weil ich nicht mehr so weitermachen will und kann wie in den letzten Jahren.

Diesen Schritt hat sie nie gewagt und immer die Bequemlichkeit vorgezogen. Ihre Entscheidung!

Ihr Status war und ist ihr ungleich wichtiger, als meiner es für mich ist.

Ihre Angst vor dieser Veränderung war schon immer sehr groß

Ach so!

Montag, August 12, 2013

Mir fehlt...

...ja die geistige Spannkraft, um mir astrologische Kenntnisse anzueignen, mich angemessen in die Materie einzuarbeiten. Zumindest weiß ich, dass es nicht reicht, wenn ich "nur" das Jungfrau-Horoskop bei Luisa Francia lese, irgend ein anderes Zeichen gilt auch noch für mich, keine Ahnung, welches.

Aber manchmal deuten alle Zeichen in dieselbe Richtung. Die Jahreslosung der evangelischen Kirche im Rheinland in diesem Jahr lautet: "Wir haben hier keine bleibende Stadt sondern die zukünftige suchen wir!" und ich stelle fest, dass ich sehr gut imstande bin, meine Wurzeln an anderem Ort einwachsen zu lassen.

Die Zeit ist reif dafür.

Und dies hier, was Luisa schrieb:
"Der Schweinehirt erlöst die Prinzessin, indem er Wissen, Gefühl, Intuition und Mut im richtigen Moment verwebt. Da haben die Jungfraugeborenen noch ein wenig zu tun. Beweglichkeit und Wendigkeit ist gefragt. Doch 2013 lohnt sich das besonders."
fühle ich aus tiefstem Herzen. Beweglich und wendig, jawohl! Und mit leichtem Gepäck!

Wenn ich nicht geschmeidig surfe auf der wilden Welle dieses Jahres, dann weiß ich auch nicht.

Donnerstag, Juni 20, 2013

Ein absolut subjektiver Hochwasserbericht

Vorwort
Ich habe wirklich mit mir gehadert, ob ich den folgenden Text öffentlich stellen soll. Das Erlebte hat mich sehr aufgewühlt. Und mein ältestes Mittel, mich wieder zu glätten, ist, es aufzuschreiben und mich mitzuteilen. Wenn Ihr mich mögt, dann seid so gut und lasst es unkommentiert. Versucht Euch einfach nur vorzustellen, wie die Stimmung dort ist, wie die Menschen sich fühlen und denkt daran, dass, wenn Wasser und Medieninteresse zurückgehen, viele Probleme in diesen Gegenden überhaupt erst mal sichtbar werden und weit davon entfernt sein werden, gelöst zu sein.

DANKE!

Am vergangenen Freitag habe ich meinen Bus zum provisorischen Wohnmobil umgerüstet, Schüppe, Spaten und Handschuhe eingepackt und mich auf den Weg an die Saale gemacht. Die erste Adresse, die ich von einer der vielen Hotlines bekam, war in Halle.

Ich kam erst nach 22 Uhr da an, wo am nächsten Morgen ab 9 Uhr die Arbeit losgehen sollte. Mein Navi war so freundlich, mir zu zeigen, wo der nächste Campingplatz sei.

Da schaukelte ich hin, der Weg war eng und unwegsam, aber befahrbar. Es roch überall nach Flussschlamm, nicht ungesund, aber durchdringend.  Die Stadt war wieder lebendig, es gab sowas wie Nachtleben, aber nicht nur die letzten Sandsäcke und die ruinierten Möbel etc. am Straßenrand ließen ahnen, das hier noch längst nicht alles wieder in Ordnung war.

Im Dunkeln fand ich das Tor des Campingplatzes verschlossen und denselben so gut wie leer.

Als ich schon beinahe aufgeben wollte, kam aus dem Wohnwagen hinter dem Sperrmüll doch noch eine Frau und machte mir auf. Es stellte sich heraus, dass das Haus beim Tor ihres war und der Sperrmüll einmal ihr Hausstand. Wohnen muss sie noch einige Wochen mit Mann und Hund und Katz' in ihrem Camper, denn im Haus laufen die Bautrockner. Immerhin, so weit war sie schon.

Auf mich wirkte sie ein wenig paralysiert, ich ließ sie erzählen. "Unsere Oma wollte sich erst gar nicht evakuieren lassen, die ist 87 Jahre alt und hat gesagt, bis hierher kam das Wasser doch noch nie...".

Ich richtete mich häuslich ein auf dem - übrigens wunderschönen - Platz am Saaleufer und legte mich gleich schlafen. Um 7 Uhr ging mein Wecker, ich kochte mir Kaffee und frühstückte ordentlich, dann machte ich mich auf den Weg zur Kindertagesstätte.

Nachdem dort das Wasser abgelaufen gewesen war, musste so gut wie alles weggeworfen werden, das Flusswasser führte ja neben Öl aus Heizungskellern noch manches andere Kontaminierende mit sich. Auch ca. 60 Tonnen nassen Spielsandes aus dem großen Sandkasten hatten entfernt werden müssen.

Mit ca. 30 Leuten waren es 3 Stunden Arbeit, bis etwa 5 LKW-Ladungen sauberen Sandes verfüllt waren. Der Kindergarten hat nun so gut wie kein Spielzeug mehr, mal sehen, was da zu machen ist.

