Donnerstag, Dezember 25, 2014

Light A Candle ...

... war gestern in der Nacht nur einer der Gospels in unserer schönen Dorfkirche, vorgetragen vom vortrefflichen örtlichen Chor, dessen Name folgerichtig "Good News" ist.

So fasse ich mir ein Herz, schaue mutvoll auf was immer da kommen mag und zünde lieber gleich zwei Flammen an!

Zwar bin ich keine Freundin von "Viel Hilft Viel" und halte mich eher an "Alles Ist Gift Im Übermaß", im gegeben Fall hat aber das Zweifache noch eine eigene Aussage und damit stimmt es dann doch für mich.

Ich wünsche uns allen eine friedvolle Weihnacht, eine Kraft spendende stille Zeit "zwischen den Jahren" und ein 2015, mit dem es jeder von uns aufnehmen kann.

Sonntag, Dezember 14, 2014

In manchen ...

... Situationen dieser Tage frage ich mich, wie geht SIE jetzt damit um. Sie wacht auf, vielleicht am Morgen, vielleicht mitten in der Nacht, vielleicht nach betäubtem Schlaf, vielleicht nach wilden Träumen. Sie kommt zu Bewusstsein und muss sich klar machen, dass es kein Zurück gibt, nur noch ein schreiendes "Nie wieder!".

Vielleicht hadert sie mit sich, vielleicht mit den Anderen. Weihnachten naht und für sie gibt es sicher keins.

Ich kenne sie ein bisschen, unsere Kinder haben denselben Kindergarten und dieselbe Grundschule besucht. Oft haben wir morgens an der Schulbushaltestelle geplauscht. Später hatte sie sich von ihrem Mann getrennt und arbeitete im Schreibwarenladen um die Ecke, da ergab sich manches persönlichere Gespräch.

Das ist es, was die Ereignisse für mich so nah rückt, was mehr daraus macht als eine schreckliche Zeitungsnachricht. Als mir langsam klar wurde, um wen es sich handelt, wünschte ich: "Lass' es nicht SIE sein!" Aber das ist in Wirklichkeit müßig, wenn nicht makaber. Schließlich macht es das Grauen nicht kleiner, wenn es weiter weg ist.

Ihre 15jährige Tochter ist in der vorigen Woche tot gefahren worden, als sie mit dem Fahrrad unterwegs war.

Sonntag, November 02, 2014

Gestern ...

... hier einen genialen Klospruch gefunden; leider war es für mein Handy zu dunkel, um das sinnvoll zu fotografieren, daher gebe ich es so wieder - es trifft einfach gerade nur allzu genau auf meine Lebenssituation zu:

Du Musst Dein Ändern Leben!

Phantastisch, oder? :D

Freitag, Oktober 31, 2014

Counting My Blessings ...

Ganz günstig zwei riesige Flauschdecken über ein Kleinanzeigenportal geschossen.

Heute superpassend zum Wochenende vom Paketboten - der sich gefreut hat, dass ich mich freue! -  am Aufzug in Empfang genommen.

Zurück in der Wohnung läuft genau in dem Moment ein Lieblingslied im Radio an.

Ein Drittel des Kaufpreises im Paket erstattet gefunden, weil die Absenderin die supersauberen Decken nicht mehr frisch gewaschen hatte. DAS trifft wahrhaft die Richtige!

Auf zur Arbeit ...

Donnerstag, Oktober 30, 2014

Ich jammere nicht. Ich reflektiere!

Notmaßnahme:
Kerzen! Vorzugsweise hinter rotem Glas, das erhöht den Einduck von Wärme nochmal. Außerdem seit Neuestem viele Duftkerzen. Erwerb zweier riesiger gebrauchter Kuscheldecken. Vielleicht doch mal wieder Halstücher anziehen?

Unterstützend:
Räucherstäbchen, die teureren japanischen. Denn die sind ohne Holzkern, dessen Verbrennen meiner Meinung nach den Duft nachteilig beeinflusst.

Kontraproduktiv:
Gerichtstermine, Ärger mit Ämtern und Geldmangel.

Aufregend:
Am 10.11.14 die erste Klausur, ebenso Abgabetermin diverser schriftlicher Ausarbeitungen. Da bin ich guter Dinge. Aber auch very busy: Die Termine mit den Kommilitioninnen folgen Schlag auf Schlag, denn eine sehr umfangreiche schriftliche Gruppenarbeit muss auch fertig sein bis dahin. Wir liegen gut im Rennen, aber der Besuch einer Praxisstelle birgt schwere Terminprobleme. Knifflig. Aber: Das Feedback der Dozenten zu meinen Leistungen zeigt mir, dass ich richtig bin an dieser Stelle.

