Mittwoch, April 17, 2013

"Öööhmm...."

"Das kann doch überhaupt gar nicht sein!" denke ich völlig perplex, als der Streifenwagen, der mich gerade sehr gemütlich überholt hat, vor mir die Schrift "BITTE FOLGEN!" aufleuchten lässt.

Meine Fassungslosigkeit ist um so größer, als ich doch noch bei der Abfahrt dachte: "Meine Güte, lässte die Papiere mal EINMAL zu Hause, wirst schon nicht kontrolliert werden!" Sonst bin ich nie, nicht auf kürzester Distanz, ohne Führerschein und Fahrzeugschein unterwegs, Ehrenwort! Und kontrolliert werde ich vielleicht in 10 Jahren einmal.

Ja. Denkste!

Vor wenigen Minuten hatte die Streife mir an der Ampel gegenüber gestanden. Dass sie mir in die Abzweigung folgte, hatte ich gar nicht bemerkt.

Und jetzt steh' ich da, meine Knie werden weich. Albern eigentlich, ist aber so.

"Was habe ich getan?" frage ich beim Aussteigen.

"Sie haben telefoniert, vorhin an der Ampel!"

Mir bleibt wortwörtlich die Spucke weg: ich bin unschuldig!

"Zeigen Sie doch mal Ihr Handy!" Vor Schreck weiß ich erst gar nicht, wo das ist.

"Sie haben ja sogar zwei!" staunt der Polizist.

Naja, das zweite ist für den Discounter-Tarif, da kann ich für unter fünf Euro im Monat in völlig beliebigem Umfang mit den Kindern in Verbindung bleiben. Aber dass ich beide Geräte "zugebe", bringt mir, so scheint es, schon mal Pluspunkte bei den beiden Beamten.

Übrigens nicht unattraktiv, die Herren.

Thank heavens! Beide Telefoninos beweisen mit Gesprächs- und Sendeprotokollen, dass ich wirklich nichts Böses getan habe. Die Polizisten erklären mir nochmal eindringlich, wie gefährlich... ja, geschenkt!
 
"Da haben wir uns wohl verguckt!" Jou! Mir fällt auch ein, warum: Ich habe da so einen ganz fiesen Pickel unter dem linken Ohrläppchen. Den habe ich wohl ganz in Gedanken sehr hingebungsvoll befummelt dieweil ich an der Ampel stand. Auf die Entfernung mag das irreführend ausgesehen haben.
 
"Trotzdem noch einen schönen Abend!" wünschen die Beamten, als sie  wieder in ihren Streifenwagen einsteigen. "Ja, danke gleichfalls!" antworte ich und setze ebenfalls meine Fahrt fort.
 
Nach meinen Papieren haben sie gar nicht gefragt.
 
 

Mittwoch, April 10, 2013

In einem Traum - Notizen

Mit den Kindern an dem Meer, das mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Den Weg finde ich im Schlaf. Mir macht er keine Mühe mehr, dass aber der Besucher ihn auf sich genommen hat, freut mich unbändig.

Ein verfallener Keller, ein Feuer darin. Warum versuche ich, meine Handtasche zu verbrennen und hole sie dann doch wieder heraus? Sorge um mein Navigationsgerät darin streift mich, die Tasche hat nicht viel abbekommen.

Ich pinkle absichtlich auf einen Schoß, auf den ich sehr bewusst zurück gekehrt bin. Trotz!!?

Der Besucher bei mir am Meer. Der Mann, den ich seit 1986 kenne. Ich umarme ihn glücklich, sage "Danke!", kann noch nicht mehr als das, spüre aber im selben Moment, dass ihm das nicht reicht. Das gibt mir Gewissheit, kommt mir wie eine Antwort vor. Wunschdenken?

Ein langer, sehnsuchtsvoller Weg zu seinem Hotelzimmer. Quietschgrün voller orangefarbener und grüner glänzender Teller in verschiedenen Größen, wird abgelöst von hellblau, darauf nicht weniger Teller - diese aber weiß mit hellblau und dunkelbraun, alle auch verschieden groß. Dazwischen sandige Spuren von Füßen, die ja nicht auf die Teller treten wollten.

Dieser Mann hat viel Gepäck und viele nützliche Beziehungen. Zwei oder drei umständliche Begegnungen auf dem engen Weg. Der Weg passiert eine Ausstellung weiterer Teller. Ein unbekannter Mann betrachtet diese. Ich äußere Begeisterung über die Farben der siebziger Jahre. Der Fremde teilt sie mild.

Fast ist die Tür erreicht. Ich will nicht aufwachen - kann das aber nicht mehr verhindern.