Zwei Paare unter den Helfern erkannte ich im Verlauf der Arbeit als ebenso auswärtig wie mich selbst. Spontan taten wir uns zusammen und brachten in Erfahrung, dass in Bitterfeld im Spendenlager Hilfe gebraucht würde.

Also fuhren wir dahin. Aber das Lager war voll und die Leute hatten nichts zu tun. Allerdings konnten sie uns sagen, dass in A. soeben die Evakuierung aufgehoben wurde und dort Hände gebraucht würden.

Auf dem Weg an die Elbe standen die Äcker noch unter Wasser und kurz vor A. waren die Straßenränder zugeparkt. Ich war vorgefahren und stieg als erste aus dem Auto; bevor ich den Wagen der freiwilligen Feuerwehr erreichte, sprach mich ein anderer freiwilliger Helfer an und riet mir ungefragt, mich im Rathaus zu melden.

Viele Straßen waren gesperrt, wir schlängelten uns durch. Der Markt war okkupiert von schwerem Gerät der Feuerwehr und des THW. Im Bürgermeisterbüro wurden wir gleich an die Leitung des Einsatzstabes verwiesen.

Zu diesem Zeitpunkt war das Rathaus von A. bereits seit 2 Wochen rund um die Uhr geöffnet. Den Leuten war anzusehen, dass sie nur stundenweise schliefen. Der Feuerwehrmann, an den wir uns wandten, organisierte einen VW-Bus, der uns bis an den Deich bringen sollte.

Vor dem Rathaus warteten wir also auf Denni, ein Feuerwehrmann so um die 30 Jahre alt. Ich nahm nur meinen Autoschlüssel mit, der Fahrer hielt aber nochmal an meinem Auto, weil er meinte, ohne Arbeitshandschuhe sollte ich nicht losziehen. Er behielt recht.

Auf der Fahrt zum Deich erzählte Denni, wie einer ihrer LKW beinahe abgesoffen wäre: Der Fahrer habe sein I-Phone hochgehalten, tief Luft geholt und quasi tauchend den Laster mit Vollgas aus dem Wasser bugsiert - "Sonst wären die alle abgesoffen!". Einem Kollegen sei das Haus vollgelaufen, während er selbst im Einsatz war.

Denni erzählte auch, dass eine Folge des Hochwassers von 2002 war, dass in regelmäßigen Abständen Zufahrtswege zum Deich gebaut wurden; damals hatten sie sich noch mit Kettensägen Zugang verschaffen müssen, um mit Baggern und LKW's überhaupt durch die Botanik heran zu kommen an den Deich.

Bevor wir uns vor Ort beim Einsatzleiter melden konnten, wurden wir fünf von einem Traktorfahrer einkassiert, der noch Paletten und Sandsäcke aus der Zufahrt aufsammeln und abfahren musste. Zu sechst war das folgerichtig sehr schnell getan.

Der Deich war voller Soldaten, THW- und Feuerwehrkräfte, neben uns machte ich noch etwa 15 bis 20 zivile Freiwillige aus. Es galt, Sandsäcke wegzuschaffen, um den aufgeweichten Deich zu entlasten. Etwa auf einem Kilometer Länge war derselbe also nicht befahrbar und Handarbeit vonnöten.

Die Elbe stand zu diesem Zeitpunkt und an der Stelle vielleicht zwei Meter unterhalb des Weges. Es war zu erkennen, dass sie mal  bis knapp unter die Deichkrone gereicht hatte.

Ich habe ja von so etwas keine Ahnung: Ich hätte mir eine Schubkarre genommen und wäre halt' losgelaufen. Aber das Ganze war clever organisiert: Die Strecke war in etwa 300 Meter lange Abschnitte unterteilt. Meine Aufgabe war, eine leere Karre zum ersten Posten zu schieben, sie weiterzugeben und eine volle in Empfang zu nehmen, die ich dann zu den beiden Baggern schob, wo zwei Soldaten die Säcke in die Baggerschaufeln umluden. Kehrt Marsch, mit der leeren Karre zurück  und wieder von vorn. So hat jeder in dieser Kette immer im Wechsel mit einer "Leerfahrt" eine verkraftbare Strecke weit geschoben.

Die Bagger wiederum kippten die Säcke in einen am Deichfuß bereitstehenden Container. Sehr effektiv das Ganze und lehrreich für mich.

Die meisten der etwa 60 Schubkarren waren allerdings für diesen Job nicht geeignet. Später erfuhr ich, dass es 19,90-Euro-Karren waren - dass sie eigentlich nur für leichte Gartenarbeit taugten, sah ich gleich! Schrauben lösten sich, Achsen brachen oder die Beine knickten schlichtweg ein. Es galt, sie so lange wie möglich zu benutzen und dann den Deich runter zu pfeffern (Natürlich haben wir sie später wieder eingesammelt!)

Das habe ich dann so etwa vier Stunden lang gemacht, zwischendrin kam noch eine weitere Bundeswehrtruppe zur Verstärkung. Es gab reichlich Wasser und Apfelschorle zu trinken (das war auch nötig, die Sonne schien nicht zu knapp!) und die Stimmung war gut. Als Cola kam, wurde allgemein gejohlt.

Die ganze Zeit hörte ich Rohrdommeln rufen, sah Milane kreisen und die Schwalben jagten die reichlich vorhandenen Insekten. Eine schöne Versteinerung habe ich mir unterwegs in die Hosentasche gesteckt und die Jungs vom Bund waren ein leckerer Anblick. Auch eine Eidechse habe ich gesehen.