Und noch:
Ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass Stress evoziert wird durch das Gefühl, es sei ja schon sooo spät. Es befällt mich täglich beim Dunkelwerden. Klar, die Uhr sagt etwas Anderes als das Gefühl. Und diese Differenz stellt Anspannung her.

Donnerstag, September 04, 2014

Ich sitze am Rechner...

...beantworte Emails, führe Telefonate.

Ein strahlend schöner Tag.

Der kurze Blick auf die Straße lenkt meine Aufmerksamkeit auf eine etwa 70 Jahre alte Frau, die, einen Fuß in ihrem Auto, die Hand locker auf der geöffneten Fahrertür, über das Dach ihres verquer in einer Einmündung stehenden Vehikels mit einer andern plauscht.

Das Kennzeichen dieses älteren Opels endet auf "AH 243".

"Adolf Hitler, Februar 1943" macht mein Hirn daraus.

Bei Wikipedia finde ich dazu:
"Die meisten Soldaten stellten Ende Januar/Anfang Februar 1943 die Kampfhandlungen ein und gingen in Kriegsgefangenschaft, ohne dass es zu einer offiziellen Kapitulation kam." Es ist ein Auszug des Kampfgeschehens in Stalingrad zu dieser Zeit, in der eine deutsche Armee vernichtend geschlagen wurde.

Samstag, August 09, 2014

Ich habe...

..."Er ist wieder da!" zu lesen begonnen - und gleich wieder aufgehört: Völlig vorhersehbar, entsetzlich langweilig. Nichts, das mich zieht.

Leute, lasst Euch mal etwas wirklich Neues und richtig Mutiges einfallen, um den, "dessen Name nicht genannt werden darf", befriedigend klein zu lachen.

Sonntag, August 03, 2014

Es war...

...mir ein Fest.

Und das ist nicht gelogen.

Auf der Hochzeitsfeier erschien ich am späten Abend. Die Brauteltern gaben mir den Schlüssel ihrer altgedienten, topfitten Familienkutsche und ich fuhr die Gäste, die dies brauchten, zu ihrem Hotel oder nach Hause.

Unter den zunehmend missbilligenden Blicken der vor dem Lokal wartenden gewerblichen Taxifahrer, gewiss.

Geschmeidig.

Es war ein strahlendes Fest und ich genoss, gut beschäftigt bis vier Uhr in der Früh.

Dann brachte ich mich selbst heim.

Müde und zufrieden.

Setzte mich noch auf meinen Balkon, bis ich fror und hatte dann die nötige Bettschwere.


Freitag, Juli 18, 2014

Reibung!

Im Kern mag ich geschmeidig sein und fließen lassen. Aber manchmal ist er da, der Wunsch nach "Reibung ohne Not!". Keineswegs meine ich damit Offensive als unprovozierte Aggression.

Mir ist mehr nach einem klar positioniertem Kraftmeiern, bei dem's dem Gegenüber offen steht, das anzusehen und zu respektieren: "DAS ist sie, DA steht sie!" oder bei sich etwas fest zu stellen, dass ihn aufruft, sich seinerseits zu erklären.

Und wenn er dann entscheidet, anzugreifen - ja, dann liegt das Problem wohl bei ihm.

Die Dinge auf den Punkt zu bringen ist sonst eine Stärke von mir.

Heute habe ich mich selbst nicht so richtig überzeugt mit meinem Post.

Sonntag, Juli 13, 2014

Sonntagsgedanken

"Die Väter essen saure Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf!"

Natürlich hat der Pastor heute Israel nicht heraus halten können aus seiner Kirche.

Ja. Der Konflikt wird weiter gereicht von Generation zu Generation und irgend jemandem nützt es wohl, dass er am kochen bleibt.

Im Gesangbuch fand ich, ohne gesucht zu haben, dies:

"Die große Schuld des Menschen sind nicht die Sünden, die er begeht - die Versuchung ist groß und seine Kraft ist klein. Die große Schuld des Menschen ist, dass er jederzeit umkehren kann und es nicht tut!"

Mir sträubt sich ja alles bei dem Wort "Schuld". Nun.

