Donnerstag, Mai 30, 2013

Im letzten Traum...

...habe ich durch mehrere altmodische Zigeuner- oder Schaustellerwagen die jeweils kompliziertesten Wege genommen. Teilweise heimlich, vom Bewohner nicht erwischt werden wollend.

Männer, die der Benutzung dienten, wurden nackt durch die Gegend getragen, teilweise von mir.

Ich saß mit mehreren Frauen im Restaurant eines Hotels und es war ein Herzensort. Eine Frau, die ich gut kenne und eigentlich doch gar nicht, war erst da und dann weg. Es hieß, sie sei vollkommen unerwartet gestorben. Ein frustriertes "Zu spät!"-Gefühl befiel mich.

Geweint habe ich auch, weiß aber nicht mehr, wo und warum.

Sonntag, Mai 26, 2013

Begegnung zur Geisterstunde

Es klingelt an der Tür!

Bevor ich aufmache, linse ich erst mal durch die Scheibe - niemand zu sehen. Da bewegt sich etwas auf der Treppe vor der Haustür. Es dauert einem Moment, ehe ich im Schein der Vorgartenlampe und durch die Spiegelungen realisiere, dass da jemand auf den Stufen sitzt.

Ich öffne.

Den Mann, etwa 25-30 Jahre alt, kenne ich nicht, habe ich noch nie gesehen. Der geradezu betäubende Hauch aus seinem Mund ist mir allerdings schon öfter in meinem Leben begegnet: Vollgetankt!

Nun!

"Wären Sie wohl so nett, mir ein Taxi zu rufen? Das würde ich auch für Sie tun!"

Ich mache die Tür wieder fest zu und rufe in der Zentrale an.

Es regnet, es ist kalt. Die Kinder sind noch wach, es ist Wochenende. Sollte das ein Überfall sein, würden wir schon fertig werden mit ihm. Also gebe ich mir einen Ruck und koch' ihm einen Kaffee.

Sogar Feuer für die Zigarette, die sich selbst zu drehen er noch im Stande ist, bekommt er von mir.

"Geht's Dir gut?" fragt er mich.

"Nein!", sage ich. Er nickt wissend.

Zehn Minuten, dann hat das Taxi ihn fortgeholt.

Samstag, Mai 25, 2013

Noch ein Traum...

An einem See: Viele Leute. Dass ich nackt bin, ist ganz selbstverständlich, obwohl ich mich nicht erinnern kann, ob die Übrigen bekleidet sind. Es spielt keine Rolle. Erst gegen Ende habe ich meinen blauen Badeanzug an, einfach so. Ich vertreibe mir dort die Zeit, bis das Essen fertig ist.

Im Schützenzelt: Jener Mann, den ich seit 1986 kenne, erscheint und bringt Erdbeeren. Meine Leute interessieren sich nicht sehr dafür, aber das kann mir egal sein. Ich freue mich so sehr. Den köstlichen Geschmack habe ich viel später noch beim Aufwachen.

In seiner Küche: Er kocht für mich. Alles ist richtig so.

Mittwoch, Mai 22, 2013

So macht es Gefühl.

Mehr wollte ich nicht.
 
Und das war irgendwie verkehrt.
 
Ich hab's nicht gesehen.
 
Da waren Falten und Hohlräume im Innern, deren Existenz mir schwante.
 
Aber ich sah sie nicht nur nicht, ich wollte sie auch nicht sehen.
 
Ich guckte nur auf den Umriss.
 
Vielleicht war das notwendig.
 
Ich weiß es nicht genau.
 
Das ist ja auch gut: Nicht wissen.
 
Weil: Nicht alles geht mit dem Kopf.
 
Runterfallen in den eigenen Bauch
 
und dann nicht mehr denken.
 
Damit sich die Knoten
 
endlich lösen
 
können.

Mittwoch, Mai 15, 2013

Gestern...

...flog es flüchtig aus dem Radio an meinem Ohr vorbei und ich war überzeugt, mich verhört zu haben. Heute aber wurde es Gewissheit und es tut mir leid, ich dachte bis zuletzt an einen sehr üblen Scherz.

Angelina Jolie hat sich das Drüsengewebe aus den Brüsten entfernen lassen, um ihr Brustkrebsrisiko zu minimieren - welches genetisch bedingt bei ihr sehr, sehr hoch sein soll.

Die Medien titeln natürlich reißerisch mit "Brustamputation".

Nun ja. Gewebe wird amputiert, das lässt sich nicht abstreiten.

Meine Oma ist an Brustkrebs gestorben. Meine Mutter hatte auch schon eine Strahlenbehandlung.

Ja. Ich könnte Angst haben. Habe ich nicht. Meine Entscheidung, klar.

Trotzdem finde ich das grauenhaft. Und die Selbstverständlichkeit im Umgang mit der Information, dass gesundes Gewebe weg gemacht wird, weil es sehr wahrscheinlich erkrankt, die will mir einfach nicht ins Hirn!! Aber um's Verrecken nicht.

Donnerstag, Mai 09, 2013

Erschütternd einfach...

...lässt sich eigentlich diese Frage beantworten, die Suchende, Gefunden-Habende, Gottvolle, Gottlose, Atheisten und Frömmler so gerne stellen.

Diese Frage, die mich immer so geärgert hat, weil ich das Gefühl hatte, sie sei ganz leicht zu beantworten, ohne, dass ich wirklich draufkam, wie.

"Wenn es einen Gott gibt, wie kann er all' dieses Leid zulassen?"

Ganz anders nämlich, als schlicht zu sagen: "Na, weil dieses ganze Leid geschieht, ist doch klar, dass es ihn nicht geben kann, diesen Gott!"

Viel einfacher:

Wir haben einen freien Willen, sind keine Marionetten (was ja wohl auch grässlich wäre!).

Und deshalb haben wir sie - die volle Verantwortung.

Ohne aber die volle Macht über die Folgen unseres Handelns zu haben.

DAS ist der wahre Knackpunkt.