Dann sahen wir, wie der Endposten eingesammelt wurde. Alle Sandsäcke waren also abgeräumt. Es folgte ein allgemeines Zusammenräumen und Verladen von Getränken, Leergut und Schubkarren, die Soldaten wurden mit Bussen abgefahren.

Eh' ich mich's versah, war ich allein mit den vier Freiwilligen, denen ich mich in Halle angeschlossen hatte. Als sie anfingen, sich gegenseitig mit Sandsäcken und Schubkarren zu fotografieren, drückte ich mich um die Ecke.

Ich hatte Glück: Der Traktorfahrer vom Mittag war als einziger noch da, sein Anhänger voller Paletten-Trümmer. "Wie komm' ich'n jetzt nach A. zurück?" fragte ich. "Indem Du bei mir mitfährst!" grinste er. Gesagt, getan, saß ich auf dem Kotflügel vom Trecker und wurde sogar bis zum Rathausplatz gefahren. Mit allen guten Wünschen verabschiedeten wir uns voneinander und da stand ich nun, schmutzig und müde.

Da kam der rote Feuerwehrbulli angefahren und Denni erkundigte sich nach meinem Befinden und dem Verbleib der übrigen vier. Da er gerade "Kapazitäten frei hatte", rief ich die Andern an - Denni gab mir sein Handy, mein Netz versagte, kein Wunder, wenn ohne Strom kein Festnetz genutzt werden kann, leiden auch die Mobilnetze, ein ganz allgemeines Problem zu diesem Zeitpunkt.

Humm, meine Mitstreiter hatten mein Verschwinden noch gar nicht begriffen und waren perplex, dass ich ihnen nun ein "Taxi" schicken konnte. Hehe!

Die vier verabschiedeten sich von mir, das eine Paar konnte direkt nach Hause fahren, das andere bei seinen Eltern übernachten.

Ich habe mich erst mal in die Tür von meinem Bus gesetzt und einen Teil meines Proviants verzehrt. Irgend jemand drückte mir auch noch eine Wurst in die Hand, frisch vom Grill: Leute aus R. hatten sich zusammen getan und sorgten auf dem Marktplatz kostenlos für die Verpflegung aller Helfer.

Theoretisch hätte ich mich in meinem Auto sofort schlafen legen könnten, das Bett war ja fertig. Aber geduscht hätte ich ja wirklich gern noch, Müdigkeit her oder hin.. Ein Feuerwehrmann erzählte mir von der Dusche einer Turnhalle, der Schlüssel sei im Rathaus zu kriegen. Der Bürgermeister höchst persönlich bedauerte, dass der Schlüssel verschwunden sei. Jemand habe wohl abgeschlossen, den Schlüssel dann aber eingesteckt.

Humm. Ehe ich noch abwehren konnte - es gab schließlich dringendere Probleme als meines - gab eine Mitarbeiterin, Frau K., mir ihre Privatadresse und schrieb einen Zettel für ihren Mann, damit er mich einließe. Das Angebot war zu verlockend, um es höflich abzulehnen.

Ungefähr zwei Kilometer vor der Stadt traf ich in einer kleinen Siedlung an genannter Adresse niemanden an. Da stand ich nun unschlüssig mit Kleiderbündel, Handtuch und Kulturbeutel auf der Straße. Nachbarn grillten im Garten und ich musste mir erst ein Herz fassen, ehe ich nach dem Gesuchten fragte.

"Der ist noch in seinem Schrebergarten!" war die Antwort und freundlich wurde mir der Weg erklärt. An der nächsten Ecke kam mir ein Mann mit zwei Säcken Heu, "Für die Kaninchen!" und einem Eimer voller frisch gepflückter Erdbeeren entgegen.

Ich musste ihm nicht viel erklären. Die Dusche war wirklich und wahrhaftig ein Genuss, obwohl ich beide Hände brauchte, um die Zahnbürste zu halten: Tatsächlich, ich kriegte Arme nicht mehr besonders gut hoch.^^

Herr K. erzählte mir, dass auch in diesen Straßen die Evakuierung gerade erst aufgehoben worden war. Sie hatten aber Glück gehabt - in diesem relativ jungen Wohngebiet gibt es wohlweislich keine Keller und die Elbe hatte diese Häuser nicht erreicht, auch die Taube war nicht bis dort geflossen. Glück gehabt, und die Erleichterung lag greifbar in der Luft - der Herr K. sprudelte beinahe über vor Erzähldrang. Als seine müde Ehefrau endlich heimkam, hatte ich etwa ein Pfund Erdbeeren verdrückt.

Die beiden waren so nett zu mir, aber in der Wohnstraße wollte ich wirklich nicht campen, obwohl sie mich mit weiterer Badbenutzung lockten. Die Tochter kam aus Gießen, wo sie studiert, zu Besuch, die oberen Etagen des Hauses standen noch voll mit Dingen aus dem Erdgeschoss.

Ich bedankte mich noch viele Male, dann verließ ich die Siedlung.

Abseits der Landstraße nach A. sah ich zwischen Bäumen etwas wie einen Gutshof, auch dort stand noch Wasser. Es sah verlassen aus und das Tor war geschlossen. Im Knick der engen Zufahrt war ein kleiner Rangierplatz, da parkte ich, verhängte die Fenster und schlief fast augenblicklich ein.