Etwas ansehen, sich seinen Teil denken und nicht handeln. Mein innerer Abstand war oft groß genug, um erkennen zu können. Aber gehandelt habe ich aus fünftausend verschiedenen Gründen nicht. Einer davon war viel zu oft die Angst vor den unbekannten Folgen - unbekannt, nicht (!!!) übel. Und so kann ich gut sehen, dass eine Änderung der Richtung ein größerer Kraftakt, eine höhere Leistung ist, als von Anfang an auf dem richtigen Weg gewesen zu sein.

So weit Meines.

Nur, was ist im nahen Osten? Würde mein Kind bei lebendigem Leib verbrannt, wäre mein innerer Abstand gewiss zu klein, um meinem Handeln eine andere Richtung geben zu können.

Also wer dreht dort an den Stellschrauben?

Lose Enden, offene Fragen. Denkanstoß.


Mittwoch, Juni 18, 2014

Ich bin...





...noch immer zwischen denselben alten Punkten unterwegs. Will heißen, worauf es mir ankommt in meinem Leben, das sind weiterhin dieselben Dinge.



Aber die Wege dazwischen, die sind nun ganz neu - und das verschafft meiner Präsenz im "Hier!" und "Jetzt!" eine ganz andere Intensität.



Am Rande dieser Wege liegen Perlen wie diese:



Donnerstag, Mai 15, 2014

Letztens...

...hatte ich 18. Hochzeitstag. Meine Ehe wäre also volljährig (i.e. "erwachsen"?) geworden, hätte sie sich nicht im Alter von etwa 16 Jahren bereits zu etwas entwickelt, was die Bezeichnung "Partnerschaft" endgültig nicht mehr verdient hatte. (Wir hatten auch gute Zeiten, dochdoch!)

Wenige Tage nach diesem Datum jährte sich außerdem der Moment der Erkenntnis, dass ich diesen Mann definitiv nicht "behalten" will.

Beide Daten liegen innerhalb der Eisheiligen.

Und irgendwie jagen diese gerade einen Virus durch mich hindurch.

Typische Erkältungssymptome hatte ich seit mindestens zwei Jahren nicht mehr. Das, was sich jetzt in mir herumtreibt, kenne ich aber ganz gut. "Irgendwas" geht durch meine Verdauungsorgane (sic!) und macht mir hie und da Kopfschmerzen. "Irgendwas" liegt auf meinen Bronchien.

Kein Husten, keine laufende oder verstopfte Nase, keine Halsschmerzen, nene!

Nur ein spürbares Verarbeiten.

Ja. Ist wohl dran.

Alles ist gut.


Mittwoch, März 26, 2014

Freitag, März 21, 2014

Ich war's leid, ..

...im Dunkeln an der Wand herumzupatschen, um den Lichtschalter zu erwischen.

Meine schneeweißen Wände sind mir sehr wichtig. Mir vorzustellen, die Wand um die Schalter könnte schmuddelig werden, ist mir ein Horror!!!

Noch laufe ich regelmäßig mit einem Schraubglas voll aufbewahrtem Wandweiß und einem Pinsel herum, um im Alltag nun mal auftretende Befleckungen zu überpinseln!

Der bekannte Kaffeeröster bot nun 15 von diesen - Kieselsteine nachahmenden - Plastikstücken, die im Dunkeln leuchten, für weit weniger als den Preis einer Zigarettenschachtel an.

Mit ein bisschen Montageband war'n die schnell angebracht.

Ich muss sagen, Optik wie Haptik gefallen mir gut!

Freitag, März 14, 2014

Vergleich' das...

...mit dem, das war!

Komplett gedreht. Anderes Licht. Neues Bild.

Staunen.

Wo war ich heute vor einem Jahr?

Was habe ich gefühlt?

Nur so viel:

Es war ALLES

anders.

Samstag, Februar 22, 2014

Es ist...

...ein Prozess, eine Wohnung einzurichten.

Die Funktionalität vervollständigt sich allmählich in einem meinen finanziellen Mitteln angepassten Tempo.

Und es ist gut, so, wie es ist.

Nebenher spiele ich mit dem Erscheinungsbild, der Anmutung.

Dabei registriere ich einige Wahrheiten über mich.

Klare Farben, kein Mustergeschwurbel - das trägt bei zu meinem Wohlbefinden.