Als mein Wecker um 7 Uhr am Sonntagmorgen klingelte, war das Wetter herrlich und nichts zu hören außer Vogelgezwitscher. Ich machte mich ein bisschen frisch, kochte mir Kaffee und toastete Brötchen auf. Das war wirklich göttlich!

Hin und wieder kam ein Auto, ein Fußgänger oder ein Motorrad vorbei. Alle grüßten erstaunt, aber freundlich. Ich guckte mir ein bisschen die Landschaft an, ging zu den Gebäuden und folgte dem Weg Richtung Elbdeich. Da stand auf einer aufgeschütteten Fläche eine riesige mobile Pumpe und Generatoren, die das eingedrungene Wasser in diesem Bereich über mit Folien ausgelegte Rinnen wieder zurück in die Elbe beförderte.

Ein imposanter Anblick!

Ich kam mit anderen Zivilisten ins Gespräch. Außerdem stand dort, ach nee, auch ein Feuerwerbulli. Dem Denni, der da ausstieg, war anzusehen, dass er weniger geschlafen hatte als ich. Ich erzählte ihm, wie's mir ergangen war und er erklärte mir, dass, wenn das örtliche Schöpfwerk nicht bald wieder von höherer Stelle zum Betrieb freigegeben würde, das Wasser wohl noch wochenlang in der Landschaft stehen würde.

Wir verabschiedeten uns mit guten Wünschen und ich fuhr erst mal zurück zum Rathaus.

Dort war die Lage ein wenig entspannter als am Vortag; zwar kamen noch immer laufend Bürger zum Büro des Bürgermeisters, um ihre vollgelaufenen Keller anzumelden, aber den Einsatzkräften war anzumerken, dass es zu dieser Stunde nicht viel zu tun gab.

Das Land hatte angeordnet, das Schöpfwerk abzustellen, als die Pegel stiegen - wenn ich das richtig mitbekam. Als das Land später die Evakuierung aufhob, waren nicht nur die Einsatzkräfte dagegen, sondern auch der Bürgermeister.

Sie mussten's aber zulassen.

Nun waren die Menschen aus den Notunterkünften heimgekehrt in Häuser ohne Strom, ohne funktionierende Abwasserleitungen und mit Kellern, die teilweise bis über die Bodenkante des Erdgeschosses unter Wasser standen.

Dementsprechender Unmut herrschte allgemein; einen älteren Herrn, der sich über den fehlenden Strom beklagte "Wir müssen doch kochen!", war schwer klarzumachen, dass es allen so ging und die Mitarbeiter des Rathauses nicht Schuld hatten an diesem seinem persönlichen Problem. Wären die Leute noch in den Unterkünften geblieben, hätte wohl alles ein wenig anders ablaufen können. Das war, was ich so wahrnahm: Ärger auf beiden Seiten.

Da die Feuerwehr für mich nichts zu tun hatte, wandte ich mich wiederum an Frau K. Ich hätte mich auch im Rathaus nützlich gemacht, tippen und telefonieren kann ich auch ohne besondere Befugnisse. Aber im Laufe des Tages waren im Rathaus einige Notfälle bekannt geworden, bei denen es um Organisatorisches, um Zuspruch, um "sich kümmern" ging und Frau K. gab mir die Adresse von einer älteren Dame, die ziemlich aufgelöst bei ihr vorgesprochen hatte.

Da fuhr ich erst mal hin. Gedankenlos drückte ich an der Haustür des kleinen Häuschens auf den Klingelknopf (Wie blöd eine sein kann!!!) und natürlich rührte sich nichts, die ganze Straße hatte keinen Strom. Beherzt trommelte ich also gegen die Tür und Frau T. zeigte mir dann ihre Küche: der ganze Fußboden war in eine Schräglage geraten und sie sorgte sich um ihre Einbauküche. Das Haus war alt, ohne Fundamentplatte, das Erdgeschoss lag zwar über Straßenniveau, aber der Keller, der sich vorn im Haus unter dem Flur befand, war fast bis auf diese Höhe voll Wasser gelaufen.

Sie hatte auf ihrer Couch übernachtet, die Frau T. und dem Haus beim Ächzen zugehört. Neben ihren eigenen hatten sich auch Nachbars Katzen in die oberen Räume des kleinen Häuschens geflüchtet. Und weil die Tiere so durch den Wind waren, naja, vergaßen sie ihre Stubenreinheit. In den vollgestellten Dachräumen roch es entsprechend.

"Was soll ich denn machen, ich kann mir doch von meiner kleinen Rente keine neue Küche mehr kaufen, meine Töchter sind auch beide abgesoffen, die kann ich doch nicht belästigen, die wissen ja selbst kaum, wo ihnen der Kopf steht!".

Leerräumen und abbauen war also angesagt, Kisten hatte Frau T. keine mehr frei, auch keinen Platz, wo sie die Küche trocken unterstellen konnte. Also versprach ich ihr, mich zu kümmern und wieder zu melden.

Zurück in meinem Auto war guter Rat teuer - eigentlich wäre ich am liebsten abgehauen; "Fangen Sie sich einen von der Straße, der mit anpackt!" hatte Frau K. im Rathaus mir empfohlen und also fuhr ich einfach mal los. Um zwei Ecken herum standen die Häuser höher, die Leute hatten wesentlich weniger Wasser im Keller, durch Schläuche pumpten sie bereits das Wasser auf die Straße. Ein paar Heimgekehrte standen herum, ich erfuhr, dass es dort auch teilweise schon wieder Strom gab.