Licht, Helligkeit, freie Flächen, freie Wände: Eine Herausforderung, wenn kleine Räume zweckvoll eingerichtet werden sollen und gleichzeitig verhindert werden MUSS, dass sie vollgestopft aussehen.

Es macht mir Freude und ist hie und da eine sehr schöne Herausforderung.

Nun diese Sache: überrascht stelle ich fest, dass dieses eine Bild zum Beispiel mit seinen Farben per-fekt zur Couch und ihrem Tisch passt. Wie dafür gemacht.

Und entscheide dann, dass es genau deshalb an einer anderen Wand hängen wird.

Klar: Gefälliges mag ich nicht!





Montag, Februar 17, 2014

Mein Lieblingscafé...

...in dessen Obergeschoss ich an diesem Tag "unter der Woche" tatsächlich allein bin und meinen Lieblingsplatz am Fenster habe. Der Kaffee ist auch hervorragend.

Samstag, Februar 08, 2014

Koinzidenz, seltsame

Ich kenne fünf Männer, 
die im Sternzeichen Widder geboren sind, näher.
Drei davon sind an einem 16. April geboren, 
die beiden andern an einem 28. März.
Von den drei Aprilwiddern heißen zwei mit Vornamen "Frank". 
Und beide Franks sind 1968 geboren.
Ich finde das dermaßen bemerkenswert, 
dass ich das jetzt mal hier hinschreiben musste.

Donnerstag, Februar 06, 2014

Von mir aus...

.... kann er mir das Telefonbuch vorlesen. 

Wenn ich dabei nur weiterhin mit meinem Kopf auf seiner Brust liegen und lauschen kann, wie seine Stimme in seinem Brustkorb schwingt. 

Ihn riechen und fühlen. 

Was das Leben für Bocksprünge macht.

Ich hinterfrage nicht, ich fordere nicht. Ich nehm's, wie auch immer es kommt. 

Seine Hände, die nicht verbergen können, dass er mit ihnen arbeitet. Sein Blick, bei dem ich mir auch nach beinah 28 Jahren nicht sicher bin, ob der nicht doch ein kleines bisschen silbern ist.

Und die gottverdammte Tatsache, dass er aus der absolut selben Welt kommt und die absolut selbe Sprache spricht wie ich. Bei allem.

Dass, was er spricht, Hand und Fuß hat und ich zum Glück nicht auf das Telefonbuch ausweichen muss, um ihm entspannt zuhören zu können.



Als ich das letzte Mal in dieser Wohnung war, hat mich die Einsamkeit und Verlassenheit, die sie spiegelte, getroffen. Etwas hat sich gedreht seitdem. Die Ursache dieser Bewegung tut nicht nur den Räumen gut.


Da habt Ihr's! Schwarz auf schwarz.

Montag, Januar 27, 2014

...

Ich war dreizehn Jahre alt und nicht ganz Fisch noch Fleisch.

So, wie jetzt meine Tochter.

Er war mein Opa und hatte einen großen Gemüsegarten, jede Menge Kaninchen und Hühner.

Ein bisschen eigenbrötlerisch war ich vielleicht und verbrachte deshalb viel Zeit bei ihm anstatt mit Gleichaltrigen.

Es war immer schön mit meinem Opa.

Ich kriegte so um den Zeitraum herum zum ersten Mal meine Regel und meine Brüste fingen an zu wachsen. Ich weiß noch genau, dass ich damals am Liebsten schlabberige, sackartige Klamotten trug. War ich mir doch selbst noch nicht so ganz geheuer.

Und eines Tages wollte mein Opa, der der Vater meiner Mutter war, mit mir Geheimnisse haben. Ich sollte in seiner Gegenwart ruhig oben ohne herum laufen, das sähe ja keiner und ginge auch sonst niemanden was an.

Das war schon seltsam.

Als er mir von Mal zu Mal immer anzüglichere Andeutungen machte, war es plötzlich gar nicht mehr schön, auf seinem Schoß zu sitzen und von ihm angefasst zu werden.

Ich ging dann nicht mehr hin.

Es ist mir schwer gefallen, mit jemandem darüber zu sprechen.

Zwei Wochen brauchte ich ungefähr, bis ich es meiner Mutter anvertraute.

Was dann folgte, war eine Familienfehde ohnegleichen. Meine Mutter machte mir Vorwürfe (!!!) und alle Erwachsenen waren mit IHREN Gefühlen beschäftigt.

Schade, dass keiner von denen mich mal in den Arm genommen und getröstet hat.

Aber ich habe einen Weg gefunden, für mich damit abzuschließen und kann wirklich mit Fug und Recht sagen, dass diese Stellen in meiner Biografie heute heile sind.

Der Opa ist lange tot, ich hatte nie wieder Kontakt.

Diese Geschichte ist dreißig Jahre her.

Gestern rief sein Sohn mich an, mein Onkel. Der Mann ist weit über siebzig Jahre alt und nicht nur vom Anblick her die perfekte Kopie meines Großvaters.

Ob ich nicht mal herkommen und mit ihm kuscheln wollte. Wenn seine Frau nicht da sei. Und seinen Töchtern solle ich auch nichts sagen.


*schiefguck*


Ich bin gewachsen in den letzten drei Jahrzehnten.

Bei einem Freund habe ich mir gründlich Luft gemacht und brauchte nur ein, zwei Stunden, bis ich klar sah, wie am Besonnensten zu reagieren sei.

Eine klare Ansage habe ich ihm gemacht, wie er es gewünscht hatte, per Email.

Kurz und knapp.

An seiner Reaktion liegt es, ob meine arme Tante und meine mir sehr nah stehenden Cousinen davon erfahren müssen.


Das Einzige, das wirklich in mir rumort, ist die Frage, ob er das auch mit denen macht oder gemacht hat, die damit nicht so umgehen können wie ich.

Was jetzt gefragt ist, ist Fingerspitzengefühl.

Aber nicht noch mehr Heimlichkeiten!

Samstag, Januar 25, 2014

Kraft und Trauer

Meinen Ehering habe ich vom Frühjahr 1996 bis zum 28. November 2012 getragen.
Eine lange Zeit.
Ich war an ihn gewöhnt.
Hie und da wollte ich unbewusst daran drehen und stutzte jedes Mal.

Auch der nicht vorhandene Klang, wenn ich spielerisch wo gegen klopfte, brachte mich immer kurz aus dem Konzept.
Das durfte so sein und nach diesem Ring hier habe ich nicht gesucht.

Aber als er mir in die Hand fiel, fühlte er sich richtig an.

Er ist schwarz  - angemessen für die Trauer,  die sein darf.

Aus einem Stein,  von dem gesagt wird,  er gäbe Stärke.

Also ist aus dieser Stelle an meiner Hand, die ich ohnehin so bald nicht mehr werde neutral betrachten können, eine neue Kraftquelle geworden.

Freitag, Januar 24, 2014

Eine Hafenstunde...

...schob ich heute bewusst in meinen Alltag. Ein Pausenzeichen.
Es war gerade das erreichbarste Wasser  -  und das richtigste.

Der Duisburger Innenhafen und ich:

In den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts lernte ich in der Grundschule, dass Duisburg den größten Innenhafen Europas (der Welt?) hat. Wir haben dann auch mit der Klasse eine Hafenrundfahrt gemacht. Ich trug meine Kommunionssandälchen mit eigenartigen Häkelsöckchen und hab' gefroren wie ein Schneider.

Da hatte die Küppersmühle den Betrieb schon eingestellt. Der Kornspeicher, der angemalt war wie eine riesige "Mr. Softy"-Milchtüte, stand noch Jahrzehnte und war, weil von der Autobahn aus sichtbar, (A59, im Volksmund "Achse" genannt, weil wohl irgendein Planer mal den Ausdruck "Nord-Süd-Achse" gebrauchte!) lange Jahre eine wichtige Orientierungsmarke - eine Ausfahrt ist gleichbei.

Irgendwann in den Neunzigern mal beim Speicher mit Grejazi auf den stillgelegten Schienen am Kai herumgeturnt zu sein, erinnere ich mich auch sehr genau. Da war noch nix mit "schickem neuen Stadtteil".

Vom Wasser aus begegnete ich dem Hafen dann im neuen Jahrtausend mittels meiner Teilnahme an einer Drachenbootregatta. Das war eine gute Erfahrung - auch, weil ich mit 20 Leuten in einem Boot denselben Schlag haben musste...

Die Kunst mag ich eigentlich meistens, die da so rumsteht. Und die Synagoge beim meiner Meinung nach sehr gelungenen "Garten der Erinnerung" habe ich schon besucht.

Das Marode, das ist hie und da noch vorhanden. Inzwischen gibt's aber sogar "Grachten".

Nun.

Leerstände gibt's auch.