Ich wandte mich an eine Gruppe und schilderte einfach die Lage. "Ich such' einen Platz, wo die Küche von der Frau T. erst mal trocken stehen kann!" sagte ich und ein jüngerer Mann, Heiko, sagte kurzentschlossen: "Na, bei mir!" Das war eine ganze Familienbande, die da beieinander stand, Heikos Vater Rolf bot Hilfe beim Abbau an und die Oma brachte Körbe und Kisten.

Namen und Telefonnummern wurden ausgetauscht und ich fuhr zu Frau T. zurück. Da habe ich dann erst mal alle Schrankinhalte in Kisten geräumt und ins obere Stockwerk getragen, während Frau T. räumte und erklärte.

Überhaupt hatte ich's in diesen Tagen mit Menschen zu tun, die unter Schock standen, kaum realisierten, was ihnen widerfahren war und zum Glück noch nicht wussten, was ihnen noch alles bevorsteht. Die meisten wollten einfach nur reden, erzählen, liefen über wie zuvor ihre Flüsse. Ich hörte einfach nur zu.

Das Haus neben dem von Frau T. machte einen sehr verwahrlosten Eindruck und die alte Dame erzählte mir, dass dort eine wohnt, die einen Betreuer braucht, weil sie ihr Leben nicht im Griff hat. "Als wir evakuiert wurden, kam sie aus dem Haus gelaufen und wollte wissen, warum denn alle weggingen und wieso alle Geschäfte geschlossen wären, sie brauchte doch Zigaretten. Da hat ihr jemand eine Schachtel von sich angeboten, aber sie wollte gleich zwei, eine tät' nicht lange reichen!" Kopfschütteln. Keiner wollte so richtig mit der verwirrten Frau zu tun haben, sagte Frau T.

Küchentisch und Stühle lud ich schon mal in mein Auto. Genau da kam dann besagte Frau aus dem Nachbarhaus: "Gretel, mein Keller ist voller Wasser!" klagte sie der Frau T. - "Na, da musst Du zum Rathaus, das melden!" erhielt sie die Antwort. "Ja, wie soll ich denn da hinkommen?" war die verdatterte Reaktion. "Ich fahr' Sie!" sprach ich, das war kein großer Umweg. "Und wie komm' ich dann zurück?" wollte sie sich partout nicht beruhigen lassen. "Ich fahr' sie auch zurück!" bot ich ihr an und da atmete sie dann auf.

Die zuckerkranke Frau T. fuhr zu einer ihrer Töchter zum Mittagessen, die konnte wohl grillen oder hatte zeitweise Strom. Ich brachte ihre verwirrte Nachbarin, die mich nötigte, durch den im Hof gelegenen Eingang einen Blick in ihren Keller zu werfen - dort dümpelte eine Menge Kram - zum Rathaus, Tisch und Stühle zu Rolf und Heiko und holte auf dem Rückweg die Nachbarin wieder im Bürgermeisterbüro ab. Die war wirklich wie ein Kind - und mit ihrem kindlichen Gemüt sorgte sie sich wegen der Mücke, mit der ich letzte Nacht mein Auto geteilt hatte und die den Ausgang noch immer nicht gefunden hatte. Nach dem dritten Anlauf hatte sie die Mücke auf meinem Arm erlegt und war sehr zufrieden mit sich. ^^

So kann eine Stunde auch 'rumgehen.

Bald danach stand ich mit Rolf und Heiko vor Frau T.'s Haus und wartete auf sie. Dann begutachteten wir gemeinsam die Küche. Das Wegrutschen des Fußbodens war dramatisch und die kalte Feuchtigkeit darunter war zu spüren.

Frau T.'s Tochter und Schwiegersohn, ein Elektriker, kamen auch dazu. Ich machte mich bekannt und ganz ehrlich, die beiden wirkten zum Erbarmen abwesend auf mich, beinah apathisch.  Die Elektrogeräte sollten ausgebaut werden, ich fuhr wieder zu Rolf und Heiko, um in deren Hof das Zeug aus meinem Auto abzuladen, damit ich die Küche von Frau T. transportieren konnte.

Wieder vor Ort, traf ich den Schwiegersohn an und der fluchte; die Küche sei hinüber, er habe ja gar keine Ahnung von sowas, er könne es ja nur kaputtmachen beim Zerlegen. Den Backofen hatte er schon ausgebaut, das Ceranfeld steckte fest. "Das habe ich damals nur in die Arbeitsplatte hinein gelegt, das Holz muss sich verzogen haben, das kannste vergessen!" schimpfte er.

Seine Frau und ich beruhigten ihn erstmal, wir drückten und knibbelten. Richtig, der Schaumstoff, auf dem das Kochfeld auflag, hatte sich im Laufe der Jahre zersetzt und war klebrig geworden. Das ging doch!

Trotzdem wurde beschlossen, am andern Tag einen andern Teil der Familie, der "vom Fach" sei, heran zu holen, um die Küche abzubauen, Rolf und Heiko wollten dann ihren Anhänger zur Verfügung stellen, mein Auto würde nicht gebraucht werden.

Naja, es war schon Nachmittag, ich musste ja auch noch irgendwie wieder heim. Und eingestielt hatte ich das Ganze, die richtigen Leute in Kontakt gebracht, das würde nun auch funktionieren. Also verabschiedete ich mich, ich spürte noch immer Schock bei allen, dann fuhr ich um die zwei Ecken, um meine Matratze und mein übriges Zeug wieder einzuladen, verabschiedete mich von Heiko und Rolf, sah noch bei Frau K. im Rathaus vorbei, um auch dort "Auf Wiedersehen!" zu sagen.

Dann machte ich mich auf meine sechsstündige Heimfahrt.

Ich denke, ich fahr' nochmal hin.

Sonntag, Juni 09, 2013

Stich! Punkte!

  • Wut macht Tränen, Tränen machen mehr Wut. Is' halt' so. Zumindest bei mir.
  • Nett? Nett ist die kleine Schwester von Scheiße!
  • Liebe? Liebe is' grad' wie einst in Teenietagen. Mit ALLEN Höhen und Tiefen.
  • Körper? Ich muss sehen, dass ich ein breiteres Kreuz bekomme. Ist angepeilt.
  • Ich werde Ich.
  • Lebensqualität ist wichtiger als Geld. Ganz einfach.
Ja. Und natürlich drückt mir das Leben dieselben alten Klamotten so lange noch mal und noch mal in die Hand, bis ich endlich wirklich richtig mit ihnen im Reinen bin. Da gibbet nix. Keine blöden Ausreden, kein Kopf-in-den-Sand-stecken. Egal, wie alt die Geschichte ist, wie lange her und wie oft sie mir schon wieder und nochmal vor die Füße fiel: keine Gnade! Fertig machen, sonst Hausarrest bis ich schwarz bin.

So sieht's aus! ;0)

Donnerstag, Mai 30, 2013

Im letzten Traum...

...habe ich durch mehrere altmodische Zigeuner- oder Schaustellerwagen die jeweils kompliziertesten Wege genommen. Teilweise heimlich, vom Bewohner nicht erwischt werden wollend.

Männer, die der Benutzung dienten, wurden nackt durch die Gegend getragen, teilweise von mir.

Ich saß mit mehreren Frauen im Restaurant eines Hotels und es war ein Herzensort. Eine Frau, die ich gut kenne und eigentlich doch gar nicht, war erst da und dann weg. Es hieß, sie sei vollkommen unerwartet gestorben. Ein frustriertes "Zu spät!"-Gefühl befiel mich.

Geweint habe ich auch, weiß aber nicht mehr, wo und warum.

Sonntag, Mai 26, 2013

Begegnung zur Geisterstunde

Es klingelt an der Tür!

Bevor ich aufmache, linse ich erst mal durch die Scheibe - niemand zu sehen. Da bewegt sich etwas auf der Treppe vor der Haustür. Es dauert einem Moment, ehe ich im Schein der Vorgartenlampe und durch die Spiegelungen realisiere, dass da jemand auf den Stufen sitzt.

Ich öffne.

Den Mann, etwa 25-30 Jahre alt, kenne ich nicht, habe ich noch nie gesehen. Der geradezu betäubende Hauch aus seinem Mund ist mir allerdings schon öfter in meinem Leben begegnet: Vollgetankt!

Nun!

"Wären Sie wohl so nett, mir ein Taxi zu rufen? Das würde ich auch für Sie tun!"

Ich mache die Tür wieder fest zu und rufe in der Zentrale an.

Es regnet, es ist kalt. Die Kinder sind noch wach, es ist Wochenende. Sollte das ein Überfall sein, würden wir schon fertig werden mit ihm. Also gebe ich mir einen Ruck und koch' ihm einen Kaffee.

Sogar Feuer für die Zigarette, die sich selbst zu drehen er noch im Stande ist, bekommt er von mir.

"Geht's Dir gut?" fragt er mich.

"Nein!", sage ich. Er nickt wissend.

Zehn Minuten, dann hat das Taxi ihn fortgeholt.

Samstag, Mai 25, 2013

Noch ein Traum...

An einem See: Viele Leute. Dass ich nackt bin, ist ganz selbstverständlich, obwohl ich mich nicht erinnern kann, ob die Übrigen bekleidet sind. Es spielt keine Rolle. Erst gegen Ende habe ich meinen blauen Badeanzug an, einfach so. Ich vertreibe mir dort die Zeit, bis das Essen fertig ist.

Im Schützenzelt: Jener Mann, den ich seit 1986 kenne, erscheint und bringt Erdbeeren. Meine Leute interessieren sich nicht sehr dafür, aber das kann mir egal sein. Ich freue mich so sehr. Den köstlichen Geschmack habe ich viel später noch beim Aufwachen.

In seiner Küche: Er kocht für mich. Alles ist richtig so.

Mittwoch, Mai 22, 2013

So macht es Gefühl.

Mehr wollte ich nicht.
 
Und das war irgendwie verkehrt.
 
Ich hab's nicht gesehen.
 
Da waren Falten und Hohlräume im Innern, deren Existenz mir schwante.
 
Aber ich sah sie nicht nur nicht, ich wollte sie auch nicht sehen.
 
Ich guckte nur auf den Umriss.
 
Vielleicht war das notwendig.
 
Ich weiß es nicht genau.
 
Das ist ja auch gut: Nicht wissen.
 
Weil: Nicht alles geht mit dem Kopf.
 
Runterfallen in den eigenen Bauch
 
und dann nicht mehr denken.
 
Damit sich die Knoten
 
endlich lösen
 
können.

Mittwoch, Mai 15, 2013

Gestern...

...flog es flüchtig aus dem Radio an meinem Ohr vorbei und ich war überzeugt, mich verhört zu haben. Heute aber wurde es Gewissheit und es tut mir leid, ich dachte bis zuletzt an einen sehr üblen Scherz.

Angelina Jolie hat sich das Drüsengewebe aus den Brüsten entfernen lassen, um ihr Brustkrebsrisiko zu minimieren - welches genetisch bedingt bei ihr sehr, sehr hoch sein soll.

Die Medien titeln natürlich reißerisch mit "Brustamputation".

Nun ja. Gewebe wird amputiert, das lässt sich nicht abstreiten.

Meine Oma ist an Brustkrebs gestorben. Meine Mutter hatte auch schon eine Strahlenbehandlung.

Ja. Ich könnte Angst haben. Habe ich nicht. Meine Entscheidung, klar.

Trotzdem finde ich das grauenhaft. Und die Selbstverständlichkeit im Umgang mit der Information, dass gesundes Gewebe weg gemacht wird, weil es sehr wahrscheinlich erkrankt, die will mir einfach nicht ins Hirn!! Aber um's Verrecken nicht.

Donnerstag, Mai 09, 2013

Erschütternd einfach...

...lässt sich eigentlich diese Frage beantworten, die Suchende, Gefunden-Habende, Gottvolle, Gottlose, Atheisten und Frömmler so gerne stellen.

Diese Frage, die mich immer so geärgert hat, weil ich das Gefühl hatte, sie sei ganz leicht zu beantworten, ohne, dass ich wirklich draufkam, wie.

"Wenn es einen Gott gibt, wie kann er all' dieses Leid zulassen?"

Ganz anders nämlich, als schlicht zu sagen: "Na, weil dieses ganze Leid geschieht, ist doch klar, dass es ihn nicht geben kann, diesen Gott!"

Viel einfacher:

Wir haben einen freien Willen, sind keine Marionetten (was ja wohl auch grässlich wäre!).

Und deshalb haben wir sie - die volle Verantwortung.

Ohne aber die volle Macht über die Folgen unseres Handelns zu haben.

DAS ist der wahre Knackpunkt.

Mittwoch, April 17, 2013

"Öööhmm...."

"Das kann doch überhaupt gar nicht sein!" denke ich völlig perplex, als der Streifenwagen, der mich gerade sehr gemütlich überholt hat, vor mir die Schrift "BITTE FOLGEN!" aufleuchten lässt.

Meine Fassungslosigkeit ist um so größer, als ich doch noch bei der Abfahrt dachte: "Meine Güte, lässte die Papiere mal EINMAL zu Hause, wirst schon nicht kontrolliert werden!" Sonst bin ich nie, nicht auf kürzester Distanz, ohne Führerschein und Fahrzeugschein unterwegs, Ehrenwort! Und kontrolliert werde ich vielleicht in 10 Jahren einmal.

Ja. Denkste!

Vor wenigen Minuten hatte die Streife mir an der Ampel gegenüber gestanden. Dass sie mir in die Abzweigung folgte, hatte ich gar nicht bemerkt.

Und jetzt steh' ich da, meine Knie werden weich. Albern eigentlich, ist aber so.

"Was habe ich getan?" frage ich beim Aussteigen.

"Sie haben telefoniert, vorhin an der Ampel!"

Mir bleibt wortwörtlich die Spucke weg: ich bin unschuldig!

"Zeigen Sie doch mal Ihr Handy!" Vor Schreck weiß ich erst gar nicht, wo das ist.

"Sie haben ja sogar zwei!" staunt der Polizist.

Naja, das zweite ist für den Discounter-Tarif, da kann ich für unter fünf Euro im Monat in völlig beliebigem Umfang mit den Kindern in Verbindung bleiben. Aber dass ich beide Geräte "zugebe", bringt mir, so scheint es, schon mal Pluspunkte bei den beiden Beamten.

Übrigens nicht unattraktiv, die Herren.

Thank heavens! Beide Telefoninos beweisen mit Gesprächs- und Sendeprotokollen, dass ich wirklich nichts Böses getan habe. Die Polizisten erklären mir nochmal eindringlich, wie gefährlich... ja, geschenkt!
 
"Da haben wir uns wohl verguckt!" Jou! Mir fällt auch ein, warum: Ich habe da so einen ganz fiesen Pickel unter dem linken Ohrläppchen. Den habe ich wohl ganz in Gedanken sehr hingebungsvoll befummelt dieweil ich an der Ampel stand. Auf die Entfernung mag das irreführend ausgesehen haben.
 
"Trotzdem noch einen schönen Abend!" wünschen die Beamten, als sie  wieder in ihren Streifenwagen einsteigen. "Ja, danke gleichfalls!" antworte ich und setze ebenfalls meine Fahrt fort.
 
Nach meinen Papieren haben sie gar nicht gefragt.
 
 

Mittwoch, April 10, 2013

In einem Traum - Notizen

Mit den Kindern an dem Meer, das mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Den Weg finde ich im Schlaf. Mir macht er keine Mühe mehr, dass aber der Besucher ihn auf sich genommen hat, freut mich unbändig.

Ein verfallener Keller, ein Feuer darin. Warum versuche ich, meine Handtasche zu verbrennen und hole sie dann doch wieder heraus? Sorge um mein Navigationsgerät darin streift mich, die Tasche hat nicht viel abbekommen.

Ich pinkle absichtlich auf einen Schoß, auf den ich sehr bewusst zurück gekehrt bin. Trotz!!?

Der Besucher bei mir am Meer. Der Mann, den ich seit 1986 kenne. Ich umarme ihn glücklich, sage "Danke!", kann noch nicht mehr als das, spüre aber im selben Moment, dass ihm das nicht reicht. Das gibt mir Gewissheit, kommt mir wie eine Antwort vor. Wunschdenken?

Ein langer, sehnsuchtsvoller Weg zu seinem Hotelzimmer. Quietschgrün voller orangefarbener und grüner glänzender Teller in verschiedenen Größen, wird abgelöst von hellblau, darauf nicht weniger Teller - diese aber weiß mit hellblau und dunkelbraun, alle auch verschieden groß. Dazwischen sandige Spuren von Füßen, die ja nicht auf die Teller treten wollten.

Dieser Mann hat viel Gepäck und viele nützliche Beziehungen. Zwei oder drei umständliche Begegnungen auf dem engen Weg. Der Weg passiert eine Ausstellung weiterer Teller. Ein unbekannter Mann betrachtet diese. Ich äußere Begeisterung über die Farben der siebziger Jahre. Der Fremde teilt sie mild.

Fast ist die Tür erreicht. Ich will nicht aufwachen - kann das aber nicht mehr verhindern.

Samstag, März 23, 2013

Gestern Abend...

...beim Heimkehren.

Aus dem Auto aussteigend, trete ich auf etwas Weiches; mein Halstuch, das ich nachlässig in die Jackentasche gesteckt hatte, ist auf den Boden gefallen.

Ich hebe es auf und lege es auf meine rechte Halsbeuge.

Mit einigen Taschen hantierend, Türen öffnend und schließend, registriere ich bei dem Tuch auf  meiner Haut das leichte Pieken nur am Rand meines Bewusstseins.

Im Flur, ankommen, Taschen beiseite, Schlüssel auf den Tisch.

Aus dem Gewirr von Haaren und Halstuch fällt:

Eine große Hauswinkelspinne.

Dienstag, März 05, 2013

Fakten

Ich hab' noch etwa 25 Jahre "Lebensarbeitszeit" vor mir, ehe ich ins gesetzliche Rentenalter komme.

Es könnte sich also lohnen, nochmal was Neues anzufangen.

Einerseits.

Ich habe ein Verlangen nach eigenem Einkommen und muss ich erst umlernen, ist es damit zu Anfang wohl nicht weit her.

Andererseits.

Die Agentur für Arbeit tät' mich in eine siebenmonatige Qualifizierungsmaßnahme stecken - Aufpolierung und Erweiterung - für die sie etwa viereinhalbtausend Euro bezahlen müsste. Ich kann erkennen, dass ich mich in diesen sieben Monaten garantiert vier Monate lang ziemlich langweilen täte von den Lerninhalten her - weil ich das schon längst kann, was da vermittelt wird. Für die Agentur wär' ich damit erst mal aus den Zahlen raus.

Die örtliche IHK bietet einen tollen mehrWÖCHIGEN Kurs an, der 800 Euro kostet. Mit der IHK macht die Agentur für Arbeit keine gemeinsame Sache - erst recht nicht, da es sich um Weiterbildung handelt. Trotz Zertifizierung zahlt die Agentur also nicht für IHK-Maßnahmen, Hochwertigkeit hin oder her.

Die IHK täte mir einen Bildungsgutschein ausstellen, der zumindest die Hälfte dieser Lehrgangskosten abdeckt - wenn ich nicht dummerweise letztes Jahr fünf Monate lang in einer Halbtagsstelle gearbeitet hätte. Damit erfülle ich nämlich die Voraussetzung, eine Berufsrückkehrerin zu sein, nicht mehr.

Und dann müsste ich mir ja auch noch klar werden, was ich eigentlich will.

Wahrscheinlich das eigentlich dickste Hemmnis.

Denn der IHK-Kurs gäbe mir auch "nur" Auffrischung und Erweiterung meiner Befähigungen in meinem zuletzt ausgeübten Beruf - aber will ich das wirklich?

Die örtliche "Fachstelle Frau und Beruf" wollte in diesem Frühjahr einen Workshop durchführen, eine Woche lang sollte es darum gehen, herauszufinden, was die Teilnehmenden wollen und wofür sie sich wirklich eignen. Also eine Art Zusammenführung von Vorstellungen und Machbarkeiten. Wunsch trifft Realität.

Leider wurden zu viele Teilnehmende krank und der Workshop wurde abgeblasen. Ich hatte gehofft, mir dort endlich mal auf die Schliche zu kommen. Der nächste Workshop ist erst im November.

Wer weiß, wo ich bis dahin stehe.

Also im Lexikon müsste unter "Unschlüssigkeit" eigentlich ein Bild von mir zu finden sein...

Donnerstag, Januar 24, 2013

Septembersonne...

...ist gerade dringend vonnöten! Zum Glück habe ich davon noch eine Konserve!

Sonntag, Januar 20, 2013

°!"§$%&`!-Technik!

Aktuell kann ich keine Bilder von meinem Rechner in den Blog hochladen. Weiß wer?